Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 47 (26.11.1936)
- Date
- 1936-11-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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r^^^^.m^;^j!;tp^^^^^:f'y.^j^~ 26; November 1936 Israelit Nr. 47 Seite 7 neuen . Deutschland zu verkaufen oder ihm als Leihgabe zu überlassen. Diese vielfach auf Stiftungen beruhende Sammlung setzt sich aus zum Teile einmaligen und unersetzlichen Werten zusammen, die für die wissenschaftliche Forschung an der Universität Frankfurt .lä.vM. unentbehrlich, sei. Sie bilde einen: organischen Bestandteil der 'Stadtbibliothek und könne daher daraus nicht ohne schwere Beschä* digung< ihres Gesamtaufbaus gelöst werden. Die Stadtverwaltung hat sichJaber bereit, erklärt;- -die Sammlung der Forschung an Ort und Stelle ohne Ein? schränkung zur Verfügung zu stellen und hat sich erbetendie Errichtung einer. Zweigstelle des Reichsinstitutes in Frankfurt a. M.. in jeder Weise zu fördem :und zu unterstützen; Die nichtarischen Ruhestandsbeamten scheiden '" ';aus dem Beamtenreichsbund aus. jj.t!~;.:.> . ]':.,. .'•,•..'••«.';:.r; . Berlin, fS,. Noy..; . . piß . Stellung der Ende 1935 in den, , Ruhestand getretenen jüdischen Beamten im Reichsbund , der deutschen Beamten, ist nach Keldung des „Berliner Tageblattes" neu geregelt worden. Diese im Einvernehmen; mit, dem Stellvertreter des Führers, und dem Redchsinneniriinister.. ergangene . Sonderregelung be stimmt^, daß u. a., Mitglieder, im. Reichsbund nicht sein können: Juden im Sinne des Reichsbürgergeset zes; "Ruhestandsbeamte, die auf Grund , des* Gesetzes zur Wiederherstellung des . Berufsbeamtentums vom 7. April .1933 wegen nichtarischer Abstammung in den Ruhestand versetzt, worden w;ären, wenn sie sich am 8. April. ,1933 noch im Dienst befunden hätten; Beamte oder Ruhestandsbeainte, die nach dem 30. Juni 1933 entgegen dem Reichsgesetz vom 30. Juni 1933 eine Ehe. mit einer Person geschlossen haben bezw. schließen, die von jüdischen Eltern oder Großeltern abstammt, wobei es genügt, wenn ein Großelternteil nichtarisch ist; Rühestanasbeamte, die nach § 3 des Berufs^gam^enges mu$,gÄ(ny;de^ Ruhestand .^ersetzt'^orderi'vsind. 'i'tü'a* eS'J]^^ch^^bw^ziBeamt& nicht ' mehr -gib t, , :« :• •, \ rf-«^""^ "Jl. .- -.' bezieht %-si<^' die^Biest"nimun.g,>^ä:ß,i'Juden^ nicjit M-itglie^Ter ~'~de&'^W£ic&ftün3e&1 der "D'etitschen "Beamten '••;•> ,.?•■.•:•'•.'',• '"■W'r" " \ ... sein können, nur auf' Rti h fe srt an d s b eamte, und zwar auf diejenigen, dje auf Grund des Berufsbeamtengesetzes^h den' RüheWtänd . versetzt wöYden sind, die sich am 7. April 1933-schon im Ruhestand befanden und auf diejenigen^, -die auf;;G^nd des Reichsbürgergesetzes Ende 1935 in den Ruhestand versetzt worden sind. Alle" jüdisicheri Rühesfändsbeamtsn scheiden mit dem 31. Dezember 1936 aus dem Reichsbund aus.' ''''' " ':;:* ''" Die Ruhestatia^bVamenv die'1auf; Grüffd 'dieser Sonderregelung -aus' dem 'Reichsbuhd';der Döüfechefn Beamten aüSscheiden miisdeh.,'' können1 Hsifch aber der Sterbegeldeihrichfüng;; Wieder;:'ansJchließe'ri: -En'tspiPe^- chende - £ntr^ 1936 unmittelbar bei 'der GescTiäftsste'lle des Reichs- . u v. os^i;c.f. bundes der Deutschen Beamten, Berlin W. 35, Graf Spee=Stra.ße 17, eingehen. , -~.f- "-'C" -trr.<- EinJ Verzeichnis juristischer Schriften jüdischer ■ ■• "HV.Oi.'iA "vCi/ --''t-n £jö "OOf< Ii;- >•<-,•; r<'iu i <>r.1 ,,,, - -r^Aui^en..,, ..yh_&.; ■■i*a:um* Q«r>.mi*- oo/ h~lx <>B ea^i-ny/ 2&bM8y.u/ ■• im^'Ä^Kluffl'atf^e-AnläftS •Ökt&-Bör«aH^hal,.te>«el Tagung!^}^^^^^ Rechtswahrerbundes, ist jetzt, wie die „Natiöhalso'zialistische Parteikorrespondenz" mitteilt, ein „Verzeichnis juristischer und ig^^^M^^g^^h^^^^^ ten jüdischer Autoren," im Deutschen Rechtsverlag erschienen. In ihm sind _ etwa 650 jüdische .Verfasser mit fast, 2000 Büchern und Schriften aufgeführt..., , Zur ifFita^e .Viu^scher." Üebe^eekolonisatiön^ , -£- •- * v1- - -~ '1 .'t: •"' ''i 1*' V,/t0 ■ .^^nr.-in iast'>nß;-;*:i.'r; Grundzuge für. eme konst^ru^tiye,Au^wanderungsö'i}y;'.;vvWinoMtikj {;.;•.; ^.-tesn-S $ilr, iab o2 a-r. >> ■l ■na)!* '^'Be^Mh^^ NöW& "-•>'•* '"vd,>• -n-jnn -s ::-y.,'.f:«»/,.$,v! <tj> -ff^T/«»-».-.;- Mitu; dfen .iMögliphkeiten^ jeiijer .Dl^nmaßige?- sehen iUebe^eekoronisätioa': b»faßt>Asiehb Jfe^q.;Äpt Jn. s'einc^r' struktivi 51- .<- in- ■ r-Ji - .'ij UrrU £--3<TtJ- '* ••'••kli'»« j: der Ansicht ifen-tg^genr d^.^et_g<Mojiu^p^' ^ecU, lung ' Vön - Judenin uiwe^seeischenLändern auße^|ia^b, Palästinas nicht durchführbar sei. Er betont, .dafi\*die, Bemühungen um ' die Verwirklichung einer solchen Siedlung, keineswegs im Gegensatz zur Schaffung des Jüdischen Nationalheims in Palästina stehen, vielmehr eine Ergänzung dazu bilden können. Es hat sich gezeigt, schreibt Apt, daß auf einem bi-nationalen Territorium ein jüdisches Nationalheim keine Sicherheit und keine freie- Entwicklungsraiöglichkeit findet. Wenn auch zu erwarten steht, daß die ,enjlkche..Regj^.rung, klare Verhältnisse schaffen*und diejenigen^schützen wird, die im Vertrauen auf dasi iVIahdat vnach7Palästin& eingewandert sind, so v^rd'^man' <dtoeti '-die - BeitrdbdnV gen der Territorialbewegung für richtig halten, ohne Rucksicht auf die Wandlungen" der palästinensischen' Politik nach einem eigenen, den Juden gehörigen, 'ge' nügend großen Territorium außerhalb Palästinas zu suchen, auf welchem ein autonomes jüdisches Gemeinwesen sich entwickeln kann. Der Verfasser empfiehlt die Landwirtschaft als Basis jüdischer1 Kolonisation, zeigt an' Beispiel eh, daß Juden in verschiedenen liäildern sich' auf diesem' Gebiet bewährt haben, und'weist auf .die für eine Einwanderung großen Stils-noch •aufnähmefähigen über seeischeir Länder hin.;Zur Finanzierung der Kolönisa tion schlägt er eine Agraiibank vor, deren. Grund kapital von den großen; Lieferfirmen-: der Ansdedlung und den an der Auswanderung interessierten. Schiffahrtunternehmungen aufgebracht werden ..soll. Als Grundläge für. eine konstruktive..Auswanderungspoli» tik wird 1. die Errichtung einer Kolonisationszentralej 2. die Entsendung und Ausrüstung der erforderlichen Expeditionen, 3./die Gründung einer Agrarbank . bezeichnet. Das _ Völkerbuna!sikommissariat für Auswandererfürsorge solle zu einem; Instrument des Völkerbundes für wirklich konstruktive Auswanderungspolitik ausgebaut werden, nachdem von jüdischer Seite die notwendigen Vorarbeiten geleistet sind. In diesem Zusammenhang wird angeregt, daß der Council for German Jewry einen Kapitalbetrag sicherstelle,! aus dessen Zinsen die Kolonisationszentrale erhalten wird. Zum Schluß erklärt der Verfasser, er beabsichtige nicht,. für eine allgemeine Wanderungsbewegung Prjs paganda zu machen, insbesondere , nicht diejenigen zur Auswanderung zu, veranlassen, welche in ihren Heimatländern bleiben wollen oder können. Werde dem. neuen Kolonisatipnsplan auch das Zions-Ideal fehlen, so scheine doch die Aufgabe, Millionen wirtschaitlich entwurzelter Existenzen eine neue Lebensgrundlage zu schaffen und ein neues körperlich und geistig gesundes Geschlecht heranzuziehen, eine genügend tragbäre Idee zu sein. Durch die Bearbei- , tüng und Kultivierung des neuen Landes werde auch dieses Land ein heiliges werden. ^Volksschulabteilüiig' für jüdische Kinder? in Karlsruhe, Karlsruh e , 18. Nov. ^^a«';"^'erim'er Tage'bla'tt"' meldet"; "Mif Genehmigung, 'des Ministeriums \ für Kultus und Unterricht ist .in--. Ki a r 1,'s-rujh e eine. Volksschulabteilung fite jüdische!' Kinder errichtet worden. ■ Unter 14.878 Schul» kinjdern t>efariden sich 212 jüdische Kinder, die nun in^-^eD.en-, Klassen zusammengefaßt äind und von jüd-ischent^Lehrern;) unterrichtet werden, .^uch , llyäus^ wärt* ''Wonnende' jüdisohei Kinder'. nehmen van dies*rj SSnuItfTtetiV- In-'V-erlol-g %er NüThbergef:ilasiäengesetze r^V'V Jtr: :Vt-v,-. ■ , <:ä.-.':: .-.-L- Uua? . < W,^ Preußischen Landesverband beitritt. Zum Vertreter der anhaltischen Gemeinden im Großen Rat des Preußischen Landesverbandes wurde Rechtsanwalt Dr. S o n d er, zu seinem Stellvertreter Landesrabbiner Dr. Walter gewählt. >M Abschluß, des T jüüu$fi$cfa { - den ^Preu^schen likiides^erband, ' Dessau, 15. Nov. Auf einem Verbandstag des Landesverbandes der' Anhaltischen _ Israelitischen Kültusgemeiriden, der am 15. November in* Dessäü sta|t|änd,;r^vuiride-^emsförtmig YQni<.d4nr].,Vertreternj, ,. jüdijschfefl Genjeinden'j ÄnJ halt» =defi£ iAa s c h 1 urßan >d en £ jr e u.JBjis c^e.tt L anha^^söhön,\ J^rbancl^ ) au|(j4eß!^^^^%^u j5fH" Me*eny -deines AufgabenkTeis.es>, flden? .de,r ■ Verbands-. v6r&$±(i£ä&t >Mtfhf*anvt»ält Dr. > S "öinxLelr;^Dessau;' erstattete^ legte er den Entwurf des Anschlußvertrages vor. '^ch.V^ür^er;J D^ät^^W^td^•''iiSr Vertragsentwjarfrirjjange^jmmfn^ ^iir^h: «den ^derfanhaltischp Lattdes-veirbandy mibb allen ,sejin<3n ^vGe^einjlen^.tdeni.?v Schweiz.k> Wanderungskommission des Internationalen * •' 1 Arbeitsamtes tagti Genf, 20. Nov. Am 16. November wurde in Genf die zweitägige ordentliche Sitzung der Kommission für Wanderungsfragen beim Internationalen Arbeitsamt eröffnet. Die Kommission tritt in jedem zweiten Jahr zusammen, um Probleme der Wanderung im Zusam« menhang mit ihrer Auswirkung auf soziale und Arbeitsbedingungen zu..erörtern. Die Beratungen der Kommission für Wanderunigsfragen finden unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Auf der Tagesordnung stand ein ypn dem italienischen Experten de Mi ch e Iis . ausgearbeiteter Plan.f kolonisatorischer Auswanderung, Fragen der Erteilung von Visen an, Auswanderer und andere technische Probleme. In der Aussprache hatte der Vertreter Polens Gelegenheit, die Frage der. Jüdischen Emigration aus Polen anzuschneiden,, wie dies von der. polnischen I; r- . ' - . Regierung in Warschau ' und in, Genf angekündigt wurde. Ungarn. : Studentenunruhen in Budapest. — Abwehrmaßnahmen der Regierung. Budapest, 22. Nov. Die seit mehreren. Tagen andauernden antisemiti^ sehen Unruhen an den Budapester Hochschulen, die sich teilweise auch auf,der Straße fortsetzten, hat der jüdische demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Bela Fabian in einer Anfrage an den Kultus- und Ünterrichtsminister zur Sprache gebracht. Er stellte fest, daß, hochschulfremde Elemente sich in die Reihen'der Studentenschaft eingeschlichen und Ausschreitungen begangen hätten, Die Teilnehmer an diesen Kundgebungen seien bewirtet worden und hätten Taggelder erhalten. Es sei zu hoffen, daß es der Regierung gelingen werde, die geheimen Geldgeber festzustellen. Etwa vierzig Demonstranten unter Führung des Mittelschullehrers Kemery-Nagy wollten dem Ministerpräsidenten die sogenannten „Vierzehn Punkte''^ die Forderungen der stellenlosen akademischen- Jugend Und der oppositionellen Hochschüler, überreichen, Empfangen'würde nur Kemery-Nagy von dein Staatssekretär Ta'hy;-der ihm''mitteilte* daß er nur mit den gesetzlichen Vertretern-der anerkannten stu» ■ ■■ ■ ■ i . , dentischen Organisationen verhandeln "vretde.! Der Anführer der uempmb^h^en' * mußte' unverricht'eter ' Dinge» abziehen und wurde wegen . mehrerer Ueber,- tretungen vom Polizeirichter zu 300 Pengö Geldstrafe verurteilt.:': Während einer Nachtsitzung des Parlar merats' entsandten Hochschüler, die der Pfeilk-reuzbewegung .angehöre.^\fVP$. '.} Aboiibiüng. zum Minister-. präs.identen/ '''die^-ij^ch'-i^ht. ^n^faB4^(wunle. .Die. Demöhstranten verstreuten :sö'da^: ia*ufden Straßen. Trennung-*Jüjr christlichen;vonJfjj,%r Jüdi^chen^Kültur.: Uhter'riehtsniSnis^er r^Hro'm a n'hat ani..die Studenten^ schalt eW/^ärnui^'i'gerfellte#;' ■~'-f4-r-!; i ' ';- - v'- -" t ... ,-~ :q f : k;:..v Polen. Schwere judenfeindliche Ausschreitungen ••. II fJ........r&>- v,_.^n'Wilna.. ■ - -..;.<••••tu :.\b \\r W auss ah a;U; 22.Npy. ■. Im 'VerTaUf*J einfer - judenftfindlichenr Kundgebung sin4 am 22.!^oveitiber;20^^Jüdeh in cW'i l^ii'^edÄ'undetworden; , Ein ^r.zjt ^wurde 4^?' fölgei.'der 'Aufregungen;, yoto :Sc!hlage ^ggrü^hjrt und starb. Die5 'Kundgebungen begannen? am. Morgen:-.mit; einiBni Aufmarsch, der' .SchülKinder zum Reichen der Sympathie mit .den im S'iudentfinheim iii den ^Huhy gerstreik getretenen nationaldemokratischen Studen* teil;' Itineä folgten die Aiig«hSügen-.'der>-«.eiischiedenen nätiöhaidemokrätisch;eh Orgaiiisatiö'nen. und zum