Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 45 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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12. November 1936 Erscheint monatlich 27« Marcheschwan 5697. Chanuckah 5697. Mutter sitzt sinnend vor dem Lichtlein, das flimmert, Grübelt nach, in ihrem Auge eine Träne schimmert. Mit dem Vater ist sie nun ganz allein. Wie schön war es> <doch, als die Kinder noch klein. In Afrikas Süden, wo Proteazeen jetzt blühn, Wo am Nachthimmel feurig die Sterne glühn, Singt für sich die B'rochoh der älteste Sohn. Die Mutter so weit, und voll Wehmut der Ton. Die Tochter im Kibbuz, eine junge Frau. Das Lichtlein knistert im hölzernen Bau. Vor ihrem Auge erstehet der Mutter Bild, Und Sehnsucht ergreift sie plötzlich und wild. Im Wolkenkratzer der Riesenstadt in Einsamkeit Macht der Jüngste den Leuchter für die Kerzen bereit. Bis jetzt hat es /die Mutter für mich imrjger gemacht. Sie schlafen. schon drüben, bei ihnen daheim ist Mitternacht. Des Lichtes Welle, ein unzerreißbar Band, Schwingt über Wüste und Wasser von Land zu Land. Auseinander gerissen, zerstreut in der Welt, Der .Gedanke an die Mutter sie zusammenhält. 0. Die Chanuckahmelodie im Ennn rD*13 (Neumondsverkündigung) am Sabbat vor BHn PiO iVbb läßt alle jüdischen Herzen höher schlagen. Chanuckah ist eben ein Lichtpunkt im jüdischen Kalender. Vor Eintritt des frohen Lichtfestes bringt uns der Luach eine kurze Anmerkung: i~1^Ktfri' die durch eine Fußnote näher erklärt wird: Man schaltet nööl bti ein im Abendgebet vom 5. Dezember. Mit Recht werdet Ihr fragen, wie kommt eigentlich das bürgerliche Datum in den Luaoh hinein? Diese Merkwürdigkeit erinnert uns an die Doppelgestalt des jüdischen Jahres. Wie Maimonides (Rambam) es ausdrückt, sind die Monate des Jahres Mondmonate, während wir die Jahre als Sonnenjahre errechnen.. Das Sonnenjahr berücksichtigt den jahreszeitmäßigen Ablauf der Natur Vorgänge, der Anfang des Mondmonats wird bestimmt durch das Sichtbarwerden des Neumondes. Mit nuai ^0 ]t\\ beginnen wir außerhalb JHK am Abend des 59. Tages nach ntWl nsipn» Es gibt vier Tekufot, die nach den Monaten genannt werden( in die sie fallen. Sie entsprechen den vier Jahreszeiten: Tekufat Tisohri Herbst, Tekufat Tewet — Winter, Tekufat Nissan Frühling, Tekufat Tammus Sommer. Der Abstand zwischen zwei Tekufatanfängen beträgt 91 Tage, 1% Stdn. Das ist der vierte Teil des Sonnenjahres, das rund 365 Tage 6 Stdn. dauert. Der 5. Dezember ist also der 59. Tag nach Tekufat Tischri, welche nach dem Sonnenjahr berechnet ist, das auch dem bürgerlichen Jahr zugrunde Hegt. An ihm beginnen wir mit der Bitte um Regen und bekunden durch diese Einschaltung, daß wir jeden Regen- und Tautropfen als Gnadengeschenk G'ttes erbitten, der einzig und allein den Schlüssel zum Regen hat.