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Der Israelit · 1936-12-17 · Heft 50 (17.12.1936) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 50 (17.12.1936)
Date
1936-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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i/ Der Israelit Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mainz Frankfurt a. M. 17. Dezember 1936 3. Tebet 5697 Nummer 50 Joint erhöht die Quote für 1937. New York, 14. Dezember. Führer des Joint Distribution Co nimittee haben im Hotel Astor in New York -eine Besprechung abgehalten, bei der beschlossen wurde, die Quote für 1937 wesentlich zu er- Tiöhen. Die genaue Höhe der neuen Quote soll von der Exekutive festgesetzt werden. Die Versammlung faßte weiter eine Resolution, in der •den christlichen Persönlichkeiten, die gegen judenfeindliche Angriffe Stellung genommen halben, der Dank ausgesprochen wird. Der stellvertretende Vorsitzende des Joint Distribution Cömmittee, Staatsgouverneur Herbert H. Lehman, gab eine Uebersicht über die Arbeit des Joint seit dem Kriege und erklärte, daß die gegenwärtigen Aufgaben die höchsten Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Freigebigkeit stellen. Der Ehrenvorsitzende des Joint, Felix M. "W ar bürg, erklärte, Tausende seien von Vernichtung bedroht, wenn die Hilfeleistung durch den Joint nicht fortgesetzt werde. Die amerikanische Judenheit habe zwar großzügig gegeben, doch sei dies angesichts der gegenwärtigen Bedürfnisse nicht genug. Zum Schluß hob Warburg mit Anerkennung die Rolle der Familie Rockefeiler bei der Unterbringung aus Deutschland ausgewanderter Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten hervor. Aus dem der Konferenz vorgelegten Bericht war zu ersehen, daß für die Aktion, durch die der Joint 3,500.000 Dollar aufbringen will, bereits 2,679.557 Dollar gezeichnet wurden. Einschließlich aller Betriebsspesen in Amerika und im Ausland wurden Vom Joint Distribution Committee in diesem Jahre 1,900.000 Dollar ausgegeben. Auf der Konferenz sprachen noch Rabbi Jonah B. Wise, der Vorsitzende des Joint, Paul Baerwald, der Exekutive-Direktor, Joseph C, Hyman, und der Direktor des Agro-Joint, Dr. Joseph A. Rosen. Die Araber boykottieren die Untersuchungskommission weiter. Jerusalem, 11. Dezember. Das Oberste Arabische Komitee dementiert die in der Presse erschienenen Nachrichten, wonach das Komitee beschlossen haben soll, den seinerzeit ausgesprochenen Boykott der Kgl. Kommission aufzuheben, (ITA.). Neue Staatsgesetze für Kaschruth in Amerika. N e w York, 3. Dezember, Das Staatsdepartement für Agricultur im Staate New York hat einen Speziellen Kaschruth-Board, angeschlossen an das Staatsdepartement, gegründet, um heue verschärfte Gesetze für Uebertretung der Kaschruthgesetze vorzubereiten. Dem Kascaruth-Board ist ferner die Oberaufsicht über die Durchführung der Kaschruthgesetze übertragen worden. Zum Vorsitzenden des Board hat das Staatsdepartement den bekannten New Yorker Rabbiner Dr. Leo Jung berufen. Bei Gelegenheit der Bildung des Board und der Berufung von Rabbiner Dr. Jung durch das Staatsdepartement hat der Staatssekretär Georg R i n g 1 e r die gesamte jüdische und nichtjüdische Presse empfangen und über die bisherige Arbeit des Staatsdepartements für die Durchführung der Kaschruthgesetze und über die zukünftige Arbeit einen Bericht abgegeben. Nach seinem Bericht sind seit Erlaß der Kaschruthgesetze im April ds. Js. 115 Personen wegen Verletzung der Kaschruthgesetze angeklagt worden, von ihnen (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt : Ruhe in Irak.............Seite 2 Der englische Exkönig Gast der Rothschilds in Wien . Seite 2 Zum 500 jährigen Jubiläum von Abarbanel Seite 3 Untersuchung und Terror......Seite 4 Eine Antwort an Jndien.......Seite 4 Die Beth Jacob-Arbeit. Von Wolf S. Jacobsohn......Seite 5 Wirtschaftliches aus Palästina ... Seite 7 Einführung in die jüdische Geschichte. Von Dr. Ph. Biberfeld.....Seite 7 Berichte aus Polen.........Seite 12 Die Untersuchungskommission bei der Arbeit.........Seite 13 Palästina-Berichte......Seite 13 u. 14 Die Königliche Untersuchungskonimission in Palästina und was wir von ihr zu erwarten haben Mit Hinblick auf die bevorstehende Vernehmung der Vertreter der palästinensischen Agudas Jisroel vor der Königl. Untersuchungskommission geben wir hier die interessanten Ausführungen von Rabbi Mosche Blau im „Kol Israel" im Auszuge wieder. Die Periode des Blutvergießens ist in Palästina abgeschlossen und wird nun von einer Aera der Anklagen und der politischen Intrigen gegen Israels Recht auf das Land, seiner Väter abgelöst. Man muß leider sagen, daß die Mission der Untersuohungskommission aus dem Blutvergießen heraus geboren ist, sie kann schon« beinahe als erste Prämie für die Urheber der Terrorakte angesprochen werden. So müssen wir uns eingestehen, daß wir fürs erste nicht viel von der Kommission zu erwarten haben. Schon aus dem Grunde, weil sie eine direkte Folge der Unruhen ist und von vornherein als eine Konzession an die Gegner des Mandates anmutet; und zum zweiten, weil fremde Menschen, die die Tragödie des jüdischen Volkes nicht kennen, auch beim besten Willen nicht die Möglichkeit haben, abzuschätzen, was Erez Israel und was die Besiedlung Erez Israels für das jüdische Volk ist De facto steht das jüdische Volk vor dem Forum der Kommission als Angeklagter da, um sich vor Anschuldigungen zu verteidigen, obwohl wir eigentlich als Kläger auftreten müßten, die Beschuldigungen erheben und Forderungen anmelden, Forderungen, die sich aus den ältesten Urkunden in Thora und Propheten ergeben und auch Forderungen, die in der Geschichte und im Balfourmandat begründet sind. Aber selbst die Defensivstellung der Juden vor der Kommission wird keine leichte sein. Da das jüdische Volk kein anderes Streben hat, als sich eine Ruhestätte in Erez Israel, ohne Herrsch- . gelüste welcher Art, ohne Verlangen, die Rechte von irgendjemand zu schmälern, zu verschaffen, so werden seine Vertreter nur solche Forderungen zum Ausdruck bringen, die mit denen der anderen nicht kollidieren und nur darauf hinausgehen, unser minimales Recht zu sichern. Es wird vieles verschwiegen werden müssen, was auszusprechen wir das volle Recht und alles Interesse hätten. Diese uns zufallende bescheidene Stellung der Kommission gegenüber birgt gewisse Gefahren in sich. Wäre auf der Gegenseite nur eine Spur von Verständnis für das Interesse des jüdischen Volkes an Erez Israel und seine Verbundenheit mit dem Lande vorhanden, so könnte eine offene Aussprache von Nutzen sein und dazu führen mit Hilfe der ehrlichen englischen Vermittler eine Brücke zur Ve rstandigung zu schlagen. Leider aber verkennen und bestreiten die Araber vollkommen (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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