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Der Israelit · 1936-09-30 · Heft 40 (30.9.1936) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 40 (30.9.1936)
Date
1936-09-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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3Q4 September 1936 Der Israelit Nr. 40 Seite 5 seilen 'heute 4ie.natürlichen' Kräfte auf der einen Seite aus. Unld auf der anderen Seite: Wias konnte man nicht Großes und Erhabenes von diesen blutigen Erscheinungenerwarten! In hellen Scharen, so hofft man, werden sie jetzt zu uns kommen, erkennen und anerkennen, daß die Einheit Israels nur in der Ganz he i t von Thota <ti a d Emunah beschlossen ist. Die jüdische Einheitsfront* hätte sich dann auf dieser Basis, ohne politische und organisatorische Bindung, von .selbst ergeben'. Und nun diese .furchtbare Enttäuschung. Die Wunder der Zeit haben kein Echo bei uns gefunden. Die große Stunde hat ein schwaches Geschlecht gefunden. Aus - dem Herben kam das Süße nicht. Und durch dichten Nebelschleier schauen wir zurück auf das, was das vergangene Jahr uns gebracht und genommen hat. Betrachten wir zunächst das, was sich im abgelaufenen Jahre in der Agudas Jisroel ereignet und nicht ereignet hat. Der Chinuch, Auf diesem Gebiet ist leider ein großer Fortschritt nicht zu verzeichnen, Es war nicht leicht, den Besitzstand an Schulen und Erziehungsstätten zu erhalten, nachdem die Golah bei der Hilfsaktion für das Schulwerk in Palästina mehr oder weniger versagt hat. So mußte aus Mangel an Mitteln idie Talimuidtorasdhuie in R e c h ow o t h geschlossen werden. Als bedeutsam mag die Tatsache registriert werden, daß das Erziehungsdepartement der Regierung eine Subvention für eine Anzahl von Ägudaschulen, in der Hauptsache B e t h J a a k o w - S c h u 1 e n, in sein Budget aufgenommen hat. Die Entrechtung der gesetzestreuen Schulen besteht aber noch im großen Umfang, und die Agudas Jisroel wird nach wie vor die Förderung erheben und vertreten, ihrem Schulnetze die gleichen Rechte wie dem Erziehungswerk der Nationalen zu gewähren. Bis jetzt ist es der Agudas Jisroel noch nicht gelungen, die Regierung von der Berechtigung dieser Forderung zü überzeugen, was aber bei großer Beharrlichkeit für das nächste Jahr zu erhoffen ist. Die Alijah. Die Alijah der iRabbinen und Jeschiwahörer durch Vermittlung der Agudaämter war im abgelaufenen Jahre wesentlich erschwert infolge der ziu Jahresbeginn ergangenem (beschränkenden Gesetze. Auf Intervention der Führer der Aguda, auch des Oberrabbiners Duschinsky und des Gerer Rebben, wurden vierzig Zertifikate für Jeschiwahörer an den Thoralehranstalten „Sef-ath Emeth" und „Beth Josef Zwi" erteilt. Der Anteil der Agudas Jisroel an den Zertifikaten der, letzten Schedule blieb unverändert, ungeachtet der großen Not, die gerade gesetzestreue junge Leute zur Auswanderung nach Erez Jisroel zwingt. Alle Vorstellungen der Aguda führten bis jetzt nicht zu dem Erfolge, den bisherigen Agudaanteil von 6 Proz. der allgemeinen Zertifikate zu erhöhen. Die Verhandlungen schwebten noch bei Ausbruch der Unruhen, die ein weiteres Fortführen der Aktion uramöiglicih machten. In das Kapitel der Alijah "gehört auch der Anteil der Aguda an den Sonderzertifikaten für Einwanderer aus Deutschland, wofür ein besonderes Abkommen getroffen wurde. Aguda- Olim dieser Kategorie fanden Aufnahmen in den Kibbuzim der Poale Agudas Jisroel „Kfar Saba" und „Gederah", zum Teil auch auf dem Boden der P. I. K. A. Die Poale Agudas Jisroel, Hier war ein gewisser Aufschwung in diesem Jahre deutlich zu merken. Viele Gruppen kamen zu den alten hinzu und die Zahl der Poalim vermehrte sich wesentlich. In fünfzehn Gruppen sind über 2000 Arbeiter organisiert. Mit Hilfe der Zentrale der Agudas Jisroel erhielt die T e 1 A w i w e r Gruppe der P.. A. J. Straßenarbeiten von der Regierung zugeteilt. Es ist zu hoffen, daß nach den ersten geglückten Versuchen noch mehr öffentliche Arbeiten an die P. A. J. vergeben werden. In Jerusalem vermittelt ein Arbeitsbüro Arbeit an die Poalim, das zur Zeit noch in Verhandlung mit den Regierungsbehörden über Uehernaihme einer größeren Arbeitsausführung steht. Neuen" Auftrieb exihidten die PAJ. im letzten Jahre durch die Uebersiedlung des Herrn Dr. Isaac B r e u e r nach Erez Israel, der sich als Präsident an die Spitze der Organisation stellte und mit seinem zündenden Wort die Arbeiter geistig fördert und zur Erkenntnis ihrer heiligen Aufgabe begeistert. Zu verzeichnen ist der Plan der Bildung einer gesetzestreuen Arbeitsfront in Gemeinschaft mit Poel Hämisrachi, der mit Rücksicht auf den Initiator alle Kreise beschäftigte und dann auf der Kenessio Mechino in Marienbad eine Aenderung erhielt. Der Plan in der neuen Form unterliegt noch der Bestätigung des Großen Rabbinischen Rates, dessen Stellungnahme zu Anfang dieses Jahres zu erwarten ist. Die Uebersiedlung Dr. Breuers ist (auch abgesehen von den P. A. J. von eminenter Bedeutung für Erez Israel. Dr. Breuer ist Mitglied der Weltexekutive der Agudas Jisroel und mit eine treibende Kraft der Bewegung seit ihrem Bestehen. Die Ideologie Dr. Breuers bewegte sich von jeher um Erez Israel, und er war es, der die Herzen der Jugend für Israels Land entflammte. Man darf der Vorsehung danken, daß sie auch diesen Führer den Weg nach Erez Israel finden ließ. Die Kibbuzim. Die Kibbuzim in Kfar Saba und Gederah entwickelten sich auf beste Art. Die Mitgliederzahl in Gederah ist verhältnismäßig groß. Der Kibbuz erlitt dort bekanntermaßen im vergangenen Sommer einen Feuerschaden, der aber dank der Aufopferung der Chawerim in kurzer Zeit wieder ausgeglichen wurde. Der Boden des .Kibbuz wurde durch die Bodenspende des bekannten Philantropen und Palästinafreundes Herrn Nußbaum erweitert. Die Kibbuzim erhielten auch gute Ackerbaugeräte von Philantropen in der Golah zugewiesen, so daß alle Wege für eine gesunde Entwicklung offenstehen. Die Kibbuzim in Kfar Saba und Gederah erhalten nun einen Menschenzuschuß von 25 Mitgliedern, die mit den sogenannten Samuel-Zertifikaten ins Land kommen und sich deji orthodoxen Siedlungen anschließen. £- Machne Israel. Der Kibbuz in „Machne Israel" litt unter dem Mangel an materiellen Mitteln. Verhandlungen zwischen dem Kibbuz und der Agudazentrale der Golah wegen Ueberlassung eines Bodenkomplexes an die Siedler sind noch im Gange und man darf hoffen, daß sie zu Anfang dieses Jahres zu einem guten Ende kommen. Das Geschick der Siedlung .^Machne Israel" ist aus ihrer geographischen Lage bedingt. Sie befindet sich an der äußersten Ecke des Emek und ist rundherum von arabischen Dörfern eingekreist. Von Gefahren umgeben, geht aber die emsige Arbeit weiter. Kurz vor Ausbruch der Unruhen konnte dort mit Hilfe der polnischen Agudazentrale ein großes Steinhaus hergestellt werden, das jetzt als Festung und Bollwerk gegen die Feinde und Angreifer dient. Der Kibbuz hatte bereits Gelegenheit, im Verteidigungskainpfe Proben erstaunlichen Heldenmutes abzulegen. Allen Gefahren trotzend, harren die Chawerim auf ihrem Platze aus, wo sie, wie zur Zeit von Nehemia, bei Tag mit dem Spaten den Boden bearbeiten und bei Nacht mit dem Gewehr ihn beschützen. G'tt sei es gedankt, daß, abgesehen von einem kleinen Flurbrand, der einigen Schaden anrichtete, die Siedlung keine Verluste an Gut und Blut zu beklagen hat. Es ist um so mehr streuendes Kraut, Baumfrüchte und das Grüne der Pflanzen. Dem genauen Wortlaut der Schrift gemäß besteht jedoch ein Unterschied zwischen den Nahrungsmitteln des Menschen und >der Kost der Tiere. Dem Menschen übergibt G'tt alles Samen streuende Kraut und jeden Baum, an welchem Samen streuende Baumfrucht ist. „G'tt sprach: Siehe, ich habe euch alles Samen streuende Kraut, welches auf der Oberfläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum übergeben, an welchem Samen streuende Baumfrucht ist; euch sei es zur Nahrung." Den Tieren diene aber nur alle« Grüne der Pflanzen zur iNahrung. „Allem Tier der Erde aber, allem Vögel des Himmels und allem, ■ was auf der Erde dahin schreitet, in welchem lebendige Seele ist, alles Grüne der Pflanzen zur Nahrung." Samen streuendes Kraut und Baumfrüchte sind den Tieren untersagt. Kap. 4, Vers 7. r-)RP a'B'fi dr RiSn. Der Ausdruck niw ist wie rnRtf.UV in Bereschit 49, 3 in der Bedeutung von Ansehen, Vorzug aufzufassen QR *<bn t-MV yt>">T) ist also zu verstehen: Wenn du gut handelst, Würde, d. h. wirst du weiterhin in deiner Eigenschaft als Erstgeborener Ansehen und Vorrecht gegenüber deinem Bruder einnehmen. Kap. 4, Vers 23. «•»K »3 aaran 7»V nVsvrny -jaV -in*'i .•>martf> ">v*zh "»Min Dieser Vers bietet der Erklärung erhebliche Schwierigkeiten. Nach der von Raschi im Namen des Rabbi Taiichuma angeführten Deutung ist die Rede Letnechs eine Anspielung auf ein« in der Schrift nicht erwähnten Begebenheit. . Lemech hatte seinen Ahn Kajin und »einen Sohn Tuwal Kajin erschlagen. Midrasch Rabba hingegen nimmt an, daß Ada und Zilla sich von Lemech getrennt hätten. Angesichts des Ausspruches ö?» an&iv da® Vergehen Kajins wird nach sieben Geschlechtern geahndet, (Vers 15) befürchteten die Frauen Lemechs, ihre Nachkommen müßten nun die Schuld ihres Ahns büßen. Einleuchtender erklärt Ramban unseren Vers: Lemech hatte seinen Sohn Tuwal Kajm in der Schmiedekunst unterwiesen, so daß, wie im vorhergehenden Vers bemerkt, dieser alle« schärfen konnte, was Kupfer und Eisen schneidet. Ada und Zilla waren daher von Angst erfüllt. Ihr Gatte folgt in den Fußtapfen sei* nes Urahns Kajin. Kajin hatte gemordet, Lemech verfertigt verderbenbringendes Mordwerkzeug. Lemech beruhigt deshalb »eine Frauen mit den Worten vrwnS» *r>'i 'ysa^> •»mm vr „Habe ich vielleicht einen Mann getötet zu meiner Wunde oder ein Kind zu meiner Beule?" Soll denn das Herstellen von Kupfer und Eisen Mord bedeu* ten? D?" DW38T '3 (V. 24) „Wenn Kajin siebenfach gerächt wird," wenn der Morder Kajins siebenfach bestraft wird, njwi D'jnt' inVi dann trifft denjenigen, der es wagt, mich, der ich niemanden getötet habe, anzugreifen, siebeniundsiebzigfache Schuld! Kap. 5,' Vers 1. otR irfrm ISO m« Die geneologischen Berichte der Tora beginnen im allgemeinen mit den Worten r-nVin;Arv So lesen wir in Beres schit 25, 12 h*w> mbn rr?Ri, 25, .19 prre» m^in nb*\ Die Redewendung ms n*r?ln iso m dient nicht als Einleitung für die in diesem Abschnitt aufgezählten Ge* schlechter, sondern bildet die Ueberschrift für die ganze Tora. Die Tora ist das Buch der Nachkommen Adams. Speier. Briefkasten. :E. F. N. Wird in Buchform erscheinen. Kleines Feuilleton. Noch einmal: Der Duchan des R* Jose« In der Diskussion über obiges Thema ist den Herren zweierlei entgangen: einmal, daß die Korrektur ,von ]i» in '13 auf eine alte Lesart (sota) des R. Jerocham (der ein Schüler des wri war) in seinem im Jahre 1516 in Konstantinopel gedruckten Werke zurückgeführt wird; ferner, daß der Verfasser dem seiner Erklärung entgegenstehenden und von Rath. Dr. Kaatz auch wirklich gemachten Einwand, daß Recht und Pflicht des Duchan nicht von der Würdigkeit abhängt, durch die Erklärung begegnet, die er dem Worte pvr gibt. Dieses Wort bedeutet, im übertragenen Sinne, auch Katheder, wie z. B. Rian vn jrania (B. B. 21b). R. Jose wollte also sagen, er fühle sich nicht würdig genug, den Katheder (Kanzel} zu besteigen, um andere zu belehren, würde es aber auf Verlangen seiner Freunde dennoch tun. Damit sind nun tatsächlich alle in dieser Talmudstelle gefundenen Schwierigkeiten restlos gelöst, was bei der von Herrn Dr. K. versuchten Erklärung durchaus nicht der Fall ist. In der betreffenden Stelle in na» n werden der Reihe nach 15 Aussprüche des R. Jose mitgeteilt. Wer die Art des Talmuds kennt, weiß, daß er es liebt, an gewissen Stellen alle, oder wenigstens die meisten Aussprüche dea einen oder indem Gelehrten gesammelt zu zitieren. Wo dies d«r Fall ist, handelt es sich stets um den gleichen Gelehrten, in unserem Falle also um \R. Jose b. Chalafta, der im Talmud stets als oho 'Ol' 'n angeführt wird. Es ist

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