Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 45 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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12. November 1936 Der Israelit Nr. 45 Seite 7 keine,. Pf erde, da diese erst in der Hyksoszeit dort eingeführt -Wiarden. Da die Hyksos etwa von 1700—1580 über Aegypten herrschten, muß der Zug Abrahams vor (dieser Zeit stattgefunden ha> ben.. Das stimmt chronologischmitden Daten der Tauroh völlig über ein, wonach die Geburt Abrahams in das Jahr 1812 v, fällt. Nachdem Abraham dann nach Palästina zurückgekehrt war, wurde er durch den Feldzug des Amrafel (Gen. 14) in die kriegerischen Ereignisse der damaligen Zeit verwickelt. Die Zuverlässigkeit der Einzelheiten des Berichts der Thora wird von der Wissenschaft auf Grund der Ergebnisse der Ausgrabungen allgemein anerkannt. (Vergl. Sellin S. 38, Kittel S. 282 ff.) Amrafel wird ziemlich allgemein mit Hammurabi identifiziert. Hierzu stimmt es, daß dieser Zeitgenosse eines Königs Rim-Sin' ist, dessen Name auch Eriakü lauten kann und der in Larsa residierte. In ihm hätten wir den Ariok von Elasar der Thora vor uns. Längere Zeit glaubte man auch, Kedorlaamer, König von Elam, inschriftlich gefunden zu haben. Jedoch ist diese Gleichsetzung zweifelhaft geworden. Bestehen bleibt die Tatsache, daß Kedorlaamer ein echt elamitischer Name ist, dessen beide Teile, der eine in Kudürmabug, der andere in der Göttin Lagamar wohl bezeugt sind. (Kittel S. 284). Ebenso ist Malki Zedek ohne Zweifel ein altkananäischer Name derselben Bildung und desselben Sinnes wieder des späteren Königs ■ von Jerusalem, Adonizedek (Jos.,10, 1) (Kittel S. 287). Bezüglich des Stadtnamens Salem (Gen. 14, 18) glaubte man aus Richter 19, 10 Angriffsmöglichkeiten herleiten zu können. Dort heißt es: ,,Er kam bis gegenüber Jebus, d. i. Jerusalem", was dafür zu sprechen schien, daß der Name Jerusalem in der Richterzeit noch nicht existierte. Nach den Teil el Amarna-Funden hieß aber die Stadt schon zu dieser Zeit Urusulimi (vergl. A. Marcus, Chronologie S. 43). Dasselbe gilt von der Stadt Dan (Gen. 14, 15). Nach Richter 18, 29 wurde eine Stadt Dan erst in der Richterzeit gegründet. Die Teil el Amarna-Funde haben indessen ergeben, daß bereits in jener Zeit eine Stadt Dunip oder Dunap in der Nähe von Damaskus existierte. (Vergl, A. Marcus, Barsilai S. 185, Chronologie S. 31.) Schließlich heißt es in dem Bericht der Thora (14, 7), daß die babylonische Koalition das ganze Gefilde des Amalekiters geschlagen habe, was an sich recht auffällig erscheint, da Amalek ein Nachkomme'des Esau war (Gen. 36, 12). Wie Marcus (Barsilai 183) zutreffend ausführt, ist jedoch an dieser Stelle Amalek gleichbedeutend mit der ägyptischen Bezeichnung Hyksos, die sich aus Sos, der Hirte, und ek, Herrscher, zusammensetzt. Ebenso Amal-Amil sinearisch: Mann, , ek der Herrschaft. Ohnehin ist nämlich anzunehmen, (vergl. das Zitat von Hommel bei Marcus a. a. O.) daß die Siege der großen babylonischen Heere die Bevölkerungsmassen der Grehzländer Palästinas in Bewegung gesetzt haben,, wodurch die Invasion der Hyksos in Aegypten, welche, gerade um diese Zeit stattfand, erklärt wird. Die Hyksoszeit ist etwa' von 1700—1580 anzusetzen'' Das stimmt mit' den chronologischen Daten der Thorä üherein, wonach der Kraegszug Amraföls. etwa in das' Jahr■ 1730 v. fällt. Daß'äudh Hammurabi etwa zu dieser Zeit gelebt 'hat, isivon MarcuS (Barsilai'S. 174ff.) im Gegensatz zur üb:-., liehen Auffassung, nach welcher 'er um 1900 vi gelebt hat, überzeugend dargelegt worden. (Vgl. ferner Journal of the Society ,of Oriental Research, 1926, 3-^-4 The historical Background of Gen, XIV by Albright, der ebenfalls zu dem Ergebnis köntiht, daß der Feldzug<des Amrafel ietwa zu Beginn des 18. Jahrhunderts anzusetzen ist.) Die Thauro zeigt uns die Rolle, 'welche- Abraham /innerhalb dieser weltpolitischen Er-' eignisse de«r damaligen Zeit gespielt hat. Er tritt uns in völler Wehrhaftigkeit als Herr: eines für die damaligen yerhälthisse 'großen Heeres von ' 318 Mahn entgegen. Dem entspricht..auch die Stellung^ die er fortan im Lande einnimmt. Einen , ..Fürst G'ttes'*: nennen ihn; die Hethiter (Gen., 23, 6.) In der Thorä folgt sodann der Bericht über das Zusammentreffenr Abrahams mit Abimelech, dem König von Geror. (Gen. 20, 2.) In den Amarna-Inschriften kommt ein König dieses Namens (Abimilki) von Tyrus vor. (Vergl. Kittel S. 85.) Nach dem Tode Saras erwirbt Abraham ein Erbbegräbnis von den Hethitern. (Gen. 23). Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, daß ein ,;Feld des Abraham" in der Liste des Königs Scheschonk von Aegypten erwähnt wird, welcher darin die zur Zeit Rechabeams von ihm in Palästina eroberten Gebiete aufführt. (Vergl. hierzu- Sellin S. 35, Spiegelberg Aegyptische Randglossen zum A. T. S. 13). Es ist möglich, daß unter dieser Bezeichnung das Gebiet der Machpela zu verstehen ist. Mit der Geburt Isaks (171,2 v.) setzte das Gen. 15, 13 angekündigte miÄ ein. Er hat nicht mehr die geachtete Stellung seines Vaters, ist kein ,,Fürst G'ttes". Die Philister machen ihm die aus der Zeit Abrahams stammenden Brunnen' streitig. (Gen. 26, 15). Er wird offenbar des Landes verwiesen (Gen. 26, 27). Schließlich werden die Streitigkeiten in der damals üblichen Weise beendet, daß beide Parteien sich Urfehde schwören (Gen. 26, 28 ff) in derselben Weise, wie dieses später zwischen Jakob und Laban geschieht. (Gen. 31, 52.) Während Isak sein Leben verhältnismäßig ruhig beschließt, ist das Leben seiner Söhne Jakob und Esau (beide geboren 1652 v.) von Kämpfen erfüllt. Esau erobert das Gebiet Sehr, aus welchem er die Ureinwohner, die Horiter, vertreibt. (Gen. 36, 8.) Bei seinem Zuge gegen Jakob finden wir ihn an der Spitze eines Heeres von 400 Mann (Gen. 32, 7), derselben Größenordnung also wie das Heer, welches Abraham (Gen. 14, 14) zur Verfügung stand. Sehr interessant ist der m*l W*1*TÖ z. St., in welchem es auf Esau heißt: OnXöö 'aTUlK ^oai ~fit\' daß er vor dem Zug gegen Jakob sich ein Steuererhebungsrecht in A e g y pt e n geholt habe. Da Jakob von Mesopotamien kam, ist das an und für sich schwer verständlich. (Vergl. die Erklärer z. St.) Tatsächlich entspricht aber dieser Ausspruch völlig den Verhältnissen der damaligen Zeit. Um jene Zeit (ca. 1560 v.) bestand ija, wie früher ausgeführt, die Oberherrschaft Aegyptens über Palästina, so daß es erklärlich ist, daß Esau dem heranziehenden Jakob mit ägyptischen Steueransprüchen entgegentreten wollte. - (Fortsetzung folgt.) Aus der Agudas Jisroel-Bewegung. Noar Agudati Snif Frankfurt. Zu Beginn des Winterhalbjahres beginnt auch der Snif Frankfurt im Noar Agudati seine Arbeit wieder im verstärkten Maße. Die Erfahrungen der letzten Zeit lehren uns, daß es mehr denn je darauf ankommt, neben der unver5 änderten Notwendigkeit des „Lernens", die Menschen mit den mannigfachen und schwierigen Problemen von Erez Israel vertraut zu machen. Schon hier sollen klar alle Schwierigkeiten aufgezeigt werden, die ünserem Aufbau erschwerend im Wege stehen, und gleichzeitig auch das notwendigste geistige Rüstzeug zur selbständigen Beurteilung idieser Fragen gegeben werden. Durch Kenntnis der Erez Israel-Probleme soll aber ein verstärktes Verantwortungsgefühl für die im Lande begonnene Arbeit erwachsen und die. restlose Bereitstellung der eigenen Person herbeigeführt werden. •., Unter diesen Gesichtspunkten setzte die neue Snifleitung eine Reihe von Arbeiisgemeihschaften und Kursen ah und erwartet von allen hiesigen Chawerim und Chawerot restlose Beteiligung. Noch nicht .. er-, faßte. Ghawerim sollen sich mit der Snifleitung ins Benehmen setzen. \ ' " Zur Entlastung ■ {Ter Hanhalah des Noar Agudati soll der Snif künftig organisatorisch vollkommen getrennt von ihr arbeiten. Nachrichten .irgendwelcher.. Art, die den Snif betreff ein, bitten wir also, an den Snifleiter Max Haas, Räderbergweg 87, zu senden. Die Leitung ist Montag und Mittwoch von 20.30—21 Uhr im Beth 'Chaluz, Schwanenstr. zu sprechen. Wir» hoffen, mit dieser Neuregelung seine'.Vereinfachung und Intensivierung unserer Arbeit zu erzielen und erwarten vollen Einsatz aller für die Durchführung des Winterpianes. "'• Aguda-Veranstaltungen in Ostirie;sland. JEmden, 10. Nov. Auf »einer ostfriesischen Vortragsreise besuchte Herr Redakteur ,S. Schachno wit.z, Frankfurt ä.'M., auch E m d en und hielt am Sonntag nachmittag vor überfü'lltem Hause einen Vortrag über Aguda- und Erez Israel-Probleme. Anknüpfend an die Marienbader Kenessio, deren Tagesordnung er kurz und anschaulich zeichnete, ging er auf alle dort zur Verhandlung j^ekommeneq Fragen und gefaßten Resolutionen näher ein Und besprach auch eine ganze Reihe von jüdischen Tagesfragen in der Diaspora und uin. Palästina, j die ,in der Zwischenzeit: neue Aktualität bekommen j haben. Besonders wirksam war der Appell an die' äußerst zahlreich erschienene Jugend {auch aus der"Umgegend, so aus Leer 'und Weener war die 'Jugend, mit ihrem Lehrer und .Leiter fast vollständig ..gekommen), sich als die Bahnbrecher und. Fackelträger des agudistischen Ge*' Idankens, der letzten Endes 'der jüdische Ge d anlc& s chl e chthin ist^ zru betätigen. Der Vor- , trag war auch stark von den; anderen Jugendbünden e auch von Zionisten und misrachistischen I Kreisen besucht. Da der Redner unter Ausschaltung aller Polemik nur das Positive und das Aktive hervorkehrte, war ihm das ungeteilte Interesse und die spannende Aufmerksamkeit aller bis zu Ende gesichert. Der Vorsitzende der Agudas Jisroel in Emden, Herr Jakob von der Walde, sprach einleitende Worte und gab auch dem Danke des Publikums wirksamen Ausdruck. Aurich, 10. Nov. Für unsere alte, in sich geschlossene Kehilla war es ein Ereignis, daß wir Herrn Redakteur S. SchacL n o w i t z , Frankfurt am Main, als G&si in unserer Mitte hatten und seinen Vorträgen lauschen durften. Am Sabbat nachmittag fesselte er die vollzählig mit Frauen und Kindern in der Synagoge erschienene Gemeinde mit einem historischen Referat über die Geschichte der Juden in Ost3 friesland und speziell die Geschichte der Auricher Kehilla, die Errichtung ihrer Syna* goge vor 125 Jahren, die Wirkungszeit von S. R. Hirsch und ihre weitere Entwicklung bis zur Neuzeit. Der Vortrag war eingerahmt von Gesängen des Aguda-Kinderehors, und so hatte die Veranstaltung schon beinahe den Charakter eines feierlichen Festg'tiesdienstes. Am Abend war der Andrang im Restaurant Wolf so groß, daß die Räume 'die Menge nicht mehr fassen konnte. Hier sprach der Redner über die aktuellen Agudaproblerne und die jüdischen F r a g e n d e s Tage s.r._>Die. .sachUche, .Ber,. richterstattung über die Verhandlungen in Marienbad wuchs sich unter der Hand zu einer großen Schau üBer alle Sorgen und Leiden des jüdischen Volkes in der Gegenwart aus, wobei der ideologische Gehalt der Agudas Jisroel, ihre organisatorische Kon3 struktion „und .ihre, politische Maßnahmen seit Ma* rienbad, um sich den Anteil an der Lösung der jüdischen Fragen im Geiste der Thora zu sichern, deutlich an den Tag trat. Einige Fragen des Herrn Lehrer Moses und eines jüngeren Teilnehmers sowie Ansprachen der Herren Simon Samson und van Dick gaben noch Anlaß, die Grenzen zwischen Agudas Jisroel auf der einen und Zionismus und Misrachi auf der anderen Seite klar aufzuzeigen. Auch .diese Veranstaltung war durch Gesänge der Pirche Agudas Jisroel, die hier unter , der-, bekannt bewährten Leitung von Frl, Lina W o 1 ff-s; stehen,. eingeleitet. Der Abend war von Herrn Simon Samson vortrefflich eingeleitet, und es schloß sich ein gemütliches Beisammensein an, das die Gemeinde fast bis zur Mitternacht in echter Feststimmung verband. Vortrag Dr. Ehrmann in Hannover. Hainnbver, 10. Nov.; „Weg und .Ziel."-.bettelte 'sich ein Vortrag, den am 4. November Herr Dr. S. Eh rm ah n , der Leiter der Palästina=Zentrale. der Agudas Jisroel, hielt. Namens des Vorstandes der Agudas Jisroel, Ortsgruppe Hannover, begrüßte Herr Julius Löh enstein die Erschienen. Hier die wichtigsten Gedankengänge aus einer einstündigen geistsprühenden Ansprache:! Es ist der Sinn der Welt und des Menschen* geschlechts, das verlorene Paradies zurückzugewinnen. Es ist eine allgemein menschliche Angelegen» iheit, daß man diesen Weg sucht. Unsre Zeit begeht den Fehler, den Weg auszuschalten, sie will nur rasch am Ziel sein. Doch man muß den Weg gehen, den