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Der Israelit · 1936-11-05 · Heft 44 (5.11.1936) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 44 (5.11.1936)
Date
1936-11-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Ii Seite 10 Nr. 44 D ex jI s r a e 1 it 5. November 1936 entdeckte er den „Vagusfi-toff" im Herzen und baute diese Entdeckung grundlegend aus. 'Er fand auch die fermentative Acetylcholinspaltung im Blute und ihre Hemmung durch Physostigmin. Otto Loewi gilt als einer der ersten Pharmakologen und Physiologen. Holland. Rabbi Sarlouis zum Oberrabbiner von Amsterdam gewählt. Amsterdam, 28. Okt Der Vorsitzende des Rabbinerkollegiums der Am sterdamer aschkenasischen Gemeinde, Rabbi L. H Sarlouis, ist einstimmig als Nachfolger des vor zwei Jahren verstorbenen Oberrabbinere A. S. On derwijzer, zum Oberrabbiner von Amsterdam gewählt worden. Als solcher versieht er gleichzeitig die Funk tionen eines Oberrabbiners der Aschkenasim Hollands Wiederaufleben der Diamantenindustrie in Holland. Amsterdam, 30. Okt. Die Abwertung des holländischen Guldens hat zu einer Belebung der Industrie geführt, die sich auch in der von Juden geschaffenen Diamantenindustrie in der auch heute noch zum großen Teil jüdische Arbeiter beschäftigt sind, auswirkt. Nach einer mehrjährigen schweren Depression geht die Arbeitslosig keit im iDiamantengewerbe jetzt stark zurück. Die gebesserte Lage in diesem Industriezweig ist von großer Bedeutung für die finanzielle Situation der Am sterdamer Jüdischen Gemeinde. Polen. Jüdische Jugend stiftet der polnischen Armee Flugzeuge. Warschau, 21. Okt. Der Warschauer Wojwode Jaroszewicz empfing eine Abordnung der jüdischen Jugend, die ihm mitteilte, daß unter der jüdischen Jugend Warschaus eine Aktion eingeleitet wurde, durch die der Bau eines Geschwaders von fünf Flugzeugen für die polnische Landesverteidigung ermöglicht werden soll. Wojwode Jaroszewicz dankte der Abordnung für diese Bekundung vaterländischer Gesinnung und erklärte, daß dieser Schritt der jüdischen Jugend beispielgebend für andere Gruppen sein werde. Der Ab= Ordnung gehörten Vertreter des Brit Trumpeldor, der Jugendgruppen des Misrachi und der Aguda,, der Legion „Berek Josselewicz" (so genannt nach dem berühmten jüdischen Helden der polnischen Freiheitskriege) und der jüdischen Sportvereinigungen an. 15.000 Juden in neun Monaten nach Palästina befördert. Warschau, 28. Okt. Die Palästinaeinwanderungsstatistik zeigt, daß auch in der Zeit der Unruhen Juden in sehr großer Zahl nach Palästina gekommen sind. In den letzten neun Monaten dieses Jahres sind auf polnischen Schiffen allein 15.000 Personen nach Palästina befördert worden. Die meisten von ihnen haben sich dauernd im Lande niedergelassen. Handelshochschule in Warschau neuerlich auf unbestimmte Zeit geschlossen. Warschau, 28. Okt. Die Warschauer Handelshochschule, an der sich neuerlich schwere judenfeindliche Ausschreitungen zugetragen haben, ist auf unbestimmte Zeit geschlossen worden. Zweihundert Nationaldemokraten, gegen die die Polizei mit Tränengasbomben vorgehen mußte, wurden verhaftet. Sie wurden später bis auf vierzig wieder freigelassen. Sieben jüdische und ein nichtnationaldemokratischer christlicher Student sind verwundet worden. Auch an der Universität wurden nationaldemokratische Kundgebungen veranstaltet, bei denen die Freilassung aller an der Handelshoch* schule Verhafteten gefordert wurde. Zu Ausschreitungen kam es nicht, da der Polizei vor einiger Zeit das Recht eingeräumt worden ist, akademischen Boden zu betreten. Wieder agudistische Führung in der Warschauer Jüdischen Gemeinde? Warschau, 29. Okt Gegen die vor kurzem vorgenommene Wahl des Vorstandes der Warschauer Jüdischen Gemeinde ist ein Protest mit der Begründung eingebracht worden daß die Listennummer auf einem der neun für den Nationalen Block abgegebenen Stimmzettel nicht deutlich geschrieben gewesen sei. Der Regierungs kommissar hat diesen Stimmzettel für ungültig er klärt, obwohl die neun Repräsentanten des Nationa len Blocks versichert hatten, daß sie ihre Stimmen geschlossen für die von dem Block aufgestellten Vor Standskandidaten abgegeben hätten. Durch die Un gültigkeitserklärung verliert der Nationale Block einen Sitz im Vorstand. Das Mandat wird nunmehr entweder zwischen Misrachi und Aguda ausgelost oder der Aguda zugesprochen werden, die in diesem Fall den Senator Jacob Trockenheim zum Präsidenten der Gemeinde designieren würde. (ITA.) Frankreich. Die Zahl der Juden in Tunesien. Paris, 28. Okt Im März fand in Algier eine Volkszählung statt Sie ergab eine Zahl von 59.485 Juden unter einer Gesamtbevölkerung von 2,608.313. Die meisten Juden wohnen in der Stadt Tunis (32.384). In Sousse befinden sich etwa 5000 und auf der Insel Djerba 4109 Juden. Gegenüber der Gesamtzahl der Juden .ist die Einwanderung ausländischer Juden völlig unbedeu* tend. Unter den 59.485 Juden waren 59.222 tunesi sehen Ursprungs. England. Kundgebung in Leeds gegen die antisemitische Propaganda Mosleys. London, 28. Okt. Auf einer in Leeds veranstalteten Kundgebung gegen die in letzter Zeit von Sir Oswald Mosley ge triebene antisemitische Propaganda sprachen der Präsident des Jewish Board of Deputies, Neville L a s k i, der Vikar von Leeds> Domherr W. Thompson Elliott, und eine Reihe anderer jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten. Neville Laski polemisierte gegen die Behauptung, daß die Judenheit als solche bestimmte politische Anschauungen vertrete oder mit irgendeiner politischen Partei verbunden sei. Sir Oswald Mosleys Politik gegenüber den Juden gehe von phantastischen Ansichten aus,' die von keinem anständigen Menschen geteilt werden könnten. Uebrigens habe Mos* ley die antisemitische Note in seinen Kampf erst hineingetragen, als er sah, daß seine bisherige Propaganda nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat Grotesk sei auch die Behauptung von einer Bindung der Juden nach zwei Seiten hin. Im Kriege haben Juden für alle Länder, denen sie angehörten, gekämpft. Ja, so bedauerlich es sei, französische Juden hätten aus einem aus dem Kriege bewahrten Ressentiment heraus es abgelehnt, Juden aus Deutschland zu unterstützen; so sehr empfanden sie in erster Reihe als Bürger ihres Staates. Seitdem die Juden Bürgerrechts in England erwarben, hätten sie hervorragende Beiträge zu dem geistigen und materiellen Leben des Landes geleistet. Schließlich wies Laski noch auf die hohe Bedeutung eines erstarkten Palästina für das Britische Reich hin. Die Art, wie man in letzter Zeit den Juden gegenüber auftrete, sei den Ueb erlief erungen der englischen Nation so sehr entgegengesetzt, daß die Bevölkerung es wohl kaum dulden dürfte, daß diese Propaganda weitergeht. Es sprachen ferner 'Domherr Elliott und Richter Stewart. * * * Der englische Ministerrat hat am Dienstag und Mittwoch Beratungen über die durch die provo* katorische judenfeindliche Propaganda der Faschisten geschaffene Lage abgehalten. Es ist unbekannt, zu welchen' Ergebnissen der Ministerrat gekommen Ist. Man erwartet jedoch, daß bestimmte Maßnahmen anläßlich der Eröffnung des Parlaments werden angekündigt werden. Die Maßnahmen der Regierung dürften in der Form eines* Gesetzes zur. Wahrung der öffentlichen Ordnung getroffen werden. Es ist zweifelhaft, ob diese Maßnahmen auch ein Uniform verbot umfassen wenden. (Siehe Seite 2.) London, 30. Okt In der U n t e r h a u s s i t z u n g vom 29. Oktober gab der Unterttaatssekretär im Innenministerium, Geoffrey Lloyd, bekannt, daß die hauptstädtische Polizei entschlossen sei, den judenfeindlichen Kundgebungen im East End ein Ende zu machen. Auf eine Aufrage des Abgeordneten Vyvyan Adams, wie weit die Unterdrückung judenfeindlicher Kundgebungen fortgeschritten sei und ob gesetzliche Maßnahmen gegen das Tragen politischer Uniformen getroffen werden würden, erklärte der Unterstaats* sekretär, es sei ihm vom Polizeipräsidenten mitgeteilt worden, daß auf Grund besonderer Maßnahmen der Polizei ein wesentlicher Rückgang der antisemitischen Tätigkeit in ihren gröberen Formen im Londoner East End festzustellen sei, daß aber die Faschisten nicht in ihren Bemühungen nachgelassen hätten, durch Andeutungen und verhüllte Drohungen eine antisemitische Stimmung hervorzurufen. Die Polizei werde weiterhin alles, was in ihrer Macht steht, tun, um dieser unheilvollen Tätigkeit ein Ende zu setzen. Was den zweiten Teil der Frage betreffe,' so könne er, der Unterstaatssekretär, der Bekanntgabe des legislativen Programms für die nächste Session nicht vorgreifen. Der Abgeordnete Louis Smith fragte, ob bei den Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Unruhen im East End auch Schritte vorgesehen seien, um die Sprengung politischer Versammlungen durch Extremisten zu verhindern, Unterstaatssekretär Lloyd erwiderte, die Frage, ob es notwendig oder wünschenswert sei, das Gesetz in dieser Hinsicht zu ändern, gehöre zu den Gegenständen, die jetzt vom Innenminister geprüft werden. Er bedaure, der Erklärung über die Gesetzesvorschläge der Regierung zu diesem Gegenstand nicht vorgreifen zu können. Griechenland. Haienarbeiter aus Saloniki für Tel Awiw. Saloniki, 27. Okt. Die Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem hat dem Palästina-Amt in Saloniki telegraphisch mitgeteilt, daß Sonderzertifikate für Hafenarbeiter, die in Tel Awiw dringend benötigt werden, eiligst nach Saloniki übersandt wurden. Die Mitteilung der Exekutive wurde in den Kreisen der Salonikier füdischen Schiffer und Hafenarbeiter mit großer Begeisterung aufgenommen. Die in Betracht kommenden Familien beschleunigen ihre Reisevorbereitungen. (I. T. A.) Palästina. Nach dem Streike. Das Streikkomitee arbeitet weiter. — Um die Parität in Palästina. — Abrüstung. — Traurige Zahlen. — Hoher Besuch, in Tel Awiw. Todesurteile, — Um den Haien Der 2. November, — Weitere Terrorakte. Jerusalem, 2. Nov. Chadaschoth Achronoth" erfahren, daß da® Arabische Streikkomitee nach wie vor in Tätigkeit bleibt und bis April 1937 einen neuen Streikfonds in Höhe von 80 000 Pfund aufbringen will. Die arabischen Plantagenbesitzer hätten sich zu einer großen Beisteuer für den Streikfall verpflichtet. Nach arabischen Meldungen ist die Auflösung des Konz-entraionslagers in Saraf end nur noch eine Frage von Tagen oder auch Stunden. Es befinden sich zur Zeit dort noch höchstens 70 Agitatoren, da täglich ganze Scharen von Inhaftierten freigelassen werden. Das Kleine Aktionskomit e e hat sich mit 12 gegen 9 Stimmen für den Grundsatz nationaler Parität in Palästina ausgesprochen. Misrachi hat sitlr. der B-Gruppe der Allgemeinen Zionisten und der Judenstaatspartei in der Ablehnung 'der Paritätsforderung angeschlossen. *""~'TO^imrfr7Tri^^ra«g^^ Mimsmr^KKftsssss^BK^iiaiam

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