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Der Israelit · 1936-09-16 · Heft 38 (16.9.1936) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 38 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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igpggggggg^jjljffl'i^Mii^pigij^^g^gg^^ 16. Seßfe&W6rll936 D I 1 i t Nr. 38 Seit« 13 Personalien. AU Rabbi Ber Friedmann V"ST» Wien, 13. Sept. . Am Sonntag ist der Sohn de® vor einigen Jahren heimgegaligenen : Czortkower Rebben — und der jüngereJWder des j^zigen^R^ mann, im Alter von 54 Jahren in Wien gestorben. sdankeihs, war er auch der Agüdas-Jisröel. Bekannt - isfcvseHiei;^a||gte^|?in 'djer nnspaninnriB =Bewegung^-Wir; .behaltelnV Tins einen-^emgehelKfe^->N vor. n*asjfl Hanau, IQ.' Sepfc . ■ ■ Hter* clssaak; H e'jß I., Hüttengesäß, Kreis Hanau/ friert ad! M^.v'September im Alter von 77 Jahren sein 50jähriges Am t s jubiläum als Vorsteher der Jüdischen Gemeinde. Wir ^wünspheii ihm ^eitere, segehs=v reiche Wirksamkeit/k^i >-^J ''5 '' '*'y J-' V?™* ~ Manebach, 11. Sept. Im blühenden 1;Alter von 22 Jahren starb auf dem Wege' nacn trtrw» pit* der Chaluz, .,Rudi,..Bacharach. Leider; sollte; sein Hoffen und Sehnen nicht in Erfüllung geh'en; Zwei Jahre lang stand er als Chaluz in vorderster Reihe und war seines schlichten Wesens wegen ein guter Chawier. Der 'Lenker der ■ Geschicke hat in «einem Walten es nicht gewollt/ daß ein hoffnungsvoller Mensch, ein treuer Sohn seiner Eltern, auf dem heiligen Boden weiterkämpft für sein Ideal, - daß er es erlebe/ wie sich seine Sehnsucht auf palästinensischer Erde erfüllte. Wenn einmal von den Pionieren Erez Jisröeis gesprochen wird, dann wird auch Rudi Bacharach genannt werden, dessen Leben sich für Ere'z Jdsröel vollendete. 'Das sei den Eltern, Geschwistern und Verwandten zum Trost und seinen Chawerim Ansporn zur neuen Tat; rraxan H. O. Schonlanke, .14. Sept. Herr tvabiner Dr. C. Peritz, bisher Schonlanke, wurde vom Vorsteheramt Marburg einstimmig zum Pro vinzia lrabbin e r von Marburg gewählt. Aus der Agudas Jisroel- Bewegung. Nochmals' Pauale Agudas Jisroel! Wir haben hier jüngst hingewiesen auf .die große Rede ~ Isaac Breuers auf der 'Marienbader Tagung, in welcher. er mit hinreißenden Worten vom Los des Pauel Agudas Jisroel sprach und von seiner enfscheidenden Bedeutung für die Agudas Jisroel! > Er sagte,dort: .„ Oh n e Pauäle Agudas Jisroel keine Agudas Jisroel!" Dieses Wort dürfen wir aufnehmen und ergänzen: „Ohne P a'uä 1 i m p r e s s e kei n ,e P a u a 1 e; ■ Aguidas- Jis'ro el! " . Breuer sprach von den Paualim im allgemeinen, aber er dachte an die Paualim in Erez Jisroel im besonderen; ihr Los hatte er mit eigenem Herzen miterlebt, mit eigenen Augen gesehen und „ein Hören von weitem gleicht nicht dem Sehen der Dinge Auge in Auge!" / ' '-: Es sei "mär gestattet," hier ein besonderes Wort; zu sprechen von den Paualim, die ich kenne, deren Leben ich gesehen, das Leben in "Not, , das Lehen in Hoffnung! Von den Pauale Agudas Jisroel in' Polen! . > > " \ \, : .Qefters bin ich ihnen begegnet auf meinen Fahrten, in Polen, immer war ..mir;.Idas Verweilen; in iljrem Kreise ein .Hönepunkt .der Reise! Der ,>agudistische Baal-Bos in Polen"; . er jisf, kaum.. andere-, .wie <4«F. uns, vertraute Typ desi westlichen Baal-Bos, in dem wir uns selber wiederfinden. „Der agudistische Zpir in Polen": er ist im Grunde, s eelisch und geistig so gebaut wie unser westlicher Jugendgrüppler, im „Lernen" gewiß in der Regel viel weiter, weil er unter in dieser,.Hinsicht, günstigeren Verhältnissen lebt, aber, gesellsohaftlicJiTüifcd-yor allem weltanschaulich Kind; eine? ziemlichMälmlichen Milieus'! Aber; der „agudistische: «Pauel. in Polen": ihm können wir . bei uns nichts an die Seite stellen, was eine Vorstellung sei-; ner., Art, seines Leistens,, seines , Duldens, der jEngei; seines, Lefeens iuhid' der weite seines Blickes .möglich machte! Auch nicht unsere orthodoxen Chaluziin in 4^.^ac^ph'Q;^aus)r..&ex$9(, Lebendoch; auch -gewißin : der Regel schwer, sehr schwer ist! Denn unser Choluz geht seinen schweren Weg, getragen und gehoben von dem Ideal, das ahm vor Augen ist: das Heilige Landl Das gibt ihm Kräfte, läßt ihn die schwerste i und anstrengendste Gegenwart nur . als ein Ueber- . gangsstadium erleben und so überwinden! Der Pauel t in Polen aber — seiner schweren Gegenwart winkt i keine helle oder doch wenigstens im idealen Sinne :. weite und frohere Zukunft! Er geht seinen schweren Weg in rastloser Arbeit, die in der Regel. ntir karg entlöhnt wird und weiß, daß sein Weg, der schon der' mühevolle Weg 'seines Vaters war, allem Er- ' messen nach' der Weg auch seines Sohnes wird! r Wenn dieser polnische Pauel die Spännkraft hat, > und trotz aller Enttäuschung behält, über der' Sorge seines Tages die großen Sorgen -unserer Gesamtheit nicht zu vergessen, wenn er in der Wahl zwischen der „Berufsorganisation", die ihm die Erde wohnlicher ' macht, und der Volksorganisation, die' ihm den Him* mel öffnet, sich für 'die Volksorganisation entscheid j det, wenn er ihr treu bleibt, treu in allenl>\ trotz ■ allem!, dann müßte auch der in seineri gewohnten; Denkgeleisen Festgefahrenste merken, ahnen: „Das ist etwas Großes, etwas Besonderes!" — — Dieser polnische Pauel, seine Organisation: die Pauale Agudas Jisroel in Polen, tritt nun an die jüdische, Oeflentlichkeit und: fordert sie auf, zu helfen, daß.tes ihr gelinge, ihr Organ, durch das sie schon einmal in einer Weise, 'die die Denkenden unter uns aufhorchen machte, zu <tms, aber vor allem zu ihren eigenen . Menschen sprach, wieder herauszugeben, nachdem sie sein Erscheinen in schwersten Notzeiten einstellen mußte! „Ohne Paualimpfesse keine Pauale A g 11 d a s J i s röe l'!" Die Paualim'müssen sich aussprechen^ zu einander sprechen können von Not und Sorge, aber vor allem von Hoffnung und Erwartung! Der Prospekt, den unsere Freunde, die Pauale Agudas Jisroel, versenden, um Abonnenten und Förderer für die neuerscheinende „Jüdische Arbeiterstimme" zu werben, läßt einen Blick tun in die reiche Seele der Menschen, um die es hier geht — und die g'ttlob ganz die Unseren sind! Jüdischkeit — das ist das erste, was die Arbeiterstimme wecken und fördern will, Jüdischkeit in einer Zeit, wo die jüdischen Arbeiter in ih r e n Organisationen den andern Weg gehen wollen; den Weg, der wegführt von alter, echter Jüdischkeit! Das ist das Erste und Wichtigste, was sie wollen! Von Jüdischkeit will und wird die Arbeiterstämme getragen, zu welchen Dingen immer sie sonst'Stellung nimmt; zu den Fragen aus der Arbeiterwelt, zu den Problemen der Organisation und Organisierung, zur Erziehung der Jugend, zu Literatur und Wissenschaft! Und in einer besonderen Jugendbeilage will sie zu der Jugend in ihrer Sprache und von ihren Sorgen sprechen! Die Pauale Agudas Jisroel hoffen, daß die Agudisten in aller Welt ihnen helfen, ihr Organneu herauszugeben und zu halten! Enttäuschen wir ihre Erwartung, dann haben wir Menschen enttäuscht, die Enttäuschungen nicht, wie gar mancher von uns, bei einem guten Mahl überwinden können, denen vielmehr diese Enttäuschung bis an die Seele geht! t Ich möchte darum im Namen, unserer polnischen Pauale Agudas Jisroel die herzlichste und innigste Bitte an alle agudistischen Freunde in den Ländern des Westens und in Amerika richten, daß sie sich mit allen Kräften anstrengen, unseren polnischen Arbeitern zu helfen/ ihr großes und wichtiges Vorhaben schnell, und gutzu verwirklichen! Wenn ein paar weitsichtige Agudisten in England, Holland, der Schweiz, Belgien und Skandinavien wollen ^- und ihrem Willen durch eine Tat Ausdruck verleihen, die nicht einmal beträchtlich sein müßte — wenn sie ein wenig den Idealismus bewährten, den die Paualim sich durch alle Zeit bewahren mußten, dann könnte: die „Arbeiterstimme" im Chor der den agudistischen Gedanken kündenden Stimmen eine der klangvollsten sein! Die a g udis ti s c h e . Z en t r.a 1 e in London, das weiß ich genau, wird gern die Beiträge und Abonnements weiterleiten, durch die alle, welche die hier ausgesprochene Bitte erfüllen, sich im Geiste Verbinden . wollen;; mitn der Gemeinschaft unserer P(auale Agudas Jisroel in Polen! ■ , i: Wolf S, Jacobson. Sie reisen nach. Erez Jisroel oder fahren nach Uebersee und benötigen individuelle Beratung, die alle mit der Fahrt ^im -.Zusammenhang stehenden- Fragen.1 zuverlässig und erschöpfend klärti Das alles besorgt für Sie die. Firma A lfr e cL Adler, Frank» ' furter Vertretung der Firma Palestine und Orient- Lloyd, jetzt, S t/eim^wg.. 9, lv iPortbesorgt-man auch Ihre Visaahgelegenheiten und Reisekreditbriefe. Ferner erhalten Sie./be^i..der genanni-en Firma ■ prompt alle EisenbahnlainirRaFtea 'iu ' OrBgma-lpreissen. (Siehe 'Insenat.:);,n;i; ■;.]. - •■ .-. . •-• >' A . : - ' \ V DANZAS&Co. G.m. (3UTLEÜTSTR. 31 Teh 30041 Abteilung für Aüslandsumzüge m mm . nmwiwni) im n uaionuauiHfcU| ' P' M" frlltier Albert Herx" Transporte nach dem gesamten Ausland in Lifts und Sammelladungen per Bahn und Rhein. Fachm. Beratung. Sachgem. Verpackung. Lagerung4. Versicherung. Vermischtes. Sekundenaktion der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, , , Frankfurt a. M., 14. Sept. Vielfachen Wünschen zufolge, findet die Verlesung der1 Sekundenscheine ' erst am Donnerstag, den 8, Tischri (24. September) ds. Js„ abends 8 Uhr,' Ätitt. Die Setoundensoheine, diie bis dahin bei dem Büro der Palästinas'entrale, Schwanenstr. 12, eingetroffen sind, können bei der Verlesung berücksichtigt, werden^ Emden, 14. Sept. Bei der Hundertjahr-Feier der Synagoge in Emden war es allen Anwesenden eine, besondere Freude, „einem jungen Emder", Herrn Lenrer Harto'gson aus Höchst a. M. zu lauschen, der es ganz hervorragend verstand, gesangliche Darbietungen vorzutragen, und somit zur Verschönerung der Feier beitrug. Berlin, 8. Sept. Der „Westfälische Kurier" berichtet von einer Verhandlung vor dem Arbeitsge* rieht in Hamm, die eine Kündigungswiderrufskläge zum Gegenstand hatte. Ein seit 1933 bei der Stadtverwaltung beschäftigter Arbeiter, der Kläger, war entlassen worden, weil seine Frau mit seinem Wissen bei einem Juden gekauft hatte. Das Gericht wies die Klage auf Widerruf der Kündigung ab. In der' Begründung des Urteils wurde ausgeführt, das Gericht sei auf Grund der Beweisaufnahmen zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Kläger selbst die Veranlassung für seine Entlassung gegeben hat. Er habe zügegeben, daß von seiner Frau bei einem Juden gekauft worden ist und daß er vorher schon mit ihr über einen Kauf Besprechungen gehabt und in einem anderen Geschäft mit ihr gewesen ist. Das Gericht habe daraus geschlossen, ihm sei bekannt gewesen, daß seine Frau in diesem Geschäft kaufen würde. Wenn der Kläger aber gewußt hat, daß sein© Frau das Sofa bei einem Juden.kaufen würde, dann müsse er die Folgen tragen. Man könne der Stadt nicht zumuten, einen Arbeiter zu beschäftigen, der mit seinem Willen seine Frau in einem jüdischen Geschäft kaufen läßt. Die Frankfurter Woche. Jubiläum im Gumpertz'schen Siechenhause. Die Synagoge im Gumpertz'schen Siechenhause feierte am vergangenen Sabbat ihr 25jähriges> Jubiläumsfest. Ueber Entstehung und Bedeutung dieses in seiner Art einzigen G'tteshauses wurde in der vorigen Nummer eingehend berichtet. Das. Fest im Rahmen des Morgeng'ttesdienstes wickelte sich In der innigen Weise ab, wie sie diesem Hause eigen ist. Blumen und Blattpflanzen um den heiligen Schrein und die großen Kandelaber gaben das äußere Bild. Zu den Insassen und beständigen Besuchern kamen auch viele Gäste, Freunde und Dozenten. Ehrenfunktionen wurden ausgeteilt wie am1 Feste der „Thorafreude". Nach dem Einheben schilderte der Rabbi des Hauses, Herr W o 1 p e r t, in einer kurzen Ansprache idie Entstehung dieser Gebetsstätte und ihre Bedeutung für die Kranken und gedachte in Ehren all derer, die an der Errichtung und Entwicklung des Hauses teilhatten und nicht mehr unter uns weilen. Nachdem Chorgesänge und Schlußkaddisch ver-' klungen waren, harrte der Gemeinde inri^. Nebenraume eine lange, schön und reich gedeckte Tafel.' Herr Studienrat Joseph Kaufmann leitete den gemütliehen Teil der Feier mit einer launigen- Rede ein, worauf nun nacheinander Herr S. Rosenberg im Namen der Verwaltung, S. S c h a c h n o w i t z , als gelegentlicher Dozent, Rabbi Wo lp er t und Rabbi Korn und zuletzt Herr Verwalter Hermann Seckbach selbst in ernsten oder heiteren Worten sowohl den Anlaß wie die „Fünf Frankfurter" [neben Herrn Seckbach sind es noch andere vier Herren, die seit Gründung des G'tteshauses sich für dasselbe verdient machten) feierten. Die Festesfreude im Hause, gehoben durch die Besuche von Freunden, dauerte bis zum Abend an. Mögen in den kommenden Jahren weiterhin schöne, Stunden dieser Art frohe Sonne ins Haus und in die oft trüben Herzen seiner Insassen leiten. David Löb ^»st« Am vergangenen Montag geleiteten wir David L ö b zur letzten Ruhestätte. Wunschgemäß unterblieb jede, Trauerrede. Es folgten seiner Bahre alle, die ihn näher kannten, in tiefer Ergriffenheit. Mit beispielgebenidem Eifer und unermüdlichem Fleiß

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