Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 50 (17.12.1936)
- Date
- 1936-12-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 50 .'r^*^?^^^?!^*^ Der Israelit ' 17. Dezember 1936 waren 34 Fleiscbhändler, 32 Schlachter und 49 Restaurant- und Delikatessengeschäftsinhaber. Von den Angeklagten sind 35 befreit worden von der Anklage, 46 sind verurteilt worden, 31 sind noch nicht prozessiert und restliche 3 Anklagen sind an Gerichte anderer Staaten überwiesen worden. Drei Wurstfabriken sind verurteilt worden zur Schließung ihrer Fabrik wegen Verletzung der Kaschruthgesetze. In jüngster Zeit ist ein neues Gesetz angenommen worden, das den Geschäften und Restaurants, die trefo Fleisch verkaufen, verbietet, auf ihren Fenstejn irgendwelche Buchstaben in hebräischen Lettern zu führen. Das Gesetz bekämpft die Taktik solcher Geschäfte und Restaurants, die trefa Fleisch verkaufen, und auf ihren Fenstern die Worte „Frisches Fleisch" in hebräischen Lettern aufschrieben, um den Eindruck zu erwecken, daß ihre Geschäfte koscher Fleisch verkaufen. Die Staatsregierung unterstützt die'Arbeit zur Aufrechterhaltung und Ausbreitung des Kaschruthsi indem sie dem Kaschruthboard die Erlaubnis gab, daß neben jedem Staatssiegel auch das Kaschruthsiegel des Kaschruthboard gesetzt werden darf. Zum Schluß forderte Staatssekretär Ringler die Öffentlichkeit durch die Presse auf, den Kaschruthboard zu unterstützen und alle Klagen über Kaschruthgesetzübertretungen direkt an das Staatsdepartement gelangen zu lassen, mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß das Staatsdepartement die Namen der Ankläger vertraulich behandeln wird. „Guter Wille" ist Wille zum Guten, sagt der Bischof von Willesden. London, 1. Dezember. Bei einer in dem Londoner Stadtteil C r i c klewood veranstalteten Kundgebung sprach als Hauptredner der Bischof von Willesden. „Ich habe," so führte der Bischof aus, „der Einladung, an dieser Veranstaltung heute Abend teilzunehmen, in dem Wunsche Folge geleistet, mein Mitgefühl mit den Juden zum Ausdruck zu bringen. Meine Anwesenheit hier steht nicht im Zusammenhang mit den politischen Ansichten irgendjemandes oder irgendeiner Körperschaft. Die Engländer sind Freunde der Freiheit, und ich hoffe, daß dies immer so bleiben wird. Und unser Land hat sich in der Geschichte oft als Zufluchtsstätte derjenigen erwiesen, die die Heimat verlassen mußten." „Wenn es gute nachbarliche Beziehungen geben soll," fuhr der Bischof fort, „dann muß unter uns allen Edelmut und Vertrauen herrschen. Ich habe im Londoner East End auch als Laie gelebt und die bestehenden Schwierigkeiten sind mir bekannt. Aber es sind dies Schwierigkeiten, die wir im Geiste der Freundschaft und guten Nachbarschaft zu überwinden haben; sind wir von diesem Geist beseelt, so wird daraus wahres Glück, Frieden und Kraft für unser geliebtes Land kommen." Der Bischof wies auf die Entschließung der Londoner Diözesan-Konferenz hin, in der betont wird, daß Juden und Christen Kinder G'ttes sind, und in der Angriffe auf Juden zu politischen Zwecken verurteilt werden. Er schloß: „Wir alle vereinigen uns in dem Gebet, daß Frieden und guter Wille — und das bedeutet Wille zum Guten — jedem von uns gegeben sein möge, welchen Glaubens er sei und aus welchem Lande er stamme." 500 Zertifikate für Polen aus der neuen Schedule- Warschau, 10. Dezember. Das Zentrale Palästina-Amt in Warschau ist von der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem telegraphisch verständigt worden, daß aus der neuen Sohedule 590 Zertifikate auf Polen entfallen. Hiervon sind 385 Zertifikate für Chaluzim, 55 für Handwerker und 150 für Facharbeiter bestimmt, die von Industriellen in Palästina angefordert werden. Diese 150 Zertifikate werden nicht durch das Warschauer Palästina-Amt, sondern direkt durch die Exekutive der Jewish Agency in Palästina auf Grund der ihr übergebenen Anträge verteilt, und erst dann, auf bestimmte Namen ausgestellt, an das Warschauer Palästina-Amt gesandt. Im Gegensatz zu der Verteilung der früheren Schedulen sind diesmal Angehörige von Palästina-Einwohnern und in der zionistischen Arbeit aktiv tätige Personen nicht berücksichtigt worden. Die Verteilung der Zertifikate auf Verheiratete, ledige Männer und Mädchen wird später bekannt gegeben werden. Im Hinblick darauf, daß Zehntausende in Polen auf Zertifikate warten, wird die Zuteilung einer so geringen Zahl von Zertifikaten in weiten Kreisen der jüdischen Bevölkerung als schwerer Schlag empfunden. Insbesondere die Angehörigen bereits Ausgewanderter, die seit Monaten vergeblich auf Zertifikate warten, sind schwer betroffen. Kantonisierung Palästinas von der Königlichen Kommission abgelehnt. P r a g , 13. Dezember. Dem Tschechoslovakischen Pressebüro wird aus Tel Awiw berichtet: Die Kgl, Kommission, die gegenwärtig in Palästina die Ursachen der im laufenden Jahre stattgefundenen Unruhen untersucht, hat den Vorschlag auf Schaffung arabischer und jüdischer Kantons definitiv abgelehnt. Eine gründliche Prüfung des Antrages ergab, daß die Kantonisierung Palästinas sowohl in administrativer als auch in wirtschaftlicher Beziehung undurchführbar ist. Der Emir Abdulla von Transjordanien unterbreitete der Kommisison einen neuen Vorschlag betreffend die Regelung der palästinensischen Fragen. Der Inhalt dieses Antrages, der angeblich die Araber voll befriedigen soll, wird geheim gehalten. Ruhe im Irak. London, 8. Dezember, Der englische Außenminister Anthony Eden gab in der Unterhaussitzung vom 8. Dezember in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Colonel Josiah Wedgewood beruhigende Erklärungen über die Lage der Juden im Irak ab. Außenminister Eden sagt,e: „Wie dem Hause bekannt ist, liat die Irakregierung die formelle Erklärung abgegeben, daß es ihre Absicht sei, Wohlergehen und Schutz aller Minderheiten im Irak zu sichern; nach den litiö^ationgu, ftie ich erhalten habe, wird diese Erklärung in*, vollem Umfang verwirklicht." Naah einem in Jerusalem eingetroffenen Bericht aus zuverlässiger Quelle sind 500/Arab,er aus dem Irak in Transjordanien eingetroffen, um Banden zu organisieren, die gegen die englischen Truppen in Palästina kämpfen sollen. Zu geeigneter Zeit sollen diese Banden nach Palästiaa eingeschmuggelt werden.. In dem Bericht heißt es weiter, daß die jetzt in Palästina tätigen Banden die Kadres für die künftigen großen Banden darstellen, die unter dem Kommando von Fauzi Bey el Kaukadji stehen sollen, der auch die Operationen der arabischen Terroristen in den letzten Unruhen geleitet hat. Es soll auf diese Weise versucht werden, eine bewaffnete Erhebung gegen die englische Herrschaft in Palästina, zu organisieren. Der argentinische Außenminister über Grundsätze der Einwanderungspolitik. Buenos Aires, 10. Dezember. Auf der Friedenskonferenz der Länder des; amerikanischen Kontinents hielt der argentinische Außenminister, Lamas, eine g»roße Rede,, in der er sich auch mit dem Einwanderungsproblem befaßte. Der Minister erklärte, es sei notwendig, daß eine gewisse Zahl von Einwanderern in den südamerikanischen Ländern zugelassen werde, doch müßten die Einwanderer ein gewisses kulturelles Niveau besitzen und keine Analphabeten sein, auch dürfe es sich nicht um Menschen handeln, die mit destruktiven Ideen infiziert sind. Der Exkönig von England Gast der Rothscliild's. Wien, 14. Dezember, Der frühere englische König, Prinz Eduard,. Herzog von Windsor, ist am Sonntag in Wien eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhof von dem Wiener Britischen Gesandten und von Baron Eugen Rothschild, dem 'Chef des Pariser Hauses Rothschild, begrüßt. Der frühere König wird sich als Gast des Barons auf dessen Schloß Enzesfeld an der Triesting aufhalten. In Wien wird sich Prinz Eduard wieder der Behandlung durch den berühmten^ Ohrenspezialisten Prof. N e u m a n n unterziehen. Als der frühere König vor dem Bahnhof das Auto Baron Rothschilds bestieg, wurde er von einer mehrtausendköpfigen Menge mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Die Zentrale für thoratreuen Chinuch in Erez Jisroel. . J ie r u s a lern, 9. Dez. Ein plakatierter Aufruf des Mertas Chinuch Hatorah in Erez Jisroel, der durch seine Abs fassung und Aufmachung sehr ins Auge fällt, und die gesamte gesetzestreue Judenheit Palästinas auffordert, am Werke der jüdischen Erziehung mitzuarbeiten, trägt an erster Stelle die Unterschriften der Rabbi5 ner Reuben Katz, Petach Tikwah; Iser Salman Melzer und Zwi Pessach Frank, Jerusalem; M. A, Anuel und Benzion M. Usiel, Oberrabbiner von Te! Awiw; Baruch Markus, Oberrabbiner von Haifa uric! Josef Zwi Halevi, Rabbiner in Tel Awiw. Diesen Namen schließen sich noch 140 in Erez Jisroel wirkende oder lebende Rabbiner an. Der Gerer Rebbs wie Oberrabbiner D us c h insk i empfehlen schließ lieh das Werk mit warmen Nachschriften, P r&k t i s ' c ltje! G es ehervk e .S^'E.l^illBf;^'^'^ m-jg««^^,«»^^.