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Der Israelit · 1936-12-03 · Heft 48 (3.12.1936) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 48 (3.12.1936)
Date
1936-12-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3. Dezember 1936 Der Israelit Nr. 48 Seite 3 NOCH EINE FESTSTELLUNG. (Fortsetzung von Seite 1.) Als ich, besinnlich über das Gehörte gestimmt, noch einmal alles überdachte, erinnerte ich mich plötzlich des Ausspruchs aus Joma über den Ausklang des Deboraliedes. Wie verfielen die Weisen auf ihre Auslegung? Wie eine Erleuchtung kam es jetzt über mich, ich glaube, den Zusammenhang aufdecken zu können. Jael war kein Kind des jüdischen Volkes. Eine Kenitin, stammverwandt mit Amalek. Sisra hielt sie für eine Freundin und fkuidesgenossin. Sonst wäre er nicht arglos bei ihr eingekehrt. Wer konnte ahnen, daß dieses Weib des Keniten Chewer insgeheim mit Israel sympathisiert und seinen Gegner zu erlegen beabsichtigt? Hier war also dem jüdischen Volke aus fremder Welt eine Bundesgenossin erwachsen. Ohne Auftrag, ohne Mitwisserschaft des kämpfenden Israel hat Jael, aus der Gesinnung der Keniten heraus, den Mord aus dem Hinterhalt vollführt. Debora erblickte darin eine Hilfe des Schicksals. Sie dankt dem fremden Weibe überschwänglich. Jael hatte mehr getan als irgend ein Weib in Israel, „mehr als die Frauen im Zelt soll sie gesegnet sein." Sie hat den Feind zur Strecke gebracht. Keine jüdische, nein, eine kenitische Hand hat das vollführt, „Mögen also Deine Feinde dahin gehen, o G'tt." Aber, so schließt Debora, ,,die Ihn lieben, die Kinder Israels," werden zu solchem Mittel wie Jael nicht greifen, sie lehnen Mord und Rache ab, in der Gewißheit, daß ihre Sache mit der Strahlenkraft der Sonne sich ans Licht ringen würde. So sagt denn der Talmud in vollster Erfassung der dezenten, vornehmen Ablehnung jeder Rache, die das Lied ausspricht: wer seine Beleidigung still hinnimmt, seine Kränkung nicht erwidert, der ist ausgezeichnet durch die Charakteristik: r~1XX3 T^niKl iminan WüWn geduldige G'ttesliebe, die im Blick auf Ihn alles erträgt, wird letztlich siegen, lichtverklärt wie der strahlende Aufgang der Sonne. ZUR CHANUCKA - AKTION 5697 (dljonutebnlj-ilfefloa jfieren-fiatoeulr; [•nwfnun nwna ia -s f des »Keren Hathorah" in Deutschland. tf i. . Zu Chanucka wird Keren Hatorah wieder an die Türen der jüdischen Häuser in Deutschland pochen und um Einlassen bitten für die KEREN HATORAH MENORAH, die wir ja vom vorjährigen Chanucka her kennen und die damals so freundliche Aufnahme in vielen tausend Häusern fand, daß die Keren Hatorah-Leitung sie auch dieses Jahr in verdoppelter Auflage,' wieder als Gruß und Mahnung in die jüdischen Häuser entsendet. Als Gruß des deutschen Keren Hatorah an die jüdischen Häuser, mit deren Jugend sich Keren Hatorah eng verbunden fühlt, aber auch als Mahnung an die jüdischen Häuser, sich mit Keren Hatorah verbunden zu fühlen und dieser Verbundenheit Ausdruck zu verleihen durch Erfüllung der Bitte, welche die Keren Hatorah Menorah ausspricht: „Wir bitten um eine Spende für jedes entzündete Licht." II. In stiller zäher Arbeit hat der Keren Hatorah der Agudäs Jisroel in den vergangenen 13 Jahren für Limud Hatauro in Deutschland gewirkt. Die großen Summen, die er in dieser Zeit in mühevoller Sammelarbeit beschafft hat, hat er — ohne großen Spesenaufwand — restlos ausgegeben für Förderung des Taurolernens unserer Jugend. Er hat niemals danach gefragt, weichein jüdisch politischem Lager der junge Mensch angehört, der seine Förderung erbat, er stand und steht noch > heute auf: dem : Standpunkt, daß jeder, der guten ehrlichen Willens ist, zu lernen, Förderung durch den Keren Hatorah erhalten soil. Die treue Durchführung dieses Standpunktes verpflichtet aber auch die jüdischen Häuser aller jüdischen Lager, Keren Hatorah in seiner schweren Arbeit zu unterstützen! III. Wenn Keren Hatorah an alle jüdischen Häuser um Hilfe sich wendet, so soll er auch über das bisher Geleistete in kurzen Zügen Rechenschaft geben. Die letzten Jahre, die uns Juden in Deutschland eine Umstellung auf allen Gebieten brachten, haben glücklicherweise auch eine erfreuliche Umstellung gebracht in Bezug auf die Einstellung der Jugend — und der Eltern — zum intensiven. Lernen. Es Söll; in diesem Zusammenhang nicht untersucht werden, inwieweit die werbende Kraft der Agudas Jisroel und die Leistungen des Keren Hatorah wertvolle Vorarbeit in dieser Hiasicht geleistet haben — jedenfalls wurde Keren Hatorah durch diese erfreuliche Tatsache vor neue größe Aufgaben gestellt. Er hat sich diesen wichtigen Aufgaben unterzogen, ungeachtet seiner Finanzlage —;in der Gewißheit, daß in Ausübung1 siolph grpßer Mizwotat ihm dann auch die^g!t$UQ£ej)&l{e nicht fehlenwird. Und er hat Recht {behalten: m einer Zeit, in welcher die dur.chsciiai^^iche,., materielle . Leistungsfähigkeit der Jud^ij^iiPe^ts'chlfjuid' ständig fiel,: gelang es ihm* weis€ptlich größere Mittel. als in den1 früheren Jafee^vauf zubringen.;,. ... So konnte Keren Hatorah in steigendem Maße unserer lernenden Jugend helfen: 1 .Die bestehenden Keren Hatorah Talmud Thora-Schulen konnten ausgebaut werden, eine neue Schule konnte errichtet werden. 2. Durch die Subventionen des Keren Hatorah konnte in lehrerlosen Gemeinden Religionsunterricht eingerichtet werden. 3. In Frankfurt a. M. entstanden in den letzten zwei Jahren in Zusammenarbeit mit Jeschiwa und Noar Agudati drei Jugendheime, in denen heute ca. 85 Knaben im Alter von 14—16 Jahren vollkommen versorgt werden, die auf der Jeschiwa fleißig lernen. 4. Auf ausländischen Jeschiwaus lernen heute über 100 junge Menschen aus Deutschland, viele von ihnen erhalten Subventionen vom Keren Hatorah, durch die ihnen erst das Lernen dort ermöglicht wurde. Keren Hatorah hat gerade in jüngster Zeit bei einer besonderen Gelegenheit bewiesen, daß ihm das Wohl dieser jungen Menschen am Herzen liegt. 5. Einer Jeschiwo in Deutschland hat Keren Hatorah die durch Vergrößerung der Hörerzahl nötig gewordene Anstellung einer weiteren Lehrkraft durch eine laufende Subvention ermöglicht. IV. Bedarf es für den Leserkreis dieses Blattes vieler Worte, um zu beweisen, daß es neben der Pflicht, für Erez Jisroel zu leisten, auch eine unabweisbare Pflicht ist, für Tauro in der Gaulo zu sorgen? Das Wort jenes Weisen ist wahr: „Wir haben 2000 Jahre ohne Erez Jisroel in der Gaulo gelebt — aber wir könnten keinen Tag leben ohne Tauro." Seien wir glücklich, daß unsere Jugend den Willen zum Lernen hat und setzen wir alle Kraft ein, diesen Willen zu stärken und unserer Jugend zu helfen, daß dieser Wille in die Tat umgesetzt werden kann. Jeder — ob arm, ob reich — kann Mithelfer sein in der Erreichung dieses erhabenen Zieles. Er braucht sich nur dem Keren Hatorah zur Verfügung zu stellen, er muß nur Keren Hatorah stärken, sei es durch eine einmalige Spende, sei es durch regelmäßige Beiträge, sei es dadurch, daß er Freunde veranlaßt, solches zu tun. Die CHANUCKAH-AKTION des Keren Hatorah ist die beste Gelegenheit, sofort damit zu beginnen. Möge Keren Hatorah nicht vergebens rufen, mögen sich Helfer mit Herz und Hand in großer Zahl finden. Menauraus sind anzufordern bei der Landesdirektion des Keren Hatorah in Deutschland Hamburg 13, Heinrich BarthstrC 21, 2. Wochenkalender. Vom 5.—12. Dezember 1936 / Vom 21.-28. Kislew5697 »ai»!p D'rnr Samstag 5 21 30 Sonntag 6 22 3D Montag 7 •£>03 23 *TD Dienstag Dez. 8 24 no Mittwoch 9 25 10 Donnerstag 10 26 10 Freitag 11 27 no Samstag 12 28 ÖD rri>K«?n awi naian 'raian nur rf»B

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