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Der Israelit · 1936-09-16 · Heft 38 (16.9.1936) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 38 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
– (sequence 19)
Language
German
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16. September 1936' D. e r ,'LsT.a e 1 i t Nr. 38 Seite 3 Polemik des Th. gegen, M. in seinen verschiedenen; Werken genau verfolgt und auf . ihre mit der Zeit' immer zunehmende Schärfe hingewiesen und also gezeigt, wie durch die Auseinandersetzung mit M. in Th. seine Ansicht immer mehr zur Klarheit gereift ist.. Der tiefere Grund der Meinungsverschiedenheit; ist auch hier in dem anders gearteten . G'tteshegnff-: gefunden (was übrigens schon Guttmann gesehen). ■ Im Schöpfungsproblem usw. wird das" Gemeinsame wie das Trennende deutlich gezeigt und! zugleich der Wesensunterschied zwischen; Judieintum und Christentum herausgearbeitet. Die konservative jüdische1 .Einstellung des Verfassers kommt vielfach deutlich zum Ausdruck. Von kleinen ins Einzelne gehenden Ausstellungen sei abgesehen. Schade, daß die an. sich instruktiven allgemeinen Einführungen die eigentlichen Ausführungen nicht genügend vorbereiten (vgl. I. Teil § 2 und 4) Sentenzen in Kernsätzen vielfach unangewendet angeführt werden, und ohne deutlichen Zusammenhang stehen. Schließlich fehlt eine Zusammen fassung, die auch eine Vertiefung ermöglicht hätte. 4 Wir erwarten vom. Verfasser, der.sich in dieses weite fremde Gebiet eingearbeitet hat, daß er sein: Werk fortsetzen wind. . , Ä. Sch. pmin nnsffa mnVifl Geschichte der Familie- Horowjtz vom 14^ bis zum 17. Jahrhundert. Von Rabbi— ner, H. ,,H o.r o, w i t-z. Dresden, (Druck: M. . Lenkowiczt, Krakow, Medsela 4).t. -; Es' ist; mehr als eine bloße Famdlienforscihung,: was uns der Autor in dieser Schrift bietet. Ganze Thoragenerationen, denen große Männer aus dem Hause Hurwitz oder Hoirowitz den Stempel ihres Geistes aufgedrückt haben; ziehen in diesen Monologien an unserem Auge' vorüber/ Wir erfahren u/a. viel aus dem Leiben und Lehren wie aus der Leidensgeschichte des Schelöh (Rabbi Jesajas Hurwitz), der um 16Ö0 Öberrabbiner in Frankfurt war und beim wi-vi 1614 von hier über Prag nach Palästina ging. Man darf hoffen, daß das Werk bald in seiner Fortsetzung uns 'die weiteren """PKUP' '^vt; dieses Namens wie nx^sn $>srn u. a, vorführen kann.. pK )ip: nkxin p»; V« iKinn "»d: "»ponirm n rnn d^pit ''mtäh*?v b&w> _ Dieses Buch, das in rühmenswerter Ausstattung erschienen ist, dient nicht nur für den misrachistisch gesinnten Einwanderer nach Erez Israel zur Information, vielmehr darf jeder Thoratreue es zur Lektüre nehmen. Wenn es auch' propagandistisch gehalten und' auf seinen 194- Seiten sowohl, wie in seinen Abbildungen dem Werk des Misrachi 'gewidmet ist, so sollte doch auch jeder "Thoratreue'.'schlechtweg die Arbeitsgebiete überschauen .lernen. In dem ersten Teile des Buches werden Winke -für den Aufemtbat auf dem Schiffe und für die Ankunft im Hafen gageben und die von dem Einwanderer zu beachtenden Diniffi mitgeteilt. . Mit gesperrten' Buchstaben wird hervorgehoben, daß das Betreten, der Stätte des Beth-Hamikdasch einen großen und schweren Issur .bedeutet, während: die von ' Zionisten herausgegebenen Führer .hiervon nichts wissen und im Gegenteil mitteilen, "daß gegen 20 Piaster die jetzt dort stehenden moslemitischen Gebäulichkeiten zu besichtigen seien. ' Der aufmerksame Leser des Buches vernimmt mitunter ©inen Stoßseufzer über die Schwierigkeiten, die dem Misrachi seitens der' zionistischen Instanzen nach Möglichkeit bereitet werden. So z; B. trat vor elf Jähren'der.iMisrachi an den Kongreß heran, den von ihm landwirtschaftlich ausgebildeten Menschen Land, zur Aussiedlung zu geben, der Kongreß beschloß wie meist zustimmend, die .ausführenden Instanzen kümmerten sich aber nicht darum, und erst }vor drei Jahren, wunde - eine. Ansiedlung erreicht. (Inzwischen sind es vier Anisiedlungeti« auf Keren-KajemethrBoden mit 174 Familien geworiden.Ji Schönheit vier Jahren erhält das Misrachi-Lehre^seminar nur einen Teil des Budget von der Zionistischen Organisation. Diese hat dem Misrachi auch keine Mittel1 zur Herausgabe ' von Schulbüchern gewährt, so daß er die von seinem Standpunkt zum Teil absolut zu verwerfenden.- Bü» eher der zionistischen Schulen nehmen mußte. (Durch einen, eigenen Fonds .gibt er allmählich eigene Büeher heraus.) , Geis. Die Religion der Aegypter. Von Ermann. Leipzig. 1 934. Verlag Walter de Gruyter. Berlin. 465 S. Für unseren Leserkreis ergibt sich aus diesem Standardwerk eine heilsame Erkenntnis. Man hat oft , darüber .nachgedacht, wie, es,..kommen konnte,.;.daß Jakobs Enkel bei allem nationalen Zusammenhalt so tief in'J/die „Unreinheit11 Aegyptens ' versinken: und der sinnlosen Abgötterei des alten Mizrajim erliegen konnten. Nun erfahren wir aher, daß dieser Götzen - •dienst nicht, nur eine gedankenleere, fetischistische Anbetung von Katze und Stier gewesen war, sondern oft eine verführerische Tiefe von Gedanken und ' Empfindungen. Darüber gibt das Büch belehrenden, erschöpfend belehrenden Aufschluß. Die Einflüsse . d;er: j .chaotischen Wirren und Umgestaltung auf die Entwicklung des. religiösen Meinens und Tuns gelangen ebenso' zur' Darstellung, wie der immer sich wiederholende' Durchbruch der konservativen Grundhaltung . und nicht zuletzt eine sieghafte Entfaltung des Ethosi und;,des Transzendenten. Das Werk ist , nicht für den Fachgelehrten .gedacht, es ist ein klassischer Führer durch das Museum. Aber weit über diesen Rahmen hinaus gibt es einen Beitrag zur Religionsgeschichte überhaupt auf fein gemeißelter historischer und psychologischer Grundlage, insbesondere in der scharf gezeichneten Grenzlinie zwischen Priesterreligion: und Volksreligion. Der Verfasser, das ist bekannt, steht' nicht immer auf dem" Standpunkte der Ueberlieferung. Aber nichtsdestoweniger kannauch derBibelforscher viel Dankenswertes 1 aus dem Buche schöpfen, abgesehen von dem oben bereits •gekennzeichneten allgemeinen Klarblick für die religiöse Entfaltung auf eine große Anzahl von Einzelheiten, so z. B. für den Bäal Zephon, wobei auch Sop du (S. 70 u. S. 159) in Betracht zu ziehen wäre. Die Stelle in Lev. XVII, 7 erhält zwanglose Erklärung (S. 409) ebenso Rescheph und Sched. Ebenso erhellt sich die sonst schwerverständliche Stelle Num. XI, 5 (ösn bei dem Fischgenußji, wenn man sieht,' daß den Aegyptern der Fischgenuß ein Abscheu war und die Fremden also, über dieses Nahrungsmittel allein verfügen konnten. Wir empfehlen das ernste Buch allen ernsten Lesern und danken dem Verfasser, sowie dem Verlag, der in Ausstattung und Buchschmuck sein Bestes gegeben hat. P. K. Der RegenSburger Judenprozeß 1476—80. — israelitische Bevölkerung der deutschen Städte. Von Moritz Stern. Selbstverlag Berlin NW 87, Solingerstr. 12. Der Regensburger Judenprozeß in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ist eines der dunkelsten Kapitel der jüdischen Geschichte. Moritz Stern, der bekannte Bibliograph und Historiker, ist der richtige Mann, mit Wiedergabe und Glossierung der vorhannagöge' inHarribürg, nannte . den Monotheismus den Keirn 'der ' jüdischen Religion, alles andere sei Beiwerk, Schalej Hülse,^ .die es wegzuwerfeh gelte. Die Konsequenz dieses Standpunktes nun waren auch die Krebse, Austern und Schwieiaisköpfe. i i. ± : ■< n-, '_■ . j : i: ' ■ , _ f:; ' Im Jahre 1587 wettete in Rom der Jude S&mson' Ceneda mit dem Christen Sechi und setzte ein Pfund seines Fleische® gegen 1000 Seudi. Der Jude ver-1 1,6'f, und der Christ' bestand auf dessen Fleisch. Der Papist Sixtus V., verurteilte beide zu einer großen 'Geldstrafe. " "'■ " ,:; •■• , '•■ :•■".< * Die Zahl der Juden vor hundert Jahren wurde auf 5l/2 Million geschätzt, davon 21/2 Million in Rußland und Polen, l1/-» Million in Oesterreich-Ungarn, y2 Million in Deutschland, Million in Rumänien. , * ■ 'Anläßlich deß'i Tödesi: :des bekairmten Reformrabbiners Dr. Abraham■ G ea g e r (1874) erwähnte, die ihm gleichgesinnte „Jüdische Volksizeitung": in Leipzig in ihrem Nachrufe auch seinen großein;Gegner ■ Rabb. S. R. Hirsch und zwar wie folgt:.:"; •.■:■•.,;[ ' „In derselben Zeit (1836)i trat auch Samson R aj p'hael Hirsch mit der Schrift „Ben Usjel, Briefe j über Judentum" auf. Zum ersten Mal trat | hier die Orthodoxie würdig in die Arena, in rein deutscher Sprache; .ernst im. Wesen, anständig...in der Form und T-- wie.»dürfen e.s nicht leugnen — mit reichem Gedankeninhalt. (Dieses Buch war :ein Ereignis 5,. ." ■ "■ 'l*; . ■ ti -——.——-^-■■-;-^—' v.tl-:-- Die a b e s s i n i s c h e n Juden sollen zur Zeit Alexander des Großen (4. Jahrb. v.) als Kolonisten nach Abessinien versetzt worden sein. Die Kaiserfamilie in Abessinien leitet ihre Herkunft von König Salomp und, 'djer ^Kö/niigin J."?^. Sj^a. ab, Avas^ eine Legende ist. ifis scheint bis zu^i!4, ..J;a.hrh.' d; heut. Zeitrechng. eine Art Judentum;in AT^jessiiiiien, herrjsscjier^d, gewesen zu sein, dann drang das. Christen3 tum ein. Vom 10. bis zum 13. Jahrh.^; hatte wieder das Judentum , Oberherrschaft. (, j (. Nach einem christlicheni ForischungsreisendepL, Dr. Eduard Rüppöll, der seine Erfahrungen in zwei: Bänden (1838 u. 1840: Frankfurt a. M.) Verausgab, i i^. die Kirche in Abessinien. von Einrichtungen jüdischen Vorbildes durchsetzt. Neujahr wird um die gleiche Zeit wie bei den Juden gefeiert; Ostern dauert acht Tage; die Knaben werden getauft und beschnitten. Die Juden, Falaschas genannt, wohnen im Gebirge Samen und sind Bauern, Holzhauer, Maurer, Töpfer und -Wasserträger. Nördlich5 vbri: Gondä'r gibt es. ,eine Sekte' Gamant,' die 'an G'tt, an die Unsterblichkeit und an Moscheh als eiinzigen Propheten glaubt und am Sabbat keinen Ackerbau treibt. (Nach Kopfform und : Gesichtszügen gehören die Angehörigen dieser Sekte den alten Aethiopiern an, 'während ihre Sprache mit der der Juden: gleich ist. In den letzten 30 Jahrett'betreibt Dr. Faitlovitsch, ein Lodzer, Judey 'die Verbindung der Falaschks mit der Kultur und mit dem Judentum der Tradition. ■ ■ : ■ 1 ■ ■' . Der Abdruck von Oelgemälden . wurde ,gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts von dem Maler Ja denen Akten Licht in das Dunkel, zu bringen. Wir sehen hier, wie die Juden zwischen Kaiser, Rat und Volk ihr Judesein mit schweren Geldstrafen, Gefängnis, ja auch mit dem Leben oft zu büßen hatten. Die Schrift ist eine Bereicherung der jüdischen Ges Schichtsliteratur. Einen wertvollen Beitrag zur deutschen Städtege* schichte stellt auch die zweite Schrift Sterns dar. Es ist eine Schriftenreihe, deren erster Band Württemberg behandelt. Wir erfahren die Entwicklung der Judengemeinden in Halle,' Reutlingen und Ulm von 1349 bis 1516. Dem jüdischen Geschichtsschreiber, der noch kommen muß, werden beide Büchlein eine Reihe wertvoller Bausteine liefern. Der Weg der Verheißung, Ein Bibelspiel. Von Franz W e r f e 1. Theaterabteilung Paul Szolnay- Verlag, Wien. Dieses Bibelspiel, dessen Aufführung für Amerika vorgesehen war, wirkt weniger durch den Inhalt, als vielmehr durch die ergreifenden Bilder, die es in fünf stufenweise übereinander 'gelagerten Bühnen vor un- Sierem Auge entrollt. Aus einem mittelalterlich anmutenden Bethaus lenkt es den Blick zurück auf den Weg der Erzväter, von Abraham bis zu Joseph, auf den Kampf Moses um Freiheit, Seele-und Land seines Volkes, läßt Ruth, Samuel und David vor uns erstehen und in Jeremias und Zidkijahu die Katastrophe erleben, um in einer Schlußszene den Blick auf die Endzeit zu richten: „Ihr Schläfer des Schmerzes, kein Zeitengericht / Kann Israel löschen und machen zu nichts. / Der ewige Bund, die Verheißung des Herrn / Wird währen länger als Sonne und Stern." E. Neuhebräisch — altbekannt. Einführung in das heutige Hebräisich unter Anknüpfung an allgemein bekannt©;Dinge. I. Teil. Von Dr. E. Hirschfeld. Berlin W. 19 3 5. Joachim Goldstein Verlag. Das Büchlein will eine Einführung in das heutige Neuhebräisch unter Anknüpfung an allgemein bekannte Dinge geben. Ein großes Ziel wird hier gesetzt. Die Mittel sind unzureichend. Was der Verfasser unter allgemein bekannten Dingen versteht, dafür nur einige Beispiele: „Was nützet mir ein Kachelofen, kann ich mir nichts zu acheln kofen". ^738 heißt also essen ,>Eine Dame, die Anni heißt, hat sich das Wort. an ihrem Namen zu merken, aber auch die andern können an diesen Namen denken", heißt also ich. „Wer die. Formel' baruch ata '3K kennt, 'weiß schon,-was du heißt, die anderen mögen an Ata Troll denken". „Wer kennt nicht einein Mann, bei dessen Erwähnung man sich unter dem Ausruf hu schüttelt? Ntin heißt also er. Für ebenso bekannt gilt der Ausdruck Ische für Frau; wer ihn nicht kennt, muß an den Vorhamen Mischa oder an den Soldaten Grischa' denken. Mittä heißt Bett, „da liegt man nämlich . um Mitternacht.." Ebenso einfach; wird die Grammatik ■'. geleiint. „Zum Schluß sei, verraten, daß das schöne Wort „Empor" uns in der nächsten Lektion die Gelegenheit geben wird, uns nach dem Substantiv zum Verb empor zu arbeiten". Die darauf mit Spannung erwartete . Anwendung folgt auch in der Tat: emppr, timpor, jimpor usw.; Wieviel „vom Geist der hebräischen Sprache, wie sie in Erez Jisrael lebt und gesprochen wird", hier vermittelt wird, dafür ein Beispiel aus den Uebungss Sätzen: „wenn die Stimme deines Herzens spricht, mein Sohn, sind die Kinder eines, bösen .Mannes, wie die Kinder eines guten Mannes", oder: „Die k o b s in Berlin, einem Juden, erfunden. Der König von Preußen bewilligte ihm als Anerkennung eine lebenslängliche Pension von 500 Thale'rn. * . . ■ Dil© ■ vom Kaiser Napoleon . diktierten Briefe und "Noten bezüglich: des im Jahre 1806 zusammenberufenen '-N o t a.h 1 e n< y e r s o m m 1 u n g und für das nächste Jahr arrangierten S a n h e d r i n s der Juden, stellten gleich die Antworten fest, die diese ■auf Napoleons Fragen zu geben hatten und zwar: Polygamie ist zu verbieten. Für Ehescheidungen gilt , nur der Code Napoleon, Mischehen sind erlaubt; die jüdischen| Konsistorien sollen bestrebt sein, daß von drei Eheschließungen eine eine Mischehe sei. Die Juden sind die Brüder der Bewohner aller der Länder, wo man ihnen politische und bürgerliche Gleichberechtigung gewährt. Die Juden müssen Frankreich verteidigen, wie sie Jerusalem verteidigen würden, weil sie in Frankreich behandelt werden, wie sie in der heiligen, Stadt behandelt würden. Die Juden sollen ihr Jerusalem in Frankreich finden. Wie 'zuerst idie NötablenVersammlung, so zeichnete sich, dann auch das Sanhedrin durch charakterschwache: knechtische Nachgiebigkeit all den diktatorischen Forderungen'^Napoleons 'gegenüber aus. Man verherrlichte einen Judenfeind, der es verstand, seine rücksichtslosen, gewalttätigen; Maßnahmen durch liberalen Phrasenschwall zu verdecken. Seine Dekrete in denr,nächsten1 Jahren zeigten, wie wenig ernst' es ihm mit der; Gleichberechtigung der Juden ^gewesen wä:r.

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