Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 45 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 6 " Wie wir , durch die Regenbitte in G'tt den Herrn der Natur verehren, so lehrt uns Chanückah, daß er auch der Lenker der Geschichte isti Vor etwa 2100 Jahren während der Zeit des zweiten' Tempels bedrängte die syrischgriechische Herrschaft unter Antibchus Epiphanes das jüdische. Volk in unglaublicher Weise. :.Män erließ Gesetze, die. darauf hinzielten, bei den Juden die Thora in Vergessenheit zu bringen und sie vom g'ttlichen Gesetze abzuführen. Die Feinde, die vor keiner Gewalttat sich scheuten,; um ihre Absicht zu erreichen, drangen selbst in den Tempel" ein; und "erwusteten ihn. Israel war in größer Not,-bis durch die. Siege der Hasmonäer die Befreiungsstunde schlug. Als Mattisjas Söhne den Tempel gereinigt hatten/fänden sie ein versiegeltes Krüglein reinen Oeles. Sein Inhalt war für einen Tag be-' stimmt. Es geschah aber ein Wunder/ Acht .Tage" lang konnte man die Lichter des Leuchters anzünden, bis wieder reines Oel aus Oliven gepreßt war. Die Weisen jener Zeit' öifdneten an, "daß vom 25. Kislew ab acht Tage der Freude und Anerkennung G'ttes geweiht werden. An jedem Abend mit vollendetem Sonnenuntergang sollen Lichter angezündet werden, um das Wunder zu offenbaren. Acht Tage sind Fasten und Klage-. lieder verboten. Für den ersten Abend sind drei Segenssprüche vorgeschrieben, die dem Lichtanzünden voranzugehen haben, p^blTlh 'TIWSV und ■ttTliTIP' an den übrigen Abenden fällt der letzte Segensspruch weg. Nach dem Anzünden des ersten Lichtes wird "fön Witt gesprochen. Wenn die Lichter brennen, wird —rix tttfa gesungen. Wenigstens eine halbe Stunde müssen die Lichter brennen, deren man sich nicht bedienen darf» am Freitagabend wird diese halbe Stunde erst von Nacht ab gerechnet. In der Synagoge werden die Lichter zwischen Mincha und Maariw, am Ausgang des Sabbat vor *|V ITPl angezündet. Im Schemone Esre und im Tischgebet schaltet man E^Wn ein.' Alle acht Tage' wird das unverkürzte gebetet.. Aus der Tora wird jeden Tag aus dem Abschnitt von der Einweihung des Altars aus 4. B. M., Kap. 7 vorgelesen. ,; Chanuckah, dieses gemütliche Fest des Hauses und der Familie, ist immer ein lieber,-gern gesehener Gast. Von einem eigenartigen Zauber ist es umwebt. Von Euch, meinen Freunden und Freundinnen, wird es sehnlichst herbeigewunschl;. Ihr müßt Euch wohl noch einige Wochen gedulden, aber schon die Vorbereitungen dazu haben ihren besonderen Reiz. Vergeßt ja nicht, für ein Trendel mit deutlichen Buchstaben V? >f1 'X '3 z". sorgen, Sie können Euch kurzgefaßt den Sinn des Lichtfestes, über das.. wir uns noch einmal unterhalten, Jehren: otP Wtl VnA 03 Bekannter ist Euch aber sicher, was sie im Spiel 'bedeutenj Nichts, Ganz, Halb, Stell ein! 0. r Die sieben Himmel und die sieben noachidischen Gebote. *'K TOD ö'ISOö tPaWn „Die Himmel erzählen " die Ehre G'ttes," so beginnt der Sänger auf dein ' Königsthron sein wundersames Lied.- Das Lied, in dem er singt von der Sonne, die die Erde erleuchtet und erwärmt und von jener Sonne, die unsern Geist erleuchtet und unsere Seele erwärmt. Habt. Ihr schon einmal darüber nachgedacht, warum David sagt: „d i e Himmel" und nicht, wie es doch eigentlich richtiger wäre: „der Himmel"? Da werdet Ihr mir vielleicht antworten: die Tora beginnt ja auch: „Im Anfang •erschuf G'tt D'&vn flX." Da habt Ihr recht. Ihr " •könntet noch Weiter gehn, und sagen, in der ganzen Heiligen Schrift steht niemals das Wort D'äiP in der Einzahl, sondern immer in der Mehrzahl. Das ist merkwürdig, nicht wahr? Das läßt uns aber" vermuten, daß es "mehr als einen "Himmel gibt. Wieviel? Da gehen wir zu unseren Weisen, die geben uns Bescheid, die sagen, es gäbe sieben Himmel. Und was sie uns Ernstes und Schönes von den sieben Himmeln zu erzählen "Wissen, das will ich heute erzählen. Also hört mal zu, Die Ursache, warum unsern Vätern der Eintritt in das Land Kanaan versagt war, vermeint 1 "wohl jedes Kind in unsern Schulen zu kennen. Und wem wäre sie nicht bekannt, die Geschichte | von den zehn Kundschaftern? Söllten aber wirk- : lieh die Kundschafter und" das irregeleitete Volk; allein die Verzögerung ■ verschuldet haben? Wirkte nicht noch ein anderer . Grund mit, den Eintritt in das heilige Land in weite Ferne zu j Tücken?."'Wi Q*}j?/als Sklaven auf niedriger Stufe i, der Kultur und Bildung stehend, hatten unsere Vorfahren den ägyptischen Boden -verlassen. Nicht aber wie eine wilde, ungezügelte Horde, nicht wie die Hunnen nach Europa, sollten' unsere Ahnen in das den Vätern verheißene Land ziehen. Auf hohem Gipfel sittlicher Vollkommenheit Stehend, sollten sie an den Ufern des Jordans sich niederlassen. Aber auch nicht, blitzesschnell, nicht wie durch ein Wunder sollten sie jene lichte Höhe erreichen. Durch das Gesetz* sich veredelnd, wie Menschen immer zu. Menschen, wie Juden immer zu Juden werden, so sollte aucE das eben freigewordene Volk, bevor es festen Fuß gefaßt, die höchsten geistigen. Güter erringen. Und wie hätte ihm auch das Gesetz übermittelt werden sollen, wenn es sogleich den Fuß auf ersehnten Boden gesetzt, sich zerstreut - in Dorf und Stadt, nach Nord und Süd, nach Ost und West. Darum wurde ihm die Wüste zur Schule. Darum wurde ihm in der Wüste die Tauro gegeben, und diese enthäM, wie Ihr sicher wißt, mSÜ3 J'UV So mußte denn nun fleißig „gelernt" werden, und es wurde auch fleißig gelernt. Un-