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Der Israelit · 1936-10-15 · Heft 41 (15.10.1936) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 41 (15.10.1936)
Date
1936-10-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 41 Der Israelit .15. Oktober 1936 Kein jüdisches Haus ohne, die KEREN HATORAH Sammeldose! B i 11 e Do s e n beider Zen t rale anfordern : H ambu r g 1 3, Heinrich Barthstraße 21 der an der Jüdischen Winterhilfe beteiligten Stellen jederzeit nachzuprüfen. Eines darf auch dieses Jahr nicht vergessen werden, nämlich daß bei der Durchführung des WHW. sich immer nur um die Not des Tages und die Hilfe für den Tag handelt, daß daneben die großen konstruktiven Aufgaben der jüdischen Hilfsorganisationen ungeminderte Bedeutung erhalten. Auch auf diesem Gebiete wird eine gesteigerte Hilfeleistung erforderlich sein, da in gleichem Maße wie die Not gestiegen ist sich die Zahl der Menschen, die helfen können, vermindert hat. Es ist nach alldem zu sehen, daß das deutsche Judentum mit Winterbeginn zum Kampfe gerüstet ist, zum Kampfe gegen Not und Hunger, zum Kampfe zugleich für die Ehre unserer Gemeinschaft, der mit dem Jüdischen Winterhilfswerke eine Aufgabe auferlegt ist, -die den Juden von altersher auch ein G'ttesgebot ist. Wochenrundschau, Der jüdische Selbstschutz. Bei einer Beratung des Warschauer Palästinaamtes äußerte sich der dort anwesende Vertreter der Exekutive der Jew'sh Agency und Vizedirektor des Einwanderungsdepartements, Eliahu D o b k i n , über den j ü - dischen Selbstschutz in Palästina. Er polemisierte gegen die Forderung der Revisionisten nach Aufstellung einer j ü - dischen Legion. Wenn der Selbstschutz heute, so erklärte er, über das ganze Land ausgebreitet ist, so sei er viel mächtiger und nutzbringender als eine unter einheitlicher Leitung an einer Stelle konzentrierte Legion. Es gibt heute in Palästina 4000 bewaffnete Männer des jüdischen Selbstschutzes. Die Bedeutung des jüdischen Selbstschutzes werde aber von den Juden in der Diaspora nicht nach Gebühr gewürdigt. Es fehle an materieller Unterstützung j für den jüdischen Selbstschutz, dessen Kosten nur zur Hälfte von der Regierung getragen werden. Der Redner wandte sich auch gegen diejenigen, die die Taktik der Zurückhaltung in Palästina falsch finden. Zu dieser Zurückhaltung, so sagte er, gehöre viel mehr Mut als zu Ueberfällen aus dem Hinterhalt. Die Araber wünschen nichts sehnlicher, als daß die Juden die Selbstbeherrschung verlieren, damit sie dann von einem arabisch-jüdischen Krieg reden können. Aber es habe keinen Fall und 'keinen Punkt in Erez Israel gegeben, wo der Kampf bei einem Angriff nicht aufgenommen worden wäre. D i e Juden verstecken si c h nicht vor dem Feind, sie greifen aber nicht an und schießen nicht aus dem Hint e r h alt. Wir gehörten stets zu denen, die in dieser Selbstbeherrschung einen höheren Grad von Mannesmut erblickten, und es freut uns, von einem Eingeweihten zu hören, daß der von der Regierung gebildete (jüdische Selbstschutz so vorbildlich seine Pflicht tut, daß die revisionistischen Legionsträume eben Träume bleiben können. „Haarez" und Arne Haarez. Daß aus Unkenntnis des jüdischen Schrifttums schiefe Urteile über Juden und Judentum entstehen, sind wir seit Jahrhunderten gewöhnt. Es schmerzt aber doppelt, wenn Juden selbst, zumal in Erez Israel, wo den Hebräisten die Quellen ja nicht verschlossen sind, statt sich in die Quellen zu vertiefen, falsche Behauptungen aufstellen, um das jüdische Gesetz herabzuwürdigen. So wurden vor kurzem im „Haarez" Vorträge veröffentlicht, die die bekannten Kulturzionisten Eisenstadt und A 1 k u s c h i über das jüdische Ehegesetz gehalten haben. U. a. wird behauptet, daß nach jüdischem Gesetze bei einer Ehescheidung nach Vorschrift der Religion der Mutter mit Gewalt die Kinder auch im zartesten Alter, sogar schon unmittelbar nach der Geburt, abgenommen und in den Besitz des Vaters gebracht werden. Eine Grausamkeit, fügen die Herren Gelehrten hinzu, die man nicht einmal dem Tiere gegenüber anwendet, da doch nach Vorschrift das Kalb mindestens sieben Tage bei der Mutter bleiben muß. Ein Beweis, so folgern die Herren, wie ungleich humaner die Thora selbst als ihre rabbinischen Ausleger in den späteren Zeiten sei. Man kann in wissenschaftliche Auseinandersetzungen über solche Auslassungen und insbesondere über das, was sich hinter diesen Auslassungen verbirgt, nicht eingehen. Nach talmudxschem Gesetze ist eine aufklärende Antwort an einen ahnungslosen nichtjüdischen Kritiker eher angebracht als an einen jüdischen, von dem angenommen wird, daß er die Wahrheit kennt und bewußt gegen sie verstößt (my und }VT) Vx)* In diesem Falle soll aber lediglich die erschreckende Ignoranz von Männern angeprangert werden, die sich Lehrer in Israel nennen und die auch einen gewissen Einfluß auf die Jugend ausüben; eine Ignoranz, die zur Quelle von falschen Angaben zur Verächtlichmachung des jüdischen Schrifttums in den Augen seiner eigenen Bekenner wird. Es haben sich auch richtige Sachverständige gefunden, die im ,,Haarez" die Herren Arne Haarez auf die wiederholt in Talmud, Maimonides und Schulchan Aruch fixierten halachischen Stellen hinweisen, wonach bei Ehescheidung die Kinder bis zum Alter von sechs Jahren stets im Schutze der Mutter bleiben. Erst wenn die Söhne ein höheres Alter erreicht haben, hat der Vater Anspruch auf diese. Die Töchter aber bleiben immer im Besitze und i m Schutze d er Mutter. Angesichts solcher Verdrehungen aus Unwissenheit erhält unsere Aufgabe, für gute Schulen und gesetzeskundige wie thoratreue Lehrer in Palästina zu sorgen, noch eine gesteigerte Bedeutung und Dringlichkeit. Schriftdeutungen zu Noach. Mitgeteilt von Sal. Speier. Kap. 6. V. 9. vrma n>n Q">an: Vollkommen war er in seinen Zeiten, in ist mit dem in Tehillim 84, 11 erwähnten Zeitwort "VH wohnen, weilen verwandt. Die Menschen einer Zeitperiode werden daher mit *m bezeichnet. Kap. 6. V. 19. nann bs. sran Soa a->yo Soa '•m Soai ins r-pnnV« Und von allem Lebendigen, von allem Fleische zwei von Jeglichem sollst du in die Arche aufnehmen. Nach Ewen Esra sind die Fische in leo inbegriffen. So ist aus Bamidbar 11, 21—22 klar ersichtlich, daß unter ">P3 auch Fische zu verstehen sind, anb vmw> ipai ]R!tn D'n» wnn iSori anb ]m *wa mas nn«i onS> trem anb tp«» dti 'an So n* dk anb ssni. „Und Du sagst, Fleisch soll ich ihnen geben, daß sie einen vollen Monat zu essen haben! Sollen Schaf und Rind ihnen geschlachtet werden, daß es ihnen genüge, oder soll man alle Fi siehe des Meeres ihnen sammeln, daß es ihnen 'genüge?" Die Weisen bemerken jedoch in Anschluß an die Worte Hoa ma m-iru *iwk< „von allem, was auf dem Trockenen waren, starben," (7, 22), daß die Fische im Meere nicht starben. Kap. 7. V. 9. -itfsa napai "iat nann S>k na b& Uta wiv D'aiz? na n« w>?bx nix- Je zwei kamen sie zu Noach in die Arche, ein Männliches und ein Weibliches*, wie G'tt Noach befohlen hatte. Der Schwierigkeit, daß Noach von dem reinen Vieh und von den reinen Vögeln je sieben Tiere in die Arche aufnehmen soll, begegnet Raschi mit der Bemerkung, daß mindestens zwei von jeder Gattung zu Noach kamen. Die Frage kann auch auf folgende Weise gelöst werden: Zwei von jeder Gattung kamen von sich aus zu Noach. So heißt es hier m bs it?a und in 6, 8 ybn wa' So» t=paP- (nann bx «■»an in 6, 19 will besagen, daß Noach den Tieren bei ihrer Aufnahme in der Arche behilflich sein soll.) Um das Auffinden weiterer fünf reiner Tiere mußte Noach jedoch sich selbst bemühen. Kap. 9. V. 2. So S»»i fi»n jwn So bv nw oanni Drsiiai lana oa-ra o»n »an Soai nanxn wann *i«?k Soa awri. Einige Kommentatoren nehmen die dem »am *i»t* Ho nanun und O'n »an So vorangesetzte Präposition im Sinne von H>s und fügen vor iana oaTa das Bindewort "O ergänzend hinzu. Der Vers wäre danach zu übersetzen: Und eure Furcht und euer Schrecken sei über alles Tier der Erde und jeden Vogel des Himmels, über alles, was den Boden betritt und über alle Fische des Meeres; in eure Hand sind sie gegeben. Hirsich erklärt a als Partitdonsartikel: „Es kämmt jedoch mitunter das a im Sinne eines Tei= Wgisartikels vor, so »MB» f»a V>»! *»nS»a l»nS> ttS> (Prov. 9, 5)'; esset mit von meinem Brote und trinket von dem Weine, den ich gemischt, nehmt Teil daran. So dürfte es auch hier zu nehmen sein. Furcht und Angst vor dem Menschen erfüllt einmal alles Lebendige, er bekommt dadurch Raum und Ruhe; aber keineswegs, daß der Mensch alle Tiere in seine Ge Walt bekomme, was nichts weniger als gut wäre; vielmehr: „unter allem, was den Boden betritt und auch unter allen Fischen des Meeres (gibt es Individuen), die in eure Hand gegeben sind."*) *) Diese Erklärung gibt Anlaß zu einer Frage: Es hätte dann, statt das erweiternde bs durch das vorgesetzte a zu eliminieren, nur o»n ""an naisn wa*w hpk stehen sollen? Zur Beantwortung siehe Maszechet Nasir 35b Toszafot Stichwort sa'S /naS>» naan des Rabbi Schelomo Lurja zu Peszachim 6b Stichwort *b Andere Auslegung: Die Präposition a zeigt den Vergleich an. So heißt es in Schemot 12, 19: nniaai f im niT«ai laa S>in»> mya xinn psan- Diese Person wird aus der Gemeinde Jisraels vernichtet, wie der Fremde so der Eingeborene des Landes>. Unsere Stelle ist also wiederzugeben: Wie alles: was den Boden betritt, so alle Fische des Meeres. Kap. 9. V. 5. «lasni« ">n So t» «ms Qa^nwsaS» naan n« «]kt Die Worte ia»n« ">n So Tai bedürfen der Erklärung, da es unverständlich erscheint, wieso ein Tier zur Rechenschaft gezogen wenden kann. Unsere Stelle würde mithin eine Analogie für die in Schemot 21, 28 behandelte Vorschrift bieten, nach welcher ein Ochse, der einen Menschen getötet hat, gesteinigt wird. Wir finden jedoch ''n in der Bedeutung von Seele. In diesem Sinne heißt es in Ijob 33, 20 vom Kranken: onS> ttvn mann Ihm macht seine Seele sein Brot zuwider, seitie .Seele läßt ihn selbst Brot anekeln. Die Anfangsworte unseres! Satzes oam fis *]Kt ems caa'nwsaS»/ die von dem Fall sprechen, daß jemand sich gegen sein Leben vergeht, werden mit dem darauffolgenden ia«n*i8 "H So Ta fortgesetzt. G'tt zieht die Seele des Sünders nach seinem Tode zur Verantwortung. Kap. 10. V. 5. •üttbb »>r tannsa a^ian "« vnsa nS»»a on»iaa armBwaS»- Bei der Aufzählung der Nachkommenschaft von Cham und Schern finden wir als Zusammenfassung den Satz: (bezw. amaS>) -on^aa onxnia unwbb onnswaS» 'aa nbs So in V. 20 und V. 31. Die Ausdrücke »8 Y11B3. werden ausschließlich bei den Söhnen von Jefet er-j wähnt: Räumlich auf weit von einander entfernten Inseln getrennt leben die Söhne Jefets. So erfüllt sich die Verheißung des Vaters: Weit läßt G'tt sich ausdehnen den Jefet! (9, 27.)'flfi'S» D'pS>K J1D'-

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