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Der Israelit · 1936-12-17 · Heft 50 (17.12.1936) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 50 (17.12.1936)
Date
1936-12-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 50 r D' e r . t s r ä. e-t i t Großfeuer in Tel Awiw. — Ausschluß des Bürgermeisters. Tel Awiw, 14. Dez. Auf dem Gelände der Levante-Messe in Tel Awiw brach am 13. Dezember Großfeuer aus, das das Stadion und den Pavillon der Histadruth vollständig vernichtete. Außerdem sind vier Auslade boote, die sich in der Nähe befanden, verbrannt. Neben der Tel Awiwer Feuerwehr nahmen tausend Mann englischer Truppen an den Löschungsarbeiten teil. Es wird der Verdacht ausgesprochen, daß es sich um eine Brandstiftung von arabischer Seite handelt, mit dem Zwecke, den Landungssteg zu zerstören. Glücklicherweis« ist dieser aber von dem Brande verschont (geblieben. Die Ausschlußtaktik gegen Bürgermeister Ro k a c h wird von der Mehrheit des Stadtrates fortgesetzt. So ist er wieder aus zwei Städtratskommissionen mit 8 gegen 7 Stimmen ausgeschlossen wor=' den. Es wirkt nahezu symbolisch, daß während der Debatte über den Auschluß des Bürgermeisters am der Hafenkommission das. Feuer auf dem Messegelände ausbrach, so daß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Personalien. Leipzig, 16. Dez. Am 23. Nov. vollendete Frau L-Ariowitsch, eine der markantesten Persönlichkeiten unserer Gemeinde, ihr achtzigstes Lebensjahr. Wo immer es in Leipzigs jüdischer Gemeinde im letzten halben Jahrhundert eine größere öffentliche Wohlfahrts-Institution ins Leben zu rufen, zu erhalten galt, da war diese Frau in der ersten Reihe nicht nur der Beteiligten, sondern der Inaugurierenden zu finden. Die große Energie, die Initiative sind überhaupt die hervorstechendsten Seiten ihrer Wesensart, die sie sich G, s. D. bis in die Gegenwart hinein bewahrt hat oder man kann auch sagen, die ihr ein gesegnetes Alter bewahrt haben. Es ist unmöglich, all die Summe von Liebeswerken aufzuzählen, bei denen Frau Ariowitsch führend beteiligt war, nur einzelne markante seien herausgehoben. Da galt es ein Krankenhaus zu gründen, sie ergriff die Initiative, wenn sie auch später aus irgendwelchen prinzipiellen Differenzen sich von den Gründern getrennt hat. Da wollte die Frau ihrem allzu früh heimgegangenen Gatten s. A. ein bleibend Denkmal in der Gemeinde setzen und fand dafür charakteristischerweise kein anderes als die Gründung einer Synagoge, die ein würdig Glied im Kreise der Leipziger Synagogen darstellt. Aber in dieser Stiftung zeigt sich so recht eine andere bedeutende Seite der Wesensart dieser seltenen Frau: das feste Verwurzeltsein in der Tradition ihrer Väter, was Leitmotiv all ihrer Stiftungen ist. Welch eine schöne Stätte für den Lebensabend finden die Insassen in dem von ihr errichteten Heim! Modernst eingerichtet, hygienisch hervorragend ausgestattet bei ausgezeichneter Pflege und Verpflegung! Aber auch in diesem Heime eine kleine, reizende Synagoge, und eine wunderschöne jüdische Bibliothek, in der alte Insassen, die gewohnt, talmudischen, jüdisch-wissenschaftlichen Studien obzuliegen, ihre Beschäftigung ungehindert fortsetzen können. So er* kennen wir in all ihren Werken die „herzensweise Frau", die sich in ihren Gründungen zwar auf sich selbst, ihren immer das richtige treffenden Instinkt, auf ihre Intuition verlassen konnte, nie aber ihre Klugheit allein ausschlaggebend sein ließ, sondern immer sich mit den richtigen Ratgebern zu Umgeben verstand. So muß diesem Zusammenhang des soeben heimgegangenen Rabbiners Dr. Ephraim Carlebach s. A. gedacht werden, der ihr stets helfend, beratend zur Seite stand. So wollen wir der Jubilarin wünschen, daß mit des Himmels Hilfe noch recht lange Jahre ihre ungeschwächte, große Energie, ihre tatkräftige Initiative, ihre segensreiche Kraft dem Dienste der Gemeinde erhalten bleibe, erhalten bleibe dem Kreise ihrer Familie für Israels Gemeinschaft- Familien-Nachrichten« > ■ Geburten: Eine Tochter, Karl Neuberger und Frau Rosl geb. Cohn, Berlin N- 87, Agricolastr. 6. Barmizwoth: Kurt Meyer, Israelitische Waisen - anstatt, Frankfurt a. M., Röderbergweg 87, 'm 's naff. — Arnold, Sohn des Herrn Lehrer Max Stern u. Frau Rosa geb. Oppenheimer, Frankfurt a. M-, Obermainanlage 22 (früher Lauterbach) »rm 'S MW. — Norbert, "Sohn des Herrn Oberlehrer Moritz Heitmann und Frau Kachel :geb. Bamfrerge'r, Würzburg, Hindenburgstr. 29,?n*i 's mv. *<w*. f^ansafem jPP*PV e r 1 o b t e : Trude Awerbuch, Tel-Awiw mit Carl H- Grebenau, Tel-Awiw - Frankfurt ä. M., Sändweg 2. 7 0. G elb u'r t 's t ag : Fräulein Sim'tfriette'Grtin'beVg, Frankfurt a. M.\ 'XxMesfr. 34. 20. 'Dezember 1936. Ergänzung. Im Artikel über Anrieh in der Illustrierten Beiläge zur jüngsten Nummer ist nachzutragen — was durch irrtümliche Weglassung einiger Zeilen versäumt worden ist — daß neben dem Lehrer und Prediger Benjamin Wolff der verdiente Vorsteher der Gemeinde Abraham.van Dyk ein. Menschenalter seine besten Kräfte daroin gesetzt hat, die Gemeinde in religiösen Bahnen zu leiten und sie auf der Höhe zu erhalten. Der Sohn des verdienten Parneß, Herr Karl van Dyk, >sowie andere Nachkommen des im Aufsatze genannten Samuel Calmar Heymann ^"Xr gehören heute noch zu den führenden Männern der Gemeinde und des Vorstande». Briefkasten. H. R. Es kommt die Sidra mv "n in Betracht. J. Brm. Wir haben Ihre Bemerkung dem Autor zugestellt. Im Israelit möchten wir über das Thema nicht weiter diskutieren. E. B. Die Autorin der Skizze ..Mathisjahus Traum" ist Channah Mary Sachs in Meran. Aus Versehen wurde der Name weggelassen. A. S. 1000. 1) Es wird wegen des Reimes so gesungen, umsomehr als auch in dieser Einteilung der Sinn nicht verloren geht. 2) Man sollte selbstverständlich auch das Kaddisch nach dem Lernen in gleicher Ruhe und Andacht anhören, wie jedes andere Kaddisch. 3) Es ist dies ein alter Brauch, der schon im Maharil verzeichnet ist. Bei anderen Anlässen, wie am naiin, steht nicht zu befürchten, daß es vergessen wird, da durch das vorangehende Anzünden der Lichter schon der Chanuckahcharakter genügend unterstrichen wird. 4) Gegen die Abhaltung des Bris im Krankenhaus ist u. Enichts einzuwenden- H. Sl. Wir haben Ihre Zuschrift dem Autor des Artikels in Jerusalem zugesandt, der sich mit Ihnen direkt in Verbindung setzt. Agudas Jisroel- Bewegung. Ein neues Geschlecht tritt in die A. J. J. O. Von Hanna Jakobovits in Straßburg. (Fortsetzung.) III. Stellung zur Erez Jisroel-Arbeit, Konservativ und seßhaft war der Charakter der Orthodoxie von jeher. So wurden vor 1914 die wen:= gen jüngeren Lehrkräfte, die von Deutschland aus nach Erez Jisroel gingen, teils mit ehrfürchtiger Bewunderung als Pioniere, teils mit einer Art Scheu (besonder® die weiblichen Lehrkräfte,)1 als von Abenteuerlust ergriffen, betrachtet. Die thoratreue Judenheit hat diesen rühmenswerten Versuchen der Freien Vereinigung unter Dr. Mose® Auerbach ein orthodoxes Schulwerk, das Thora im Derech Erez als Basis hatte, zu errichten, nicht genügend finanzielle oder gar in innerer Anteilnahme begründete Gefolgschaft geleistet. Das scheint sich durch zwei Deutungen erklären zu lassen: Man wirft heute der Agudo aus ihren eigenen Kreisen oft vor, daß sie zu sr>ät die Bedeutung der Erez Jisroel-Arbeit seitens der Thoratreuen erkannt hatte. Sie hat den ungeheuren Wert und die -Notwendigkeit, gesetzestreue Jugend als Pioniere hinauszusenden, wohl erkannt, aber sie war gebunden. Gebunden nicht nur durch die Beobachtungen, die sie selbst feststellen konnte. Mancher unserer uns nahestehenden Jünglinge, der seine festen Schiurim pflegte, trat zum Mäsrachi über. Nun klappte er die Gemarah zu und widmete alle Zeit, alles. Interesse der hebräischen Sprache, der hebräischen Literatur, den Siedlungs- und Bebauungsiragen. Wenn heute durch erschütternde Umwälzungen und innere Erlebnisse die Jugend der fremden Kreise und ganz gewiß die uns am nächsten stehende Misrachi= Jugend wieder zurück zum Studium von Thora und Talmud strebt, so ist bestimmt ein Stuck Einfluß unserer Agüdö mit. zu verzeichnen. Wo heute Annäherung entsteht und b'egrüßt wird, war damals, ein Fernhalten am Platz. Da verstand 'die Aguda, daß sie er.st eine .^efesti^te Thora-am De're'ch Erez-Jugend erziehen müßte, ehe isiSe sie in da*. Land, das nach heiligen Benäuern dünstete, hinäussandte. Die Haupt* summen, die? die Orthodoxie ausgab, strömten in die jüdischen Schulen,, tun. erst in der Gola unsere Jugend auszubilden, flöß oh 'die Jescni'wäüis* und B"etn 'Jakob-'Kassen, um dies« tftt'geftd •kü retten tfnid zu *betähi~g&ti, 'daini 'Reiter 4md Heller für unser. -Land. %;'u Werden. Waren'die'Kassen und Hilfsfonds der orthodoxen Vereinigungen durch diese Einstellung in erster Linie für Hilfe- und Aufbauwerke der Gola bestimmt, so hätte sich vielleicht eine volkstümliche Sammlung, ein intensives Werben von Haus, zu' Haus, auf dem Land, in der Kleinstadt, in den Jugendver* einen und in den Büros ermöglichen lassn sollen. Das scheiterte aber am materialistischen G « i s t, der alle jüdischen Schichten bis in die gesetzesireuen Kreise hinein benein, in .gewisser Weise: entseelte. (Fortsetzung folgt.) ' Vermischtes. Berlin, 16. Dez. Im Rahmen der Sinai-Lehrgänge der Berliner Agudas Jisroel sprechen am Sonntag, den 20. ds. die Herren Max Neuberger, über „Sinngehalt der Mizwoth nach dem Hirsch'sehen* Chorew" und Herr Gottfried G o 1 d® c hm id t über „den jüdischen Sprachgeist nach S. R. Hirsch". Der erstere Vortrag findet 4.30 Uhr in der Artilleriestr. für Herren statt, der letztere 8.30 Uhr Klopstockstraße 25. Das weitere Wochenprogramm sieht vor: am Montag: 21. 12.: Dr. Marcus Birnbaum: „Die jüdischen Verbände und die Orthodoxie". 21 Uhr Siegmundshof 11, Betsaal. — Dienstag, 22. 12.: Rabb. Dr. Esra Münk: „Judentum und Umwelt". Zweiter Vortrag: 20.45 Uhr Siegmundshof 11, Aula. — Mittwoch, 23. 12.: Emanuel M. Meyer: Arbeitsgemeinschaft. 20.30 Uhr: Pariser Str. 4, Synagoge. — Der Vortrag des Herrn Posen findet Sonnabend, 19. 12, 20.30' Uhr, Betsaal Artilleriestr. 31, über: „Gegenwartsfragen unserer Chaluzim" statt. Hamburg, 16 .Dez. Die neueste Ausgabe des Vereins ritueller Speisehäuser e. V. ist unentbehrlich für Jedermann, der auf Reisen vor die Frage gestellt wird: Wo kann ich koscher essen? Heute, in einer Zeit, die in dieser Beziehung besondere Schwierigkeiten bereitet und das Wort „Neukoscher" gschaffen hat, tut eine neue Orientierung ganz besonders not, die aber nur das neueste Verzeichnis geben kann. Das Verzeichnis ist beim genannten Verein in Hamburg, Beneckestr. 2, zu beziehen. Pari«, 15 oez Die Leitung des Pariser P. T. T.« Sender® hat den Schüler am Pariser Konservatorium und Hörer an der Kantor=Abteilung der Pariser Rabbinatsschule, Herrn Imrich Weiß, beauftragt, am Mikrophon des französischen Senders einen Ges sangsabend jüdischer und tschechischer Kunst zu geben. Dieses Konzert wird am Samstag, den 19. Dezember, abends 20.45 Uhr von Paris aus auch auf auswärtige Sender übertragen, Imrich Weiß ist Mitglied der Pariser agudistischen Ortsgruppe und ein ehemaliger Schüler der Preßburger Jeschiwa. Er hatte schon vor einiger Zeit Gelegenheit, zu Ehren des tschechischen Nationalfeiertags, sich den Herren der Pariser Botschaft und ihren Gästen als> Interpret des tschechischen und jüdischen Volksliedes vorzustellen und erntete den vollen Beifall der hohen Gäste. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajün. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Lehrer M. Goldschmidt Schäbbos morgen nach Schluß der Synagoge: ott, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 3.30 Uhr im Vereinslokal, 3p>y J'jr Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 3.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, rms rjoY>. Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal. nrrviK ]in, Herr RA. Dr. Sohlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, «im, Herr J. Soffer. — nachm. 4.30 Uhr im Hörsaal, Vortrag des Herrn Redakt. S. Schachnowitz über:' „Don Jizchak Abarbanel" (Zu seinem 500 jährigen Geburtstage}. Montag (auch Donnerstag) nach Schul }m Hörsaal; JW»- Mitgliederlerneh. - abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (•pVin) Ürwas, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, nMrts, Herr R.-A- Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag) im Lokal, siöä, Herr R.-A. Dr. E. Posen- „Jüdisch-wissenschaftliche Lehrkurse". Sonntag abend 8-30 Uhr im Vereinslokal: „Einführung in das jüdische Recht", Herr Dozent Dr. phil: Biberfeld. Jährzeitsstiitüngen. Montag, 21- Dezember; Joseph Wt)felfahrt^Stiftaing. Dienstag, 22. 'Defcembe*: Geh. Sanitäferat -Dr. -Elieser 'Rosenba^m-St-ifturig.; Dienstag, 22. Dezember: Isaac Weil-atiftüng. ,:> Freitag, 25. Dezember:'Säfk~Mbm'$b. HfecVSßtag- Liwjaitn Cnen. Sabbat «nach Minehp 415 Uhr im. Hörsaale Ffieoberger-Anlage, Vortrag äefe Herrn S'öha'fchhowrrz "Über: ,iWege V^änditörfg,'.

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