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Der Israelit · 1936-10-22 · Heft 42 (22.10.1936) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 42 (22.10.1936)
Date
1936-10-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 42 Oer Israelit 22. Oktober 1936 Wehn jedet der die Keren Hptoräh-Ziele begreift, in die KöTefl HotOfah - SammeldoSe täglich wenige Pfennige legt, dann können wir allen unseren Aufgaben gerecht werden. Dosen anfordern bei: Keren Hatorah, Hamburg 13, Heinrich Barthstraße 21 „Zu diesen Ergebnissen," schloß Ben Gurion, „gelangt man, wenn man über den arabischen Streik und die arabische Führerschaft, die ihn organisierte, Bilanz zieht. Was unsere eigenen Forderungen an die Mandatarmaoht und an die Palästinaregierung betrifft, so haben sie nicht mit dem Araberstreik begonnen und hören nicht auf, nachdem er Schiffbruch erlitten hat. Der Kampf um die Durchsetzung unserer Forderungen steht uns weiter bevor. Die Zeit für eine Bilanz über unsere Forderungen ist noch gar nicht gekommen." Der Kampf um London-Ost. Seit einiger Zeit steht London-Ost in der Kampflinie zwischen der radikalen Rechten und Linken, und Kampfobjekt sind zumeist die in diesem Stadtteil gelegenen jüdischen Zentren. Am Mittwoch abend, während das Kabinett noch seine Beratungen abhielt und sich darüber den Kopf zerbrach, ob und mit welchen Mitteln den ewigen Demonstrationen ein Ende zu bereiten sei, zogen die Scharen Sir Oswald M o s 1 e y s durch die Straßen des Ost-Ends und führten die geplante Kundgebung bis zum letzten Programmpunkte durch, ohne daß es zu wesentlichen Zwischenfällen kam. Sowohl die „Times" wie der „Daily Express" konstatieren, daß sich die große Zuhörerschaft im großen und ganzen interessiert den Ausführungen Mosleys hingab und erregten Beifall spendete. „Gleich mir," schreibt der Berichterstatter des „Daily Express", „vermochten die Leute nicht zu vernehmen, was der Redner eigentlich sagte, aber sie gaben sehr klar zu erkennen, daß sie auf seiner Seite standen." Nach diesen Feststellungen begreift man die an anderer Stelle .dieser Nummer abgedruckte Aufforderung des Board o f Deputies an Londons Juden, sich von den Kundgebungen zu distanzieren und das Kampffeld allein den Extremisten auf beiden Seiten zu überlassen. Auf keinen Fall sollten sich ihrer welche hinreißen lassen, eine Abwehrfront mit den Kommunisten zu bilden. Gerade in England, wo von jeher hochgestellte Juden führend in den konservativen und Regierungsparteien mitarbeiten und die jüdischen bürgerlichen Massen den Bolschewismus in dem Maße ablehnen, wie er ihr kleines ruhiges Leben zu stören sucht, wäre es geradezu absurd, den Kommunismus irgendwie mit Juden in Verbindung zu bringen. Nichteinmischung erscheint in diesem Falle für die Juden der beste Abwehr - weg. Und wo im Hader der Parteien jüdisches Gut und jüdische Ehre angegriffen werden, — Mosley selbst hat wiederholt erklärt, daß er Ungesetzlichkeiten gegen Juden nicht wünsche —- werden die Juden im englischen Rechtsleben und in den Organen, die als Hüter dieses Rechtslebens bestellt sind, ohne Zweifel allen denkbaren Schutz finden. Jüdische Hellenen. Es soll kein verfrühter Chanukahartikel sein. Es handelt sich auch nicht um einen historischen Roman oder ein Drama für die Bühne des Kulturbundes; die Jüdischen Hellenen oder Hellenisten sind Titel und Bezeichnung einer realen Tatsache: In Saloniki hat sich ein „Verband jüdischer Hellenen" gebildet. Als Programm des Verbandes wird angegeben, gemeinsam mit gleichartigen griechischen Vereinigungen das nationale Empfinden der Bevölkerung tax stärken und das vaterländische Wohl zu fördern . . . Also kein eigentliches Kulturprogramm, wie man es sonst hinter der Devise „Hellenen" oder „Hellenisten" vermuten könnte. Es ist ein Verband mit rein politischen Aspirationen, zur Bekämpfung umstürzlerischer und kommunistischer Propaganda, der auf die weitgehendste Unterstützung der jüdischen Bevölkerung in Griechenland rechnet. Die Tendenz ist uns recht sympathisch. Wir alle, nicht allein das orthodoxe Judentum, sondern das gesamte Judentum in seinen bürgerlichen Massen in allen Ländern Ost- und Westeuropas lehnen den Kommunismus ab, empfinden ihn doppelt schmerzlich und beschämend, wenn einige entartete jüdische Brüder führend an ihmbeteiligt sind, deren Schuld dann dem gesamten Judentum zur Last gelegt wird. Also ist die in Griechenland neu gebildete jüdische Vereinigung vielleicht besser als ihr Name. „Nationales Empfinden" und „vaterländisches Wohl" sind allerdings Selbstverständlichkeiten, zu deren Pflege es keiner eigenen Verbände .bedarf. Und der Name des Verbandes löst Erinnerungen an eine Assimilation aus, die sich schon Jahrhunderte vor Untergang des zweiten Tempels in Palästina bis in die Tempelhallen hinein breitmachte und den geistigen Untergang lange vor der Zerstörung von Holz und Steinen vorbereitete. Wir wollen hoffen, daß der Verband jüdischer Hellenen, dessen Einstellung in lebensanschaulichen Dingen wir allerdings nicht kennen, mit den Bestrebungen, zu denen einmal die griechische Kultur ihre Väter angeblich verpflichtete, nichts zu tun. hat. Rabbiner Dr. Ephraim Carlebach s. A. Aus Ramath Gan trifft uns die erschütternde Nachricht, daß am Schabbos Chaulhamaued Sukkaus der frühere Leipziger Raw plötzlich abberufen worden ist. Noch am Jaum Kippur hielt er in neuer körperlicher Frische und geistiger Spannkraft eine Draschah in lebendiger hebräischer Sprache; die große Zahl seiner Freunde und Anhänger im Jischuw erhofften schon für ihn eine erneute rabbinische Tätigkeit zum Besten des jüdischen Aufbaus; da nahte ihm unversehens der Engel mit den schwarzen Fittigen, Mitten im Gebet überkam es ihn, und nur wenige Stunden nachher war er nicht mehr, denn G'tt hatte ihn genommen. Nur ein halbes Jahr, . nur drei Wallfahrtsfeste lang sollte ihm das Glück eines Aufatmens von ungeheurer Lebensarbeit im heiligen Lande beschert sein. In vollen Zügen sog er die Beseligung der reinen Luft von Erez Jisroel ein; die Wunden von Kampf und Mühen der Galuthjähre begannen langsam zu verharschen. Da setzt die herbe Tragik der Schicksalswaltung diesem kurzen Glück ein Ende. Ein bedeutsames Leben findet damit sein tragisches Finale, ein Leben, das früh sich zu verausgaben begann, das in unausgesetzter Schriftdeutungen zu Lech Lecha. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 12.V. 7. nsrn n«n r\H ]m nsnrt ms'i tns« 'n stv Da ward G'tt dem Awram sichtbar und sprach: Deinem Samen gebe ich dieses Land. In diesem Wochenabschnitt wird an vier Stellen die Verheißung bezüglich der Besitznahme des Landes erwähnt. Während dn unserem Vers nKT?i psn nur die von Awram bis zum Orte Schechem, bis zum Haine More zurückgelegte Landesstrecke bezeichnet, (V. 6; unter •pK ist häufig nur ein Gebiet zu verstehen z, B. in Berasichit 36, 7), wird ihm auf Grund seines weiteren Wirkens das ganze Land verheißen. So lesen wir in Kap. 13, V. 14—15: Und G'tt hatte, nachdem Lot von ihm geschieden war, zu Awram gesprochen: „Hebe doch deine Augen auf und sieh von dem Orte, wo du bist, nach Norden und Süden und Osten und Westen. Denn das ganze Land, das du siehst, dir werde ich es geben und deinem Samen bis in Ewigkeit." Bei dem Bund zwischen den Stücken bestimmt G'tt schließlich die Grenzen des. Landes. „Am jenem Tage schloß G'tt mit Awram einem Bund, sprechend: deinem Samen ha.be> ach .dieses Land gegeben, von dem Strome Mizrajims bis zum großen Strome, dem Strome Perat. (15, 18)." Zugleich erwähnt G'tt bei dieser Visdon .die Namen der zehn Völker (V. 19—21). Die anläßlich der Beschneidung Awrams gegebene Zusicherung (17, 8) bedeutet eine weitere Hinzufügung. taVw wm6, sichert den Rechtsanspruch des jüdischen Volkes auf Erez Jisrael auch zu Zeiten des Galut. Durch die Kraft dieser Forderung wird Jisrael das Land wieder in Besitz nehmen. — Ramban. Die Erläuterung des 'Ramban bedarf einer Ergänzung. Enthält ja bereits die Awram nach seiner Trennung von Lot gegebenen Verheißung die Zusicherung t=&iy ny (13, 15)? Die in der Tora häufig erwähnte Wendung o^rrn^ o^w npn beweist, daß a^iy eine begrenzte Zeitepoche bezeichnet, da andernfalls Q^l? oavmV eine Tautologie darstellen würde. So bemerkt Ssifra zu Wajikra 3, 17 Ziffer 189: nto» npn nnnb ">ain ani'B? dswt? onÄisn rraV Kap. 13.V. 7. wb rupn ->jn ^ai aias rupa ->s-\ ra an 'm pK3 38?» ik »nsm »awanv Es war Streit zwischen den Hirten der Herden Awrams und den Hirten der Herde Lots; und der Kenaani und der Perisi wohnte damals im Lande. Die Hirten von Lot waren Frevler und. ließen ihre Tiere auf den Feldern anderer weiden. Als 'die Hirten Awrams sie wegen des Raube® zurechtwiesen, erwiderten jene: Das Land ist Awram gegeben worden; da er keinen Erben hat, so wird Lot ihn beerben, deshalb ist es kein Raub, Die Schrift sagt aber: „Der Kenaani und der Perisi wohnte damals im Lande," und Awram hat es noch nicht erworben. Bereschit Rabba. Der Zusammenhang zwischen dem Nachsatz f 183 ysf> TS 'tism »iwani und dem folgenden Vers läßt sich auf einfache Weise erklären: Die Folgen eines Streites zwischen Lot und Awram im Wirtslande eines Kenaani und Perisi konnten von unabsehbarer Tragweite sein. Daher beeilt sich Awram, dem Streite sogleich ein Ende zu machen. „Da sprach Awram zu Lot: Laß doch nicht ferner Zwiespalt sein zwischen mir und dir." psa 3»' TS iT-ism »sjwsnv tk deutet darauf hin, daß die Völkerstämme zu jener Zeit keinen dauernden Wohnsitz hatten, sondern als Nomaden herumzogen. pKa at>' T s >TiBm viywnv Der Kenaani und der Perisi wohnte damals im Lande. Späterhin hielt sich dort ein anderer Stamm auf, Kap. 13.V. 10. rbz frwi hM m s->*i vy>» vb »•ws nasa onxn?"iK3 'n 1.20 mnsr ntr» tito ns 'n nrw npvn Da erhob Lot seine Auigen und sah die ganze Ebene des Jarden, daß sie iganz bewässert war; ehe G'tt Sedom und Amora zerstört hatte, wie der Garten G'ttes, wie das Land Mizrajim, bis man nach Zoar kommt. Den Vergleich zwischen der Ebene, in der einst Sedom und Amora lagen, und dem Garten G'ttes, deutet Raschi auif die Baumkultur. t=p*ixö piK3 wird von Raschi auf die Bodenfrucht bezogen. Weitere Auslegung: Aus Bereschit 2, 10 ist zu ersehen, daß der Garten Eden von einem Strom getränist wurde. „Und ein Strom geht von Eden aus, den Garten zu tranken." Auch Aegypten wurde von einem Fluß bewässert. (Delbanim 11, 10.)i Unser Vers will besagen, daß diese iEben'e im .gleicher Weise von dem Jarden bewässert wunde. Sie glich dem Garten G'ttes, dem Lande iMizrajim, Kap. 14. V. 17—21. „Der König von Sedom ging ihm entgegen, nachdem er von dem Siege über Kedarlaomer und die Könige, welche mit ihm waren, zurückgekehrt war, dn das Tal Schawe, das ist das Königstal. Madki Zedek, König von Schalem, brachte Brot und Wein hinaus'; er war Priester dein höchsten G'tte. Er segnete ihn und sprach: Gesegnet Awram dem höchsten G'tte, dem Eigner von Himmel und Erde. Ünd gesegnet der höchste G'tt, der deine Feinde in deine Hand gegeben! Er gab ihm den Zehn5 ten von allem. Da sprach der König von Sedom zu Awram: Gib mir die Seelen> die Habe nimm dir.'*

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