Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 45 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 45 Ü e r Israelit 12. November 1936 dans stark genug sein, um den Weg zu einer friedlichen Verständigung im Sinne des Palästina- Mandats unbeschadet des Sykes-Picot-Abkommens freizumachen. Was die Verwirklichung eines solchen Planes, wenn er sich ohne allzustarke Reibungen mit der arabischen Welt durchführen ließe, für eine ausgedehnte Einwanderung jüdischer Massen bedeutete, braucht hier nicht unterstrichen zu werden. Ist ja die Vereinigung Transjordaniens mit Palästina eine der Grundforderungen Jabotinskys, der sich allerdings in seiner militaristisch überreizten Phantasie niemals Gedanken darüber gemacht, wie man sie der ganz auf gesunden Menschenverstand und auf den Weg der Wochenrundschau. Der altneue Präsident in der amerikanischen Union. Nun sind die Würfel in den Vereinigten Staaten Amerikas gefallen. Aus dem tobenden Wahlkampfe ging Roosevelt als Sieger hervor. Die 4% Millionen Juden in Amerika gehören nicht kollektiv einer Partei an, sondern sind auf alle großen Parteien verteilt, aber alle werden sie, auch wenn sie politisch andere Wege gehen, als Juden mit dem Ausgang der Wahl zufrieden sein und in Roosevelt den Hüter der Tradition begrüßen, wie sie in der Statue of Liberty vor den Toren des Landes symbolisiert wird. In den Wahlkampf spielte die Judenfrage nicht hinein. Beide Hauptkandidaten, Roosevelt wie L a n d o n , legten das Gelöbnis ab, treue Wächter des Rechtes für alle sein zu wollen. Es gilt für den Kampf, was vor kurzem Sigmund Levington, der Vorsitzende der „Bne Brith", in einer öffentlichen Erklärung sagte, nämlich, daß Antisemitismus keine Streitfrage bei den Präsidentschaftswahlen in Amerika bilden kann, da die anerkannten politischen Parteien von jedem religiösen oder rassischem Vorurteil frei seien, „Die jüdischen Bürger in Amerika stellen keine organisierte politische Gruppe dar, sie sind vielmehr ihren individuellen Ueberzeugungen entsprechend verschiedenen politi- Schriftdeutungen zu den Wochenabschnitten. Mitgeteilt von S. Speier. Kap, 24, V, 59—öl, «n nnpan jiri onm npan m roton »n n» wnn» Tb ■n»ir>,> npai n» law»; v»a» ama« ia» D'^nan bv niaamvmyn npan opm ivkvb iyw m •pni«nwin3an •1^1 npan n« na»n np'i tp'sn nn« naa^m „Sie begleiteten ihre Schwester Riwka und ihre Amme, sowie Awrahams Knecht und seine Leute. Dann segneten sie Riwka und sprachen zu ihr: Unsere Schwester, werde du zu tausend Myriaden, es erbe dein Same das Tor seiner Hasser: Da machten sich Riwka und ihre Mädchen auf, ritten auf den Kamelen und folgten dem Mann. Der Knecht nahm Riwka und ging," irrtwi dürfte hier mit „sie begleiteten" wiederge* geben werden. So heißt "in« D'rat nns vbv iS'-i (Bereschit 12, 20) Pharao bestellte Leute für ihn, diese gaben ihm das Geleite (siehe Onkelos, Jonatan, Ewen Ssra z. St. sowie Maszechet Ssota 46b nsa-is 4'3M (•D^iK ny->3 vbv vro naiop ornss^ nsna m^w nwos nn!»»?» nnsr "]bn omatti bedeutet: Und Awraham ging mit ihnen, sie zu geleiten. (Bereschit 18, 16.) Lawan und seine Verwandten gaben ihrer Schwester .das Geleite. Nachdem sie ■diese eine Strecke begleitet hatten, verabschieden sie sich mit dem mittleren Linie eingestellten englischen Politik, oder gar den Arabern, plausibel machen könnte. Nur in dem hier dargestellten Zusammenhang verliert die Forderung ihren utopischen Charakter, und sie kann — und sollte — zum Gegenstand einer ernsthaften Erörterung gemacht werden. Die ganze zionistisch-englische Palästina-Politik trug bisher — A. J. Balfour und Lloyd George haben es beide zu verschiedenen Zeiten ausgesprochen — den Charakter eines „großen Abenteuers", weil sie über die Realität des arabischen Nationalgefühls hinwegsah — es ist höchste Zeit, daß aus dem großen Abenteuer ein System überlegter Politik wird, sehen Parteien angeschlossen. Das Wahlrecht wird von ihnen ohne Erwägungen, die aus einem besonderen Klassen- oder Gruppeninteresse kommen, ausgeübt. Das Aufwerten einer solchen Streitfrage," heißt es in der Erklärung zum Schluß, „ist besonders ungerechtfertigt in dem gegenwärtigen Wahlkampf, mit Rücksicht auf das unzweifelbare Bekenntnis zur Toleranz, das die Präsidentschaftskandidaten der anerkannten politischen Parteien in Uebereinstimmung mit den. alten Ueberlieferungen unserer Nation abgelegt haben." Trotzdem hieße es, Scheuklappenpolitik treiben, wollte man das Vorhandensein einer Judenfrage in Amerika verneinen. Freilich trifft die Ausschlußpolitik weniger die Juden in Amerika, als die Juden, die noch nicht das Glück hatten, an der Freiheitsstatue vorbei ins Land zu kommen. Wenn man aus dem vor kurzem erschienenen amerikanischen Jahrbuche erfährt, daß von 1881 bis 1935 knapp 2 % Millionen Juden in die USA. eingewandert sind und man damit die Ziffern der letzten Jahre vergleicht (von 1931 bis 1935 im Ganzen 3958), so weiß man, daß es für die Vorkämpfer der Tradition, zu der auch die freie Einwanderung gehört, heute noch mancherlei zu tun gibt«in Amerika. Hoffen wir, daß ihnen unter dem „neuen" Roosevelt die Arbeit erleichtert wird. Am Jordan und am Euphrat, Wenn in der arabischen Welt etwas los ist, so findet es immer irgendwie seine Auswirkung in Palästina. Um wieviel mehr trifft das jetzt bei den Vorgängen im Irak zu, die nicht allein in England und Palästina, sondern auch von allen stillen Beobachtern in Europa als direkte Wunsche: „Unsere Schwester, werde du zu tausend Myriaden." Nun machen sich Riwka und ihre Mädchen auf und reiten auf den Kamelen. Mit Rücksicht auf ihr© Verwandten, die den Weg zu Fuß zurücklegten, besteigt Riwka erst das Kamel, nachdem sie sich von ihren Angehörigen getrennt hatte. Während in Vers 59 nur von der Amme Riwkas die Rede ist (nnpan nsi), heißt es in V. 61 'vnwi. In V. 59 werden die Personen erwähnt, denen die Auszeichnung gebührt, von Lawan und seinen Verwandten begleitet zu werden. Von allen Mädchen Riwkas ist einzig und allein die Amme dieser Ehrenbezeugung würdig. Bezüglich der Reise ist jedoch die Amme den übrigen Mädchen gleichgestellt, so daß sie in 'vns/n inbegriffen ist. »"»msm npan opm * * * Kap. 24. V. 62. -liin ynsa a»v Kim 'k-i ixa xiaa an pns'i „Und Jizchak war gekommen vom Hinkommen zum Brunnen des Lebendigen mich Sehenden; er wohnte im Süden des Landes." Die Worte »KT 'nV «waa na pnri würden den Brunnen als dauernden Aufenthaltsort Jizchaks bezeichnen, von dem er nur kam. man Ka bedeutet, er war für einen nur vorübergehenden Aufenthalt an den Brunnen gekommen und kam jetzt von diesem Ort. Wie in ravn ar» jik *tdt> die Infmitivform das Wiederholen ein und derselben Handlung ausdrückt und bedeutet: gedenke stets de® Sab* battages, so besagt die Wendung *m •>nb nxa R">a , daß Jizchak sich häufig an den Brunnen begab. An der Stätte, an der einst g'ttliches Wesen sich einem Menschen offenbarte, pflegte Jizchak sein tägliches Gebet zu verrichten, awn pRa awY» Kinn- Sein Wohnsitz war im Land des Südens. * * ''S Folge der Palästin ä-Unruhe n. aufgefaßt werden. Doppelt zu bedauern ist es, daß dieser neue Ausbruch mit der Abreise der Königlichen Prüfung s >k ommission zusammenfällt, wenn auch nicht z<u befürchten steht, daß die Arbeiten der Kommission Von diesem neuen Sturm beeinflußt oder beeinträchtigt werden. Noch kennt man keine Einzelheiten über den Kurs und die Taktik der neuen Regierung im Irak. Erklärungen der Regierung und der Gesandtschaften des Irak, daß in B a g d a d k e i n e Pogrome stattgefunden hätten, nehmen wir gern zur Kenntnis. Genau wie die Unruhen in Palästina in ihren letzten Zielen mehr gegen das Britentum als gegen das Judentum gerichtet waren, so handelt es sich auch bei dem Putsch im Irak letzten Endes um eine Auflehnung gegen England, das dem Irak wohl zum staatlichen Eigenleben verholfen hat, zum Lohne aber die Bodenschätze des Landes mehr ausbeutet, als es dem überall und insbesondere in Irak erwachten arabischen Nationalismus erträglich erscheint. Der militärische Führer der Putschisten und die Seele der ganzen Bewegung, B e kr S i d k y , steht seit vielen Jahren an der Spitze der panarabischen Bewegung, die bekanntlich auch am Feuer in Palästina ihr Süppchen zu kochen suchte. Als die Palästina-Araber die Hilfe und Vermittlung der arabischen Könige anriefen, glaubten die Nationalisten im Irak ihre Stunde gekommen und schickten, wie bekannt, ihren Außenminister, Nuri Pasc h,a , nach Jerusalem, Seine Aufgabe war wohl eine doppelte; Die denkbarst möglichen Vorteile für die Araber auf Kosten der Juden zu erringen und sich dafür den Preis in der Einordnung des arabischen Palästinas in den panarabischen Nationalismus zu sichern. Beide Aufgaben Nuri Paschas sind gescheitert. Er konnte seine Maximalforderungen England gegenüber so wenig durchsetzen, wie die Palästina-Ar ab er davon überzeugen, daß sie besser daran -täten, ihren Partikularismus am Jordan ins große nationale Bett am Euphrat einströmen zu lassen. Nuri Pascha mußte jetzt seine gescheiterte Mission schwer büßen. Er entging zwar der Kugel, die andere seiner Ministerkollegen traf, kam aber ins Gefängnis und wird für absehbare Zeit in der Versenkung verschwinden. Zwei Sorgenmomente ergeben sich für uns aus den Vorgängen im Irak: Wie werden sie auf Palästina abfärben? Und wie wird es jetzt unseren Brüdern im Lande Irak ergehen, die schon bei den dieser Umwälzung vorangegangenen Unruhen ein Dutzend Todesopfer zu beklagen hatten? * Kap. 25.V. 19. pns' m t^itj onia« ama« p j?ns,> mVm rtf>si „Dieses sind die Nachkommen Jizchaks, des Sohnes Awrahams. Awraham 'zeugte Jizchak." Der Schlußsatz pnxi n* nbin Dma» besagt, daß die auffallende Aehnlichkeit der Gesichtszüge jeden in Awraham den Erzeuger Jizchaks erkennen ließ. Weitere Deutung: "P^in ist hier im Sinne von erziehen zu nehmen. Aehnlich heißt in^ nws p TO» '3a naa «]0Y> 'ana auch die Söhne Machirs, des Sohnes Menasches, wurden auf den Knieen Joszefs erzogen (Bereschit 50, 23). Awraham schickte 'die Söhne der Nebenfrauen fort, um, unbeeinflußt von heidnischer Umgebung, Jizchak als seinen Sohn erziehen zu können (25, 6.) Awraham erzog Jizchak: -f>HS» AS >»»!>W B?na« ü * * * Kap. 25. V. 23. £=msn5> w laaaa a«a »aar ni> 'n nay an üvuhn qk^i ma» Tysa „G'tt sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zwei Stämme werden von deinem Schöße an getrennt sein. Ein Stamm wird mächtiger werden als der andere, und der ältere wird dem jüngeren dienen." *) Der Hinweis auf 'SU bi vr>' als Belegstelle für tV> im Sinne von erziehen dürfte anfechtbar sein. In diesem Vers kommt das Erziehen durch die Worte; 'aia zum Ausdruck, vr>> kann aber auch hier! seiner ursprünglichen Bedeutung nach mit sie wurden geboren wiedergegeben werden. So übersetzt Onkelos. diese Stelle: i\w *a*»iin»^»n» n»aa na *i»aa »aa «]»• Auch die Söhne Machirs, des Sohnes Menasches, wurden geboren und Joszef erzog sie. Ewen Esra allerdings interpretiert dort VtV» mit ^15-