Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 49 (10.12.1936)
- Date
- 1936-12-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Nr. 49 Der Israelit 10: Dezember 1936 und Mädchen in Tel Awiw und in den Kolonien gut arbeiten; außerdem wurden ihr fünf vorher bestehende Erziehungsanstalten unterstellt. Neue Erziehungsinstitute sind im Entstehen, ebenso FortbiLdungskurse für gesetzestreue Lehrer. Viele Lehrer und Lehrerinnen stehen im Dienste der Propaganda in Stadt und Land für die gsetzestreue Erziehung. In der Aussprache wurde dem Vorsitzenden und allen Funktionären und Mitarbeitern der Zentrale Dank gezollt und auch weitere Resolutionen zur Au<sbreitung der Chinucharbeit angenommen. T«l Awiw begrüßt den neuen Oberrabbiner von Palästina, — Gegen Bürgermeister Rokach. Tel Awiw, 2. Dez. Die Stadtgemeinde Tel Awiw und Bürgermeister Israel Rokach haben an den Oberrabbiner von Irland, Dr. Isaac Herzog, anläßlich seiner Wahl zum Oberrabbiner von Palästina eine herzliche Begrüßungskundgebung gerichtet. Die Mehrheit des Stadtrates von Tel Awiw hat nach stundenlanger Debatte die Wahl des von der Regierung gegen den Willen der Stadtratsmehrhedt ernannten Bürgermeisters Israel Rokach in die Finanzkommission verhindert. Gegen Rokach wurden 8, für ihn 7 Stimmen abgegeben. Man nimmt an, daß die Mehrheit grundsätzlich jede Wahl des Bürgermeisters in eine Kommission verhindern wird. Neue jüdische Siedlung in Palästina. Tel A v» i w , 3. Dez. Man schreibt uns: Herr Schmuel Ziskind Powembrowski aus Tel Awiw erwarb sich vor kurzem in der Nähe von Beer-Tuvijah 2500 Dunam Boden, um daselbst eine neue Siedlung für den Mittelstand unter dem Namen ,, Kirijath Schmuel" zu errichten. Der genannte Boden befindet sich beiderseits der Chaussee Tel Awiw—Gaza und grenzt an den Boden von Beer- Tuvijah. Eine Hilfs=Chaussee, die Beer-Tuvijah mit der Häupt=Chaussee verbindet, durchquert die Siedlung „Ku-jatm-Schmuel" 1300 m lang. Alle Vorbereitungsarbeiten, wie Wasserversorgung, Parzellierung usw. sind nunmehr beendet und man beginnt demnächst mit der Errichtung von Wohnhäusern. Die einzelnen Parzellen sind 10—14 Dunam groß, versehen mit einem Haus, bestehend aus 2 evtl. 3 Zimmern mit Kü.-he und sonstigen Bequemlichkeiten, Hühner und Kulistall. Es sollen an 250 Familien angesiedelt werden, die darauf sog. „Gemischte Wirtschaften" errichten "werden. ■HBSSSH-BHHH-I«—HH?H«?SH—-SH—S Vermischtes. Berlin, 7. Dez. Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Die Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und die Schul Verwaltung der Jüdischen Gemeinde Berlin beabsichtigen, eine Reihe von hebräischen Aus- und Fortbildungskursen für Lehrer zu veranstalten. Zunächst ist an Aussicht genommen, Anfang Februar einen für die Dauer von siech® Monaten berechneten <Lehrgang zur Ausbildung von Lehrern der hebräischen Sprache zu eröffnen, und zwar von Lehrern, die an Schulentlassene und Erwachsene Unterricht erteilen sollen. In Frage kommen nur solche Damen und. Herren, die über erhebliche hebräische Sprachkenntnisse verfügen, pädagogische Eignung besitzen und Erfahrungen in der Jugendführung nachweisen können. — Meldungen sind bis zum 5. Januar zu richten an die Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland,. Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr, 158, 3. Der Meldung ist ein Lebenslauf (in zweifacher Ausfertigung, deutsch und hebräisch) beizufügen, der insbesondere über den Bildungsgang des Bewerbers ausführliche Angaben enthalten soll. Berlin, 6. Dez. Im Rahmen der Sinai lehrg ä n g e der Aguda® Jisroel sprechen am Mittwoch, den 16. Dezember: 1. Rabb. Dr. Erich Hildesheimer: Aus der Methodologie des Talmuds (füf Fortgeschrittene) 21 Uhr Siegmundsihof 11 Betsaal. 2. Emanüel M. Meyer: Die Wochensidra (unter Be* rücksichtigung des Kommentars von S. R. Hirsch) Arbeitsgemeinschaft. 20.30 Uhr Päriser=Str. 4, Synagoge. Äm Donnerstag, den i7. Dezember: Dir. jur. Paul Galfewski: Grundbegriffe des talmüdischen Rechts. 20.30 Uhr Pestälozzistr. 14-15. Sonnabend', den 20. Dtezember: Jacob Pose n (Frankfurt ä. M,): Gegenwartsfragen unsreer Chälüzim 20.30 Uhr, Artilleriestraße 31, Betsäal. Hamburg, 25. Nov. Im Alter von 100 Jahren und vier Monaten starb das älteste Mitglied der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg/ Hermann M ü n d h e i m. Er hatte einst das Schuhmacherhandwerk erlernt und sich dann in Paris als Spezialist niedergelassen. Nachdem er auch in Amerika gewesen war, kam er vor 30 Jahren nach Hamburg. Zu seinem 100. Geburtstage im Juli wurden ihm noch große (Ehrungen zuteil, die er in voller Frische entgegennahm. Hamburg, 8. Dez. Vom Landesdirektoriutri des Keren Hatorah in Deutschland wird uns geschrieben: „ A üb e 1 S o r o ", die große polnische Hachschara- Ausbildungsstätte für Mädchen in Lodz, richtet durch den Keren Hatorah an die jüdischen Häuser in Deutschland die Bitte, ihr für eine neu einzurichtende Bibliothek gute jüdische Literatur in deutscher Sprache zu überlassen, in^ erster Linie Hirsch-Literatur. Wir bitten daher um Ueb erlassung derartiger Bücher und um Uebersendung an unsere Adresse zwecks Weiterleitung: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland, Hamburg 13, Heinrich Barthstraße 21, 2. b. Pels. Dresden, 6. Dez. Herr Rabbiner Hirsch Horowitz, Dresden, schreibt uns: Der Metzger und Geflügelhändler J. S. Kleinmann, Dresden, verkauft geschächtetes Geflügel auch nach außerhalb Dresdens. Ich mache das P. T. Publikum darauf aufmerksam, daß dieses' Geflügel, das nach auswärts versendet wird, bereits „Over" ist, da es nicht innerhalb der drei Tage vom Schächttage gerechnet begossen wurde. Auch ist es hier incht feststellbar, wo das Geflügel geschächtet ist. Es ist daher Pflicht des zuständigen Rabbinäts oder dessen Abnehmer, die Sache am Empfangsorte zu prüfen,. ob das Geflügel einwandfrei koscher ist. Hannover, 1. Dez. Vor einem geschlossenen Kreis sprach Herr Dr. S. Ehr mann über „Jüdische Kulturquelleai". Er gab einen aufschlußreichen Einblick in die Entstehung des jüdischen Lehrgebäudes: Mündliehe und schriftliche Lahre.. Mischna, Talmud, Kommentare, Schulchan Aruch usw. Jede dieser Wissensgruppe wurde an Hand von auch dem Laien einleuchtenden Beispielen verlebendigt. Durch den ganzen Vortrag zog sich immer wieder die Mahnung: Lernt das alles kennen, erst dann habt ihr ein Recht, etwas anzuerkennen oder abzulehnen; aber der Kenntnis wird auch sicherlich die Anerkenntnis folgen. Ohne diese Anerkenntnis sind und bleiben wir nichts mehr als schwankende Rohre im Winde. Wenn unsere Vorfahren schwere Zeiten durchmachten, so wußten sie doch, wofür sie litten. Auf einem Juden der Gegenwart aber, der sein Judentum gar nicht kennt, muß der äußere Druck doppelt schwer lasten, weil ihm selbst das, wofür er leidet, ein vollkommen Fremdes ist. Dr. Ehrmann darf die Ueberzeugung haben, daß er, um an eines seiner Worte anzuknüpfen, mehr als „einen Splitter" dazu beigetragen hat, daß dieser alt-neue jüdische Mensch werde, daß Vielen Belehrung wurde. S. B. Leipzig, 2. Dez. Am TU Kislew wurde in Leipzig, wie alljährlich, ein Fasten der Chewra-KadischasMit* glieder abgehalten. Nachdem am Vormittag zu rrnnfi? in Schul mrrto gesagt worden war, begaben sich die Mitglieder auf den alten Friedhof. Zu nrua fand in der Otto Schill-Synagoge eine Feier statt, die ganz besonders ergreifend verlief. Anschließend an das Hwi-Leinen hielt Rabb. Dr. Och« eine Ansprache. Der Redner ging aus von dem Satz des vergangenen Wochenabschnittes: „Zu gering, bin ich für all die Liebe und Treue, die Du Deinem Knecht erwiesen hast." Er zeigte, wie in diesen beiden Begriffen „Liebe und Treue" sich das ganze Verhältnis G'ttes zum Menschen zeigt, wie des Menschen Reaktion darauf immer das Gefühl „Ich bin zu gering, bin ein Nichts" sein müsse. Dieser Gedanke und dies Gefühl leben am stärksten in den Männern und Frauen der Chewra Kadisoha, die den Tod so oft sehen, es kommt auch zum Ausdruck in der Selicha von Salomo b- Gabirol, die im Mittelpunkt der Sondergebete, des Tages steht: Win'na'Mitf Die Erkenntnis, daß G'ttes Beziehung zum Menschen aufgebaut ist auf „Liebe und Treue" führt auch für uns zur Verpflichtung, so zu handeln, na« bv Ton „die wahre Liebe", die am Toten zu üben, die wie auch G'ttes Liebe zum Menschen nicht um Entgelt geschieht. Noch eine zweite Auffassung legte der Redner dem f-ia* bv nah unter, er sah darin die Liebestat nach d&r >(Lehre der Wahrheit" und forderte die Männer und Frauen der Chewra zu pemlicherGewi&senhäf» tigkeit bei Ausübung ihres heiligen Dienstes auf. — Die Ansprache schloß mit einem Aufruf an die Ges meinde, sich mehr als bisher den Arbeiten der Chewra zur Verfügung zu stellen, um das nax bv tan zu erhalten, so wie es bisher war. — In besonders herzergreifender Weise trug Oberkantqr W i 1 k p - mi r sky das . hhl&Gebet vor, da® zusammen mit der tiefdurehdachten Ansprache des . Rabbiners einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Der jetzigen Zeit entsprechend wurde Von einer folgenden irftfrö abgesehen. Oldenburg i. Ö., 1. Dez. A'mä Auftakt zur ^Jüdischen Winterhilfe" fand am 11. Oktober »ein gemütliches' Bieisammeniseih im Sitzilmgszimmer der Oldenburger Gemeinde statt. Eingeleitet wurde die Feier durch einen in Versen" gehaltenen' Appell des Gemeindevorstehers Herrn C r o n h e i m. Darauf sprach Herr Rabbiner Dr. Trepp über den Sinn der Winterhilfe in sehr anschaulicher und, sinnreicher Weise und Warb bei der Gelegenheit gleichzeitig für die WinterhiI£s=Aktion. Es konnte erfreuHcherweise festgestellt werden, daß bereits am Schluß des Beisammenseins sich der Erfolg auswirkte und von vielen Gemeindemitgliedern Beträge gezeichnet würden: Auch ermahnende Worte von Frl. Lore A r n h e i m aus- Hamburg vom Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Am 22. November fand eine Sitzung des L a n - d e s g e m e i n d e r a t ,s Oldenburgs statt, in der Herr- Rabbiner Dr. Trepp einstimmig zum Landesrabbiner gewählt wurde. Der Vorsitzende, Herr Cronheim, gab senier Freude über die erfolgte Wahl Ausdruck und beglückwünschte Herrn Landesräbbiner Dr. Trepp, indem er die Hoffnung aussprach, daß sich die Zusammenarbeit zwischen dem Landesrabbinat einerseits und den einzelnen Gemeinden andererseits zu einer erfolg- und segensreichen gestalten möge. Die Winterarbeit wurde am 22. November durch eine Feierstunde in der überfüllten Oldenburger Synagoge eingeleitet, zu der auch die Mitglieder der Landesgemeinden eingeladen und zahlreich erschienen waren. Im Mittelpunkt stand der Vortrag des Landesrabbiners Dr. Trepp über „Erziehung im Judentum". Die Zuhörer folgten den inhaltsreichen, rhetorisch packenden Ausführungen mit größtem Interesse. Ein besonderes Gepräge erhielt die Veranstaltung durch die Mitwirkung des wohlgeschulten Synagogenchors Jever. (Leitung: Lehrer Hartog, Wilhelmshaven.) In der Veranstaltung fand das Streben aller Gemeinden zu recht inniger Gemeinschaft schönsten Ausdruck, so daß der Zweck voll erreicht war. Im Laufe des Winters ist noch eine Reihe von Vor* trägen und Lehrkursen geplant. Da« Programm sieht folgende Vorträge vor; „Die Propheten und'ihre Mahnung an. uns". „Erez Israel als geschichtsformender Faktor im Leben .des Galutjudentums". „Jüdische Führergestalten neuester Zeit". „Der Einfluß der Umwelt auf die jüdische Kultur". Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Max Adler und Frau Recha geb. Kotteck, Marienbad. Barmizwoth: Fritz, Sohn des Herrn Julius Stern und Ff au Fanni geb. Kissinger, München, Herzog Rudolfstr- 41, 19- 12. 36. Vermählung: Mali Ansbacher, Nürnberg mit Victor Goldschmidt, Basel. Hochzeit 20. 12- 36. im Hotel Ulmann, Frankfurt a. M-, Bethmannstr. 52. 7 0- Geburtstag: Rechtsanw. Siegmund Kassewitz, Freibürg/Br„ Renpartstr., 26. 12. 36. 80. Geburtstag: Frau Johanna Hirsch geb* Simon, Ladenburg a. M., Adolf Hitlerstr. 22, nsrin nntt. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag. Herr Dr. Weger. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 12. Dezember: Hanna Falk-Stiftung. Sonntag, 13. Dezember: Lazarus Isaak-Stiftung. Donnerstag, 17. Dezember: Recha Löwenstein geb. Hahn-Stiftung. Donnerstag, 17. Dezember: Professor Jonas Böndi- Stiftung- Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale Fried- ' berger-Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Die Lichtpredigt des Rabbi Tamhum". Agadas Jisroel-Ortsgrnppe. Thora und Mnssar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz. T-» 'DD (ffir Baalebatim), Sohntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr, Fichlestr. 5. — Sabbat vorm. 11-12 Uhr (für Jugendliche) Q"n rn«, Fichtestr. 5. —Aus „Chofez Chajim" (für Jugendliche), .rav 4.30 Uhr, ebenda. — Messilas Jeschorim. 5.30 Uhr. Herr Dozent J. Ehrentreu, «min mit trehsa, Sonntag 18 Ühh Ühländstr. 39. Herr Rabbiner Mannes, nwia Schabbös 4 Uhr Hans.Handwerkstr. 38. j Herr R-A. Dr. E. Posen um mit, Söhntag 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee Ii. Herr B. Rächelsöhh, hV& näfrfc Dienstag, 20.30 Uhr, Sändwe'g ftt. R.-A. Dr. M. Schlesinger, -iav 'M für Baalebatim. Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 16.15 Uhr, Schwahenstraße 12\ (Alles andere wie uBlich.)