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Der Israelit · 1936-12-03 · Heft 48 (3.12.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 48 (3.12.1936)
Date
1936-12-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Der Israelit Nr. 48 Seite 15 Verein Mekor Chajim. Im Rahmen der Sonntag Nachmittag=Vorträge sprach Herr Rabbiner Dr. A n s b a c h e r , Wiesbaden, über „Den Sieg des Geistes in Geschichte und Gegenwart". In seinem trefflich aufgebauten Referat wußte der Redner seiner zahlreich erschienenen Zuhörers schaft ein klares- Bild zu entwerfen über >iüe Stellung des- Geistes im Volksleben Israel®. Ausgehend von einigen bezeichnenden Stellen am® der Thora wies der Referent nach, wie die schwersten Zeiten jüdischer Leidensgeschichte unvergängliche _ jüdische Werte hervorbrachten, die Gewähr für den Weiterbestand unseres Volkes gaben. Während von 'den düsteren Zeiten des Mittelalters nur einige wehige Kinoth und Slichoth sprechen, sind gerade in dieser Zeit die gewaltigen Werke eines Raschi, der Tossafisten u. a. m. erstanden, die, entrückt von den schweren Alltagssorgen, unseren Vätern eine Brücke zu einer besseren Zukunft und uns noch heute unbezahlbare Wegweiser geblieben sind. Uebergehend auf die Entwicklung der Lage im letzten Jahrhundert, schilderte der Redner die verhängnisvollen Versuche des Emänzipationsizeitalters mit ihren Begleiterscheinungen, wie Abfall und Mischehen, die nicht verhindern konnte, daß in unseren Tagen sich eine Wandlung vollzog, wie man sie in keiner Zeit der Geschichte erlebt hat. Die Zeit erfordert das Erkennen unserer Aufgabe, nur dem Geist uns zu unterordnen und in diesem Sinne auch am Aufbau Erez Israels mitzuwirken, auf daß nicht nur unsere Söhne Zion finden, sondern Zion auch seine Söhne finde. Jüdische Frauenvereinigwng Agudistische Frauen- Ortsgruppe. Am Montag, den 23. November, sprach Herr Rabbiner Meyer über das Thema „Zeitgebundene Mizwaus". Redner führte folgendes aus: Entsprechend der Schöpfungswelt, die in sich immer wieder aufs Neue ergänzende Komponenten, die aktiv-positiv-männlichen und passiv-negativ=weiblichen Erscheinungen zerfällt, ruft auch der Schöpfer die Menschheit auf, ihm in diesen beiden Ersehet3 nungsformen zu dienen. Die newi Hb ms» als die passive Form unserer religiösen Betätigung gehören daher vorzüglich der Frauenwelt. Von nwy mxn dagegen sind diejenigen, die nicht überzeitlich, wie das überzeitlich Weibliche, sondern dynamisch an Zeitentwicklung gebunden sind, die ihrerseits wieder nur aus der aktiv=positiv-männlichen Erscheinungsform zu erklären sind, für die ohnedies retardierende, passive Frauenwelt überflüssig. Ausnahmen von der Regel ergeben, sich dann sinngemäß. Die beiden Jvd-q: n^K ->my tön und 'a-ms ">wsv finden durch diese Betrachtungsweise eine befriedigende Lösung. Die interessanten Darlegungen fanden großen Beifall. FürSorge-Verein für israelitische Nerven- und Geisteskranke e. V. iln einem Aufruf des Vereins heißt es; ,,Das Chanukahfest naht. Bald wird aus jüdischen Häusern das Licht der Menorah die Botschaft von der Ewigkeit und Unbesiegbarkeit des Geistes künden. „Nicht durch Macht und Kraft, sondern nur durch meinen Geist . . ." Alle Größe und alles Glück quillt aus dem Geist. Wo der Geist verwirrt oder ganz zerstört ist, und es sind keine helfenden Menschen da, die ihren an Geist erblindeten Brüdern und Schwestern die jammervolle Finsternis ihrer Geistesnacht mit Lichtstrahlen der Liebe erleuchten, dort hört das Leben auf, lebenswert zu sein. Seit altersher ist Chanukah eine Zeit des jüdischen Wohltuns gewesen. Helft uns darum zu Chanukah in der Fortführung unseres Lieb es werk es an unseren Nerven- und Geisteskranken! Wie das Chanukahlicht mit s-einem milden Scheine an das Wunder des andauernden Leuchtens der Menorah de« Tempels gemahnt, so mahne es euch, im Wohltun nicht zu erlahmen und unsere Arbeit mit reichen Spenden zu fördern." Spenden sindzu richten an den Fürsorge-Verein für israelitische Nerven* und Geisteskranke e. V., Aschaffenburg, Postscheckkonto Nürnberg Nr. 3527. Ortsgruppe der Jüdischem Körperbehinderten und der jüdischen Schwerhörigen. Die Ortsgruppe der jüdischen Körperbehinderten und die Ortsgruppe der jüdischen Schwerhörigen (Risch), Frankfurt a. M. hatte am 10. November im Turnsaal des Israelitischen Kinderhortes, Bleichstr. 8, ihre monatliche Mitgliederversammlung, die besonders gut besucht war. Bei Tee und Kuchen sang Herr Siegfried Würzburger freundlicherweise verschiedene Lieder, die er selbst auf dem Klavier begleitete. Großen Beifall fanden seine selbstkomponierten Variationen der Chanukahmelodie. Für den heiteren Teil sorgte Herr Meno Mendel, der durch seine mit großem Talent vorgetragenen Stücke viel Freude auslöste und die Stimmung sehr hob. Dann folgte ein Violinvortrag einer alten Kol Nidre-Melodie, die von unserem Mitglied Oskar H o r o w i t z meisterhaft gespielt wurde. In angeregter Stimmung trennten sich die Mitglieder, in der Hoffnung, die Künstler bald wieder zu hören. Die Chanuckah*Feier findet voraussichtlich am Montag, den 14. Dezember, um 20 Uhr Bleich* straße 8, statt. .Mozarts „Zauberflöte" im Kulturbund. Nach den guten Erfahrungen und Erfolgen, die der Kulturbund mit Beethovens „Fidelio" gemacht hatte, glaubte er den eingeschlagenen Weg fortsetzen zu können. Es sollte die szenische Aufführung der Zauberflöte stattfinden. In letzter Stunde mußte aus technischen Gründen leider auf Szenerie usw. verzichtet werden. Man mußte sich also mit der sogenannten KonzerÜcbssung begnügen. Es erhebt sich hiermit die schwierige Frage: soll man Opern ohne Szenerie aufführen oder nicht? Soll man Kompromisje schließen oder nicht? Die Aufführung jedenfalls bewies, daß die Konzertfassung keinesfalls stichhaltig sein kann und darf. Was blieb nun von der „Zaubers flöte" übrig? Die Illusion und Mozarts unsterbliche Musik. Die Orchesterführung hatte Richard Karp, der sich als ein gewandter und zuverlässiger Opernleiter erwies und das Orchester zu einer künstlerischen Hochleistung hinriß. Die Sänger, in Zivilklei* dung, gaben unter den gegebenen Verhältnissen ihr Bestes. Welch eine schöne Stimme hatte doch Marianne Carlas al® Königin der Nacht, Mit welcher Wärme sang Walter Rieß (Sarastroji die wunderbare Arie „In diesen heiligen Hallen", Ernst Crasso (Tamino) fesselte durch den Wohllaut seiner schönen Tenortimme. Reizend das Paar Papageno und Papagena, dargestellt von Kurt Rahmer und der bekannten Edith Ei senheimer. Auch die Nebenrollen wiesen durchweg eine gute Besetzung auf. Klanglich rein und gut diszipliniert ertönten die Chöre von Dr. Ehrenreich sicher einstudiert. Trotz der eingangs erwähnten Schwierigkeiten war der Abend an sich ein großer Erfolg. Alfred Kahn. Hallen-Sportfest in Frankfurt a. M. Der Deutsche M a k k a b i-K r e i® hat sein drittes Hallen* Sportfest am 29. November im Frankfurter Hippodrom abgehalten. Dreieinhalb tausend Zuschauer folgten mit großer Anteilnahme den leichtathletischen Wettbewerben, an denen auch jüdische Sportler aus Oesterreich, unter ihnen der bekannte Langstreckenläufer Blödy und die Inhaberin des Weltrekords im Hochsprung vom Stand, Gerda Säe wollen durch tüchtige Handwerker bedient und von leistungsfähigen Geschäften beliefert werden? Dann berücksichtigen Sie bitte fortan unsere Inserenten! FRANKFURTS HANDWERK u. EINZELHANDEL VON A BIS Z — j Auswanderer-Kisten ~| Äuswanöerer-Kisfen äk^i^ViT4«taor Offenbach a. M., Glockengasse 26, Tel. 84223 Einzige jüd. Kistenfabrik i.Frankf.u.Offbch. Buchhandel Als H3Wn-GeschenK ___ein Buch___ Hugo Oppenheimer Rückertstraße 57 Telefon 42833 Bürobedarf Lorge&Co. Hermann StiftstraBe 9-17, Fernspr 26073 Herrenhemden Rufen Sie 21824 an, wir besuchen Sie mit Mustern in Qualitätswaren zu maß. Preisen Wäsche-Vertrieb Stranss Laßer: Gr. Friedbergerstr. 32, Vorderh. II. 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