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Der Israelit · 1936-12-10 · Heft 49 (10.12.1936) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 49 (10.12.1936)
Date
1936-12-10
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Selt^ll „Halt, halt, ihr lieben Kinder!'. Vor ihnenstand ein Englein im weißen seidenen Gewand ' und sprach: .„Der liebe G'tt hat geg^äy^wi^^uii' und lieb ihr zu euerm Mütterlein^eweie^ seid.^ Ihr habt soviel entbehren, müssen, seitdem euer Vater nicht mehr lebt.. . Darum soll euch---eme3 Chanuckahfreude foeschieden sein, wie . sie kein? Kind erlebt-hat. Seht hier, in diesen Berg wollen' wir gehen, da - gibt ^es.. viel Schönes .'und Kostbares. Ihr dürft euch. nehmen, soviel ilir tragen könnt. Aber eins müßt ihr mir versprechen, sobald ihr im Berg seid, dürft ihr nicht sprechen. Wenn nur ein Wort über eure Lippen kommt, hat 'aUevHßrrlichkeit ein Ende. Könnt ihr das?" Und Beide nickten, denn sie waren so benommen, daß sie nicht sprechen konnten. Indem dies der Engel gesagt hatte, führte er &ie in den.Berg. . Was war da eine Pracht ' und Herrlichkeit! t Die Wände glitzerten in purem Gold., Auf dem; Boden lagen Berge von Goldstücken und Edelsteinen. Ctianückahleuchter in allen Größen und.Formen aus Gold standen an den Seiten, Chajim konnte sich des Staunens nicht "erwehren. Er öffnete seinen -Mund und wollte einen Schrei der Ver- , wunderung ausstoßen, aber schnell hielt ihm Chajim die Hand vor den Mund, so daß er ..nicht mehr-weiiersprechen konntet ,,Nehmt ^euch, liebe Kinder,, soviel ihr wollt, bringt alles euerm Mütterchen. Da liegen Säcke zum Füllen." Und nun ging es an die Arbeit* Schnell waren die Taschen mit Edelsteinen und Gold gefüllt. Dann kamen die Säcke an die Reihe.« Sie konnten sie kaum tragen, so schwer waren sie. Der "Engel führte sie wieder zum Berg hinaus, legte auf beide seine Hände: „Geht heim, grüßt euer Mütterlein, seid weiter so lieb und fromm, Dann verläßt euch G'tt nicht." Mit diesen Worten war der Engel verschwunden,' und die Kinder standen plötzlich vor dem 'Hause''" ihrer1 Mutter. Sie stürzten in die'Stube. Wie groß war die'Freude der Mutter, als sie ihre Kinder wiedersah! Wie groß war aber ihr Erstaunen, als die Kinder die Säcke und Taschen ausleerten. Alle Not hatte nun ein Ende, und Chariuckah erstrahlte im neuen Licht. Deka. ♦mü Chanuckah überbrückt die. Monate Kislew und Tewet Das Lichtfest beginnt im Kislew und endigt im Tewet. Am natön Miri'. dem letzten' Tage, erreicht das Weihefes.t seinen Höhepunkt. Acht Lichter, den Schammasch nicht mitgerechnet, flammen am Vorabend an den Fenstern jüdischer Wohnungen auf und strahlen die Kunde in die finstere Nacht hinaus, daß G'tt vor alter Zeit Ulis, beigestanden, als der Syrerkonig das Volk abführen wollte von seinem Glauben und seiner Vätersitte. " Sv^Achtzig- .Jahre sind es gerade her, daß Samisoja^ Raphael Hirsch in einer Chanuckahbetrach- -^tHng mit derrUeberschrift „Der Hellenismus und c.Aai Judelituni'^ans. den wahren Sinn des Tem- %p^weihefesteVHtt^geistvoller " Art' gedeutet hat. ■Ei .warnicht''^'r^^yiakkabäer, der den SyiieraAntibchusV^ das jüdische Eicht, ^das den Sieg er^ün^eäTiatte über den' blendenden GfarizCheifeMsc^ Geist, 'den Matthitja in seinen Kindern zu pflegen verstand, dieser Geist war es, der für die Zukunft das jüdische Gesetz im, Volke^ erhielt. Als^ilempei und Staafln^Tr^mÄer^^ fielenrstanH^as^jüdische Volk " ohne Altar-imifr^hf^ fester und begeisterter als je um G'ttes Gesetz geschart, trug das Volk das Gesetz mit hinaus aus dem Untergang aller seiner nationalen Größe und zeigte sich, eben in dieser Begeisterung für G'ttes Gesetz als der würdige Erbe von . Maitis - jäs Hasmonäergeist. In diesem Jahre geht Chanuckäh am zweiten Tewet zu Ende! Wer von Euch am dritten Tewet Geburtstag hat, der feiert' ikn^also 'nach Ghanuckah. In manchen Jahren fällt aber der dritte Tewet auf Chanuckat Hammisbeach. Daß dieser Geburtstag beweglich ist, hat seinen Grund in der Eigenart des jüdischen Kalenders. Während bei 10 Monaten die Monatsdauer abwechselnd 30 und 29 Tage betragt, können^ jyiarcheschwan und Kislew beide 29 und beide 30 Tage oder wie in diesem Jahre Marcheschwan 29 und Kislew 30 Tage dauern. Auf das heitere Lichtfest folgt der 10. Tewet, der erste der vier Gedenktage des Unter- .gangs aller jüdischen Tempel- und Staatsherr- Hchkeit. Dieser Pflichtfesttag erinnert daran, daß im Jahre 587 vor der ubl. Zeitr. :Nebukadnezarf der Babylonier, mit einem großen Heere vor Je-* ruöalem erschien und die Hauptstadt einschloß, 1% Jahre lang, bis seine Soldaten Breschen in die - Mauern gebrochen ■ -hatten. ■ Äußer . der, Einschaltung von miy im Schempne Esr.e zu Schacharis und .Mincha. (für. den Einzelnen nur in . diesem Gebete) und der Jiin.? fügung von niTV»Vö zu Schacharis wh-d beim Morgen- und Nachmittagsg'ttesdienst u7IT'l aus der Thora vorgelesen, zu Mincha auch noch eine zu Einkehr und Buße mahnende Haftara.. Der Fasttag ist eingesetzt als : „warnendes und mahnendes Denkmal des Untergangs'', .das- <Ue Herzen aufrütteln und zur Rückkehr führenf aber auch Trost, Hoffnung und Lebensmut erwecken soll,' eingedenk des Prophetehwörtes: Der Fast-, tag'»des Vierten r und* der Fasttag " des Fünften" und der Fasttag .des Siebenten und der Fasttag des Zehnten soll dem Hause Juda werden zur Wöfine und zur5 Freude uhdv zu' glückllcMir' Festen. O.

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