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Der Israelit · 1936-11-26 · Heft 47 (26.11.1936) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 47 (26.11.1936)
Date
1936-11-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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26. November 1936 Der Israelit Nr. 47 Seite 5 § 228—233 Der Baumeister § 234—340 Der Schiffbau § 241—249 Vermietung von Acker und Lasttieren § 250—252 Das stößige Rind § 253—260 Mietung von Feldaufsehern § 261—267 Der Hirt § 268—277 Tarife § 278—2S2 Die Sklaven. Obwohl dieser Gesetzeskodex bereits seit über dreißig Jahren entdeckt ist und von der Wissenschaft auf das Genaueste durchforscht wurde, ist die ihm zu Gründe liegende Systematik bis heute noch völlig ungeklärt. (Vgl. Koschacker, Rechtsvergleichende Studien zur Gesetzgebung Hammurabis, S. 6.) Unter Berücksichtigung unserer Tradition löst sich indessen dieses Problem ganz von selbst.. In der nachstehenden Uebersicht ist die Gliederung des Gesetzes in die einzelnen Materien durch Querstriche kenntlich gemacht: Dinim : § 1—5 Prozeßordnung Diebstahlgruppe: § 6—8 Tempel- und Hofdiebstahl § 9-r-13 Gemeiner Diebstahl § 14—20 Menschendiebstahl § 21—25 Einbruch und Raub :§ 26—41 Lehensgüter § 42—47 Verpachtung von Feldern § 48—51 Verpfändung der Ernte § 53—56 Wasserschäden § 57—58 Weidefrevel § 59—65 Gartenkultur § 98—107 Kommenda § 108—111 Die Schank- und Gastwirtin §112 Kommenda (Fortsetzung) § 113—116 Pfändung und Schuldhaft § 117—119 Verpfändete Personen § 120—126 Deposita Sittlichkeit s d e 1 i k t e; § 127—132 Das Eherecht (Ehebruch] § 133—136 Die Frauen Verschollener § 137—143 Ehescheidung § 144—147 Die Frau gibt, dem Mann eine Sklavin § 148—149 Die kranke Frau § 150 Geschenke des Mannes an die Frau § 151—152 Voreheliche Schulden § 153—158 Verbrechen gegen die Sittlichkeit § ,159—161 Aufhebung der Verlobung Augen zu finden." Vielleicht bildet i»1" ">2"isb bereits •den Inhalt der Rede, die die Boten Esaw übermitteln sollen. Ein jeder von ihnen verneigt sich vor Esaw mit den Worten: „Meinem Herrn, dem Esaw!" . . . *w» '5> "»rrn nns 19 msi wj jaV ay Zwanzig Jahre Dienst im Hause eine« Lawan um den Erwerb von Ochs und Esel, Schaf und Knecht und Magd. Neo-ist ■du mich: „Gesegneter"? * * Kap. 32, V. 7. Vs -prm utia "\mb h?v> b& D'asVnn lawi iny v« nuw ya-mn ins-ipV ibn dsi uz»? „Die Boten kehrten zu Jaakow zurück und sprachen: Wir sind zu deinem Bruder, zu Esaw, gekommen; er zieht dir auch entgegen und vierhundert Mann mit ihm." Der Bericht der Boten besagt nicht eindeutig, daß Esaw seinem Bruder mit dem Plan entgegenzog, um ihn anzugreifen. Im Gegenteil, Esaw ist hocherfreut, «einen Bruder wiederzutreffen und schickt ihm eine Ehrengarde von vierhundert Mann. Jaakow bleibt jedoch mißtrauisch und rüstet sich zum Kampfe. Eine Analogie für diese Bedeutung der "Wendung "\bn on bietet Schemot 4, 14: nan Dai •iaVa nnwi i«"n^mnpS> NS' ^in . „Er geht dir auch ent? gegen, er wird dich sehen und sich in seinem Herzen freuen." Andere Deutung: Die Tora berichtet uns mit aller Ausführlichkeit den Auftrag Jaakows an die Boten und teilt uns auch .die Antwort Esaws mit. "Mit keinem Sterbenswörtchen ist aber von .dem Empkng, den Esaw den Boten bereitete, die Rede. Erkundigte er sich nach dem Wohlergehen seine« Bruders, fragte er nach dessen Befinden? Warum verschweigt uns .die Tora all dieses? Daher folgern wir: Esaw hatte die Boten. nicht in Audienz empfangen. Sogleich nach der Ankunft der Gesandten begann § 162—164 Die Erbschaft nach dem Tode der . Frau § 165—169 Die Erbschaft nach dem Tode des Marines § 170—171 Die Gattin und die Sklavin § 172—174 Die Morgengabe ' § 175—176 Heirat zwischen einem Freien und einem Hofsklaven § 177 Die Witwe mit den Kindern § 178—184 Das Erbrecht der Töchter § 185—193 Adoption Körper- und Lebensgefährdung: § 194—214 Die Talion § 215—227 Wundarzt, Tierarzt und Scherer § 228—233 Der Baumeister § 234—240 Der Schiffbau " § 241—249 Vermietung von Ackeru. Lasttieren § 250—252 Das stößige Rind § 253—260 Mietung von Feldaufsehern § 261—267 Der Hirt § 268—277 Tarife § 278—282 Die Sklaven Es ergibt sich dabei die erstaunliche Tatsache, daß dem Gesetz die Gruppenordnung der sieben noachidischen Gesetze zu Grunde liegt. Die erste Gruppe, Prozeßordnung, entspricht der Gruppe Dinim. Beide behandeln die Verbrechen gegen die Rechtspflege. Die zweite Gruppe entspricht der Diebstahlsgruppe, in welche das Vermögensrecht eingearbeitet ist. Die dritte Gruppe hat zum Ausgangspunkt die Sittlichkeitsdelikte (§ 127—132; § 153—158), Das Familienrecht ist eingearbeitet. Die vierte Gruppe behandelt Körper- und Lebensgefährdung. Im Zusammenhang mit dem hierzu gehörigen „stößigen Rind" § 250 bis 252 werden auch Vermietung von Acker- und Lasttieren, Mietung von Feldaufsehern, der Hirt und Tarife behandelt. Die Reihenfolge der Gruppen des Hammurabi Kodex' entspricht mit einer Abweichung genau der traditionellen Reihenfolge der sieben noachidischen Gesetzesgruppen. Prozeßordnung, D i e b s t a h 1 s g r up p e , Sittlichkeitsdelikte, Körper- und Lefoensgefährdung entsprechen den Gruppen Dinim, G'tteslästerung, Götzendienst, Sittlichkeitsdelikte, Körper-und Lebensgefährdung, Vermögens, delikte (Raub), Glied eines lebenden Tieres. Bei der Würdigung dieser Ueßereinstimmungen muß man sich vor Augen halten, daß es sich er mit der Ausrüstung von vierhundert Mann. — Die Gleichzeitigkeit der Handlungen dürfte durch das on zum Ausdruck kommen. Vgl. Tehillim 137, 1. waa WuawDiz? . Kaum hatten wir uns an den Strömen Babels niedergelassen, und schon weinten wir, da wir an Zioti .dachten'. * * Kap. 32. V. 8. *\w o»n ns pn»i ix'i ™» apy» •mann ->yob o^nani ipan rtti?nsn risi ms „Da fürchtete sich Jaakow sehr und es ward ihm bange; und er teilte die Leute, die mit ihm waren, und die Schafe und die Rinder und die Kamele in zwei Lager." Die augenscheinliche Wiederholung RVl •b Wi veranlaßt die Weisen zu der Bemerkung: . tmnsn ns sin ann' ds -upi »vmkde? s-vn Er fürchtete sich, er könnte getötet werden, und es ward ihm bang, er könnte andere töten. Weitere Auslegung: Esaw wollte an seinem Bruder erst nach dem Tode Jizchaks Rache nehmen. „Laß nur erst die Zeit der Trauer um meinen Vater kommen, dann werde ich meinen Bruder Jaakow erschlagen." (27, 41.) Jetzt, da Esaw ihm entgegenzieht, glaubt Jaakow annehmen zu müssen, «daß sein Vater nicht mehr am Leben sei. Nt"i"i bezeichnet die Furcht vor Esaw, lV es wird ihm enge, ist Ausdruck der Beklemmung, die sich in seinem Herzen regt; da ihm die vermeintliche Todesnachricht kund wird. Wir verstehen daher, daß Jaakow in dem darauf1 folgenden Gehet G'tt mli »3» „G'tt meines Vaters Jizchak" anredet (V. 9), während Menschen sonst niemals G'tt mit dem Namen eines noch Lebenden bezeichnen. Sohatte Jaakow ehedem in bezug auf G'tt das Attribut pnx' inai „Die Furcht Jizchaks" angewandt (31, 42 u. 53). um völlig eigenartige Gruppenbildungen handelt. Die Voranstellung der Gruppe Dinim wird erst durch die Tradition verständlich, ebenso daß die Sittlichkeitsdelikte der Gruppe Körper- und Lebensgefahr dung vorangehen. Eine Abweichung liegt insofern vor, als die Diebstahlsgruppe unmittelbar auf die erste Gruppe folgt. Das bedarf aber ohnehin der Erklärung, da man ganz allgemein niemals die Vermögensdelikte vor den Körper- und Lebensgefährdungsdelikten zu behandeln pflegt. Die Gruppen G'tteslästerung und Götzendienst sind im Hammurabi Kodex ausgefallen. Es sind dieses diejenigen Gruppen der noachidischen Gebote, über welche die Menschheit sich hinweggesetzt hatte. Da aber auf die Gruppe Dinim diese religiösen Delikte ursprünglich folgten, knüpft der Hammurabi Kodex mit dem einzigen verbliebenen religiösen Delikt: dem Tempeldiebstahl, an diese erste Gruppe an. Im Zusammenhang damit wird die ganze Diebstahlgruppe vorweg behandelt. Nach ihrer Erledigung folgen dann entsprechend der Gruppenfolge des noachidischen Rechtes die Gruppen Sittlichkeitsdelikte und Lebens- und Körpergefährdung. Demnach ist also festzustellen, daß der Hammurabi Kodex in seinem Aufbau und seiner Anordnung auf dem Gesetzeswerk der sieben noachidischen Gesetze beruht. Eine ähnliche Beziehung besteht nun aber auch zwischen den Rechtssatzungen der Thora (2. B. M. Kap. 21—23) und dem noachidischen Recht. Die Reihenfolge ist dort die folgende: 1. Sklavenrecht .......21, 1—21, 11 2. Tötungsrecht, Körperverletzung, Lebensgefährdung . . . .21, 12—21, 36 3. Diebstahlrecht ...... 21, 37—22, 15 4. Sittlichkeitsdelikte . . . 22, 15—22, 18 5. Götzendienst ..........22, 19 6. G'tteslästerung .........22, 27 7. Verbrechen gegen die Rechtspflege 23, 1, 2, 6, 8. Sie entspricht also fast völlig der der noachidischen Gesetze, die nur umgekehrt ist. Außerdem sind die Tötungsdelikte den Diebstahlsdelikten nachgestellt bezw. (da die Reihenfolge umgekehrt ist) vorangestellt. Somit ergibt sich, daß sowohl dem Thorarecht als auch dem Hammurabi Kodex das Recht der sieben noachidischen Gesetze zu Grunde liegt. Hierauf beruhen die Analogien zwischen Thora und Hammurabi Gesetz, welche die Wissenschaft gegen die Thora zu verwerten sucht, nichtahnend, daß sie eina Andere Deutung: Die Furcht vor Menschen ist ein Zeichen mangelnden G'ttvertrauens. 'n roprii jro» i'sn m« pai nw pukh n»*v»iri jtik 'ö „Wer bist du, daß du dich fürchtetest vor einem Menschen, der sterben wird, vor dem Adamssohne, der wie Gras hingegeben wird? Du vergaßest G'tt, der dich machte." (Jeschajahu 51, 12—13). Fürchtest du den Menschen, so heißt dies'", daß du Grtl vergaßest. Jaakow ist bange darüber, daß er sich vor Esaw fürchtet, "b ns-"! nun apy s-i"i Jaakow fürchtete sich sehr, d a r o b ward ihm bange. * * Kap. 32. V. 29. '3 bxiw du "pv ny *iax» apy xb nsx>i •Vaim b»w* osn crp^R 09 rp*w „Und er sprach: Nicht Jaakow soll ferner dein Name gesprochen werden, sondern Jisrael; denn du bist ein Fürst bei g'ttlichen Wesen und bei Menschen, und du hast vermocht." Das mit dem Bindewort *"7y konstruierte ivi bedeutet: er herrschte über, so in Schoftim 9, 22 bmw by "fimx -wi es herrschte Abimelech über Jisrael. nnw '3 heißt: Denn du bist ein Fürst bei. * * Kap. 35. V." 16. K"0^> p«n maa ny -»rm bx r^a» wtni •nn*6a vptn bm •rtm nmsK „Sie brachen von Bet-El auf, und es war noch etwa eine Strecke Landes nach Efrat zu kommen, da gebar Rachel, und sie hatte eine schwere Geburt." Ueber die Bedeutung der Wendung pR maa bestehen Unter den Kommentatoren Meinungsverschiedenheiten. Einer Erklärung des. Bereschit Rabba zufolge hängt rnaa mit niaa Sieb zusammen. Es waren um jene Zeit Brachfelder vorhanden, die Erde war einem Siebe gleich hohl und löcherig. Menachem ben Seruk leitet den Ausdruck von vaa mächtig, groß ab. Dem*

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