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Der Israelit · 1936-11-12 · Heft 45 (12.11.1936) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 45 (12.11.1936)
Date
1936-11-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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12, November 1936 Der Israelit Nr. 45 Seite 13 Einer Meldung des „Haboker" zufolge hat Distriktskommissar Campbell vier arabische Chauf feure für den Dienst bei der Kgl. Kommission engagiert. Das Blatt bemängelt es, daß jüdische Chauffeure nicht einmal aufgefordert wurden, Bewerbungen einzureichen. Vermischtes. Niederaula, 10. Nov. Am Schabbos mVm'S sind es 100 Jahre, 'daß die hiesige Synagoge eingeweiht wurde. Der Ernst der Zeit verursacht, daß man von jeder Feier absieht. Wie sehr man hier auch vor hundert Jahren sparen mußte, ergibt sich daraus, daß die Synagoge aus einem von der Dorfgemeinde erworbenen Backhaus zu einer Synagoge umgebaut wurde, wobei die Mitglieder selbst Hand anlegen mußten und das Baumaterial von weit her zum Teil auf der Schulter herbeitrugen. Die Gemeinde, die zu den ältesten in Hessen gehört, denn schon im Jahre 1503 wohnten hier Juden unter dem Schutze des Abtes in Hersfeld, zählte 1885 bei etwa 200 Seelen 53 Schüler und ist jetzt auf 51 Seelen und 4 Schüler zusammengeschmolzen. Jk. Fulda, 5. Nov. Das Jüdische Lehrgut Gehringshof, Hattenhof b. Fulda benötigt dringend eine gut erhaltene Schreibmaschine, sowie einen Büroschrank. Mitteilungen erbeten an obige Aresse sowie an die beiden Hanhaloth Berlin und Frankfurt a. M. Bocholt, 10. Nov. Am 22. November tagt die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer des Niederrheins in Mülheim (Rühr) im Gemeindehause 16 Uhr. Wir lernen zuerst die Mischnah Sabbat 2, Perek; hierauf Gemoroh 'Wi K"3 *p über mian- Die Frankfurter Woche. Isidor Benjamin V'XT' Nach einem sanften stillen Lebensabend, der ihn in seinen letzten Stadien aus seiner gewohnten Tä* tigkeit herausriß, hauchte Isidor Benjamin am Mittwoch, den 4. November, im Alter von 67 Jahren seine Seele aus>. Mit ihm scheidet eine der markantesten Gestalten unserer Kehilloh von uns. Die drei Hauptpostulate des Judentums ti'na miay min waren das Programm seines geruhigen und innerlich doch so reichen Lebens. Um mit dem ersten anzufangen: Ein glühender Freund der Thora war Isidor Benjamin und die glühende Liebe übertrug .er von der Lehre auch auf die Träger derselben. Mit welch tiefer Verehrung er zu seinem Lehrer, dem Dajan Gerson Posen ^*st heraufschaute, dem er bei all seinen Gemoro-Schiurim zur Seite saß, wie er seinen Freund und Lehrer Prof. Sulzbach. b"ST zugleich auch alsDozenten „seines" Liwjath Chen mit inniger Verehrung und Liebe umgab, ist uns allen in Erinnerung. Hatte Isidor Benjamin sich immer schon Zeit für .die Thora abgerungen und früher an allen Schiurim des Mekor Chajim teilgenommen, so war es eine der letzten Freuden seines Lebens, den „Liwjath Chen'.', dessen Vorstand er seit 1900, in den letzten Jahren als erster Vorsitzender, angehörte, in Blüte und Aufschwung zu sehen. Er blieb bis zuletzt, auch in seinen stillen Gemächern, an die ihn mehrjähriges Leiden fesselte, innerlich verbunden mit seinem Lernverein und sein Tag war auch hier von morgens bis zum späten Abend mit miajn min ausgefüllt. Es würde dem stillen bescheidenen Wesen und Sinn des Heimgegangenen widersprechen, wollten wir von seinem n*m reden, von dem freundlichen Gesichte und dem gütigen Worte, das er für Jeder* mann, auch den Aermsten der Armen, hatte; von seinem Hause, das er in Gemeinschaft mit der gleichgearteten Gattin, der würdigen Tochter des unvergeßlichen Marius .Bender ^"St» zu einem kleinen Heiligtum und zu einem Abrahamszelt für tätige Liebe und Gastfreundschaft machte; von dem stillen G'ttvertrauen, mit dem in diesem Hause auch Schickungen, die keinem erspart bleiben, getragen wurden. Seine Lebensklugheit und ruhige Abgeklärtheit machte ihn' ja auch zum Mittelpunkt der ganzen Familie, der er in allen Situationen mit liebevollem Einfühlen in die Lage den Weg weisen könnte. Grenzenlose Liebe und Verehrung waren ihm darum von der nächsten iwievon der -weiteren Umgebung, zuteil. Und es erblühte dem Hause Trost an Kindern, die ganzvom. Geiste der Eltern, und Großeltern er- ] füllt , sind, Es ,war ihm auch noch gegönnt, die älteste ■ Tochter ah der Seite eines Mannes zu sehen; der als ' rrn und Mann von Welt und' Wissein/in seinem Kreise I eine5, gieächtete Steilling einnimmt. Möge sein. r~wiT \ weiter der oGattin und. den Kindern, 4*e Hüter seiner. 'i Tradition sind,, beistehen,: - L i Ein stilles, aber innerlich ungemein reiche® Leben \ geht mit dem Hinscheiden Isidor Benjamins zu Ende. | "Wir werden ihn in der Geschichte der Kehilla unter den Besten nennen und ihm ein ewiges liebes Gedenken bewahren. J , rrasan Von der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Die große Schar der von Landgemeinden hierher zugezogenen Mitglieder, auch wenn sie den Anschluß an unsere Kehilla gefunden haben, entbehren noch der Beratung über ihre Einordnung in unser Vereinsleben und die jüdische Fortbildung ihrer Kinder. Die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, die sich von jeher die Interessen der Landgemeinden angelegen sein ließ, bemüht sich, unseren neuen Gemeindemit gliedern auch diesen Weg zu ebnen. Zu diesem Zwecke werden die Interessenten für nächsten Sab bat Abend 8% U h r zu einer Sitzung im Hörsaal Friedberger Anlage eingeladen. Sachverstän dige und auf diesem Gebiete erfahrene Männer wer den einschlägige Referate halten und in freier Aus spräche, sollen Wege zur Verständigung und Annähe rung gefunden werden. Bei dieser Gelegenheit sei noch einmal darauf aufmerksam gemacht, daß bei dem Ankauf von f'V'Sfl mural allergrößte Vorsicht geboten i s t. Erst letzthin sind der F. V. 'pV'Dn vorgelegt worden, deren nvsns gedruckt oder photographiert und dadurch absolut ^> l o s sind. Es wird darauf hin gewiesen, daß r-ntitai j^'sn mit dem Siegel der F. V. auch in 'den bekannten jüdischen Buchhandlungen erhältlich sind, Vortragsabend der AgudistiSchen Gruppen in Frankfurt. Am Sonntag Abend, Rausch Chaudesch Kislew, 15. November, 20.30 Uhr, findet im Hörsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft, Friedbergeranlage 5 ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Mergbach, Darmstadt, statt. Thema: „Probleme Erez Jisroels im Lichte der Thora". Gäste, Damen und Herren, herzlichst willkommen. * * * Am Mauzoe Schabbos, 14. November, 20.30 Uhr, wird in der Schwanenstr. 12, das Aktuelle aus der jüdischen Presse verschiedener Länder besprochen mit anschließender Diskussion, Damen und Herren sind dazu herzlichst eingeladen. Vom Beth Nearim. Das Seth Nearim, Hölderlinstr. 10, ersucht um Ueberlassung von Jugendliteratur jüdischen und allgemeinen Inhalts, sowie von allen der Unterhaltung und dem Spiel dienenden Gegenständen für Jungen im Alter von 9—15 Jahren, Noar Agudati, Frankfurt a. M. Die Leitung des Noar Agudati bittet um Ueberlassung von Büromöbel (Schreibtische, Rollschränke, Aktenregale) für sein neues Büro. Freundliche Spender wollen sich an die Adresse des Noar Agudati, Schwanenstr. 12, wenden. Festkonzert als Chanuckah-Vorfeier, In dem am Samstag, den 21. November, stattfindenden Festkonzert gelangen in der ersten Programmhälfte ausschließlich jüdische Komponisten zu Gehör. Das Orchester unter Leitung von Max N e u m a n n spielt die Ouvertüre zu der Oper „Das goldene Kreuz" des leider sehr vernachlässigten jüdisch-österreichischen Komponisten Ignaz Brüll. Frau Steiger- B e t z a k , die berühmte Violinvirtuosin, bringt die Symphonie espagnole des jüdisch-französischen Komponisten Lalo zum Vortrag, Siegfried Würzburger spielt auf der neuen Saalbau=Orgel eigene Variation nen über die Chanuckah-Hymne „Moaus Zur". Kammersänger Benno Z i e g l e r singt die Mendelssohn'- sche Arie „G'tt sei mir gnädig".und eine Arie aus „Schwanda" von Jaromir Weinberger, eines tschechisch-jüdischen Komponisten. Im zweiten Teil des Programms spielt das Orchester die Arlesienne-Suite von Bizet, Intermezzo aus „Cavalleria" von Mascagni und die Mignon=Ouverture von Thomas, Else R y p i n s k i spielt zwei Harfensoli® von Schreker. Ein „Heiterer Abend" im Kulturbund. Nach den großen Erfolgen und dem zahlreichen Anhängerkreis, den Ciaire F e 1 d m a n n (Feldern) in allen Kulturbünden des Reiches hat, ist mit einem wirklich „Heiteren Abend" am Montag, den 16. November, abends 8 Uhr, im Vereinshaus, zu rechnen. Ciaire Feldmann wird — da eine Auslandstournee sie hindert — nur ein einmaliges Gastspiel in Frankfurt geben.' '' ' Viertes Konzert der jüdischen Tonkünstler. Das. vierte Mittwöchskonzert in der Arnold Lazarushalle war ausschließlich dem Liedschaffen Hugo Wolfs/'dem "letzten Ausläufer der\ Romantik, gewid- 'met. Ausführende waren Käthe E111 i n g. e r (Sopran), und Dri Willy S, alo m o n (Klavier). Käthe Ettlinger; mit ihrer ansprechenden und in allen Lägen gleich schön gepflegt&n> Stimme' errang* .großen Beifall. •r:' ■<- ' ' -. — .x .,, •.. . A. K. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Studiehrat Kaufmann- Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, pix t-oi\ Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal. omas p», Herr R.A, Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, mm, Herr J. Soffer. — abends 6 Uhr fällt der Vortrag wegen der Veranstaltung der Aguda aus. (Alles andere wie üblich,) „Jüdisch-wissenschaftliche LehrkurSe". Samstag abend 8.30 Uhr im Vereinslokal: „Probleme der jüdischen Religionspbilosophie", Herr Dr. Jacob Rothschild. Mittwoch abend 8.30 Uhr im Vereinslokal: „Grundlagen der religiösen Praxis", Herr Rabb. H. Mayer. Jahrzeitsstütungen. Sonntag, 15. November: Julie Lißmann geb. Kallmann- Stiftung. Sonntag, 15. November: Pauline Lehmann geb. Ephraim- Stiftung. Montag, 16. November: Louis Golde-Stiftung. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 4 IS Uhr im Hörsaale Friedberger-Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz jn'1). Agudas Jisioel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. (Alle Schiurim wie üblich) Jüdische Frauenvereinigung E. V. Dienstag, den 17- November, nachmittags 4 Uhr im Hörsaal, Friedberger Anlage, Gesellige Zusammenkunft. Referentin: Frau Meta Posen über: „Bertha Pappenheim und ihr Werk." Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 16. November findet kein Vortrag statt Am Montag, den 23. November, abends 8.45 Uhr, wird Herr Dr. Josef Breuer im Hörsaal, Friedberger Anlage 5 sprechen über: „Erziehung zum Beruf". Gäste, Damen willkommen. Am Sonntag, den 15. November spricht Herr Rabb. Dr. J. Merzbach aus Darmstadt für die drei agudistischen hiesigen Gruppen über Palästina. Gebetzeiten. rn^nn na» Freitag abend 4.20 Samstag n»a»n 6.50 Samstag morg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.35 Wochengottesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.45 AnG'ttesdienstanschließend: LernendesD"n ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4-15 Tefillinlegen am Morgen 6.45 Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Lippmann Kurzweil und Frau Martha geb. Pels, Kopenhagen, Linnesgade 26. — Eine Tochter, Isaak Schenkolewski und Frau Klara geb. Marx, Hamburg, Rutschbahn 37. Barmizwoth: Siegbert, Sohn des Herrn Adolf Nissenbaum und Frau Else geb. Lion, Frankfurt a. M„ Elkenbachstr.il, KS'l 'S naer- — Siegbert, Sohn des Herrn David Levy und Frau Johanna geb. Fleischer, Pforzheim, Zerrennerstr. 28, ssn 'fl naff- Silberne Hochzeit: Isaac Katzenberg und Frau Jettchen geb. Katz, na«?. 60. Geburtstag: Moritz Meyer, Frankfurt-M. Julius Heymannstr. 6, 18. November 1936. 7 0- Geburtstag: Lehrer Hirsch Sulzbacher, Nürnberg-W-, Solgerstr. 17, früher Groß-Bieberau i. O., 14. November 1936. Anfang Dezember 1936 wird in der Dependance des Grand-Hotels Gurnigel in Bern ein streng rituell geführtes Kinderheim eröffnet. Unter Aufsicht einer dipl. Kinderschwester ist Kindern von 4—15 Jahren Gelegenheit geboten, sich in der reinen Gebirgsluft durch Sport und Spiel zu erholen. Bad Gurnigel ist auf einer aussichtsreichen Terrasse in 1159 m Höhe gelegen, ein Vorläufer der Stockhornkette und vom Bahnhof Bern per Postauto leicht erreichbar. Gleichzeitig wird im Grand-Hotel, welches .mit 400 Betten und allem Komfort eingerichtet ist (eigenes Orchester, Sportlehrer usw.) eine k as c h e r e Abteilung eröffnet, wo auch- Erwachsehe in dem herrßehen Skigelände sich dem-Sport widmen können'und Ruhe, Ausspannung und Zerstreuung finden werden. Die Preise , werden der Zeit entsprechend niedrig gehalten.

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