Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 44 (5.11.1936)
- Date
- 1936-11-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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rw "^h«^3^ Seite 2 Nr. 44 D e ls 1 i t 5. ^November 1936 t.f>l.Sv=f v -' ' Ei-" K ■•;!:. i' I K.! "-Auf arabischer Seite wird selbstverständlich ebenfalls eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet. Das Oberste Arabische Komitee hat ein Büro für Statistik und Information zur Sammlung von Material für die Kommission eröffnet. Es wird jedoch berichtet, daß schwere Meinungsverschiedenheiten innerhalb des arabischen Lagers über •die an die Kommission zu richtenden Forderungen bisher nicht überbrückt werden konnten. Die radikalen Elemente bestehen darauf, daß anläßlich der Darlegung des arabischen Standpunktes vor der Kommission „die Abschaffung des Mandats und der Balfour-Deklaration" verlangt werde, während die gemäßigten Kreise bloß die Unterbreitung einzelner Beschwerden mit der Forderung, diesen Zuständen abzuhelfen, verlangen. Ferner Wird unter dem 2. Növembfer mitgeteilt, daß unmittelbar nach dem Beginn der Untersuchungen High Commissioner Sir Arthur Wauchope al s erster 'Bekundungen vor der Kommission machen wird, Der High Commissioner soll sich hierbei auf rein informative Darlegungen beschränken und keinerlei Anregungen oder Empfehlungen vorbringen. Die jüdischen Vertreter werden einzeln angehört werden. Die Kgl. Kommission wird ferner Aussagen des englischen und des armenischen Patriarchen sowie anderer hoher geistlicher Würdenträger über den Schutz der heiligen Statt en der Christenheit in Palästina entgegennehmen. Ausnahmezustand in Jerusalem aufgehoben. Jerusalem, 29. Oktober. Der Ausnahmezustand ist für das Stadtgebiet von Jerusalem von Donnerstag, den 29. Oktober, an aufgehoben worden. Es gibt wieder Touristen- Visen nach Palästina* Berlin. 3- November. Das britische Konsulat (Paßstelle) teilt mit, daß in Zukunft wieder in der bisherigen Weise Visen für Touristen, die nach Palästina reisen wollen, erteilt werden. Die Anordnung, durch die Touristenvisen gesperrt worden sind, ist außer Kraft gesetzt worden. Die Thronrede streift die Vorgänge in London-Ost und die Lage in Palästina. London, 4. November. Unter den feierlichen und glanzvollen Formalitäten, wie sie in England bei diesem Anlaß Tradition sind, wurde am Dienstag in London das Parlament mit einer Thronrede des Königs eröffnet. Eduard VIII. streifte in seiner Rede alle Gebiete der englischen Außen- und Innenpolitik. Unter größter Aufmerksamkeit des Hauses ließ sich dann der König auch kurz über die Störungen des öffentlichen Friedens aus, wie sie in letzterer Zeit in gewissen Teilen Londons und Englands vor sich gingen, und über die Maßnahmen gegenPersonen und Organisationen, die die Ruhestörungen verursachen. Der König kündigte eine neue Bill zur Verstärkung des Gesetzes über die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Lande an. Das Gesetz wird scharfe Maßnahmen für Ruhestörer androhen, ohne in die rechtmäßige Rede- und Versammlungsfreiheit einzugreifen. Näheres über den Charakter der Bill wird wohl noch mitgeteilt werden. Ferner brachte der König sein tiefes Bedauern darüber zum Ausdruck, daß es während der letzten sechs Monate zu ernsten Unruhen in Palästina gekommen ist. Infolge der so entstandenen Lage sei die Entsendung von Truppen nach Palästina notwendig geworden. „Ich begrüße es," fuhr der König fort, „daß in der letzten Zeit eine Besserung der Situation eingetreten ist. Die von mir ernannte Kgl. Kommission für Palästina wird Ende dieser Woche England verlassen und mit ihrer Untersuchung beginnen. Ich hoffe," erklärte der König zum Schluß, „daß die genaue Untersuchung der schweren Probleme durch die Kgl. Kommission eine dauerhafte Entscheidung herbeiführen wird." Die Präsidentenwahl in Amerika. Mit dem überwältigenden Sieg Roosev e 11 s hat sich das Gros des amerikanischen Volkes wiederum zum bisherigen Regierungsprogramme der amerikanischen Union bekannt. Die Judenfrage blieb bei dem Wahlkampfe im Ganzen außer Diskussion. Beide Hauptkandidaten, R o o s e.v e 11 wie Landon, haben in Botschaften den Juden ihre Sympathien ausgedrückt und ihnen die Wahrung aller ihnen von der Verfassung zustehenden Rechte versprochen. Daß solche Erklärungen überhaupt notwendig waren, beweist, daß es auch in Amerika noch andere Strömungen gibt, die allerdings noch nicht zu einem Faktor in so lebenswichtigen Fragen des Volkes, wie sie die Präsidentenwahl darstellt, gediehen sind. Gerade hinsichtlich dieser Strömungen kann die amerikanische Judenheit, wenn sie auch politisch nicht geschlossen mit Roosevelt geht, mit dem Ausgang der Wahl zufrieden sein, Einiges bleibi freilich zu wünschen übrig: Roosevelt führte als Hauptargument im Kampfe" für seine Wiederwahl an, daß er dem amerikanischen Volke die Pros p-e r i11 ä t wiedergegeben hätte. Ist dieses aber der Fall, dann wäre es auch höchste Zeit, daß die Einwanderungsbesc:hränkung e n , die aus der nun überwundenen wirtschaftlichen Krise geboren sind, einer gründlichen Revision unterzogen werden und daß die Tore des Landes denen geöffnet werden, die in der Suche nach einer neuen Heimat leider sonst überall geschlossene Türen finden. In dieser Richtung liegen die Wünsche und Erwartungen, die die Juden, nicht allein die amerikanischen, an die neue Aera des alten Präsidenten knüpfen. Bei der zusammen mit der Präsidentenwahl vor sich gehenden Neuwahl der S t a a t s g o u - v e r n eu r e und eines Teiles des Parlaments in Amerika ist am 3. November, -auch der bisherige Gouverneur des Staates N e w Y o r k , Colonel Herbert, H. L e h m,a n , mit großer Stimmenmehrheit u wiedergewählt worden. I.!, Ueberraschende Lösung der Tel Awiwer Bürgermeisterfrage. Tel A w i w, 1. November. Die Palästina-Regierung hat überraschenderweise am Sonnabend den bisherigen ersten Vizebürgermeister von Tel Awiw, Israel R o k a c h , zum Bürgermeister ernannt. Der rasche Beschluß der Regierung kam, nachdem die Besprechungen der Vizebürgermeister beim High Commissioner zu keinem Resultate geführt und auch sein Vorschlag, das Bürgermeisteramt Herrn K a plan, der seitdem Tode Dizengoffs die Geschäfte provisorisch, führte, zu belassen, keinen Anklang gefunden hatte. In einem Teil der hebräischen Presse wird die Ernennung Israel Rokachs zum Bürgermeister von Tel Awiw scharf kritisiert. Die Tageszeitung „Dawar" bezeichnet in einem Leitartikel die Ernennung als einen „Angriff der Regierung auf die Autonomie der Tel Awiwer Stadtverwaltung". Die englisch geschriebene ,,Palestine Post'1 tritt dafür ein, daß die Ernennung mit Rücksicht auf die gegenwärtige politische Lage im Lände hingenommen und alles vermieden werde, um Zwistigkeiten zu erregen. Rokach selbst hat in einem Interview sein Vertrauen darauf ausgesprochen, daß es ihm gelingen werde, mit Vizebürgermeister Dov Hos und den der "Arbeiterpartei angehörenden Stadtverordneten zu einer Verständigung über die Arbeitsteilung zu gelangen. Prüfung des Palästinaberichtes durch die Mandatskommission erst nach Abschluß der Arbeiten der Kgl. Kommission. Genf, 28. Oktober. Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes hat beschlossen, erst nach dem Abschluß der Arbeiten der Kgl. Kommission, die jetzt zur Untersuchung, der Ursachen der Palästinaunruhen aus England abreisen soll, zu dem Bericht der Mandatarmacht für Palästina endgültig Stellung zu nehmen. Dagegen will die Mandatskommission schon jetzt die Prüfung der' Petitionen vornehmen, die sich auf palästinensische Angelegenheiten beziehen. In diesem Zusammenhang wurde der Antrag angenommen, die: Britische Regierung als Mandatarmacht für Palästina zur Entsendung eines Vertreters aufzufordern, der zu den in den Petitionen berührten Fragen Stellung nehmen soll. Die XXX. Tagung der Mandatskommissionwurde am 27. Oktober in Abwesenheit ihres Vorsitzenden, des Italieners Marquis Theodoli, durch den stellvertretenden Vorsitzenden Pierre Orts (Belgien) eröffnet. An die erste, öffentlich abgehaltene Sitzung schloß sich eine Reihe vertraulicher Beratungen an. Nach einem kurzen Ueberbliek über die Arbeit der Kominission in der Zeit zwischen ihrer , XXIX. und XXX. Tagung wandte sich Orts der Besprechung der jetzigen Situation in Palästina zu. Die Mandatskommission sei nicht in der Lage, eine Debatte über die Ereignisse . in Palästina zu führen, da die.,A^andatarmacht erklärt habe, siekönne einen Bericht über die Unruhen und ihre Ursachen erst vorlegen, wenn die Untersuchung durch die Kgl, Kommission beendet sein würde, Eine längere Aussprache entwickelte sich über Punkt 3 der Tagesordnung (Bericht der Mandatarmachl für Palästina und TCransijordanien für das Jahr 1935), Der stellvertretende, Vorsitzende Orts erklärte, daß viele.,fragen,, die..die Verwaltung. Palästinas ,• betreffen,, ..während, der;XXIX. Tagung;, der Konunissipn nicht, .erörtert werden konnten. . . , . : ,u AUes fnrj^e D stetsaktiieliunäpre&swert stein weg & il » •, V V s-'i-j-rj Ul; c; .v.;; t, {V.'V?\ ' V, i