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Der Israelit · 1936-12-10 · Heft 49 (10.12.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 49 (10.12.1936)
Date
1936-12-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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10, Dezember 1936 Der Israelit Nr. 49 Seite 15 Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos yormitt. IOV2 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. „Das Buch Samuel". Gäste willkommen- Jüdische Frauen-Vereinigung und .K Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, 14. Dezember fällt wegen Ghanuckah der Vortrag aus. Am Montag, den 21. Dezember, abends 8.45 Uhr wird Herr R;-A. Dr. Elieser Posen im Hörsaal, Friedberger Anlage 5 sprechen über: „Und wieder sind die Frauen. . . .". Gäste, Damen willkommen. Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Sonntag, den 13. Dezember, vormittags 10.30 Uhr, Fahrgasse 146, Chanuckaführung durch Museum, Bibliotheck und Lesesaal des Gemeindehauses unter sachkundiger Führung der Her en Dr. Gundersheimer und Dr. Blau. Eintritt fei. Gebetzeiten. fpa Freitag abend 4.00 Samstag nnawn 7.00 Samstag morg. 8-00 Predigt Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.15 Wo cheng 'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 7.05 2. Minjan 8,05 An G'ttesdienst anschließend: Lernendes n»n "ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4-00 Tefillinlegen am Morgen 7.13 Berichtigung. In der Illustrierten Beilage zur heutigen Nummer ist durch bedauerliches Versehen der Name unter dem ersten Bilde auf der zweiten Seite 1 richtig angegeben worden. Der Familiennamen von Samuel Calmer in Aurich war nicht Beer, Sondern Heymann. Samuel Calmer Heymann, der hochverdiente Parnes von Aurich und Armenpfleger von Ostfriesland, war, wie im Texte zu den Bildern richtig angegeben, Schwiegersohn des letzten LandeSparnes und Oberrabbiner von Aurich Rabbi Isaak Beer. Die Frankfurter Woche- Ein Elternabend der Israelitischem Volksschule. Zu einem Elternabend lud die Israelitische Volksschule für Samstag abend in die Aula der Schule Röderbergweg ein. Es war mehr als das, denn zu ihrer freudigen Ueberraschung bekamen die Gast Kinderaufführungen sowie eine Festrede geboten, die alles in allem einen schönen Auftakt für Chanukah abgaben. Nach einer Ouvertüre von Mendelssohn-Bartholdy wurde das *|Pj?3K ~nv von Hugo Adler in flottem Kin- . derchore vorgetragen, worauf Prologe, Spiele und Chöre, alles in gutem klassischem Hebräisch, folgten. Die kleine Bühne hallte wider von den dröhnenden Schritten der Kinderscharen, die die Makkabäerkriege darstellten. '" Im Mittelpunkte stand eine Rede des Herrn Rektor 0 c h s e m a n n , der an das Chanukahmotiv an* knüpfend viel Interessantes über Charakter, Struktur und Lehrmethoden der Sdhule mitteilte, nicht zuletzt auch über die soziale Fürsorge für die Kinder unbemittelter Eltern. Wenn heute diejenigen, die das Judentum erst vor kurzem entdeckt haben, nach „Judentumskunde" schreien, so sei gesagt, daß die Schule immer schon Judentumskunde im besten Sinne durch den ausgedehnten Religionsunterricht getrieben hat. Die Schule beherberge zur Zeit 650 Kinder in 15 Klassen. Der Herr Rektor zählte nun im Einzelnen auf, was. für die Kinder zum Zwecke ihrer körperlichen Ertüchtigung und ihrer Feriener* holung geschehen ist, 315 Kinder machen von der Einrichtung der Frühstücksküche Gebrauch. Annähernd 150 Kinder vom Lande wurden eingeschult, die. sich im, Ganzen dem Geiste und dem Programme der Schule ausgezeichnet anpaßten. Es wurden u. a, Kurse für Iwrith und Englisch eingerichtet. Weitere Kinderchöre folgten der mit großem Interesse angehörten-Rede de® Heani Rektors. Den musikalischen und gesanglichen Teil de® Abends leiteten die Herren Lehrer D. Ka tz und S. Kost eri ch. Mit dieser Feier wunde eine Ä u ss te Illing von! Kind exärb eiten; im Zeichensaale eröffnet, die von■ den^.Änwesienden^besichtigt und; bewundert wur- .I den. Die Ausstellung kann noch am Sonntag,; den' 13, Dezember, von.: IOtt-1 Uhr vormittag® sim Zeichensaale der Schule besucht werden. Der Erez Jisroel-Abemd der agudistischen Gruppen in Gemeinschaft mit der Paläsfinazentrale. Die, Erez Jisroel-Abende sollen, möglichst vierzehntägig, die Mitglieder und Freunde der Agudas Jisroel über alles Wissenswerte in Erez Jisroel laufend informieren. Ein in jeder Beziehung voll gelungener Auftakt dieser neuen Einrichtung war der erste Abend, der zwei Referate enthielt, die, jedes in seiner Art, instruktiv, ohne Uebermalung und Schönfärberei, die augenblicklichen Zustände in Erez Jisroel schilderten. Herr Dr. Siegfried Oppenheimer, soeben von einer Erez Jisroel-Reise zurückgekehrt, sprach zunächst über die heute brennende Frage, ob eine Zu* sammenarbeit mit den Arabern möglich sei. Die staatliehen Büros würden zum Teil Araber und Juden beschäftigen, wenn auch nicht entsprechend der Bevölkerungszahl, wobei an den religiösen Ruhetagen Juden für Araber und umgekehrt Dienst tun. Die Kenntnis der arabischen Sprache auch im jüdischen Bevölkerungsteil könnte eine Brücke zur andern Nation Palästinas schlagen. In Natanja, der zukunftsreichen Stadt im Emek, wiesen die Araber die Vertreter des Streikkomitees ab, da sie mit den Juden weiterhin zusammenleben wollen. Jüdische Aerzte werden von den Arabern konsultiert, und Juden wohnen gerne in arabischen Häusern, weil sie geräumiger und vorteilhafter gebaut sind. Im Handelsverkehr aber ist der Boykott noch sehr slark spürbar. Ueber die agudistische Organisation in Erez Jisroel müsse heute gesprochen werden, Es gebe Viele, die dem agudistischen Aufbauwerk freundlieh gegenüberstehen, aber die agudistische Organisation in Erez Jisroel ablehnen, in dem falschen Glauben, diese sei dort nicht notwendig. Heute sehe jeder Einsichtige, welche gewaltige Bedeutung der politischen Vertretung der Agudas Jisroel in Jerusalem zukomme, die sowohl von der Regierung wie auch von zionistischen politischen Führung als unentbehrlicher Faktor des politischen Lebens gewertet werde. Wir müßten es als unsre Pflicht ansehen, die politischen Sekretäre, die diese Arbeit leisten, auch entsprechend zu entlohnen. Der Sammler für die Winterhilfe naht, Der alte Makkabäergeist werd' hier zur Tat! Das Keren Hajischuw-Direktorium ist seit einigen Monaten nach Jerusalem verlegt worden unter Leitung von Dr. Isaac Breuer, der 21 Persönlichkeiten gefunden hat (größtenteils im Lande selbst), die ins Direktorium eingetreten sind. Seine Aufgabe ist es, die Propaganda für den Keren Hajischuw in alle Länder zu tragen. Die Arbeiterorganisation der Agudas Jisroel ist über das ganze Land verteilt. Im Kibbuz „Chofez Chajim" sind 60 Personen angesiedelt, darunter 10 Fa milien. Während der Unruhen waren einige davon als Hilfspolizisten abbeordert. — Von dem neuen, 60 Dunam umfassenden Boden ist ein Gemüsegarten angelegt worden, dessen Ertrag zu einem Teil für den Kibbuz verwendet, während der Rest verkauft wird. Die Entwicklung des Kibbuz ist stark beeinträchtigt durch den Mangel an materiellen Mitteln. Trotz erheblicher Leistungen der Agudas Jisroel in Deutschland — andre Länder leisten, im Verhältnis dazu, nur wenig — ist der Bestand des Kibbuz Chofez Chajim slark gefährdet. ( Die in Aussicht genommene Jugendalijah nach G ed e r a h muß zurückgestellt werden, da die finanzielle Situation dort es nicht' gestattet, den Plan der Uebersiedlung Jugendlicher zu verwirklichen. Die Schul* denlast in Gederah ist inzwischen auf Lst, 800.— (RM. 10.000) angewachsen. Beispielsweise sind die Krankenkassenbeiträge mehrer© Monate rückständig. Trotz dieser drückenden Sorgen hat die Jugend ihre volle Aufmerksamkeit auf das. bevorstehende Schmit* toh-Jahr gerichtet, das zu halten keine geringen Opfer verlangen wird. Auch für die geistigen Bedürfnisse der Mädchen wird gesorgt. So ist kürzlich von Frau Jenny Breuer Jerusalem, eine Gruppe der „B'naus Agudas Jisroel" ins Leben gerufen worden. Die der Frankfurter Samson Raphael Hirsch-Schule ähnlich aufgebaute Chaurew-Schule in Jerusalem hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dennoch ist es durch' die Öpferbereitschaft der ihr nahestehenden Kreise gelungen, ihren Bestand fürs erste zu sichern. Nach , kurzer Pause begann Herr Dr. S, Ehr mann mit dein treffenden Hinweis, daß an dem Abend, an dem man anfange, "ioai bv zu sagen, das doch unsrer Verbundenheit mit dem Heiligen Lande Ausdruck verleihe, wir uns versammeln, um für Erez Jisroel zu . beraten und zu tun! — Die P ö a 1 e A g Udas Jisroel war bisher wenig zu Regierungsarbeiten herangezogen worden. Die letzte Woche er- Jlielt sie den Auftrag, an der Straße von Petach Tikwah Arbeitskräfte zu stellen. Der Kibbuz K f a r S aba hat von einer Exportfirma den Auftrag erhalten, 25 000 Kisten Orangen zu sammeln und diese zum; Hafen zu befördern. —: Das Hafenprojekt, das Dekanntlich von 'der ^Regierung geplant ist, um die { Verbindung zwischen dem Tel Awiwer und dem Jaffaer Hafen herzustellen, um damit den arabischen wie auch jüdischen Wünschen Rechnung zu tragen, wird von der P. A. J. mit starkem Interesse verfolgt; es sind Bemühungen im Gange, Chawerim dabei unterzubringen. Von den in Aussicht gestellten Zertifikaten dürfte die A. J. etwa 25 erhalten. Außer* dem besteht die Möglichkeit, sogenannte „Samuel"2 Zertifikate zu bekommen, wenn wir über Boden verfügen, der die Siedler ernähren kann. Die P. A. J. rtat an die Königl. Kommission eine Eingabe gerichtet, in der u. a. auch die Forderung erhoben wird, daß ihren Mitgliedern ein Beitritt zur Histadruth nicht zugemutet werden darf. Gesang der Noar Agudati=Mitglieder sowie ein Appell des Snif-Leiters des Noar Agudati, Herrn Haas, und eine Aufforderung zu gesteigerter Mitarbeit innerhalb der Agudohgruppen durch den Leiter des Abends, Herrn Dozenten J. Ehrentreu, beschloß den Abend. Ha. Agudas Jisroel-Jugend-Mädchengruppe, Die erste Veranstaltung der Mädchengruppe in diesem Winterhalbjahr war ein großer Erfolg. Ob* wohl eine größere Anzahl der Eingeladenen sich wegen Krankheit entschuldigen mußte, fand sich ein Kreis junger Mädchen zusammen, der die Möglichkeit gemeinsamer jüdischer Arbeit von ganzem Herzen begrüßte. Das Referat des Herrn Josef Schwarz über das Thema „Jüdisches Mädchen in jüdischer Gemeinschaft" bildete dazu einen wirksamen Auftakt. Der freundliche Rahmen, in dem die erste Veranstaltung stattfand, läßt hoffen, daß auch die weitere Arbeit dieser im Aufbau begriffenen Gruppe sich;n demselben Geist freudiger, jüdischer Betätigung entwickeln wird, Die nächste Veranstaltung findet statt am Sonntag, den 13. Dezember, 20.30 Uhr, im Heim, Schwanenstraße 12. Zu diesem Chanukah=Spielabend sind weitere Gäste (Damen) herzlichst willkommen. Ha. Jüdische Frauenvereinigung und agudistische Frauenortsgruppe. Am Montag, den 30. November, sprach Herr Dir, Dr. Elias über Neuhebräische Schriftsteller. Der Redner zeigte mit tiefem Verständnis und feinem Empfinden die Entwicklung der neuhebräischen Lite=- ratur von .der Zeit der Haskala bis heute. Als Begründer des neuhebräischen Schrifttums würdigte er Mendele Mocher Sefarim, ein Kind des Ghetto, der mit dem Ghetto lebte und fühlte. Mendele, der zuerst jiddisch schrieb, erkannte bald, daß hebräisch die Sprache sein solle, in der er sein Volk schilderte. Achad Haam, der schon in seinem Namen seine Volksverbundenheit ausprägte, wurde als nächstes eingehend besprochen. Frischmann, Perez und andere neuhebräische Schriftsteller streifend, verweilte der Redner sodann bei Bialik. Tiefe Kenntnis des altjüdischen Kulturgutes einerseits, andererseits die schweren Erlebnisse einer Jugend in Armut und Not lassen ihn ganz die Seele des Juden und sein Volksleben verstehen, so daß er als feinfühligster der neuhebräischen Dichter anzusprechen ist. Auch Agnon, unser Zeitgenosse, fand viel Würdigung. Von ihm sei noch Großes zu erwarten. Bezirkstagung des Jüdischen Centraivereins. In Hanau fand am Sonntag, den 6. Dezember, eine Bezirkstagung des Landesverbandes Hessen* Nassau und Hessen des Jüdischen Centraivereins statt. Neben dem Provinznalrabbiner Dr. Gradenw i t z waren Herren des Vorsteheramts sowie der Kerr Kreisvorsteher erschienen. Im ersten Teil der Tagung hielt Lehrer I. B. L e v y, Frankfurt a, M., ein Referat über das Thema „Die Geschichte Israels, dargestellt an unserem Tischgebet". Er führte u, a. aus, daß aus dem Inhalt des Tischgebets sowie aus der Zeit der Entstehungsgeschichte der verschiedenen Abschnitte sich die Geschichte Israels der Frühzeit darstellen läßt. Ueber die praktische Arbeit des Jüdischen Cen* tralvereins berichtete dann der Syndikus des Landesverbandes Hessen-Nassau und Hessen, Dr. Wolfgang S. Matzdorff, Frankfurt a. M. Er gab einen Abriß der Lage der Juden in der Welt und in Deutschland, berichtete über die Wanderungsbewegung der Juden und beleuchtete eingehend die Tagesarbeit des Jüdischen Centraivereins. An Beispielen bewies er die Grundhaltung der C. V.-Arbeit, Hilfe für jüdische Menschen nicht nur Erkenntnis, sondern auch ein Bes weis für jüdische Einsatzbereitschaft werden zu lassen,. Die Ausführungen des Redners, welche noch durch Herrn Provinzialrabbiner Dr. Gradenwitz unterstrichen wurden, wurden beifällig aufgenommen. Nächste Abfahrten nach Palästina: 13. Dezember ab Marseille: Champollion, an Haifa 19. 12. 16. Dezember ab Triest: Gerusalemme, an Haifa 21. 12. 19. Dezember ab Triest: Marco Polo, an Haifa 24. 12. 18. Dezember ab Marseille: Patria, 23. Dezember ab Triest: Galilea, 26. Dezember ab Genua: Esperia., 30. Dezember ab Triest: Gerusa:- 1. 1937. (Mitgeteilt von Palästirie an Haifa 24. 12. an Haifa 28. 12. an Haifa 31. 12. lemnie. an Haifa 4 und Orient-Lloyd, Frankfurt a. M„ Steinweg .9.

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