Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 48 (3.12.1936)
- Date
- 1936-12-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 -Nr. 48 Der Israelit 3. Dezember 1936 Ein Buch für die Frauen. Die „Stunden der Andacht" von Fanny Neuda waren lange Jahre eine Quelle der Erbäte ung und des Trostes für die jüdischen Frauen. Das Buch ist in prachtvoller Ausgabe bei J, Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M., neu erschienen, nachdem Martha Wertheimer es noch einmal durchgesehen und bearbeitet hat. Es ist daraus1 ein modernes und geschmackvolles Techinah-Buch geworden, in dem die Frau für alle Festanlasse, aber auch in allen Tagen und Lagen ihres Lebens die schönste Aasdrucksform für ihre freudigen oder bangen Gefühle findet. Die meisten dieser Gebete sind, wie die Verfasserin in einem Vorwort einer früheren Ausgabe sagt, Herzehsergüsse, die sich an Ereignisse knüpfen, welche sie an der Seite ihres kranken Gatten mit ihm und durch ihn erlebt hat. Das Buch ist beim genannten Verlage zum Preise von RM. 3.75 (Geschenkband) und RM. 2.— {Leinwandband) zu beziehen. Prof. Dr. Eugen Mittwoch 60 Jahre alt. Von Prof. Dr. Isaak Markon in Hamburg. Am 4. Dezember begeht der große Orientalist und bekannte jüdische Sozialpolitiker Prof. Dr. M i 11 - w o c h seinen 60. Geburtstag. Er wurde am 4. Dezember 1876 in Schrimm (Posen) geboren. 1894 trat er in die ßerlincr Universität ein, wo er sich unter Leitung der berühmten Orientalisten Prof, Eduard Sachau und Prof. Jacob Barth dem Studium der semitischen Sprachen gewidmet hat. Gleichzeitig besuchte er das Orientalische Seminar und das Hildesheimer'- sche Rabbiner-Seminar, Um seine Kenntnisse zu vervollkommnen, unternahm Mittwoch nach Absolvierung der Berliner Universität eine Orientreise (Aegypten, Syrien, Palästina, Palmyra). Im Jahre 1905 begann er an der Berliner Universität als Privatdozent Vorlesungen abzuhalten. Zur gleichen Zeit lernte er unter der Leitung des abessinischen Gelehrten Alek Taye die moderne Umgangssprache Abessmiens, die amharische Sprache, Kurz nachdem bekam er den Lehrauftrag, Aethiopisch und Amharisch an dem Orientalischen Seminar zu Berlin zu unterrichten. Später hat Prof. Mittwoch mehrere Studienreisen nach dem Orient unternommen, wobei er sich neben den reinwissenschaftlichen Fragen für den Elementarunterricht an den Schulen für jüdische Kinder im Orient überhaupt und in Palästina besonders interessiert hat. Im Jahre 1909 wurde ihm der Professortitel verliehen; im Jahre 1915 wurde er zum außerordentlichen Professor und 1919 zum ordentlichen Professor der Berliner Universität gewählt, welches Amt er bis 1935 inne hatte. Während des Weltkrieges wunde Prof. Mittwoch vom Ministerium für auswärtige Angelegenheiten als Orientalist vielfach in Anspruch genommen. Von 1928 bis 1933 war Mittwoch Direktor des Orientalischen Seminars zu Berlin. Nach dem Ableben von Prof, Sobernheim wurde Prof. Mittwoch zum Dezernenten für jüdische Angelegenheiten im Auswärtigen Amt bestellt. Prof. Mittwoch ist einer der bedeutendsten Semitologen der Gegenwart, der durch seine vielseitigen Arbeiten mehrere Zweige der Semitistik bereichert hat. Er ist ein hervorragender Kenner des klassischen und modernen Arabisch und einer der sehr Wenigen in Deutschland, der außer dem Aethiopischen auch die verschiedenen modernen Dialekte Abessiniens, wie Amharisch, Tigre und Tigrinja gründlich beherrscht. Von seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir hier nur einige: „Prochia Arabum paganonum" (Berlin, 1899), „Hebräische Inschriften aus Palmyra" (Beiträge zur Assyriologie, Bd.' TV}, „Aus einer arabischen ' Uebersetz'ung und Erklärung der Psalmen" (in Zeitschrift für die alttestamentliche Wsisenschaft, Band XXIII), „Ein Geniiza=Fragment" (Zeitschr. der Deutsch. Morgenl. Gesellschaft. Band 57), „Die arabischen Augenärzte nach den Quellen bearbeitet" (zusammen mit I. Hirschberg, Leipzig 1905); „Ibn Saad. Biographie Muhammeds' bis zur Flucht", Leyden 1905 (im Auftrage der Berliner Akademie der Wissenschaften), „Kommt das künstliche Auge im Talmud vor?" (Archiv für die Geschichte der Medizin, 1908), „Zur Entstehungsgeschichte des Islamischen Gebets und Kultus" (Abhandlungen der Berliner Akademie der Wissenschaften, 1913) u. v. a. Aber außer seinen großen Leistungen auf dem Gebiete der Wissenschaft, hat Prof. Mittwoch große Verdienste für das1 geistige und ökonomische Leben des jüdischen Volkes. Schon die •einfache Aufzäh5 lung der jüdischen Institutionen, in welchen der Jubilar tätig ist, legt Zeugnis dafür ab, was er für das Judentum und die Judenheit leistet. Er ist im Kuratorium des „Hilfsvereins der Juden in Deutschland", war Mitglied des deutschen Komitees „Pro Palästina", des Komitee „Pro Falaschas<"„ ist Vorsitzender der .„Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums", Vertrauensmann des „Joint" für Deutschland", Mitglied des Repräsenttnten-Kollegiums der Jüdischen Gemeinde Berlin (konservative Liste) u. v. a. Es ist hervorzuheben, daß Prof. Mittwoch als streng thoratreuer Mann stets großes Interesse für das orthodoxe Judentum gezeigt hat und besonders in den letzten Jahren, da er als Mitglied der Verwaltungskommission des Professor Chawkin-Fomds beim Hilfsverein der Juden in Deutschland zur Unterstützung von Jeschiwaus in Osteuropa (Polen und Litauen) regen Anteil nimmt. Aus treuem Freundesherzen wünschen wir diesem großen Gelehrten und guten Jehudi viele viele Jahre ungeschwächter Rüstigkeit in seiner Arbeit für die Wissenschaft und K'lal Jisroel. inw ompsn nxo is 33m nVs Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Joseph Bender, Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, pniK^OV. Herr S. Sehaehnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, omaa p», Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm 9 Uhr im Vereinslokal, xiaa, Herr J. Soffer. — abend' 6 Uhr. Vortrag* des Herrn Rabb. H, Mayer übers „Das Chanuckahwunder". (Alle anderen Schiurim wie üblich,) „Jüdisch-wissenschaftliche Lehrkurse". Samstag abend 8-30 Uhr im Vereinslokal: „Probleme der jüdischen Religionspbilosophie", Griechische und jüdische Weltanschauung, Herr Dr. J- Rothschild Sonntag abend 8.30 Uhr im Vereinslokal: „Ausgewählte Stücke aus der Tefillo", Herr Studienrat J. Kaufmann. Jahrzeitsstiftangen. Dienstag, 8. Dezember: Therese Stern geb. Plaut- Stiftung. Mittwoch, 9. Dezember: Sara Weil geb. Adler-Stiftung Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 4 15 Uhr im Hörsaale Friedberger-Anlage, Vortrag des Herrn Sehaehnowitz über: „Ein Wort der Haftora und wie es die Sadduzäer mißverstanden", Agudas Jisroel-Ortsgrnppe. Thora und Mussar. (Alle Schiurim wie üblich) Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe, Am Montag, den 7. Dezember, abends 8.45 TJhr wird Herr Dr. Joseph Breuer im Hörsaal, Friedberger Anlage 5 sprechen überi „Erziehung zum Beruf". Gäste Damen willkommen. Gebetzeiten. nwi Freitag abend 4.00 Samstag n»3»n 6.55 Samstag morg. 8-00 Samstag nachm. 1.00 und 4,00 Samstag abend 5.15 Wocheng'ttes'dienst: Hauptminjan in der Synagoge 7.00 2. Minj an 8,00 AnG'ttesdienstanschließend: Lernen des B"n IpB- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4.00 Tefillinlegen am Morgen 7.08 Familien-Nachrichten. Barmizwoth: Georg, Sohn des Herrn Rabb. Dr J. Jakobowitz und Frau Paula geb. Wreschner, Berlin SO 36, Elisabethenufer 5/6, nsun row, Synagoge Kottbuser Ufer. 7 0. Geburtstag: Herr Josef Se'eberger, Günzenhausen. 22. Kislew 5697. Briefkasten. B. in B. Kr. Besten Dank für die Zusendung. Eine Stellungnahme zu den Ausführungen empfiehlt sich nicht. G. M. B. Der mit Br. gezeichnete Artikel in der jüngsten Nummer des Israelit stammt aus der Feder des Herrn Brückheimer, Marktbreit L. K. Unser Rabbinat. dem wir Ihre Frage vorlegten, empfiehlt Ihnen, sich an Herrn Rabbiner Dr. Klein in Nürnberg um Auskunft zu wenden. N. H. in N. Der Artikel „Feststellung einer Selbstverständlichkeit" entstammt der Feder des Redakteurs des Israelit, er enthält nur ein Zitat aus einem Artikel von Oberrabb. Dr. Carlebach. Was Herr Dr. Czu dem Thema noch zu sagen hat, ersehen Sie aus der heutigen Nummer. Die Frankfurter Woche. Jüdische Winterhilfe, - Wie im vergangenen Jahre führen wir auch in diesem Dezember nur eine Haussammlung für die Jüdische Winterhilfe durch. Die Sammlung findet am Eintopfsonntag, den 13. Dezemb*er, statt. Wir erwarten, daß unsere Freunde neben ihrer Eintopfspende die Ablösung für die Eintopfsammlung unter besonderer Berücksichtigung der Chanuckahtage, in denen wir eine zusätzliche Betreuung durchführen wollen, festsetzen werden. Elternabend und Schülerarbeiten-Aussteliwiig in der israelitischen Volksschule. Der Elternabend wird am Samstag, den 5. Dezember, 20 Uhr, in der Turnhalle Röderbergweg 29, stattfinden. Die Arbeiten sind im Zeichensaal ausgestellt. Besuchszeiten: Sonntag, 6. Dezember, 10 bis 13 Uhr und 15—17 Uhr; Montag, 7. Dezember, Donnerstag, 10. Dezember, 41—13 Uhr und Sonntag, 13. Dezember, 10—13 Uhr. Sitzung der Gemeindevertretung Gemeinde". .Israelitische In Vertretung des von Frankfurt abwesenden Vorsitzenden leitete Herr Felix Meyer die letzte Sitzung dieser Legislaturperiode und begrüßte als neues Mitglied Herrn Reichsbahndirektor lind Oberregieruhgsrat a. D. Franz Bergmann. Herr Dr. Mainzer, als Vorsitzender der Wahlvorschlagskommission, schlug vor, Herrn Reichsbahn- Direktor Franz B e r g m a n n zu wählen an Stelle von Herrn E. K. Oppenfie im e r, was einstimmig gutgeheißen wurde. Auf weiteren Vorschlag wurden wiedergewählt: Herr Prof. Dr. Aron Fr>eimann und die Herren Dr. Rein st ein, Oettinger und Dr. Blau. An Stelle von Herrn Siegmund Stern wurde vorgeschlagen Dr. Nathan Rosenthal. Die durch Zettel vorgenommene Wahl ergab einstimmig Annahme der Vorschläge. Herr Dr. Geiger machte^ sodann bekannt, daß bis Donnerstag Abend, den 26. November, 19 Uhr, kein Vorschlag eingelaufen sei, so daß die gemäß gemeinsamer Abmachung vorgeschlagenen Abgeordneten der drei Fraktionen, ohne weiteren Wahlgang, als gewählt gelten. Alsi Delegierter der Gemeindevertretung wurde Herr Dr. Hainer Mayer in die Finanzko.mmis?ion gewählt (an Stelle von Herrn Ferd. Stiefel, der inzwischen in. den Vorstand eingetreten ist); in den Vorstand der Hauptsynagoge wurde Herr Dr. Mainzer gewählt und ins Fürsorgeamt des Krankenhauses Herr Karl Adler. In einer längeren Rede dankte sodann Herr Felix Meyer allen Abgeordneten, dem Büro und den Leitern, den Herren Dr, Geiger und Direktor Meyer, für ihre aufopferungsvolle Mitarbeit an der Durchführung der gesamten Arbeiten. Dank zollte er auch den Gemeinmitgliedern, die es an dem heute so notwendigen Opfersinn nicht fehlen lassen, besonders angesichts der Notlage, die viel von den Einzelnen fordere. — Die Verdienste der in die Ewigkeit abberufenen ehemaligen Vorstands- und Gemeindevertre« tungsmitglieder wurden gebührend vom Vorsitzenden gewürdigt. Dieser Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche an. Ha. Chanukah-Feier im Henriette Besthoff-Hort. Der Henriette Besthoff-Hort für jüdische Mädchen versendet eine Einladung zu der sGw. am Montag, den 14. Dezember, nachmittags 4.30 Uhr, in der Israelitischen Volksschule stattfindenden Chanukah-Feier. Erez Jisroel-Abend. Um einer größeren Oeffentlichkeit regelmäßig Gelegenheit zu geben, über die Geschehnisse in Erez Jisroel fortlaufend Bericht zu erhalten, haben die ag'udistischen Gruppen Frankfurt am Main in Gemein5 schaft mit der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel beschlossen, regelmäßige „Erez Jisroel=Abende" zu veranstalten. ' Der erste „Erez Jisroel-Abend" findet am Mauzoe* Schabbos, den 5. Dezember, abends 8.15 Uhr im Hörsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft statt. Thema: 1.' „Die heutige Lage in Erez Jisroel". (Reisebericht des Herrn Dr. Siegfr. Oppenheimer.) 2. Neues au® Erez Jisroel. (Berichterstatter Dr. S. Ehrmann.) Der große Sijum. Der große Sil um des Schaß* Vereins) findet, wie schon gemeldet, im "Rahmen eines Abend der J. & am.'Samstag abend, den 11. Dezember?P» P'^n muri in der Aula der S. R. Hirsch-Schule statt. Die Feier beginnt mit dem Hadran des Herrn Dr. JYH Schlesinger 7 Uhr abends. Karten sind in der Kanzlei der J. R; G., Friedbergeranlage 6, zu habe"- JUWELEN GOLD* SILBER UHREN - BESTECKE lin echt Silber und versilbert! An-und Verkauf aus Privatbesitz G. B. Nr. HZ4339 rnim-LEUCHIER in allen Preislagen wfäm^M^msmm