Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 50 (17.12.1936)
- Date
- 1936-12-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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5P^^g^^^^5??S?^^S^?'^^^^?^^^5?^^^!?^r^^?m 17. Dezember 1936 Oer Israelit Nr. 50 Seite 7 Bitte; Seht Euch das Werk, von Beth Jacob per sönlichan!. Wir wollen ein bewährtes Beispiel nachahmen: Vor einigen Jahren veranstaltete Leo Deutschländer eine Gesellschaftsfahrt zu den großen Jeschiwaus des Ostens — allen Teilnehmern wurde sie zu einem Erlebnis und zu einer Verpflichtung gegenüber den Jeschiwaus, denn wer einmal vom Zauber dieser Jeschiwaus gebannt war, will nicht mehr, 'daß sie untergehen. Und so rufen wir zü einer Beth Jacob- F ahr t auf! Wir mochten, daß Interessenten aus allen Ländern gemeinsam. Stätten von Beth Jacob besichtigen, unsere Lehranstalten, Ohe! Sara und die wichtigsten sonstigen Schulen und Gründungen von Beth Jacob! Wer das Werk einmal mit eigenen Augen gesehen hat, wird ihm in Zukunft ganz angehören! Und so bitten wir alle Beth Jacob-Komitees, einen aus ihrem Kreis zu bestimmen, der sich an dieser Fahrt beteiligt, bitten wir, Freunde von Beth Jacob sich anzuschließen. Wir werden diese Fahrt dann gründlich vorbereiten; sie soll den Teilnehmern zu einem ewigen Besitz und Beth Jacob zur Rettung werden! ,,Das Gehörte gleicht nicht dem, was man mit eigenen Augen sah"! (Anmeldungen zur Teilnahme wolle man baldmöglichst an den Unterzeichneten richten!) 7. Im Zeichen von Chanukah ist dieser Bericht niedergeschrieben! Chanukahs Lichter grüßen in ihrer aufsteigenden Zahl den Weg unseres Volkes, wie leidvoll er zu Zeiten auch sein mag, mit dem Gruß der Hoffnung und Zuversicht: Es wird, es muß iheller werden! Auch Beth Jacob steht im Schein dieser Lichter: wir schöpfen Kraft „aus den Tagen, die bereits vergangen", Beth Jacobs Vergangenheit leistet Garantie für Beth Jacobs Zukunft! Garantiert, daß sie sich mit G'ttes Hilfe und unter tätiger Mitwirkung aller Freunde gestaltet und entwickelt im Zeichen ,,der wachsenden Heiligkeit", im Zeichen gesteigerter innerer und äußerer Schönheit! Wolf S. Jacobson. Wirtschaftliches aus Palästina Ein - und Ausfuhr. Im Monat August 1936 sind laut der November-Ausgabe des amtlichen Commercial Bulletin Waren im Werte von 868.616 Pfund nach Palästina eingeführt worden. . Im gleichen Monat des vorangegangenen Jahres betrug der Wert der Einfuhr 1,527.402 Pfund. In den ersten acht Monaten des Jahres, vom 1. Januar bis zum 31. August, machte der Wert des Imports 8,596.587 Pfund gegenüber 11,597.040 Pfund irii demselben Zeitraum des vorangegangenen' Jahres aus. Die Ausfuhr hatte im August einen Wert von 63.860 Pfund. Sie weist somit gegenüber dem August 1935, in dem sie 58.968 Pfund betrug, eine Steigerung auf. Vom 1.' JäfiÜkr bis t£iide August sind' aus Palästina für 2,392:732. Pfund: Waren ausgeführt worden (in demselben Zeitraum des vorangegangenen Jahres für 3,358:252 Pfund).; "; Aus dem1 vereinigten '- Britischen Königreich importierte Palästina 'im August -für 198'.641 Pfd. (im August 1935 für 294.165 Pfund) und-im Ver^ lauf der 'ersteh acht Monate 'dieses JaKres -Jfür 1,772.299 Pfund (im gleichen Zeitraum des vorangegangenen Jahres für 1,992.284 Pfund)/ Aus anderen Teilen des Britischen Reiches führte ^Palästina im August für 45.642 Pfund Waren ein' (im August 1935 für 39.962 Pfund), in den ersten acht Monaten "für -428.242 Pfund, gegenüber 422.305 Pfund in demselben Zeitraum des vorangegangenen Jahres. Insgesamt machte, der Import aus dem' Britischen Reich im August 244.283 Pfund (August 1935: 334.127 Pfund) und in den ersten acht Monaten des Jahres 2,200.541 (Januar bis August 1935: .2,414.787) Pfund, aus. , . Die kweite Stelle unter den Einfuhrländern nimmt Deutschland mit 118.707 Pfund (August- 1935: 174,71£ Pfund) :ein, Bis!I^de.(Äu^s^ wahren aus Deutsphland Güter im Werte von 1,311.973 Pfund (Januar-August: 1935:.-1,534.698 Pfund) eingeführt worden. Die Ausfuhr nach Großbritannien betrüg im August 8263 Pfund (August 1935: 3687 Pfund). Bis Ende August machte der Wert des Exports nach England 1,297.560 Pfund gegenüber 2,091.415 Pfund in demselben Zeiträum des vorangegangenen Jahres aus. Der Export in Länder des Britischen Imperiums betrug im August 13.592 Pfd. (August 1935: 10.224 Pfund), in den ersten acht Monaten des Jahres 1,343.979 Pfund (1.935 .J 2,148.588 Pfund). '' Deutschland bezog im August aus* Palästina Waren, für 1294 Pfund (August 1935: 656 Pfund) in den ersten acht Monaten des Jahres für 101.642 (1935: für. .244.719)-Pfund. Der Geldumlauf in Palästina betrug 5,464.134 Pfund, in Banknoten und 577:000 Pfund in Münzen. Verkehr und Verschiedenes. Die arabische Presse bringt Einzelheiten über den Plan, eine elektrische Straßenbahnlinie von Haifa nach Tel Awiw zu führen. Die Linie soll in der Nähe der Küste angelegt werden und die großen jüdischen Kolonien passieren, Angeblich ist die Ruthenberg-Gesellschaft schon damit beschäftigt, die Leitung zu legen. Daß die Regierung die Chaussee zwischen Tel Awiw und Petach Tikwah auf 30 Meter verbreitern läßt, wird von den arabischen Zeitungen im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der Straßenbahn gebracht. Tri der Altstadt von Jaffa sind viele Häuser durch den lang andauernden Regen" stark beschädigt worden. Die technische Abteilung der »jaffaer Stadtgemeinde hat festgestellt, daß 70 bis 80 Häuser abbruchbedürftig geworden sind. Es sollen jedoch 1 im' Zusammenhang ' damit noch weitere Häuser niedergerissen werden, "lim die Errichtung moderner Wohnhäuser nach einem neuen Bauplan zu ermöglichen. Die Stadtverwaltung erhielt zur Durchführung der Abbrucharbeiten eine Anleihe von 2000 Pfund. Laut der „Official Gazette" ist die Erlaubnis zur Herausgabe eines zweisprachig Deutsch- Hebräischen Nachrichten-Bulletins in Tel Awiw erteilt worden. Im Gegensatz zu einigen hektographierten Nachrichtenblättern, die in letzter Zeit ohne Erlaubnis erschienen sind und jetzt behördlich eingestellt wurden, soll das neue Blatt gedruckt herausgegeben werden. Auf der Weltausstellung, die 1937. in Paris stattfindet, wird Palästina mit einem eigenen Pavillon vertreten sein. Der Industriellenverband Palästinas hat mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, die noch ziemlich schwachen französischpalästinensischen Handelsbeziehungen auszubauen, die Leitung der Tel Awiwer Messe ersucht, das Arrangement der Ausstellung in Paris zu übernehmen. Die Jewish Agency hat auf Wunsch des Marine-Komitees der Handelskammer, und anderer interessierter Kreise eine Zweigstelle ihres M a r i n e - D e p a r t m e n t s in Haifa errichtet. Die Zweigstelle ist dem Büro der jüdischen Handelskammer in Haifa angegliedert und steht unter der Leitung des Sekretärs, Dr. Wydra. Die Irak Petroleum Company, die die Konzession für die Petroleumquellen von Mossul besitzt, beschloß, eine neue Röhren- 1 e i t oi n g zu errichten, die mit der bereits bestehenden Petroleumleiturig von Mossul nach dem Hafen von Haifa parallel laufen soll. Die Gesellschaft will einerseits die Menge des von den Petroleumquellen in Mossul nach dem Hafen von Haifa beförderten Petroleums verdoppeln, andererseits durch die. Errichtung einer zweiten Leitung die Sicherheit ihres Unternehmens erhöhen und etwaigen Verlusten vorbeugen. Während der Araber-Unruhen wurden bekanntlich die Röhrenleitungen an zahlreichen Stellen durch Sabotageakte unterbrochen. Die Röhrenleitung soll 2500 km lang sein. Mit einer Röhrenleitung allein ist es möglich, jährlich von Mossul nach Haifa etwa drei Millionen Tonnen Petroleum zu befördern. in die jüdische Geschichte. Propheten über die Bestimmungen der Thora hinaus ausgestaltet worden. In der J'aYTW wird berichtet, daß die Einrichtung des Erub aus der Zeit des Königs Salomo stammt. Es wird durch ihn das Trägen am Sabbat in einem Räume erlaubt, den die mit Rücksicht auf die bestehende Aehnliohkeit einem tiVTV\ fllEH (öffentliche Straße) gleichgestellt hatten, in welchem das Tragen am Sabbat von der Thora verboten ist., Auf dieses rabbanitische Verbot weist nun der Prophet Jirmija nachdrücklichst hin. ,,So, spricht der Herr: nehmt euch in acht um euer Leben, daß ihr nicht die Lasten traget am Sabbattage und sie hineinbringet in die Tore Jerusalems. Bringet auch keine Lasten aus euren Häusern am Sabbattage und verrichtet keine Werkarbeit - und heiligt den Sabbattag, so wie ich ihn euren Vätern befohlen habe." (17, 21ff.). Zunächst weist er also auf das Thoragebot des Tragens von außerhalb der Stadt in die Stadt hinein hin und sodann auf das rabbanitische Verbot des Tragens aus den Häusern in die Stadt) welches nach dem Thoragesetz nicht verboten war. (Vergl. hierzu Doroth Horischonim Ic, S. 317 ff.). Von Dr. Ph. Biberfeld. 5. Sabbat- Und Festtage. Ueböreinstimmend zeigen die Verkündungen der Propheten, daß*"Säbbat und Fe'sttage vom Volke gehalten wurden. Verurteilt und bekämpft wird auch hier nur die falsche Gesinnung, mit der es geschieht. „Eure Neumonde und eure Festtage, so kündet Jesajas (1, 14), nasse ich, sie sind mir lästig; ich bin müde, sie zu ertragen." „Wenn IhE kommt, vor meinem^ Angesicht zu. erscheinen (an den drei Wallfahrtsfesten vergl. 2. B. JVl. 23,- 17; 34, 23), wer verlangt solches von Euch, ( daß Ihr, meine'Hallen zertretet." (Jes. 1, 12). Ebenso heüjj't es bei Hosea (2, 13) in B e - zug '.auf Israel : „Beseitigen werde ich ihre Freude, ihre Feier, Neumond und Sabbat und ihren Festtag." Nach der Zerstörung des ersten Tempels klagt der Prophet Jirmija (Klagel. 1,4): „Die Wege Zions trauern, sie sind verödet von Festeswallfahrern." „G'tt hat vergessen gemacht in Zion Festtag und Sabbat" (2 ,6). „Die Feinde erhaben ihre Stimme im Heiligtum wie die Stimmen des Freudengesanges am Festtage." (2, 7 vergl. Raschi z. St.). „Du hast geladen wie zu einem Festtage meine Umwohner von rings umher/' (2,, 22). Diese Aussprüche-' veranschaulichen mit aller Deutlichkeit, in welcher Allgemeinheit und mit welcher Freude die Festtage gehalten; wurden, und wie das Volk zu ihrer Begehung zusammenströmte. Der mip, ivelcher bereits; als Tag der Volksbelehrung neben dem Nettmondstage gekennzeichnet worden ist, war schon zur Zeit der Aber auch positiv hätte die Sabbatfeier schon zur Zeit der Propheten Formen erhalten, welche weit über das eigentliche Thoragebot hiniiusgingen. Das lehren uns die Worte des Jesaja (58, 13); „Wenn. Du zurückhältst um des Sabbat willen deinen Fuß, dein Geschäft zu verrichten an meinem heiligen Tag und nennst den Sabbat eine Lust, G'tt; dem geheiligten, geehrt; wenn