Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 42 (22.10.1936)
- Date
- 1936-10-22
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 zwei'Engel; die schirrten zwei Rosse an einen Wagen. Aber Wunder, das eine spannten sie am Wagen vorwärts,;dag andere spannten sie rückwärts an. Das ertrugr. ef nicht und rief erbost: „Das weiß ich besser, ich' sag'® euch ins Gesicht." Kaum hatte er das Wort gesprochen, so kam ein Engel und sagte. „Fdrt mußt du, du -hast dein Wort gebrochen." Es half kein Weinen und kein Flehen, er mußte gehen. Noch einmal im Gehen schaute er zurück und siehe, der Wagen, vom Rossepaar getragen, sieht er ihn aufwärts ziehn." Er wachte auf, er hatte sich um den Himmel gebracht; Er :-wär aber geheilt von seinem Wahne, daß er alles besser wisse und sprach niemals wieder das Wort; „Das weiß ich besser freilich." * * .* War auch mal ein anderer, der vermeinte, besonders klug zu sein, noch klüger als der liebe G'tt. Müde von einer weiten Wanderung legte er sich einmal in den Schatten einer mächtigen Eiche, sich auszuruhen. .Da sah er jenseits d«s Weges in einem Garten an einer schwachen Ranke einen großen .Kür¬ bis hängen. „Das ist nicht gut," sagte er, „daß solch schwache Ranke eine Solch schwere Last tragen muß. . Es wäre "doch besser, wenn der schwere Kür¬ bis an der Eiche, und die kleinen Früchte der Eiche an der Kürbisstaude hängen würden. Mit solchen Gedanken schlief er ein. ' Es entstand ein starker Wind, .der schüttelte und rüttelte an" den Aesten der Eiche. Da fielen die wecken Blätter, dürre Aeste und reife Eicheln auf die Erde. Und dem klugen Schläfer fiel eine Eichel auf die Nase. Er wachte auf, faßte sich an die Nase, die blutete „O war ich doch ein Tor. Wäre die Eichel ein vKürbis gewesen, dann lebte ich nicht mehr! Dumm, sehr dumm hab' ich gedacht, G'tt hat alles wohl gemacht," *• * David, als er noch nicht König war, saß einmal , in einem großen schönen Garten. Er spielte die Harfe und sang dabei ein schönes Lied, Er sang von der Größe, Allmacht und Weisheit G'ttes; Da kroch eine häßliche Spinne heran, David dachte: warum hat denn " G'tt diesies häßliche Tier geschaffen. Es nützt uns nicht und beschmutzt mit seinem Gewebe unsere Wohnungen; Dann spielte und sang er weiter. Da hörte er ein leises Summen. Eine Hornisse kam nerangeflogen, die tbohrte ihren Stachel in den Körper der Spinne, David dachte: warum hat G'tt die Hornisse geschaffen, sie sticht wie die Biene, gibt uns aber keinen Honig. Er nahm wieder die Harfe und sang von der Liebe und Weisheit G'ttes. Da hörte er. eine menschliche Stimme. Er schaute auf: Vor. ihm stand ein Mann, der sich sonderbar gebürdete. Es war ein Wahnsinniger, David fühlte Mitleid mit dem Unglücklichen. „Warum hat G'tt den Wahnsinn geschaffen, es tut .so weh, -einen -Menschen zu sehen, der nicht weiß, was er tut," Da sprach G'tt zu ihm: „Es wird einmal die Stunde kommen, da wirst du einsehen, daß nicht® auf Erden umsonst geschaffen' ist." David hatte den Riesen Goliath geschlagen. Und als Saul und David wieder aus dem Kriege zurückkehrten, kamen ihnen aus allen Städten die Frauen entgegen und sangen: Saul hat Tausende geschlagen, David aber Miriaden. Von dieser Stunde an war Saul eifersüchtig auf David und wollte ihn töten, David entfloh zu Achis> dem König von Gath, Die Diener erkannten ihn und sagten: „Ist dasi nicht David; dem man; beim Reigentanz entgegensang: „Saul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Miriaden!" David nahm sich die Worte zu Herzen, es bangte ihm um sein^Lehen. Er "stellte sich wähnsinnig, schrieb an die Türen des Palastes und. ließ den Geifer über den Bart triefen. Der König, dessen Kinder alle An der Machpelah-Höhle in .Hebron wahnsinnig waren, fuhr ©eine Diener hart an. und sagte: „Seht Ihr nicht, daß dieser wahnsinnig Asir leide ich vielleicht Mangel an Wahnsinnigen? Sollte ein solcher in mein Haus kommen?" Und die Diener jagten David wieder fort. David war gerettet, daß er seinen Verstand verstellte, das hatte ihm das Leben gerettet. Und aus seinem Herzen kam ein neues Lied: „Ich will preisen den Ewigen zu jeder Stund' Sein Lob sei immer in meinem Mund."1) David entfloh in die Wüste. Er kam an eine Höhle und ging hinein. Da kam eine Spinne und. spann ein Netz am Eingang der Höhle. Bald kam auch Saul mit seinen Leuten, um David aufzusuchen. Als er an die Höhle kam und das Gespinst der Spinne, sah, dachte er:. „Hier drinnen kann David nicht sein, sonst wäre' das Gewehe zerrissen. Und ging weiter. Die Spinne hatte David das Leben gerettet.. In seidem Herzen formte sich ein Danklied: „Sei. gnädig mir, o G'tt, laßmich-nicht sterben, In Deinem Schatten such' ich Schutz, bis vorüber ■ ~das Verderben."2^ David hatte sich in die Wüste Siph geflüchtet. Das wurde Saul berichtet. Saul nahm 3000 Mann, um David aufzusuchen. David erkundete den Ort, wo. Saul lagerte. Es war Nacht, und Saul lag schlafend in der Mitte seines Lagers und sein Feldherr Abner heben ihm. Und David ging mit Abisäi: hinüber in das Lager. Niemand 'bemerkte sie. Abisai wollte Saul töten, aber David sagte: „Verletze ihn nicht, denn wer hätte je seine Hand igegen einen Gesalbten G'ttes ausgestreckt und wäre ungestraft geblieben. Nurden. Spieß und den Wasserkrug zu seinem Haupte wollen wir nehmen und wieder gehn." Da kam David zu' nahe an Ahner heran. Abner legte sich im *) Ps, 34. 2) Ps. 57.