Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 45 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12. November «1936 D e r , .1 s r .* e, I i t Nr. 45 Seite 11 Korrespondenzen* - : : "• — . ■' Deutsches Reich. Einheitsliste .für die neuzüwählende Repräsentantenv^rsanunlung in Berlin. Berlin, 9. Nov. Als einzige Wahlliste ist bis zu der gestern abgelaufenen Meldefrist die vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zusammengestellte E i n - h e i;tslis t e .für die-, Neuwahl der Repräsentanten» Versammlung am 29. November eingereicht worden. Es wjrd somit' diese Liste ohne Wahlkämpf gewählt werden. Sie enthält 150 Namen; von denen die ersten 41 entsprechend der für die Repräsentahtenversamm-- lung festgesetzten Zahl der Mandate als gewählt zu betrachten sein werden. Nach Entsendung von Mit» gliedern in den-heuen Vorstand und im Falle des Ausscheidens von gewählten Mitgliedern . aus. anderen Gründen rücken 'dann die in der Liste ferner aufgeführten Persönlichkeiten der Reihe nach, an ihre Stelle. :' Die:; Liste beginnt mit den Namen der Mitglieder des gegenwärtigen Gemeindevorstarides. Es folgt der Vorsitzende der jetzigen Repräsentantenversammlung, R.-A. Heinrich Stern, (rel.dib.) und der stellvertretende Vorsitzende R.=A. Philipp Ko,z»wer (zion. Volksbund): und dann abwechselnd immer ein Vertreter der Religiös-Liberalen und einer der zionistischen Gruppen. An 41. Stelle ist Prof. Dr. Eugen Mittwoch als Vertreter der Konserv a.t iv e n aufgestellt. Ausgestaltung der jüdischen Lehrerfortbildung:. Berlin, 6. Nov. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden führt im kommenden Winter gemeinsam mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland eine Ausgestaltung der jüdischen Lehrerfortbildung in Preußen durch. Es ist beabsichtigt, vier pädagogische Arbeits* tagüngen durchzuführen. Die erste Tagung soll bereits in der zweiten Hälfte des November in Stettin für die Lehrer aus Pommern und den angrenzenden Gebieten stattfinden und praktische Fragen des Volks* schul- und Religionsunterrichts sowie die aus der Koedukation Sich ergebenden Probleme behandeln. Ende November soll in Berlin eine Tagung veranstaltet werden, die wie die letzte Berliner Arbeitstagung aus vier Lehrproben mit anschließenden Besprechungen bestehen und ausschließlich den Fragen des Hebräischen gewidmet sein soll. Gegen Ende der Weihnachtsferien ist eine Tagung in Köln für den rheinisch-westfälischfeä;^^^ genommen.. Diese soll gleichfalls irii! weSentir^en iLefirproben mit anschließenden : Besprechungen geben.An die, -Lehr " ' '-'■ len Köilande« -h^^^^^0!^0^0^^^^^P^^i des!-Monä-Ös" jlan'tÖMT in ^KSnlgs^ejg &tä: $&£}mg'i$&i}y ■a;. ■* HVü.f ". y£*' . i^^'Vi-c^^^"-:. ''^V' *' ~'^*t *'r l^J - ' <""WJ*' Jfl'S'Jlrilli^ ':':fX~ —li^*^ J'iti.«^ ' "'" T.''*;T*.£v Der Reichsefziehüngsminister hat, .allgemeine Richtlinien erla*fen^nac^;djerienf teilung von P r i v a t ttn Die Woche. t Berlin. Die „Fuldaer Zeitung" schreibt: „In Zusammenarbeit mit der Partei wird im kommenden Winter der jüdische V i e h - handel im Landkreise Fulda restlos a u s geschaltet werden. Es darf auch hier gesagt werden: „Wer nicht will, wird müssen! — Der „Zeitungsverlag", das Kachblaj^t für das gesamte Zeitungs-wesen, bringt eine Mitteilung des Reichsverbandes der deutschen Zeitungsverleger, in der es heißt: „Ein. Einzelfall veranlaßt uns zu der Feststellung, 4aß die Veröffentlichung i s r a e litischer G->* 11 e s di e nst anzeig e n in der Presse mit Ihrer Aufgabe nicht vereinbar ist. Sie hat daher zu unterbleiben." — Laut „Völkischem Beobachter" hat die Fachgruppe Grundstücks- und Hypothekenmakler festgestellt, daß 25—30 Proz. aller in Deutschland tätigen Hypotheken- und Grundstücksmakler Juden sind. — Das „Soldiner Tageblatt" schreibt, daß dn B e r - linchen seit einiger Zeit in verschärftem Maße sich jüdische Händler bemerkbar machen. Es sei selbstverständlich Pflicht, jeden jüdischen Händler und Reisenden gebührend abzuweisen. — Die „Charlottenburger Zeitung" berichtet, daß der Jahrmarkt :n Sonnenburg (Neumark) zum ersten Male judenfrei gewesen sei. Die Stadtverwaltung hatte den jüdischen Händlern einen abgesonderten Platz zugewiesen, damit sie nicht zwischen den anderen Ständen ihre Buden aufbauten. Die Juden seien darauf dem Jahrmarkt fern geblieben,. Köln. Aus einem Aufruf der- Jüdischen "Winterhilfe in Köln geht hervor, daß in" Köln 2 5 0 0 M e nsehen von der Winterhilfe gekleidet und versorgt werden sollen. Leipzig. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig erläßt einen Aufruf, der die Mitglieder der Gemeinde auffordert, zum Gedächtnis an den kürzlich in Palästina verstorbenen früheren Gemeinderabbiner Dr. Ephraim Garlebsen für einen „Ephraim Carlebach-Hain der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig" in Palästina zu spenden. Stuttgart. Das im vergangenen Jahre zum ersten Male in Berlin, aufgeführte Tonwerk von Hugo Adler „Balak und Bilam", das biblische Szenen aus der Geschichte von Balak und Bilam in der Buber=Rosenzweig'= sehen Uebersetzung bringt, wurde von der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft unter der Leitung von Direktor Karl A d 1 e r in Stuttgart zweimal mit Erfolg herausgebracht. Amsterdam. Königin W i 1- . heim ine von Holland und Kronprinzessin J u Ii an a haben dem Ro t- ' terdamer jüdischen Wohlf ahrtS; verband, der nächsten Monat sein 25jähriges- Bestehen feiert, in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege eine namhafte Spende für die jüdischen. Armen zufließen lassen. Warschau. In Warschau starb im : Alter von 118 Jahren - Frau Henie Stahl. Sie wurde nachweislich 1818 geboren und war bis zum letzten Augenblick bei voller Besinnung. Sie sagte, es sex. schade, von dieser Welt zu scheiden; sie hätte noch gern einige Jahrzehnte' gelebt. —- Im Dorfe Vi n o g r u d - verstarb,. 1 0 5 , Jahre alt, Hetsch An|er. Es,wird berichtet, daß er nie in seinem Leben krank , gewesen sei. Lissabon. Die Universität Liy o n hat' dem -Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Lissabon, Prof. MöSes:ben Sabat A m z a i;ä k , das EKr en d p k t ö; r-.a t verliehen. Jerusalem. Es gibt zur Zpifc in iParr *;dj lästina 2 7 L i c h t s p i e.l t h e a t'e i] in. jü- »V;, dischem Besitz,: davon befinden -sich 7in Tel Awiw, 4 in Jerusalem, 7 in Haifa und '. ' die übrigen 9. in verschiedenen Siedlungen. ... ^ßl Awiw. Diö Leitung das Palästina-Rundfunks beabsichtigt", in Tel Awiw ein ,. >;R,jU n d f unk.f S t ud i o zu gründen, das >;,^ niit dem Sender^ von Ramalla bei' Jerusalem t;.j|; in Verbindung, sethen soll. Auf diese Weise. jsf^siBll den Künstlern und Rednern in.Tel Awiw j^-4|e umständliehe und kostspielige Reise zur $endestätion nerspart werden. New York,. . Jljf^JÖfer bekannte, Schauspieler Eddie C an t.or •^ti«! Hollywoods leitete dort eine Aktion für ^ildSe Ju g en;d al ij a h ein.; Eddie: Cantor; ifef j^fft, daß ejS; ifim bis zum .'Jahresende ' ge- ||ia^gen wird,, 380.000 Dollar für die Jugend- ^||a^ja aufzubringend? ... 7; -v .. Hl ■ "jS V- / 1 : : 7 $P » daß zur Kennzeichnung der arischen Geschäfte die -Reichsleitung der Deutschen Arbeitsfront ein. Abziehplakat herausgegeben hat, das bei der Geschäfts» stelle der DAF. in Speyer kostenlos abgegeben wird. „Die im Kreis Speyer wohnhaften arischen Inhaber von Gaststätten und Ladengeschäften werden wiederholt ersucht, ein solches Plakat an den Eingangstüren bezw. Schaufenstern sichtbar anzubringen. Gewerbetreibende, welche der heutigen Aufforderung nicht nachkommen, stellen sich außerhalb der Volksgemeinschaft und bringen damit zum Ausdruck, daß sie künftig als nichtarische Geschäfte behandelt werden wollen. Die seither üblichen Schilder mit der Aufschrift „Deutsches Geschäft" sind damit hinfällig geworden und zu entfernen." Oesterreich. Der neue Vorstand der Wiener Kultusgemeinde; 23 Zionisten, 13 Nichtzionisten. Wien, 9. Nov. Bei der am 8. November vorgenommenen Neu* wähl des Vorstandes der Wiener Israelitischen KultusgemeinAe sind auf die „Zionistische Liste" (AUg". Zionisten Gruppe B, Radikale, Misrachisten, Juden* staatler, Revisionisten) 19, auf die ,,Union österreichischer Juden" 13, auf die Liste für das „Arbeitende Palästina" 3 und auf die Liste des „Adolf Stand- Klubs" (AUg. Zionisten Gruppe A) 1 Mandat entfallen. Ung* arn. Brief aus Ungarn. Budapest, 8. Nov. Eine ungarische Schriftstellerin, namens Jolan Fol des, hat einen hohen internationalen literarischen Preis in diesen Tagen gewonnen.' Sie hat mit dem Judentum nichts zu schaffen — ist bereits seit ihrem sechsten Lebensjahre getauft. Dennoch ließ es sich die antisemitische Presse nicht nehmen, bei diesem Anlasse über das Judentum herzufallen. Es wiederholte .sich hier das Schicksal der olympischen Sieger von jüdischem Geblüt, die ebenso dumm und gehässig angegriffen wurden, weil sie — Ehren für ihr ungarisches Vaterland heimbrachten. Im Oberhaus des ungarischen Parlamentes widmete der Vorsitzende, Grab Bertalan Szechenyi, einen Nachruf dem verstorbenen Vorsitzenden der Ortho* doxen israelitischen Landeskanzlei in Ungarn, und sein Andenken wurde im Protokoll des Herrenhauses verewigt. Graf Szechenyi hat auch telegraphisch der Witwe kondoliert. . Kondolenzdepeschen sandten noch Ministerpräsident Daranyi und Kultusminister Homan, Die zionistische Organisation für Ungarn läßt ihren Jahresbericht erscheinen. Sie beklagt sich im wehmütigen Tone darüber, daß die ungarischen * Juden sich nicht in entsprechender Zahl an der zionistischen Arbeit beteiligen. Das ungarische Judentum bilde laut den Feststellungen dieses Berichtes „eine Insel", es lebe sich statt im Nationalen in den Religionsgememden aus. An der Landwirtschaftlichen Hochschule in JJ e - b r e c e n und an der Universität in S z e g e d i n* sind' jüdehfeindliche Unruhen ausgebrochen. Die Studenten behaupten, daß man jüdische Hörer über die Norm des Numerus clausus zum Studium.,zugelassen habe. Die jüdischen Hörer 'sind an dem Besuch der Hochschule einstweilen verhindert." Die katholische Tageszeitung „Magyarsäg" in Budapest hat wiederholt Angriffe gegen die Jeschiwo in Oedenburg, deren Leiter; Rabbi Simon Posen, der Oberrabbiner der Orthodoxen israelitischen Gemeinde ist, veröffentlicht. Auf Grund dieser Angriffe hät ein Mitglied der Verwaftuhgskommission des Komitates Oedenburg eine Interpellation an den Schulinspektor des Komitats, Studienrat Karl Schlegel, gerichtet. Die Antwort des: Schulinspektors ist jetzt n die Öeffentlichkeit gelangt und ist bestimmt dazu geeignet, den jeschiwof'eindlichen Hetzen in Ungarn oin füt' allemal ein Ende, zu bereiten; Der. Schulinspektor stellt vor allem: festr daß laut Ministerialbes.chluß vom Jahre 1887 die Erhaltung und Beaufsichtigung der Jeschiwot eine autonom© Angelegenheit des orthodoxen Judentums ist. Des, weiteren erklärt der Schul« Inspektor, daß die sogenannten Bachurim es für ihr