Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 45 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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12. November 1036 Der Israelit Nr. 45 Seite 5 Im ersteren Punkte glaubt man schon die Wirkung in Palastina wahrzunehmen. Der kleine Terror lebte dort in den letzten Tagen wieder auf. Und wo die Großaraber zu ihrem Worte über die Streikbeendigung stehen, agitieren sie für den geschäftlichen und gesellschaftlichen Boykott. Trotzdem darf man hoffen, daß England sich in seiner mit der Untersuchungskommission eingeschlagenen Politik nicht irre machen läßt und sein Programm durchführt; obwohl wir, wie wir schon öfters betonten, nicht zu ergründen vermögen, was die Untersuchungs'kommission nach all den Untersuchungen der früheren Jahre noch in Palästina entdecken und an den Tag fördern könnte. Was die Lage der Juden dm Irak betrifft, so hoffen wir, daß sie unter der starken Hand Sidkys sich nicht schlimmer gestalten wird als unter der Herrschaft der Straße, die seinem Siege vorangegangen ist. Die Tatsache, daß der Großrabbiner von Bagdad vor kurzem im Namen der arabischen Juden eine „Erklärung" gegen den Zionismus, aber auch „gegen Palästina als künftige Heimat der Juden" abgab, läßt schon beinahe den Gedanken an ein modernes Marranentum im Irak aufkommen. Wir sind, weit vom Schauplatz, nicht befugt, über dieses Maß von Demut zu urteilen, da wir die seelische Pein nicht kennen, aus der heraus es geboren ist. Wie sich die Dinge gestalten werden, steht abzuwarten. Man möchte nur hoffen, daß sich dort die nationalen Leidenschaften gegen England nicht, nach dem Gesetz des geringsten Widerstandes, wieder gegen die jüdische Bevölkerung entladen. Juden in der antibolschewistischen Front. In der jüngsten Nummer unseres Blattes sprachen wir an dieser Stelle von dem jüdischen Interesse an der gemeinsamen Front gegen die von Moskau ausgehende bolschewistische Gottlosenbewegung. Es freut uns, nun mitteilen zu können, daß die zentralen Vertretungen der u ngarischen Judenheit einen beispielgebenden Schritt nach dieser Richtung unternommen haben. Wie die ITA. aus Budapest berichtet, fand dort unter dem Vorsitz des Präsidenten der Israelitischen Landeskanzlei, Hofrat Samuel Stern, und des Präsidenten der Orthodoxen Zentralkanzlei, Samuel K a - han-iF ran kl, eine Beratung der Führer der ungarischen Judenheit statt, bei der Hofrat Stern auch die kirchlichen und gesellschaftlichen Aktionen zur Bildung einer antib ols dhe wis- Es scheint, daß Riwka ihrem Gatten nicht den ganzen Inhalt des G'tteswortes mitteilte. Jizchak hätte sonst nicht Esaw seinem jüngeren Bruder vorgezogen und nicht beabsichtigt, der Verheißung G'ti&s vjre w> am entgegengesetzt, den Segen -raa mn ••]m »33 i$ vinnff'i -\->nxb „du wirst ein Herr sein deinen Brüdern, es beugen sich vor dir die Söhne deiner Mutter" (27, 29) seinem älteren Sohn Esaw zu erteilen. * * * Kap. 25. V. 32. .maa »V m na^i mnV i?m »33« nan wy -)»s»i „Da sprach Esaw: Siehe, ich gehe zu sterben, wozu ist mir da die Erstgeburt." Raschi betzieht die Worte Esaws auf die Todesstrafen, die mit der den Leviten anbefohlenen Ausübung des Heiligtumsdienstes in Verbindung stehen. Nach einer weiteren Erklärung Rasches verzichtet Esaw auf da® Recht der Erstgeburt, weil der Heiligtumsdienst späterhin den Erstgeborenen entzogen und den Leviten übertragen wird. (Siehe Bamidbar 3, Ii—13). Weitere Auslegung: mal» f>n -03K njn beideutet, ich muß jetzt vor Schwäche und Hunger sterben. Einleuchtender dürfte folgende Erklärung sein: Esaws Verzicht auf die Erstgeburt wird durch seinen Beruf, der ihn als Jäger tagtäglich in Todesgefahr bringt, hervorgerufen. Da er mithin aller Wahrscheinlichkeit noch vor seinem Vater sterben wird, so geht ihm das Vorrecht der Erstgeburt, den zwiefachen Anteil am väterlichen Erbe, verloren. * * * Kap. 25. V. 34. n»'i Vain dwwji mb v*vb jni ap»»n •Trttsn n* i»y ran -pn np-»i tischen Fro n t zur Sprache brachte. Er wies darauf hin, daß bereits vor Jahren auf einer Konferenz .jüdischer Persönlichkeiten die Zusammenfassung der verschiedenen konfessionellen Behörden zum Kampf gegen die Gefahr bolschewistischer Strömungen gegen die Religion und Moral gefordert wurde. Mit Genugtuung sei festzustellen, daß nun sämtliche geistlichen Behörden einmütig den Kampf gegen die Unterwühlung der staatlichen und der gesellschaftlichen Ein Zehnjahresplan Evakuierung — das ist der Name, den die polnische Judenheit in all ihren maßgebenden Instanzen den Plänen, eine Million Juden mit mehr oder weniger sanfter Gewalt aus Polen nach Palästina oder anderen überseeischen Ländern abzuschieben, gegeben hat. Wir haben wiederholt und 'laufend die Proteste gegen dieses Unternehmen Jabotinskys veröffentlicht. Die Besprechungen des polnischen Außenministers Beck in London verleihen dem Unternehmen neue Aktualität. So ist es von Interesse, aus einem Artikel im Warschauer „Togblatt" zu erfahren, welches Echo dieses neuzionistische Eingehen auf die frommen Wünsche gewisser polnischer Staatsmänner im Kreise der Thoratreuen gefunden hat. Der Artikel weist darauf hin, daß schon' vor einigen Wochen Herr Grünbaum mit ähnlichen Aeußerungen und Plänen die gesamte antisemitische Presse von Polen auf seiner Seite hatte, die in die These, daß Polen zu viele Juden hätte, einhakte. Damals erging der Protest gegen Grünbaum aus allen Schichten der polnischen Judenheit, einschließlich der offiziellen Zionisten. Sogar Dr. Schechtmann, sozusagen der Flügeladjutant Jabotinskys, wandte sich damals scharf gegen Grünbaum, freilich in einer Weise, die sehr zu denken gab. Nicht gegen die . Doktrin Grünbaums an sich hatte Schechtmann etwas einzuwenden, aber er bezeichnete Grünbaum als Plagiator, der mit dem Geistes eigentum Jabotinskys arbeite und Politik mache. So war damals im „Moment" zu lesen, und man wußte gleich, wohin die Revisionisten unter der Fahne Jabotinskys steuerten. Nun haben wir das Original selbst in Warschau. Der echte unverfälschte Jabot i n s k y ist mit seinen Ideen und Plänen hervorgetreten. Die langen Begrüßungen, die of- „Jaakow hatte Esaw Brot und ein Gericht Linsen gegeben; er aß, trank, stand auf und ging. Esaw verachtete die Erstgeburt." Der .Nachsatz maan n« ipy Ta'i bedeutet nach der üblichen Auffassung; So verachtete Esaw die Erstgeburt. Man kann jedoch auch annehmen, daß T3'l analog dem nwi ^as'i einen neuen, hiervon unabhän* gigen Gedanken enthält. Auch nachdem Esaw gegessen und getrunken hatte, zeigte er keinerlei Reue wegen des Verkaufs. Weiterhin schätzte er die Erstgeburt gering. Die Erwähnung des Namens iw in dem Nachsatz dürfte jedoch diesem den Charakter eines Abschlusses verleihen, der auf die in dem Ab= Schnitte mitgeteilten Begebenheit zurückblicke: So verschmähte Esaw die Erstgeburt. Vielleicht soll aber durch 1 v y tan unterstrichen werden, daß die Handlungsweise Jaakows keinerlei Tadel verdient. * * * Kap. 26. V. 2 u. 3.iaff nnnsn *nn bx -i»«n'n vbx rm •pnrJn "fi ^nam -py ">t\xi nxm pua na : t>V* na« im fUta : -pa« m-axb *wk nyawn ns -»n»?»™ bpr\ nxiitn bi nx \t\x „Da erschien ihm G'tt und sprach: "Ziehe nicht nach Aegypten hinab, weile in dem Lande, das ich dir sagen werde. Halt© .dich in diesem Lande-1 auf, und ich werde mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen gebe-ich alle diese Länder und halte den Schwur aufrecht, den ich deinem Vater Awraham geschworen." Die Worte r-iKtn pKalna scheinen auf den ersten Blick überflüssig, da sie ja nur eine Wiederholung des vorhergehenden f "Uta \sv bilden. Wie Lager und Aufbruch des jüdischen Volkes in der Wüste, so ist auch Jizchaks Weilen und Wandern jeweils vom g'ttliehen Willen diktiert. Dieser Befehl wird allge» Ordnung aufgenommen haben. Landeskanzlei und Gemeinden würden auch in Zukunft an der Abwehr der bolschewistischen Gefahr mitwirken. Im Namen der ungarländischen jüdischen Orthodoxie schloß sich Präsident Kahan-Frankl den Erklärungendes Präsidenten Stern in allen Teilenan. fizielle und inoffizielle polnische Zeitungen Jabotinsky widmen, beweisen, daß der diesmalige Besuch Jabotinskys nicht einfach ein Besuch sei, daß er vielmehr in „diplomatischer Mission" komme, und zwar in einer solchen, die der polnischen Gesellschaft sehr genehm ist. Die polnischen Blätter befassen sich ansonst sehr ungern mit internen jüdischen Angelegenheiten, es ist sonst fast unmöglich, eine Notiz über innere jüdische Vorkommnisse in polnische Zeitungen zu lancieren. Dieser große Lärm um Jabotinsky war vor vornherein verdächtig. Die rechtsstehende „Tschas" gab sogar eine „jüdische Nummer" aus Anlaß des Jabotinsky-Besuches heraus. Sie liegt im Drucke vor uns. Ein redaktioneller Artikel gibt Aeußerungen von Jabotinsky, Schechtmann und Krakowsky wieder. Nun genießen wir das Original in all seinen Ausstrahlungen und sehen, daß der Plan Grünbaums | wirklich ein Pfuschwerk war. Wir lesen die Ar- I tikel Jabotinskys, vergleichen sie mit dem von ihm auf den Versammlungen gesprochenen Wort und sagen mit vollem Bewußtsein und vollster Ueberlegung: Einen solchen Skandal hat das polnische Judentum in der neueren Geschichte noch nicht erlebt; so was hat die jüdische Welt noch nicht erfahren. - Man mag in Paris oder London über die Dinge objektiv urteilen, uns, die wir in Warschau leben, fällt es keineswegs leicht, bei der Beschreibung dieser Dinge die gebotene Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Was erzählt Jabotinsky dem polnischen Leser, was verrät er den polnischen Pressevertretern? In einer Zeit, da die Juden in Polen einen erbitterten und verzweifelten Kampf für die Grundlagen ihrer Existenz führen, in einer Zeit, da wir nicht zulassen wollen und können, daß uns das Heim, das wir uns hier in vielen Jahrmein durch -fix. n»K -is?R psa w ausgedrückt: Weile stets in dem Lande, das ich dir sagen werde. Mit den darauffolgenden Worten r-iKtn p«a nu ergeht an Jizchak die Aufforderung, sich nun vorübergehend im Lande .der Philister aufzuhalten. * * * bpn nsisn Va n» im imbt fb 'a- Unter Spn Jixian bn sind wohl die Gebiete der Philister zu verstehen. „Dieses ist das übrige Land: alle Kreise der Philister . . . von dem Schichor, der vor Aegypten, bis zur Grenze von Ekron gegen Norden, wird zum Kanaaniter gerechnet; die fünf Fürsten der Philister, der VOn Gasa und der von Asdod, der von Askelon, der von Gat und von Ekron" (Jehoschua 13, 2 u. 3.) pR bezeichnet häufig ein Gebiet, so Twbv pR die Provinz Schölisch*) in Schemuel I 9, 4. Den Ausdruck ""7a kann man bereits bei einer Anzahl von drei anwenden, vgl. Maszechet Ketubot 8a Toszafot Stich* wort bsav- Die aus r\vbQ> dem Lande der Philister, entstandene Bezeichnung nrnwVs Palästina für das ganze Land Kanaan wird in Bereschit Rabba 90, 6 zu Kap. 41, 54 erwähnt. * * * Kap. 26. V. 29. iisjmtf» w»a nms»5 nwn tut .'n T>ia nw nnx ta^»a ivbvyi aw jn ins ww „Daß du uns nichts Böses tuest, so wie wir dich nicht berührt haben und dir nur Gutes getan und dich in Frieden haben ziehen lassen Du bist nur ein Gesegneter Ctte®." Der Nachsatz 'n Tna nn» nm bedeutet nach der üblichen Auffassung: Du bist nun einmal ein Gesegneter GHtes. Weitere Auslegung: Die Fürsten weisen Jizchak auf die Vorteil« hin, die ihm ein Bündnis. zur Evakuierung von Juden aus Polen.