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Der Israelit · 1936-12-17 · Heft 50 (17.12.1936) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 50 (17.12.1936)
Date
1936-12-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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17. Dezember 1936 Der Israelit Nr. 50 Seite 5 (damit antworte der Vizekönig anscheinend .auf eine Beschwerde, es kämen nach Palästina Juden aus verschiedenen Ländern). Es handelt - sich eher um einen Rassen.- als um einen Reli gionskampf. Das ist ein sehr wichtiger Punkt Aber es ist klar, daß der jet2ige Zustand kein richtiger ist, und die Regierung sucht eine Lösung. Darum will ich betonen, daß die unter Euch verbreitete Meinung, das Ziel des Mandats sei es, die Araber wirtschaftlich zu beeinträchtigen, den Tatsachen nicht entspricht. Ich verstehe den Willen der Araber Palästinas, ihren Bestand zu erhalten; die Palästina-Regierung sorgt ständig dafür. Es muß auf die starke Zunahme der arabischen Bevölkerung in Palästina hingewiesen werden (seit 1922 um 50 Prozent), und dies insbesondere in denjenigen Gebieten, in denen Juden wohnen. Die arabische Pflanzungswirtschaft hat sich stark entfaltet (von 59.000 auf 135.000 Dunam),. und das ist ein Beweis für einen bedeutenden wirtschaftlichen Fortschritt. Bis 1919 , hat es keine arabische Einwanderung nach Palästina gegeben, denn die wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande waren schlecht. Heute ist die Lage umgekehrt: die jüdische Einwanderung hat große Kapitalien und zahlreiche Arbeitskräfte in das Land gebracht, durch die der allgemeine wirtschaftliche Zustand des Landes verbessert wurde." Lord Willingdon unterstreicht zum Schlüsse die Verpflichtungen, die die englische Regierung gegenüber dem Völkerbund als ihrem Mandanten besitzt. Diesen Verpflichtungen zufolge muß die englische Regierung die Errichtung des Jüdischen Nationalheims erleichtern und gleichzeitig die religiösen und bürgerlichen Rechte der Araber schützen. Die Beth Jacobwährend der letzten sechs Monate. l. „Und von einem Rest der Krüge geschah den Rosengleichen Wunder"! Israel, Israels Tochter zumal, sieht das Hohelied im Bild der Rose! Auf unsere jüngste Vergangenheit und auf unsere Gegenwart bezogen, ist dieser Vers aus unserer Chanukahhymne eine Kennzeichnung jenes Vorganges, der sich seit zwei Jahrzehnten . vor unseren Augen abspielt unter dem Namen Beth Jacob! Die Zustände auf dem Gebiet der Mädchenerziehung im jüdischen Osten in den Zeiten, bevor die Arbeit von Beth Jacob einsetzte, sind allen Sachkundigen bekannt: durch Verfall und Abfall sind sie fast überall gekennzeichnet, wobei selbstverständlich ist, daß hier und dort einzelne Mädchen das alte jüdische Z'niusideal unverkürzt verwirklichten. Das war aber eben „ein Rest der Krüge"! Daß es gelungen ist, gestützt auf diesen Rest, wieder eine neue Generation von wahrhaft jüdischen Mädchen heranzubilden, das ist das Wunder von Beth Jacob — das ist die Segenstat Sara Schenirers und Leo Deutschländers! Den Namen dieser beiden Großen unseres Beth Jacobwerkes an die Spitze jeder Zusammenfassung der Leistung eines bestimmten Zeitabschnittes zu stellen, ist mehr als Pflicht d,*r Dankbarkeit: an diesen beiden Namen lesen wir den Stand unserer Bewegung ab! Vor diesen beiden Namen hat das Werk von Beth Jacob zu allen Zeiten zu bestehen! In dem ersten Bericht, der nach dem Tod Leo Deutschländers von uns veröffentlicht wurde, haben wir darauf hingewiesen, daß die zentralen Lehrinstitute die Kraftquellen des Werkes sind! An ihnen wird trotz mancher Schwierigkeit der örtlichen und personellen Verhältnisse überall emsig und unermüdlich gearbeitet. Es seien einige Ziffern gebracht: in Krakau wurden zu diesem Semester (das am 15. Oktober begann) zu den 35 alten Hörerinnen etwa 60 neue Schülerinnen aufgenommen, Die starke Belegung unserer dortigen Anstalt beweist, daß die polnische Judenheit, nach wie vor, in dem Beruf der Beth Jacoblehrerin einen hohen und edlen erblickt, dem die Tochter zuzuführen das Sehnsuchtsziel zahlreicher Eltern ist. Die pädagogische Leitung liegt unverändert in den Händen von Direktor Orlean; das Dozentenköllegium ist das altbewährte, seine Mitglieder wurden noch von unseren dahingegangenen Freunden ausgewählt. Mehr noch als unsere anderen zentralen Lehrstätten leidet die Krakauer unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten, teilweise als eine Rückwirkuig der besonders schweren Wirtschaftslage, teils noch als eine Folge des Seminarbaues, bei dessen Durchführung die Kräfte vielleicht über Ge- . bühr angestrengt wurden. Es muß an dieser Stelle den Herren Senator M. Deuts eher-Krakau und K. Pappenheim-Wien, vor allem aber Frau Betty Wreschner-Krakau, besonderer Dank gesagt werden für ihre unermüdlichen Bemühungen, die Finanzlage in Krakau zu ordnen. An der Wiener Anstalt bestehen z. Zt. drei Lehrgänge; am oberen nehmen 7, am mittleren 7 und am unteren 14 Schülerinnen teil. Die Anstalt steht unter der Leitung von Rabbiner Dr. Pollak; der Lehrkörper besteht außer dem Direktor aus 6 Dozenten, darunter Frau Dr. Deutschländer. Der alte Lehrplan der Beth Jacoblehrerinnenbildungsanstalten wurde um einige profane Fächer erweitert, außerdem auf die körperliche Ausbildung der Schülerinnen größerer Wert gelegt. An der Czernowitzer Anstalt, unter Leitung der Damen Groß, Hamburger und Lange, wird in zwei Kursen unterrichtet. Der Oberkurs wird jetzt von 19 Mädchen besucht, der neu eingerichtete Unterkurs von 18 Mädchen. Von diesen sind 25 im Internat untergebracht, während die 12 Externen auch unter ständiger Beaufsichtigung der Leitung sind. In Bratislava wurde vor wenigen Wochen eine Beth Jacob-t^rtbildungsschule errichtet. Sie steht unter der Leitung unserer altbewährten Dozentin Frl. Eva Landsberg. Dies, owie die Tatsache, daß der Bratislavaer Oberrabbiner dieser Anstalt seine besondere Aufmerksamkeit zuwendet, rechtfertigt die Erwartung, daß diese Neugründung, weit über Bratislava hinaus, auf die slovakische Beth Jacobarbeit entscheidenden Einfluß haben wird. Die Eröffnung der ersten Beth Jacob-Schule in New York mit angeschlossener Lehrerinnenausbildungsstätte bedeutet hoffentlich einen neuen Abschnitt in der Geschichte von Beth Jacob! Durch diese Gründung, heute nur ein Anfang, eine Hoffnung, kann das große Rettungswerk an den tausenden und abertausenden jüdischer Mädchen begonnen werden, die in diesem gewaltigen Judenzentrum leben, in der -geistigen Haltung der weiblichen Jugend Polens — bevor Sara Schenirer aufstand! Zur geistigen Leiterin dieser Arbeit wurde Frl. Chawa Weinberg bestimmt, eine der begabtesten Schülerinnen Sara Schenirers, eine der aufnahmefähigsten Hörerinnen Leo Deutschländers. Der Wunsch, in Erez Jisroel eine zentrale Ausbildungsstätte zu errichten, konnte auch in dieser Berichtsperiode noch nicht verwirklicht werden, obgleich die Notwendigkeit einer solchen Gründung von allen Sachkundigen anerkannt wird. Rabbiner Dr. Jung, New York, in der Stunde der Gefahr an." Weitere Deutung; Der Knabe ist verweichlicht und das Wandern nicht gewöhnt, wie leicht könnte ihm auf der Reise irgendein Unfall zustoßen. * * * Kap. 45. V. 1. n-ip'i vb» a'32un bsb paxnrr? cjoi» bo-> sbi •vns epi' sninna ins »'» iös? t6i ">bya w>& bo wxin „Nicht länger konnte Josef aller der um ihn Stehenden halber an sich halten. Er rief: Lasset jedermann von mir weg und hinausgehen! Und es blieb keiner "bei ihm, als Josef «ich seinen Brüdern zu erkennen gab." Jehudas Rede hatte ihren Eindruck auf die zahlreichen im Saale Anwesenden nicht verfehlt. Von der Schilderung der tragischen Verhälfnisise aufs tiefste ergriffen, treten 'die Zuhörer an den strengen Gebieter mit der Bitte heran, dem Knaben die Freiheit zu schenken. Das Eintreten selbst Fremder zwingt nun Josef, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. „Nicht länger konnte Josef aller der um ihn Stehenden halber an sich halten." Wifn Er rief seinen Dienern zu: Lasset jedermann von mir weg und hinausgehen! * * * Kap. 45. V. 11. ]a ajn o->w vnn nsr >3 av irw 'nVs^i •*\b i»k ^ai "]n->3i nns »nn „Ich will dich dort versorgen, denn noch kommen fünf Jahre Hungersnot, du könntest sonst und dein Haus und alles Deinige verarmen." Onkelos und Ras'chi geben die Worte enin }S mit „du könntest sonst verarmen" wieder. So heißt es in Mischle 30, 8—9: 'naan smx ]sn ]nn ipr-i- „Armut und Reichtum gib mir nicht ... ich könnte arm ^werden und stehlen." Während Josef sich seinen Brüdern gegenüber mit den Worten D'p^R ^rfrp ">no^ '3 Bi'Jüii „denn zur Lebenserhaltung hat G'tt mich vor euch ^geschickt" (V. 5) als ihr Lebensretter bezeichnet, weist er seinen Vater in rücksichtsvoller Weise nur auf die Gefahr des Verarmens hin. Nach der Ansicht des Ewen Esra, der analog dem I3ia 1338 wiisi (Bamidbar 14, 12), die Worte nin ]3 im Sinne von „du könntest sonst vernichtet werden" auffaßt, steht unser Satz ohne weiteres im, Einklang mit Vers 5. Vielleicht darf man annehmen, daß Ewen Esra im Hinblick auf diesen Vers sich veranlaßt sieht, «nin ]n im Gegensatz zu Mischle 30, 9 nicht mit ,,du könntest sonst verarmen" wiedergibt.1) * * * Kap. 45. V. 16. *]0"p Tin na ~\mb runs;r>a y»w ^pm may »j>yai nsnö rpya ats"! „Die Nachricht war aber in Pharaos Haus gedrungen: Josefs Brüder sind gekommen! Und es gefiel dies Pharao und seinen Dienern." Pharao, dem Josefs Abstammung unbekannt und der Meinung war, einen Sklaven zum Vizekönig über Aegypten eingesetzt zu haben, ist über die Ankunft der ehrbaren Brüder Josefs hocherfreut. * * * Kap. 45. V. 19. Dnxn pm aib inp itpy;ikt nmx nriKi •antm DS'as riK oriK^n do'pjVi dsöüV niVav „Du aber hast den Befehl: Dies tut! Nehmt euch vom ') Damit dürfte folgender von dem Verfasser des Kommentars „Awi Eser" gegen Ewen Esra erhobener Einwand gegenstandslos geworden sein: toibt sn'si D«mn rnapya isVn sbv n"asnn by djh ain bs nnvi •'in »118 "p T"0^ ,^wn Nin N*1i?a PDJi™ Lande Aegypten Wagen für eure Kinder und für eure Frauen, und nehmet euren Vater auf und kommet." Pharao hatte von seinem Vizekönig keine allzu schlechte Meinung. Von einer Erlaubnis, seinen Brüdern Wagen zu geben, hätte dieser keinen Gebrauch gemacht. Daher sieht sich Pharao genötigt, Josef den ausdrücklichen Befehl zu erteilen. „Du aber hast den Befehl." Teile deinen Brüdern mit: Dies tuet! % * Kap. 46. V. 1. nam yaw msa aa-n ic?r bot ^kibt ycri ■PTW V38 ">p"->8*> D">TOT „Da brach Jisrael auf und alles Seine; er kam nach Beer Schewa und opferte Mahlopfer dem G'tte seines Vaters Jizchak." Weshalb heißt es hier „dem G'tte seines Vaters Jizchak"? In Beer Schewa, wo G'tt seinem Vater Jizchak erschienen und dieser ein Altar errichtet, opfert Jaakow Mahlopfer (siehe Raschbam).2) Weitere Deutung: Nicht ohne Zagen tritt Jaakow die Reise an. Hatte ja auch sein Vater, als das Land Kenaan von Hungersnot heimgesucht wurde, beabsichtigt, nach Aegypten zu wandern. Auf dem Wege dorthin jedoch war ihm G'tt erschienen und hatte zu ihm gesprochen: „Gehe nicht nach Aegypten hinab" (26, 2). Jaakow ist daher im Zweifel, ob seine Uebersiedlung nach Aegypten dem Willen G'ttes entspricht. In dem an der Grenze des Landes Kenaan gelegenen Beer Schewa bringt er Opfer dar und hofft, daß sich G'tt ihm hier offenbare. '-') Siehe auch die Ausführungen von bMxt *i"in« Rabbiner Dr. Salomon Breuer in ioim nnan. Erster Teil Seite 94.

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