Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 48 (3.12.1936)
- Date
- 1936-12-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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3. Dazember 1936 D e r Israelit Nr. '48 Seite 7 Städten fanden^ M ö n a t f ü r M o n ä t." Demnach-- haben -diese monatlichen Versammlungen zum Zwecke der Belehriirig noch, in der Makkabäerzeit ' Regelmäßig stattgefunden, derart, daß das Volk aus der Umgebung ihretwegen in den Städten zusammenströmte. Daher waren diese Versammlungen naturgemäß, den Hellenisten ein Dorn im Auge.; Mit ■ Rücksicht auf: diese regelmäßigen Belehrungsvprträge war es auch verboten, am Sabbat; in t den ö^lfD zu lesen, damit man nicht, jene Vorträge versäumte. ('X i"ü rniP vergl. .auch <n '-i favry)'■ Eine derartige allgemeine und—regelmäßige. Belehrung des Volkes durch die Newiim mußte selbstverständlich den stärksten Einfluß auf das Volk ausüben, so daß schon diese Tatsache zu einer ganz anderen Einschätzung des geistigen und ethischen Niveaus« zwingt. Verständlich wird hieraus weiterhin aber auch, daß" die Newiim infolge dieser Verbunden- , heit mit dem Volke sich unbedingt auf das Volk stützen und unerschrocken Fürsten und Königen entgegentreten konnten. Sie waren eine Macht im Staate, mit der gerechnet werden mußte. Als Arnos die Verödung des Landes prophe- , zeit, da sucht der Bethelpriester Amazjajh, den König Jerobeam zu einem Einschreiten gegen «hn zu bewegen. Er ließ ihm sagen (Arnos 7, 10): „Arnos zettelt wider Dich eine Verschwörung an im Reiche Israel; es vermag nicht das Land all seine Reden zu ertragen. Denn also spricht Arnos: Durch das Schwert wird Jerobeam fallen und Israel aus seinem Lande verbannt werden. Amazjah befahl dem Arnos: Seher, fort! Fliehe nach dem Lande Juda und verzehre dort dein Brot und weissage dort. Aber zu Bethel weissage ferner nicht mehr; denn ein Heiligtum des Königs ist es , und eine Königsresidenz. Da antwortete Arnos dem Amazjah: Ich bin kein Prophet und nicht eines Propheten . Sohn, sondern, ein Rinderhirt bin ich, auch einer, der Sykoraioren pfropft, G'tt berief mich von den -Schafen hinweg und G'tt sprach zu mir: Gehe, weissäge über mein Volk Israel. Höre nun das Wort G't- II. Brasilien. Das Klima ist in Nordbrasilien, abgesehen von den höher gelegenen Gebieten und Mittslbrasilien, sehr heiß, in den übrigen Teilen erträglicher, insbesondere in den drei Südstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catharina und Parana, die die europäische bäuerliche Kolonisation bevorzugt. In Sao Paolo und noch mehr in den weiter südlich gelegenen Staaten ist es sogar oft recht kühl, mitunter empfindlich kalt. Rio de Janeiro hat ein ausgesprochen tropisches Klima. Der Sommer ist lang und heiß, die Regenzeit ist kurz und durch heftige'Niederschläge gekennzeichnet. In der heißen Zeit kommt für die Oberkleidung in allererster Linie Leinenstoff in Frage, für Herren genau so wie — neben Seide — für Damen. In der kühleren Jahreszeit ist als Stoff für Damenwie für Herrenoberkleidung Wolle. anzuraten. - Auch der Leinenschuh tritt im Sommer stark in den Vordergrund. Jedoch ist selbst in der Winterzeit das Schuhwerk leichter als in Europa üblich. Uebersohuhe werden in der Regenzeit, allerdings ungefüttert, benötigt. '" Man trage Unterwäsche. aus . porösen Trikotstoffen. An besonders heißen Tagen trage man die kürze, schräggeschnittene Unterhose »Slip". Wer Netzunterhemden gewohnt ist, benutzt diese zweckmäßigerweise weiter. Für Herrensocken .empfiehlt sich Fil d'Ecosse. Herren, die sehr unter der Hitze zu leiden haben, tragen am besten sommers und winters1 Wollsockeri, Wegen des scharfen Temperaturunterschiedes; zwischen Nachmittag und Abend in jeder Jahtes. Du sprichst: weissage nicht über Israel und künde nicht über das Haus Isak, Daher spricht G'tt, dein Weib wird in der Stadt buhlen, deine Söhne und deine Töchter werden durch das Schwert fallen, deine Ländereien werden mit der Schnur verteilt werden und du wirst auf unreinem Boden sterben 'und Israel wird aus seinem Lande in die Verbannung geführt werden." Man vergegenwärtige sich den Vorgang. Imgötzendienerischen Israel verkündet der Prophet Arnos: „Durch das Schwert wird Jerobeam fallen und Israel aus seinem Lande verbannt werden." Die Verkündung richtet sich gegen den König. Der offizielle Oberpriester von Bethel bezichtigt ihn der Verschwörung und will ihn des Landes verweisen. Arnos antwortet mit Aussprüchen, die dem Oberpriester Unheil künden. Trotz alledem geschieht ihm nichts. Der König schreitet nicht gegen ihn ein. Offensichtlich konnte er nichts gegen ihn unternehmen, weil er den großen Einfluß, welchen die Propheten auch im götiendieneriseben Israel auf das Volk ausübten, scheuen mußte. Als Jirmija unter dem König Jojakim d'in Untergang Jerusalems und des Heiligtums verkündete (Jirmija 26, 7ff.) wurde er ergriffen und angeklagt. Das Sanhedrin spricht ihn frei, weil er im Namen G'ttes gesprochen habe. Das geschieht zu einer Zeit, in welcher die Macht des Königtums schon soweit erstarkt war, daß der Prophet Urija, welcher gleiches kündete, vom König Jojakim getötet wird. Gleichwohl fürchtet der König den Einfluß Jirmijahs auf das Volk. Die Rolle der Verkündungen, die Jirmijah durch Baruch ben Nerija dem Volk hatte verlesen lassen, übergibt er dem Feuer und befiehlt, Jirmijah gefangen zu setzen. Diese Beziehungen zwischen Volk und Propheten, wie sie während der ganzen Zeit des ersten Tempels auch in Israel bestanden., haben, machendes verständlich, daß das gesamte soziale und r eligiös e Leben auf den Gesetzen der Thora aufgebaut war. (Fortsetzung folgt.) reszeit ist das Tragen einer Leibbinde aus feiner Wolle unbedingt erforderlich, um so Erkältungen zu verhüten. Die Mitnahme eines Heizkissens ist aus dem gleichen Grunde zu befürworten. Für Sao Paulo gilt im allgemeinen das Vorgesagte, mit der Maßgabe* daß die Höhenlage Vorsorge. auch für ausgesprochen kalte Tage erforderlich mächt. Für den Strand ist die gleiche Ausrüstung geboten, wie im Sommer in Europa gewohnt. Die ungewohnt heftigen Regenfälle verlangen besonderen Schutz bei Ausgängen. Gummimäntel sind ungeeignet hierfür, da sie luftundurchlässig sind und auf diese Weise den Wärmeausgleich des; Körpers unterbinden. Außerdem werden sie in dem Klima Brasiliens leicht brüchig. Besser . geeignet sind wasserdichte Popeline-Mäntel (Valmeline), die die Vorzüge der Luftdurchlässigkeit mit einer weitgehenden Regenfestigkeit vereinigen. Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man in das Innere des Landes wandert. Hier werden unbedingt hohe Stiefel für Damen, Herren und Kinder gebraucht. Halbschuhe sind dort nicht einmal im Hause zu tragen. Stechfliegen, Skorpione oder ändere Insekten können auch bei 'größter Sauberkeit im Hause vorhanden sein. Für Unterkleidung nehme man auf jeden Fall Trikotwäsche, auf keinen Fall, aus deti oben-' dargelegten Gründen, Kunstseide. Für die Regenzeit empfiehlt sich dringend ' eine " Lederjacke, evtl. sogar ein Lederanzug;, bei, der Arbeit für: Männer;: und Frauen durchgehende Arbeitsahzuge aus DreUy sog. Kesselan-v züge;" Auf 'keinen£ Fäll sind Mötorrad-Kombinst*- tiohen zu^ gebrauchen, da diese nach" dem Ini-* prägnieren luftundurchlässig sind. Sehr gut haben sich bei der Arbeit Poloblusen bewährt. Als leichtere Hose empfiehlt sich eine Breeches- Hose, keine Shorts, — wegen der Belästigung durch Ungeziefer — aus Khaki oder einem anderen leichten Stoff, der jedoch sehr strapazierfähig sein muß. Für die heiße Zeit kann statt der Lederstiefel ein Leinenstiefel getragen werden. Aber auch dieser muß unbedingt hoch sein. Für Tischwäsche ist aus Gründen der Haltbarkeit, nur Leinen zu empf ehlen. Für Bettwäsche ist ebenfalls Reinleinen anzuraten. Anstelle der Federbetten werden im Sommer nur Karlsbader Decken benutzt. Für die kühlere Jahreszeit sind Daunendecken angebracht. Moskitonetze sind in den Großstädten kaum erforderlich; anders jedoch ist es auf dem Lande. Aus Gründen der Beweglichkeit sind für die erste Zeit an Möbeln, falls überhaupt an deren Mitnahme gedacht wird, nur einfachste, leicht kombinierbare Formen anzuraten. Anstelle von mit Stoff bezogenen Polstermöbeln sind in Brasilien Ledermöbel gebrauchlicher, da das Leder die Hitze nicht dermaßen aufspeichert wie Stoff. Die Haushaltsführung wird in Rio, wie auch in allen anderen brasilianischen Städten durch moderne Geräte möglichst vereinfacht. Staubsauger, Kühlschränke, Waschmaschinen usw. sind sehr gebräuchlich; unbedingt notwendig sind Ventilatoren. Die Stromspannung ist 120 Volt (in Berlin 220 Volt). ' In den meisten Stadt.Wohnungen sind Kochherde vorhanden. Mitnahme von elektrischen, Petroleum- oder Spiritusherden empfiehlt sich im allgemeinen nur für den Fall der Siedlung auf dem Land. Das gleiche gilt für die Mitnahme von elektrischen oder Petroleum-Heizöfen. Die Mitnahme des Hausrats ist auch für den Einwanderer grundsätzlich zollpflichtig. Nur Personen, die auf Anforderung von in Brasilien ansässigen Angehörigen ein Einwanderungsvisum erhalten haben, kann einfacher Hausrat vom Zoll freigestellt werden. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Deutsches Reich. Appell an die orthodoxen Frauen Deutschlands. Frankfurt a. M. 30. Nov. * Man schreibt uns: In allen Städten und Gegenden Deutschlands besteht das lebhafte Bedürfnis, die taurotreuen Frauen in agud istischen Frauengruppen zusam* menzuschließen, damit sie gemeinsam i}ye schweren Sorgen leichter tragen, ihr jüdisches Wissen vertiefen und an den sozialen und anderen Gesamtheit»* aufgaben mitarbeiten können. - An vielen Orten ist ein loser Zusammenschluß bereits erfolgt, ohne daß bisher die örtlichen Gruppen untereinander in Verbindung getreten sind. Auch haben manche schon seit langer Zeit bestehende Frauengruppen einen durch Wegzug der bisherigen Leiterinnen bedingten Wechsel nicht mitgeteilt. Um nun in Zukunft eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu ermöglichen, bitten , wir dringend, umgehend die Anschriften der Leiterinnen aus den einzelnen Orten an die agudistische Frauenortsgruppe Frankfurt a. M., z. Hd. von Frau Meta Posen-Prins, Fichte* straße 8, 2., einzusenden. Von dort werden dann in aller Kürze Mitteilungen an die einzelnen Gruppen gelangen. Preisausschreiben. Berlin, 28. Nov. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle, fordert durch ein Einwanderungsländer.