Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 51 (23.12.1936)
- Date
- 1936-12-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 51 Der Israelit 23. Dezember 1936 HÄ£ä ,Die KEREN'HAT'ÖR:ÄH-l$;^np©Jclö^e gefiö^ in jedes jüdische Haus! Sie gibt jedem die Möglichkeit, durch kleine tätliche Spenden die Arbeit des Keren Hatorah zu fördern. Bitte Dosen anfordern: Keren Hatorap, Hambu.rg 13, Heinrich Barthstraße 21 miHHMORAH Die Tragödie der jüdischen Jugend in Polen. Eine Tragödie in der Tragödie bildet die Lage der jüdischen Jugend in Polen. Senator Prof. Schorr äußerte sich darüber im polnischen Senat ungefähr wie folgt: Es gibt in Polen zwei verschiedene Wirklichkeiten und zwei verschiedene Wertmaßstäbe: einen für die Juden und einen zweiten für alle anderen Bürger- In früherer Zeit waren uns die meisten Erwerbsmöglichkeiten verschlossen, so daß es zu einer Zusammendrängung der Juden in den freien Berufen und im Handel gekommen ist. Jetzi aber wird der Versuch un-, ternommen, uns auch aus diesen Berufen hinauszustoßen. Voll Verzweiflung sehen wir auf die Tragödie unserer Jugend, die man des Rechtes auf Studium und Arbeit beraubt. Die jüngsten Bestrebungen, eine Massenauswanderung von Juden aus Polen zu organisieren, scheitern an den überall erschwerten Einwanderungsbedingungen. Wohin soll die jüdische Jugend, die in Polen weder studieren noch mit Aussicht auf Existenz sich gewerblich ausbilden kann, gehen? fragte Prof. Schorr. Der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung der Warschauer Jüdischen Gemeinde, Senator Jakob Trocken heim, ergänzte die Worte Schorrs, indem er sie noch mit einigen Beispielen erhärtete. Angesichts dieser Lage ist in der Tat für kein Land der Welt das Problem der Judenauswanderung so brennend aktuell wie für Polen. Freilich darf nicht dabei an die Form einer Evakuierung gedacht werden. Polens Juden leiden doppelt, als polnische Bürger und als Juden; die jüdische Jugend, die noch die Kraft hätte, aus der Not hinauszustreben, findet alle Wege in die Zukunft versperrt. Es ist der polnischen Juden gutes Recht, vom Staate zu verlangen, daß ihre politische und wirtschaftliche Lage erleichtert und ihnen die Existenzmöglichkeiten im Lande nicht genommen werden. Und es werden auch bei intensiver Auswanderung immer noch Juden genug in Polen bleiben, deren Verbundenheit mit der Scholle sich gegen alle Widerstände behaupten wird. Ein großer Rest hat aber die Augen nach Palästina gerichtet, und man versteht den Schmerz und die bittere Enttäuschung der polnischen Judenheit, als ihr dieser Tage der „Löwenanteil" aus der jüngsten Schedule, die mit ihren Ziffern nur symbolische Bedeutung hat, zugesprochen wurde. Die Not der Juden in Polen ist kein Symbol, sondern eine bittere Realität, an der in erster Reihe die Jugend zerbricht. Die jüdische Schule in Deutschland. Fragen des Schultyps, Von Bezirksrabbiner Saul Münk in Burgpreppach, Das viel behandelte Thema soll im Folgenden von der rein praktischen Seite und aus der Erfahrung heraus betrachtet werden. Auf dem Boden der gegebenen Verhältnisse stehend, mit dem gegenwärtigen Stand der Gesetzgebung rechnend, die jetzige Struktur der jüdischen Bevölkerung im Lande ins Auge fassend, wollen wir die Dinge anschauen. Bis zur in Aussicht gestellten Neuregelung des jüdischen Schulwesens in Deutschland haben wir mit folgenden gesetzlichen Grundlagen unserer Schulen zu rechnen: a) Die Schulpflicht besteht für unsere Kinder nach wie vor. b) Die jüdischen Schulen unterliegen der Staatsaufsicht und sind an den staatlich vorgeschriebenen Lehrplan und die vorgeschriebenen Stundentafeln gebunden, c) Die Volksschulen haben volle Freiheit in Bezug auf die Zahl der aufzunehmenden Kinder. Neugründungen von Volksschulen sind — soweit bekannt — immer genehmigt worden. d) Die von früher her bestehenden jüdischen höheren Schulen können unter gewissen Bedingungen weiter geführt werden. Hieraus ergibt sich, daß die Diskussion über das Problem Tauro im Derech Erez bezw. über die Abgrenzung des Maßes allgemeinen Wissens in den jüdischen Schulen für unsere schulpflichtigen Kinder im Lande keine praktische Bedeutung hat, da die Kinder die nach dem staatlichen Lehrplan aufgebauten Schulen besuchen müssen, in welchen die allgemeine Bildung in bestimmtem Maße obligatorisch einen Teil des Lehrzieles bildet. Diskutabel kann nur die Frage sein, welche von den bestehenden Schulformen unserem Ideal am nächsten kommt. Auch dieser Diskussion sind Grenzen gesetzt, da zwar die Volksschulen in unbeschränkter Zahl Kinder aufnehmen können bezw. der Kinderzahl entsprechend neu gegründet werden können, aber — wenn man etwa den Standpunkt vertreten wollte, daß einer der höheren Schultypen für uns der idealste wäre — diese Anstalten kaum eine unbeschränkte Zahl von Schülern aufnehmen könnten. Während die Frage, welchen Typ die jüdische höhere Schule haben soll, ob sie ein humanistisches Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule, Aufbauschuie usw. sein soll, heute nicht mehr behandelt werden braucht, denn wir haben ja zunächst mit den bestehenden und in ihrer Form im Wesentlichen festliegenden Anstalten zu rechnen, läßt sich zur Frage, ob Volksschule oder höhere Schule, mancherlei sagen. Die Frage kann allerdings in dieser Form nicht gestellt werden, und ist wohl in dieser Form nie gestellt worden. Es gab ja auch früher sowohl Volksschulen als auch höhere Schulen, Es gab ja immer Kinder, die keinesfalls für die höhere Schule in Frage kamen, und solche, die ohne Zweifel in die höhere Schule gehörten, wenn Begabung und geistige Einstellung als Maßstab gelten. Aber bezüglich der breiten Mittelschicht, die allenfalls in der höheren Schule mitkommen kann, aber für die Volksschule gute und beste Schüler stellen würde, schwankt man. Unter den gegebenen. Verhältnissen, also ohne Präjudiz in der Frage Tauro im Derech Erez, wird man auch heute nicht eine völlige Abkehr vom akademischen Bildungsgang für wünschenswert halten. Im Rahmen der deutsch-jüdischen Bildungsverhältnisse wird man eine akademische Schicht auch jetzt für notwendig erachten. Aber man darf nicht sagen — und das war wohl früher ein häufig begangener Fehler — jedes Kind, das auf die höhere Schule kommen'kann, soll, dieser zugeführt werden. Man soll vielmehr den Standpunkt vertreten, nur diejenigen Kinder, die ihrer Beanlagung und geistigen Gesamthaltung nach für die Schriftdeutungen zum Wochenabschnitt. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 48. V. 21 u. 22,/in '3JK mn t]Oi' bs bxiw lüK'i 7nx aap -\b 'n/w nxi «aavnK px bx aan« a»ts>ni asm a^pbn ''<n •'/uppai '3->n3 'mxn t» 'nnpV -ie?x yrm bv „Darauf sprach Jisrael zu Josef: Siehe, ich sterbe, und G'tt wird mit euch sein und euch zu dem Lande eurer Väter zurückbringen. Und ich habe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern gegeben, den ich aus der Hand des Emori mit meinem Schwerte und mit meinem Bogen genommen habe." Vers 22 schließt sich dem unmittelbar vorher erwähnten Ausdruck D3'mx ps an. Indem ich Efrajim und Menasche inbezug auf den doppelten Anspruch des* Landes Reuwen und Schimeon gleichgestellt (V, 5), habe ich dir in diesem Land einen Anteil mehr als deinen Brüdern gegeben, — ~>r\x\?b "w'v.- Diesen Teil sowie das übrige Land habe ich für das jüdische Volk aus der Hand des Emori genommen. Nachdem G'tt das Land Jaakow versprochen, hatte dieser es dadurch gleich^ sam schon genommen. Aehnlich sagt G'tt zu Awram: „Deinem Samen habe ich dieses Land gegeben" (15, 18). Aus verschiedenen Gründen wird von den sieben Völkern des Landes hier nur der Emori erwähnt, a} Bereits zu Lebzeiten Mosches nimmt Jisrael Städte des Emoriten in Besitz (Bemidbar 21, 24—32). b) Die erste große siegreiche Schlacht, die das jüdische Volk unter Führung von Jehoschua, dem Nachkommen Josefs liefert, ist die Schlacht gegen die Emoriter. An dem Tag der Niederlage des Emori ereignet sich jenes große Wunder; auf Jehoschuas Geheiß steht die Sonne still in Giweon und der Mond im Tale Ajalon (Jehoschua 10, 5—14). . c) Die Söhne Machirs, des Sohnes von Menasche, nehmen Gileach ein und vertreiben den Emoriter aus diesem Lande (Bemidbar 32, 39J. d) Die auf dem Berge Cheres, in Ajalon und in Schaalwim wohnenden Emoriter werden dem Hause Josefs, d. h. den Stämmen Menasche und Efrajim, tributpflichtig (Schoftim 1, 35). Kap. 49. V. 4. m yas 'asoa rrVs? >3 in'w V« D'sa ms •rr>y 'yis' nbbn „Ungestüm wie Wasser wirst du kein Vorrecht haben, v/eil du das Lager deines Vaters bestiegst; damals entweihtest du! Meine Lagerstätte bestieg er-" Entsprechend dem riVVn'TS hätte man die nachfolgenden Worte gleichfalls in der zweiten Person erwartet. Nachdem Jaakow strenge Worte des Tadels an Reuwen gerichtet, wendet er sich strafenden Blickes von diesem ab, und seinen anderen Kindern zugekehrt, ruft er zornig aus: T\bv »»IS' „Meine Lagerstätte bestieg er!" Kap. 49. V. 7. Dpbnx nriPp '3 a/nasn iy '3 dsk nix •i>«nr3 ojpbki apjra „Verflucht' ihr Zorn, denn er ist. gewaltig, und .ihr Grimm, denn er ist hart; ich will sie verteilen in Jaakow und sie zerstreuen in Jisrael," Schimeon wird bei der Verteilung des Landes räumlich von einander entfernt liegende Städte erhalten (Jehoschua 19, 1—9). Die achtundvierzig Lewitenstädte sind über das ganze Land Kanaan verteilt (Jehoschua Kap. 21). fS3 bezeichnet eine weitverzweigtere Trennung als pVn- Während sich die Zersplitterung des Besitzes von Schimeon ausschließlich auf Jehudas Gebiet erstreckt, ist der Anteil der Lewiten auf das ganze Land ausgedehnt. Kap. 49. V. 9. "-W3 pi sna rvbv 'ja spu» min' "in nis 13»'p' '73 K'3^21 „Ein junger, starker Löwe ist Jehuda, durch die Beute, mein Sohn, bist du erhaben. Er kniet, ruht wie ein Löwe und wie eine Löwin, wer mag ihn aufreizen!" Diese Weissagung bezieht sich auf •den von Jehuda abstammenden David. Zu Sohauls Zeiten ist er ein junger Löwe (Schemuel II 5, 2}, späterhin als König ist er ein starker Löwe. — wby '33 tpu» Das einem Hauptwort vorangesetzte » hat zuweilen kausale Bedeuung, so Vi3»n '»» iw ipa Va ma' xVi „es soi ■ nicht mehr alles Fleisch ausgerottet werden durch die Wasser der Flut" (9 ,11). Das Zeitwort r.Vj? finder wir im Sinne von erhaben sein, so nmnn wpbx nbv „erhaben ist G'tt durch Teruahuldigung" (Tehillnr; 47, 6) und nsbs bv tv>b9 rmv,,du aber .hast sie alle über ragt" (Mischle 31, 29). n?bv 'ja spoD durch die Beute ward Jehuda erhaben. Vielleicht darf man hier i» erster Linie an Dawids Sieg über den Riesen Goljat denken, dem Dawid seine spätere Laufbahn verdankte (Schemuel I Kap. 17J.