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Der Israelit · 1936-12-17 · Heft 50 (17.12.1936) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 50 (17.12.1936)
Date
1936-12-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 50 Der 1 s r a e 1 i t 17.. Dezember 1936 Die Thora uns und den kommenden Geschlechtern zu erhalten, ist die unabweisbare Pflicht eines jeden Juden! Kannst Du nicht selbst durch „Lernen und Lehren" diese Pflicht erfüllen, so verhelfe wenigstens anderen dazu. Stütze und fördere den KEREN-HATORAH! Keren H atorah, Harn bürg, Heinrich Barth straße 2 l,Postscheck korito: Hamburg 24753 war — auf Fürstengunst stützt, seine natürliche Grenze findet, wenn das jüdische Geschick von einer Idee bestimmt wird, die die Volksmassen ergriffen hat. Damals ging die Idee von der Kirche aus und hieß Inquisition. An dieser Macht, die Besitz von Land und Volk und Krone in Spanien nahm, zerbrach auch das Stadlonuth eines Don Izchak Abarbanel. Für uns ist aber Don Jizchak mehr als Wohltäter einer Zeit. Er ist uns Lehrer und Führer aller Zeiten. Er hat uns einen Kommentar zu fast allen Teilen der Schrift geschenkt und in geläuterten, konzentrierten philosophischen Schriften ein Lehrgebäude Maimunscher Richtung; wenn er auch in einigem, so in der Formulierung der Glaubensartikel, von Maimonides abrü kt •und anstelle des dreizehnmaligen ,,lch glaube", das „Ich befolge" für alle 613 Ge- und Verbote setzen möchte. Daß all diese Dinge auf den Banketts in Lissabon in einer Weise erfaßt werden, daß das Abarbanel'sche Geistesgut bereichert wird, vermögen wir, nach den Erfahrungen in Kordova vor zwei Jahren, nicht zu hoffen. Daß aber im heutigen Portugal und »im heutigen Lissabon an die Ehrung und die Huldigung eines großen Juden gedacht werden kann, wollen wir mit Genugtuung, — mit Genugtuung nicht zuletzt auch mit Hinblick auf die Entwicklung in Spanien — verzeichnen Untersuchung und Terror. Die Zeitschrift ,,Great Britain and the Easf nimmt in zwei Bemerkungen zu dem bisherigen Verlauf der Untersuchung, die die Kgl. Kommission in Palästina führt, und zu den jüngsten Zwischenfällen Stellung, durch die Ruhe und Ordnung im Lande erneut gestört wurden. Sie schreibt u. a.: ,,Die Kgl. Kommission in Palästina setzt ihre Arbeit ruhig und gewissenhaft fort. Die Gründlichkeit und Unparteilichkeit, mit der ihre Mitglieder ihre Untersuchungen durchführen, machen Eindruck, auch wenn man sie von solchen Männern zuversichtlich erwartet hat. Offensichtlich sind sie fest entschlossen, den Dingen auf den Grund zu gehen und von dem Bewußtsein dieser Absicht sind alle Palästinenser durchdrungen. In den Aussagen gibt es wenig Neues für denjenigen, der palästinensische Angelegenheiten studiert. Die vielleicht dramatischste Episode war diejenige, in der der Sprecher der Jewish Agency erklärte, die Juden seien außerstande, mitderMandatarmachtinderFrage illegaler jüdischer Einwanderung zusammenzuarbeiten. Diese Unmöglichkeit schien die Kgl. Kommission zu überraschen — eine Tatsache, die an sich ein Zeichen dafür war, daß die Kommission, wie . die Regierung dies angekündigt hatte, mit freiem Kopf (fresh minds) nach Palästina kommen würde. Die bisherige Weigerung der palästinensischen Araber, vor der Kommission auszusagen, ist von vielen Arabern außerhalb Palästinas tief bedauert worden. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß Lord Peel und seine Kollegen über die Sache der Araber nicht umfassend Kenntnis erhalten werden. Einen störenden Faktor bildet aber der Ausbruch erneuter Unruhen in Palästina. Wenn auch diese Unruhen in geringerem Umfange aufleben, so werden sie doch einen unglücklichen Eindruck schaffen. Je eher die arabische öffentliche Meinung auf gewissenhafter Einhaltung des Waffenstillstandes bestehen wird, um so besser wird es für ihre Sache sein. Je länger diese sporadischen Unruhen fortdauern, aus welch unverantwortlicher Quelle sie immer entspringen mögen, um so schlimmer für diese Sache." In diesem Zusammenhang muß auch die. Meldung der ITA. wiedergegeben werden, daß das Oberste Arabische Komitee alle in der Presse aufgetauchten Nachrichten, wonach die Araber den Boykott gegenüber der Untersuchungskommission aufgeben und den Verhandlungsweg betreten wollten, mit aller Entschiedenheit dementiert. Die arabischen Führer wie die hinter ihnen stehende arabische Bevölkerung nehmen nach wie vor die Anwesenheit der Kommission und ihre Untersuchungsarbeit nicht zur Kenntnis. Wir wollen nicht die legitimen Führer des arabischen Volkes direkt für die kleinen Zwischenfälle, die zur Zeit den Burgfrieden in Palästina stören, verantwortlich machen. Sie werden wohl zu ihrem Worte beim Abbruch des Streikes stehen. Es ist aber leider nicht zu leugnen, daß die durch ein halbes Jahr Streikunruhen geschaffene Atmosphäre in den unteren Volksschichten durch das Verhalten der Führer gegen die Königl. Kommission nicht gerade entgiftet wird, und darum wäre nur zu wünschen, daß die Herren den wohlmeinenden Rat der angeführten, ihnen und ihrer Sache stets gewogenen englischen Presse nicht unbeachtet lassen. Eine Antwort an Indien. Aus 'dem Wortlaute .der Antwort des Vizekönigs von Indien, Lord W i 11 i n g d o nauf eine Denkschrift der indischen Mohammedaner zugunsten der Palästinaaraber sind einige Stellen von grundsätzlicher Bedeutung hervorzuheben. Lord Willingdon geht in seiner Antwort davon aus, daß die Regierung für die unter den Mohammedanern herrschenden Stimmungen Verständnis und Interesse habe. Im Anschluß daran aber weist der Vizekönig die in dem Memorandum enthaltenen Behauptungen und Forderungen als unbegründet zurück. Vor allem, so schreibt er, ist die Behauptung nicht richtig, daß die Regierung die Araber ihres Bodens beraube. Die Regierung hat im Gegenteil ein Gesetz erlassen, durch das die Landwirte und ihr Bodenbesitz geschützt werden. Wohl kommt es in einzelnen Fällen, wie auch sonst überall in der Welt vor, daß eine gewisse Zahl von Bauern den Boden verläßt; entweder weil sie Reichtümern nachjagen wollen oder aus wirtschaftlicher Not oder aus anderen Gründen. D;is ist aber keine allgemeine Erscheinung. Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Araber zum Teil sogar gegen die eingeführten Beschränkungen des freien Bodenverkaufs protestiert haben. Der Vizekönig geht in seinem Schreiben sodann auf die Bedeutung der Balfottr-Deklaration ein. „Ich stimme Euch darin zu," so schreibt er, „daß die Balfour-Deklaration durch Ereignisse der Kriegszeit veranlaßt worden ist. Ihr werdet andererseits aber mir darin zustimmen müssen, daß in der Balfour-Deklaration keinerlei Begrenzung enthalten ist in Bezug auf die Staatsangehörigkeit der Juden und ihr Herkunftsland: das Recht, ein Nationalheim in Palästina zu errichten, ist den Juden, wo immer sie leben, gegeben worden Schriftdeutungen zum Wochenabschnitt. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 42. V. 9. "tok'i ar\b obn -\vk mia^nn m c\qv wi •D/1XJ psn nnr an nunV anx o'^ana awbx „Da erinnerte sich Josef der Träume, die er von ihnen geträumt hatte, und sprach zu ihnen: Kundschafter seid ihr! Die Blöße des Landes zu sehen seid ihr gekommen!" Es müssen Tatsachen sich ereignet haben, die Josef als Vorwand für seine Anschuldigungen dienen konnten. In Anlehnung an den Satz Ersnn -pna -)2&b u?tnEr> ^a iKa'i;,Die Söhne Jisraels kamen, um Getreide zu kaufen, unter den Kommenden" (42, ,5) bemerken die Weisen, daß jeder der Söhne Jisraels durch ein besonderes Tor in die Stadt kam. Mithin erscheinen die Verdächtigungen Josefs nicht unberechtigt. Weitere Deutung: Auf die von dem Herrscher Aegyptens an die Söhne Jaakows gerichtete Frage „Woher kommt ihr?" hätte die präzise Erwiderung ]vn p*» „aus dem Lande Kanaan" genügt. Die Hinzufügung H>3K "laffV „um Nahrung zu kaufen" (V. 7) ist überflüssig, da Josef die Fremden zur Angabe des Zweckes ihrer Reise gar nicht aufgefordert hatte, Josef sieht in dem unnötig«« Zusatz einen Anhaltspunkt, um seinen Brüdern ein anderes ReLsemotiv zu unterschieben. „Kundschafter seid ihr! Um die Blöße des Landes zu sehen, seid ihr gekommen!" Kap. 42. V. 22. caa^s vnnK si^n -\nsb ans pim isn •*i^a rnvnn bx -int6 „Da entgegnete ihnen Reuwen: Habe ich euch nicht gesagt: versündigt euch nicht an dem Kinde." Wie könnt ihr nur den Träumen und Reden eines K i nd e s irgendwelche Bedeutung beimessen! Kap. 43. V. 14. vbvr\ wsn ">&b D'nm ndb ]n> -nw bp-\ •■»nVae? ->nbov nzn« 'ixi fwas risi -in« odttk n« aob „Und G'tt, der Allmächtige, gebe euch Erbarmen vor dem Manne, daß er euch euren anderen Bruder ziehen läßt und Binjamin! Und ich, wenn ich denn der Kinder beraubt bin, so bin ich der Kinder beraubt." Unle- "in« aa'riN dürfte Schimeon zu verstehen sein, den Jaakow angesichts der von ihm an den Bewohnern vor Schechem begangenen Missetaten nicht m;t seinem Namen bezeichnet. Schimeon ist „euer anderer Bruder", er ist anders geartet. Die Weisen sehen jedoch in dieser Redewendung zugleich einen Hinweis auf Josef. Jaakow, der nie die Hoffnung vollkommen aufgegeben hatte, seinen Li'eblingssohn wiederzusehen, fleht zu G'tt, Er möge ihm auch diesen Sohn wiederschicken. Kap. 43. V. 23. 'pbm a^pb*. is-ivi b» nsb di5>ip "ibr'i •pvnv fiK nrrl»« ksi»i »Vk tta üssos wnnnnKa {usbö asb \m'oD^s „Er erwiderte: Friede mit euch, fürchtet euch nicht! Euer G'tt und der G'tt eures Vaters hat euch einen Schatz in eure Säcke gelegt, euer Geld ist mir zugekommen; er führte Schimeon zu ihnen heraus." Dieser Ausspruch aus dem Munde von Josefs Hausverwalter ist befremdend. Dieser wollte wohl damit sagen, es sei ja weithin bekannt, daß Wundertaten im Hause eures Vaters kein außergewöhnliches Ereignis darstellen! * * * Kap. 43. V. 33. irrvyxa T»xm m-aaa -oan v&b iap'v -injn bx b->vixt\ mairi „Sie saßen vor ihm, der Aeheste nach seinem Alter, und der Jüngere nach seiner Jugend, da blickten die Männer staunend einer auf den andern." Nach der üblichen Auffassung forderte man die Gäste auf, ihrem Alter entsprechend .die Plätze einzunehmen; man,i darüber waren die Männer erstaunt. Aus der Form wn geht jedoch nicht hervor, daß den Brüdern eine bestimmte Tischordnung angewiesen wurde. Der Sinn unseres Verses könnte mithin sein: Aus eigenem Antrieb setzten sie sich gemäß der Reihenfolge ihres Alters, innm würde sich dann auf das im vorhergehenden Vers Erwähnte beziehen. Den Brüdern erscheinen die drei gesonderten Tafeln befremdend. Es fällt ihnen auf, daß Josef nicht mit den Aegyptem ißt. Nach dieser Auslegung ist jedoch der Vordersatz invyxa -pyxm imaaa -oan vxb nawi völlig überflüssig. Kap. 44. V. 29. nmum po» impi 'ja oy» m m aj ümpbr •nbrnv ny-o Ttyv m „Nehmet ihr nun auch diesem von mir weg und es trifft ihn «in Unfall, so bringet ihr mein greises Haupt in Unglück zu Grabe." Zur Erläuterung der Worte po» bemerkt Raschi: „denn der Ankläger klagt

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