Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 47 (26.11.1936)
- Date
- 1936-11-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 47 Der Israelit 26. November 1936 ■ :•;<.■ ■■ «,■■■■:.... . ^v? 0 . Kein jüdisches Haus ohne die KEREN HATORAH Sammeldose! Bitt e Dose n beif.d er Zerit ra iV a'nford e t » : H a m b u rg l3; H einri c h Ba r t h 5 traß e 2 1 und Wortgeklüngel verschwendet", er will die lebens- und wirklichkeitsnahe Droscho! Und weil na,3 und Kanzel, weil ntPYT und Predigt nicht das Gleiche sind, mußte es ein Mann vom lamdonischen Format Dr. Weinbergs sein, der hier den richtigen Weg aufwies, Daß man nicht zu dem verhängnisvollen Irrtum gelange, der an der Seite des vom Verfasser beschrittenen Weges lauert: zur Propagierung also eines Zustandes, den unsere Zeit glücklich überwunden hat. Dies ist ganz bestimmt nicht der Sinn der von Dr. Weinberg entfalteten Propaganda für die Bedeutung der niPYT! Der Verfasser will nicht, daß jeder redebegabte Amhoorez auf die „Kanzel" hinaufsteige, er will, daß der Lamdon, der große Thoragelehrte, zur no,3 hinabsteige! Und darum mußte von einem anerkannten Talmid Chochom hohen Grades der Ruf zu einer Renaissance dieser Art ausgehen, der von ihm ausgehende Ruf schließt von Anfang an jenes Mißverständnis aus, in dessen Schatten sich sonst allzuleicht Kanzelsprache und Kanzelpathos wieder breitmachen könnten. Und so wird im Grunde die Herausgabe dieses Bandes auch nach der andern Seite zum Bekenntnis: zum Bekenntnis der jüdischen Masse zum Talmid Chochom! Daß sie von ihm, und nur von ihm, die Kost für ihre Seele, für ihr Gemüt empfangen soll und empfangen will! 3. Zum Inhalt dieses Werkes im Einzelnen Stellung zu nehmen, steht mir gewiß nicht zu! Nur das Eine darf hier ausgesagt werden: nach meiner Meinung werden die Forderungen, die der Verfasser für „den Alleinanspruch auf die durch die Berufenen" aufgestellt hat, in allen Teilen durch die hier zusammengestellten Veröffentlichungen erfüllt! Einerlei ob es sich um die „Droschaus" in ihren klaren Gliederungen, ob es sich um die Gelegenheitsreden mit ihrer immer in die Weite und über den Sonderanlaß hinausgehenden Tendenz oder ob es sich um die Hespedim handelt, wo die Gestalt des Gewürdigten förmlich vor dem Auge des Lesers steht. Oder um die agadischen Deutungen, wo an 30 Beispielen die ganze Tiefe und Herrlichkeit der Agada großartig nahegebracht wird. Oder um die Aufsätze, von denen der über Kowno unter den beiden großen Rabbinern, Rabbi Jizchok Elchonon und seinen Sohn Rabbi Hirsch, die Jeschurunleser wie eine alte Perle in neuer, edlerer Fassung anmutet. Dies darf ich in Dankbarkeit für den hohen Genuß, den das Studium dieses Werkes — denn in einfacher Lektüre ist das Buch kaum zu irschließen — mir bereitet hat, festzustellen, ohne die Grenzen zu verletzen, die dem Lehrer gegenüber gezogen sind: Der Verfasser ist ein Q"j?» ffKJI mn nK:: hohe, große Ansprüche stellt der Verfasser an den echten und würdigen Verwalter der na-a, durch dieses Buch zeigt er uns, daß er einer dieser echten und würdigen Verwalter ist. Wolf S. Jacobson. Einführung in die jüdische Geschichte, Von Dr. Ph, Biberfeld. Diesem gründlegenden Prinzip ordnen sich alsdann in natürlicher Reihenfolge und organischer Gliederung die einzelnen zu regelnden Beziehungen an. Als erste folgt die Beziehung zu G'tt, die in positiver Hinsicht in der Verpflichtung zur Heilighaltung des g'ttlichen Namens gipfelt, worauf das Verbot der G'tteslästerung gegründet ist. In negativer Hinsicht kwird diese Beziehung durch das folgende Verbot des Götzendienstes bestimmt. Hieran anschließend wird die Beziehung zum nächsten und engsten Menschenkreis, der Familie, geregelt, welche in den JTPiy 'I^Jl Bestimmungen ihre eigentliche Grundlage findet. Es folgt die Beziehung zum weiteren Menschenkreise, welche hinsichtlich des Schutzes der körperlichen Integrität in den D'ai f13',Qtf Bestimmungen und hinsichtlich des Schutzes der Vermögensrechte in dem Verbot geregelt wird. In den Bestimmungen über "»nn |ö und evtl. über Q^K^S' also in den Beziehungen zur Tier- und Pflanzenwelt findet das Gesetzgebungswerk den sinnvollen Abschluß. Es ist das harmonisch aufgebaute Schöpfungsrecht, welches dem ersten Menschen offenbart wurde, damit er die einzelnen Lebensbeziehungen, in die er hineingestellt war, in richtiger Weise, d, h. dem Willen seines Schöpfers entsprechend ordnen könnte. Die Bestimmungen des Hammurabi Kodex sind in folgender Weise angeordnet: § 1—5 Prozeßordnung § 6—8 Tempel- und Hofdiebstahl § 9—13 Gemeiner Diebstahl § 14—20 Menschendiebstahl ] 21—25 Einbruch und Raub \ 26—41 Lehensgüter } 42—47 Verpachtung von Feldern } 48—51 Verpfändung der Ernte i 53—56 Wasserschäden } 57—58 Weidefrevel i 59—65 Gartenkultur \ 98—107 Kommenda t 108—111 Die Schank- und Gastwirtin! 112 Kommenda (Fortsetzung) i 113—116 Pfändung und Schuldhaft i 117—119 Verpfändete Personen 120—126 Deposita 127—132 Das Eherecht (Ehebruch) 133—136 Die Frauen Verschollener 137—143 Ehescheidung 144—147 Die Frau gibt dem Manne einer Sklavin 148—149" Die kranke Frau 150 Geschenke des Mannes an die Frau 151—152 Voreheliche Schulden 153—159 Verbrechen gegen die Sittlichkeit 159—161 Aufhebung der Verlobung 162—164 Die Erbschaft nachdem Tode der Frau 165—169 Die Erbschaft nach dem Tode des Mannes 170—171 Die Gattin und die Sklavin 172—174 Die Morgengabe 175—176a Heirat zwischen einem' Freien und einem Hofsklaven 177 Die Witwe mit den Kindern 178—184 Das Erbrecht der Töchter 185—193 Adoption 194_214 Die Talion 215—227 Wundarzt, Tierarzt und Scher er In Jakobs Spuren. Von Rabbiner Dr. M. Lewin in Hamburg. Schon unsere Weisen haben in den Lebensschicksalen unseres dritten Stammvaters nicht nur dessen persönliche wechselvolle Erlebnisse gesehen. Diese haben sie als P'o und t»*i. als Zeichen, Beispiel und Vorbild erklärt und somit uns die Deutung unserer Geschichte vermittelt. •D'aa^» p'O masV snnw nn „In allem, was die Väter erlebt, spiegelt sich bereits Israels Geschichte -wieder," dies« Wahrheit leuchtet besonders ein, wenn wir Jakobs Geschichte lesen. Sein Kämpfen und Ringen, sein ewiges Wandern* müssen und seine stete Unruhe, alles Merkmale seines so ereignisreichen Lebens*, sind wesentliche aber nicht die einzigen Momente, die den Vergleich zwischen dem Leben Jakobs und unserer Geschichte rechtfertigen. Wichtiger und entscheidungsvoller ist, daß uns des Ahns Verhalten lehrt, wie wir bestehen können und des Namens, den wir von ihm ererbt, auch würdig bleiben. Vor seinem Zusammentreffen mit Esau trifft Jakob mannigfache Vorbereitungen }*n»! £ ist»1) — — er fürchtete sich, es war ihm bange und er teilte sein Lager, — so erzählt das Schriftwort. Der Ahn fürchtete — hatte G'tt ihm nicht Schutz und Rettung zugesichert? Der Gute und Edle, der wahrhafte Fromme ist sich niemals seiner Verdienste gewiß, er bleibt in steter Sorge: sonn tnü'' »nv> ob er nicht gestrauchelt und der himmlischen Gnade unwürdig geworden. So prüft er sich unablässig, und das Leid wird ihm zu einer Schule der Bewährung und Erhebung. Und ihm ist bange, nicht nur in seiner Sorge, daß er dem Anstürme erliefen könnte. Nicht weniger fürchtet er einen Sieg, wenn es zum Kampfe kommen müßte. Bei all den Gedanken, die «ich in seinem Kopfe wälzen und bei all seiner Sorge, die ihn drückt, vergißt Jakob nicht zu handeln, das zu tun und zu leisten, was der Augenblick gebieterisch fordert. Er teilt seine Leute, — damit nicht alle zu gleicher Zeit angegriffen werden und der eine Teil zum Rettungsanker des andern werden kann. Vor allem trifft er Vorkehrungen, seinen feindlichen Bruder zu versöhnen, sei es durch Geschenke, sei es durch die Art seines Auftretens, durch seine Haltung und Würde, mit der Esau zu begegnen sich anschickt ... ' Sind da® nicht alles deutliche Anweisungen auch an uns? Daß wir das Leid umbiegen sollen in Be= Währung und Veredlung, ist das nicht das sicherste Heilmittel für alle Wunden und Schmerzen, die wir mit uns tragen? In Selbstzucht und Selbstläuterung immer wieder uns zu prüfen, sonn D"W xr>v- Das wird ein Weg, auf dem wir uns zu G'tt und zu unserer Bestimmung und Aufgabe zurückfinden. Nicht zu ermatten und nicht verzweifelnd in lähmende Resignation zu versinken, das erfordert immer wieder unsere jüdische Not, damit wir mit den siegreichen Waffen der besseren Einsicht und Liebe1 jedem Weh zu begegnen, suchen. Auch das bleibt in unserer Lage weise Voraussicht, daß wir „teilen". Bei aller Liebe zum Lande unserer Sehnsucht und Hoffnung dürfen wir uns nicht der Tatsache verschließen, daß^ Erez Jisroel, „unser Land", zunächst nicht einziges 'Wanj derziel der vielen, vielen, die nach einer neuen Heimat suchen, sein karin. Wo sich irgend eine Niederlassungsmöglichkeit bietet — 'darunter ist natürlich nicht nur die Hoffnung auf Brot und Ruhe zu verstehen, sondern selbstredend auch auf die Befriedigung dessen, was uns jüdischen Menschen 'm»D •Xa^T für Herz und Seele Bedürfnis ist — dahin sollen wir unser Augenmerk lenken, um von neuem zu erfahren, wie richtig unseire Alten bemerken: •niaisn rpa!> i*ite» bmwb rrapn rwv npiis „Unsere Geschichte bezeugt die hiebe G'ttes zu Israel, 'daß er es allüberallhin zerstreut hat," Immer wieder öffnete sich uns im Golus ein Tor, wenn ein anderes sich uns schloß. So dürfen wir auch jetzt es als besondere Gnade G'ttes werten, wenn sich uns Gebiete erschließen, wo jüdisches Leben bereits pulsiert und jüdischen Menschen Hilfe und Unterstützung und auch die Erfüllung religiöser Belange ermöglicht. Wandeln wir getrost in Jakobs Spuren, das wird uns er m Volke zum Segen ausschlagen. Schriftdeutungen zum Wochenabschnitt. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 32. V. 5 u, 6,wyV -»inxV ]iia»n na i»s* djik «n jxx nani iw ■»> vm -nw mxi vna ny apy ."par in« tti ■"Twyz in rsmV 'itrV T>snV nnVttRi nnst»! na»i - " „Und er befahl ihnen also: So sprechet zu meinem Herrn, zu Esaw; So spricht dein Kn&clii^JaaltoWl Bei Lawan habe ich mich aufgehalten und säumte da bis jetzt. Und es ward mir Ochs und Esel, Schaf und Knecht und Magd; ich habe nun geschickt, dies meinem Herrn mitzuteilen, um Gnade in deinen