Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 43 (29.10.1936)
- Date
- 1936-10-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite.6 Nr. 43 Der Israelit 29, Oktober 1936 schon absolviert worden, auch Biologie und Geographie ist. danach nicht mehr nötig. Im dritten Jahre tritt. das Lernen, bis zur Hälfte zurück. Eine gleichmäßige Teilung des Arbeitsplanes beginnt. Man muß diesen genialen Plan schon mit den Worten des Verfassers "wiedergeben, um ihn zu zeichnen: „Ehr durchgehendes Bild der Wissenschaft, der Dichtung, der darstellenden Kunst von Musik, besonders aber der Philosophie, soll die Möglichkeit geben, am vorhandenen Material selbst Stellung zu nehmen, dann muß i n jedem durchschnittlichen Schüler1 das Bewußtsein und das Empfinden echter Kultur erwachsen. Er muß imstande sein, jede Epoche und ihre Aufgaben in dem größeren Zusammenhange im Sinne der ihnen gewordenen' jüdischen Weltanschauung zu erfassen." Wenn' man bedenkt, daß es sich hier um 14- bis 17jährige junge Menschen handelt, die auf Grund einer Volksschul-Vorbildung ohne überdurchschnittliche Begabung zu Leistungen befähigt werden sollen, die unsereins kaum MenV sehen zumutet, die einen mehrjährigen Jeschiwahbesuch und eine neunjährige höhere Schule aufweisen können, wird man die Ausführungen des Verfassers nur als Deklamationen werten und als Kehrseite der Karrikatur, die er von unserer jüdischen Schule entworfen hat, nur be dauern können. (Fortsetzung folgt.) ZWISCHEN DEN ZEITEN. Eine Erez Israel-Bilanz. Von Rabb. Mosche Blau in Jerusalem. (Schluß.) Iii. Das Hilfswerk.; Mit der Ausbreitung der Unruhen und der Evakuierung hunderter Familien aus der Altstadt Jerusalems und den Vierteln mit gemischter Bevölkerung wurde die Altstadt vom Zentrum abgeriegelt und .Tausende jüdischer Seelen gerieten in unbeschreibliche Not. Man konnte zeitweise Nahrungsmittel nicht einmal für Geld bekommen. So trat die agudistische Jugend auf den Plan und organisierte unter der Leitung der Agudazentrale und der Charedimgemeinde ein Hilfswerk, das vortrefflich funktionierte. Erste Hilfe wurde auch den Flüchtlingen aus der Altstadt gereicht, die sich jetzt bei Verwandten oder an öffentlichen Plätzen der neueren Stadt aufhielten, ebenso aber den vom Zentrum abgeschnittenen Brüdern. Dieses gesetzestreue Hilfswerk war das erste, das unzählige Familien buchstäblich dem Hunge'rtade> entriß. Na- ■ hezu 400.— Lst. wurden für diesen Zweck schon in den ersten Tagen aufgebracht. Man, darf ohne Uebertreibung sagen, daß in den ersten Wochen der Katastrophe dieses einzig idastehende Hilfswerk, an dem sich kein anderes Institut beteiligte, für die Altstadt die Rettung bedeutete. Erst nach Monaten riefen die zionistischen Institute zu einer Hilfsaktion auf und hielten es; für gut, das gesetzestreue. Judentum auszuschließen. So war das religiöse; Judentum gezwungen, eine eigene Hilfsaktion einzuleiten, an der auch viele thoratreuen Juden mitarbeiten, die bisher Kap. 22. V. 13. insa im* J"X .um «rvvpy nx cm:8 kb> •un nnn nbv1? inVsri bwn /ik np»i anux "^'i runpa laoa,;- Nach der Auffassung der Erklärer, die i"S nim sti vanpa "jaoa insa im? mit „er sah, und siehe, ein Widder, nachdem er im Gebüsch mit seinen Hörnern hängen gebliehen war," wiedergeben, ist der Ausdrucken» vollkommen überflüssig, .da mm NT1 vaipa -poa rrwi genügt hätte, in« vertritt zuweilen ja nnK und bedeutet: danach, nas'i prisi nvm isw nnm nsns (Schemot 5, 1} heißt: Nachher gingen Mosche und Aron zu Pharao und spraqhen. Unser Vers ist folgendermaßen zu verstehen: Awraham sah einen Widder vorüberlaufen. Danach aber blieb der Widder mit seinen Hörnern im Gebüsch hängen, Awraham erblickt in dem Sichverstricken einen Fingerzeig G'ttes und bringt den Widder als Empöropfer dar. Für diese Interpretation dürfte wohl auch das trennende Tonzeichen Sakef Gadol auf "ins sprechen, Wochenkalender. Vom 31. Oktob. bis 1. Novemb. 19361 Vom15 —22. Chesctrwan 5697 ,W S]T ■ l Samstag 31 D'nar 15 TD SV! Sonntag 1 16 na Montag Nov. 2 17 .. 'w n^»n Dienstag 3 pwnfl 18 b Mittwoch 4 19 16 Donnerstag 5 ■j 20 . 35» . ('er>an mjyn Freitag 6; '2i .15 Samstag 7 (22 ib nw "rt nicht in der Agudas Jisroel organisiert sind. Im Zusammenhang mit diesem Hilfswerke ist noch die Verbindung zu erwähnen, die man, mit Hilfe der Behörden, mit der Altstadt mittels eines be ständigen Autobusses . herstellen konnte. Auf Intervention der Agudas Jisroel im Einverneh men mit dem Waad Leumi konnten Maßnahmen errichtet werden, die den Verkehr des Jischuw mit der Altstadt sicherten, . ,,,,, / Die politische T ä t i g k e i t ,i;n VVe r - bindung mit den Ereignis s e 41.' Vom ersten Tage der Unruhen an stand die Agudas Jisroel in beständiger Verbindung mit den Regierungsbehörden, um einen bestmöglichen Schutz für jüdisches Leben und Eigentum zu erreichen. Stets fanden 'die Agudavertreter das Ohr der Aemter,; wenn sie ihre Vorschläge zur Aufstellung von Wachtposten an-gefährdeten Stellen machten. Zusammen mit dem Waad Leumi konnte die Agudas Jisroel auch die Ueberführung des S c h 1 a c h t h o f e s ins jüdische Viertel bewirken. Auf Initiative der Agudas Jisroel wurde über alle diese Einzelheiten hinaus noch eine geeinte jüdische Front mit den zionistischen Stellen geschaffen, die in allgemeinen Fragen des Sicherheitsschutzes mit Erfolg bei der Regierung vorstellig sein konnte. Leider fehlte es am guten Willen bei den nationalen Stellen für diese Einheitsarbeit, und die Beziehungen wurden gelockert durch die steten Zurücksetzungen, die die Agudas Jisroel von den efsteren erfahren mußte. So kam es denn, daß während die ersten Schritte beim High Commissioner einheitlich unternommen wurden, es später durch Verschulden, des Waad Leumi -zu einer Teilung kam. Nachdem Waad Leumi eine gemeinsame Intervention abgelehnt hatte, war eine eigene Delegation der Agudas Jisroel, unter Führung des Oberrabbiner Duschinsky, beim High Commissioner vorstellig, und sie konnte als erste Instanz all die Zusicherungen von höchster Stelle erhalten, die erst später in einem Schreiben des Regierungssekretärs an Dr. Weizmann bestätigt.wurden. Alle nötigen Sphritte" unternahm die Agudas Jisroel auch zu Gunsten der zeitweilig stark'bedrohten Brüder ih'Safed und Tiber las. j Die H e i 1 i g e n s t ä 11 e n. . ,, Es ist.leider, als.^traurigeshistorisches, Faktum für alle Zeiten zu verzeichnen, daß im Jahre 5696 vom 1. Ijar bis zum Jahresende den Juden die Möglichkeit genom m e n w a r ,. ihr Herz im Gebete an den Heiligens t ä 11 e "n a ii s z u s c Ji ü t t(e n.; Vielleicht hatte die jüdische Geschichte eine solche lange Stokkung in dieser Beziehung noch, nicht zu verzeichnen. Vergebens warteten die heiligen Quadern der . Westmauer auf die jüdischen Tränen und umsonst harrte Mutter Rahel im Elulmönat dieses Jahres ihrer. Kinder, die. sonst um diese Zeit in großen Scharen zu ihr kamen. Auch die Ruhe der Väter b.ei Hebron wunde dieses Jahr durch die Tränen lind Seufzer der. Kinder ih den heiligen Tagen nicht gestört. Was zu retten war, wurde gerettet. Auf Initiative und Ein-V schreiten der Agudas jisroel ifri Einv'erhebmen« mit Waad Leumi, der Iristanzen, die von der;Regierung als zuständig für die jüdischen Heijligenstätten anerkannt wurden, wurde das Ra- .helgrab wenigstens für den Rüstetäg zu Rosch Chodesch Aw für einige Dutzende Juden geöffnet, die dort in Begleitung einer Polizeieskörte, hinkamen. Einige Tage' vorher, konnten diesen heiligen Platz Einzelne aus der Agudas Jisroel und des Waad Leumi "besuchen. . Seitdem sind diese Stellen wieder für uns streng geschlossen. Zu den Hoffnungen für das neue-Jahr..gehört auch die, daß uns bald der Weg zu diesen heiligen Gebetsstätten vollkommen frei wird. Weitere wichtige Ereignisse, Als weitere bedeutsame Ereignisse verzeichnen wir: 1, Die Vereinigung des gesetzestreuea R abbin at es in Tiberia/Si der Stadt, die" zum alten Jischuw gehört. Tiberias, das zum überaus größten Teile von gesetzestreuen Juden bewohnt wird; setzt sich aus Sephardim und Aschkenasim zusammen. Nun haben sich beide Teile geeinigt und stehen unter der Leitung eines gemeinsamen Oberrabbinates, das alle religiösen und sozialen Angelegenheiten der Charedimgemeinde dieser Stadt leitet. 2, Die ins Auge gefaßte dauernde Uebersiedlung des Gerer R e b b e n und seiner Familie nach Erez Israel, die größte Befriedigung in den Kreisen der Gesetzestreuen Palästinas ausgelöst hat, denn der Einfluß dieses Thorafürsten umfaßt weit über den Kreis seiner chassidischen Verehrer das gesamte thoratreue Judentum, so daß der Aufbau Palästinas im Geiste der Thora dabei sehr viel profitieren kann. Um so mehr als zu erwarten steht, daß Tausende seiner Verehrer sich von ihrem Rabbi angezogen sehen, ebenfalls in Erez Israel ihr Heim aufzuschlagen. 3, Die Vereinigung de r Talmudthorascihulen in Jerusalem,, womit eine Frage befriedigend gelöst wurde, die früher schon alle Führer des gesetzestreuen Judentums beschäftigt hat. Alle Widerstände, die bis jetzt eine Lösung der Frage verhinderten, wurden aus dem Wege geschafft, so daß alle Talmudthoraschulen der Aschkenasim in Jerusalem jetzt ein Ganzes bilden, und man darf hoffen, daß dieses Einheitswerk von Dauer und von großefn Segen -für die religiöse Erziehung in Jerusalem sein (wird. Organisatorische Fragen, In organisatorischer Beziehung konnten unter dem Drucke der Ereignisse keine wesentlich >h Aenderungen eintreten. Der Landesrat der Agudas Jisroel trat nur in dringenden Fällen zusammen. In seiner letzten Sitzung befaßte er sieh mit den Ereignissen und stellte die Richtlinien auf für das Verhalten nach außen und gegenüber den anderen Teilen des Jischuw. Von den vielfachen erfolgreichen, Interventionen bei den Behörden im Sommer der Unruhen ist besonders zu erwähnen die zeitweise A ü f - heb ü n g von Bestimmungen des A u s'n a h m ezus'tandes im Interesse der : offentliehen G'ttesdienste an Festzeiten' und in . den Slichaustagen, ebenso, die Bemühungen "für die Sabbätruhe ini : Postbür'o von Tel Awiw, auch das Einschreiten zu Gunsten der wegen der Proteste gegen Sabbatentweiher Verhafteten! \ Es geht nicht an, die Betrachtungen über das abgelaufene Jahr abzuschließen, ohne jener Männer zu gedenken, die in diesem Jahre von uns gegangen sind und denen die Gesetzestreuen in Erez Israel so viel zu verdanken. haben. Es sei insbesondere gedacht an die Vorsteher' der orientalischen Gemeinde, " Rabbi Esra;R a f u \ und Rabbi Schlomo \Z u fj u f , die ' die, ^Grundpfeiler ihrer Gemeinden wareri und ' stets'. ihre Hand der Agudas jisroel im Kampfe des thora-/ treuen Judentums um seine/ E^stö'nz^^oteni. | Die Rückschau weist viele. ■ Lichtpurikte. #'aEuff ist. aber leider aüch/nicht/ frei lyori SchätteriV Sie zeigt die gewaitige ^eräntwörtung, die .auf d&ü Führern des gesetzestreuen Judentilms in. Erez Israel lastet, sie zeigt auch eine iReihe von M"> '