Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 38 (16.9.1936)
- Date
- 1936-09-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite. 10 Nr. 38 Der Israelit 16-, September 1936 c^ir Leitung:. wären .auch ' viele, Gäste aus den'7 Städ= . ten und Kolonien erschienen. Auf derTagesordnung stand diederzeitige Lage im. Lande. und, 'die Erhaltüng.des .gesetzestreuen.Judentums. , 'Rabbi- Mosche Blau eröffnete die. Sitzung und gedachte! tränenden Auges 'der Märtyrej-. de;r letzten Tage, die als' „unsere Abgesandten;; vor dem Richterthrone. G'ttes in den heiligen Tagen stehen", Rabbi Blau besprach dann. das Programm der Sitzung und die einzelnen a^iif der, Tagesordnung: stehenden Punktet Er legt Rechenschaft ab über das vorübengehende. Abkommen mit den zionistischen Instanzen zum Zwecke des gemeinsamen Auftretens vor den Regierungsbehörden. Agudas Jisroel hätte unter dem Gebot der Stunde die Hand zur Zusammenarbeit gereicht, auf der anderen Seite sehe man aber wenig . Gegenliebe; es werden dort Maßnahmen getroffen, ohne die Meinung der Agudas Jisroel eingezogen zu haben. In einer ausgedehnten, auf hohem Niveau stehenden Debatte, kamen alle Meinungen, zum Ausdruck. Einmütig war die Verurteilung der zionistischen Stellen, die, allem Abkommen zum Trot2e, Aktionen über den Kopf der Aguda einleiten., Es wird angeregt, daß die Agudas Jisroel die Notzeit mehr für die religiöse Erweckung der .Massen ausnutze. Es wurden dann mehrere Resolutionen gefaßt, die hier zum Teile ihrem Kernpunkte nach wieder* gegeben seien: Nachdem in den ersten vier Punkten dem Schmerz des gesetzestreuen Jischuw über die Vorgänge Ausdruck gegeben wird, werden im § 5 . alle Teile des Volkes zur Einkehr, zum Eintritt für den Schutz des ' Sabbat und der Heiligtümer im Lande als zum ersten Akt der naiwi. aufgerufen. Die Landesbrganisation der Agudas Jisroel, heißt es weiter, werde nach wie vor auf dem Posten bleiben, um über die Rechte des jüdischen Jischuw zu wachen. Die ganze zivilisierte Welt wird aufgefordert, der in ihrem eigenen Lande; so schwer leidenden jüdischen Gemeinschaft zü Hilfe zu kommen, besonders aber die englische Regierung und der High Commissioner. Im weiteren wird mit Schmerz konstatiert, daß das Verhalten des Waad Leumi zur Agudas Jisroel nicht den Grundsätzen des nach außen geschlossenen Abkommens entspreche. Die Landesorganisation macht der Exekutive zur Pflicht, bei den Regaerungsbe;hörderi Schadenersatz für die Hinterbliebenen der jüdischen Opfer zu bewirken. Es wird ausgespröchen, 'daß das jüdische Volk niemals; die Absicht gehegt hätte,' 'die Landesbewohner anderer Konfession zu verdrängen, daß umgekehrt ihre Arbeit auch diesenzugutekomme. Die Landesorganisation ist der Meinung^ daß jetzt nach die Wege zur Ve rs t ändi gunvg zwi- ' sehen Juden u od A r a b e r h ' Sri! c;h t g ä. n z -; 1 ich verbaut sei e n. Die Gola wird aufgerufen, mit Gebet- Und Geldopfern den bedr^gien^Brüdern in Erez Jisroel beizustehen, Der Scfiritt/'dieiS'fge^et-' zestteuen Judentums in Erez lörael zu^,E.inlei tung ei n e r ei g em en Hi lf s a k ti o n wird gutgeheißen und. die Göla aufgefordert, sich an dieser S ammlung zu b et eiligen.' Es.; wird' zuletzt jnd ch P ro - test erhöben gegen eine Maßnahme der Regierung, über Juden verbreiteten Unwahrheiten als solche aufzudecken - und wahre Kenntnis des jüdischen We sens und der Leistungen zu verbreiten, die Juden im Dienste der Menschheit vollbracht haben und vollbringen. Nach weiteren Ansprachen von Morris Myer md Gordon, Liverman wurde die außerordentlich stark besuchte Kundgebung mit dem Absingen der engli sehen Nationalhymne geschlossen. »Ein Plan für dauernden Frieden in Palästina" London, 10. Sept. Die „Times" vom 9. September veröffentlicht einen Bericht ihres Korrespondenten aus Jerusalem, in dem ein vondem bekannten Orientalisten Nevill Barbour ausgearbeiteter „Plan für dauernden Frieden in Palästina" besprochen wird. Aus. dem als Privatdruck in Jerusalem erschienenen Plan werden; In dem Artikel folgende Einzelheiten zitiert: a) Maßnahmen, um die Araber international und politisch den Juden gleichzustellen. 1. Da die historische Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina und die Gründe für die Wiedererrichtung ihres Nationalheims in diesem Lande international anerkannt wurden, soll ebenso auch die historische Verknüpfung Palästinas mit der ara bischen Welt und sein Status als Heimat einer arabischen Bevölkerung anerkannt werden. ' 2. Das soll seinen praktischen Ausdruck finden in der Einsetzung einer der Jewish Agency gleichge stellten Arab Agency. Ihre Mitglieder sollen von den palästinensischen Arabern in der von ihnen gewünschten Weise ernannt und vom High Commissioner bestätigt werden. Die angrenzenden arabischen Staaten Syrien, Libanon, Transijordanien, Irak, Saudi, Arabien und möglicherweise auch Aegypten., sollen eingeladen werden, je einen ständigen .Vertreter zu benennen, der auch als Konsularagent tätig sein könnte. Dieser Vertreter soll die Stellung eines Mitgliedes der Agency einnehmen, wenn ein Gegenstand besprochen wird, der sein Land unmittelbar betrifft. 3. Die Gesetzgebung soll Prärogative des High Commissioner bleiben, doch soll eine gemeinsame Kommission der beiden Agenturen gebildet werden, der alle Gesetzesvorschläge zur Prüfung und. Berichterstattung vorzulegen sind. Die gemeinsame Kommission soll auch das Recht zu gesetzgeberischer Initiative haben. Der High Commisisioner soll nicht verpflichtet sein, ■ irgendwelche derartige Gesetzvor- . Schläge anzunehmen, sollte er aber von seinem Ab= -.lehnungsrecht Gebrauch machen, so soll er aufgefordert werden können, die Gründe der Ablehnung; öffentlich bekanntzugeben. b) Garantien für den Schutz der arabischen Nationalität, Kultur und Wirtschaft. A. Die äußerste Grenze der Einwanderung soll jährlich nach Beratung ■ mit der .gemeinsamen Kommission in Üebereinstiimmüng mit den Wirtschaffss interessen des ganzen Landes für das kommende Jahr festgesetz werden. Doch soll dies der Bestimmung unterliegen, daß diejüdische Einwanderung, falls nicht die gemeinsame Kommission einstimmig anderes empfiehlt, automatisch eingestellt werden soll, sobald die jüdische .Bevölkerung' Palästinas 85 Pröz. der arabischen Bevölkerung; beträgt. ' ";; Bemerkung: Dieser Paragraph' würde die legale; Einwanderung tvor weiteren etwa 450.000 Juden, falls die wirtschaftlichen. Interessen des. Landes es e/rfor- *' idern, zulassen, sogar wenn die Zahl der Araber die' gleiche bleibt und keine Juden auswandern; \ Unter Zugrundelegung dieses Planes-' empfiehlt der Korrespondent der „Times" die Herstellung eines jüdisch-arabischen Gleichgewichts und beruft sich dabei auf die von der Jewish Agency offiziell anerkannte .Formel, daß die nach Palästina kommenden Juden;, weder herrschen noch ibeherTscht sein wollen". ' ' i Palästina.;, Weitere Terrorakte'in Palästina. Untaten als Antwort an England. — Letzte Versuche ges High, Commissioners, — Verletzung des Westmßueräbkommens. — Araber terrorisieren Araber. - i:,!-: ■ Jerusalem, H. Sept. In der Nähe von M ig d ä l wurde eine; Gruppe; jüdischer Arbeiter bei der Feldarbeit von Araber- 4 . jJt. . . .1 •.-.«!• .>,:. . HänVdeh': überrascht, wobei der "jüdische Arbeiter Tuwja W i 1 e n s k i schwer ".verletzt''^wüfdeC'l Auch einige Maulesel wurden getötet, "j^wei andere Ar beiter wurden. leichter verletzt. Mit dem einen Gewehr, das die Juden besaßen, wehrten sie den schweren Angriff ab und zwangen die Banden zur Flucht. . - '. Bei Rösch-Pina, einer der ältesten jüdischen Kolonien^ wurden Polizeipatrouillen Überfallen und vier Polizisten auf der Stelle g et biet. Die An» greifer erbeuteten ein Maschinengewehr und viel Munition. Mehrere englische Soldaten 'und Polizisten wurden dabei schwer verfetzt. Einen '^schweren An griff hatte am Donnerstag auch die jüdische Sied hing Ness Ziona zu bestehen. In den Bergen bei Tulkerem sind im Moment noch schwere Gefechte im Gange, die für die Araber sehr verlustreich sein sollen. Nach dem amtlichen. Communique sind bei N a h a r i a allein am Donnerstag 27 Araber getötet worden. Aus Rechowoth kommt die erschütternde Nachricht, daß in einer Orangenpflanzung in der Nähe der Kolonie in der Nacht zum Freitag zwei j e.m'e n i t i s c h e Arbeiter mit Namen Secharja H ab der und Zadik M e 1 e c h i n von Arabern erschossen wurden. Die Mörder hatten die Jemeniten, die sie scheinbar gut kannten, mit Namen angerufen und gefeuert, sobald sich diese, dem Zaun näherten. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß diese schweren Terrorakte der letzten' Tage die Antwort auf die Erklärungen und Maßnahmen der englischen Regierung darstellen. Das S.t and recht ist noch nicht proklamiert, aber eine Verschärfung des Ausnahmezustandes b den gefährdeten Gebieten wird jede Stunde erwartet. Für die Jerusalemer Altstadt ist diese Verschärfung schon insofern in Kraft getreten, als die Sperrstunde von abends 7 Uhr auf 6.30 Uhr vorverlegt wurde. Der High Commissioner will noch einen letzten Versuch unternehmen, um die arabischen Führer zur Vernunft zu bringen, so hat er am letzten Samstag Besprechungen mit einigen arabischen Führern abgehalten, deren Resultat nicht bekanntgegeben , wird. Es wird nur allgemein gesagt, daß die arabischen Führer zur Unterhandlung und Beendigung des Streikes jetzt, nach dem Scheitern der Mission Nuri Paschas; mehr ger neigt seien als zuvor. Vielleicht spielt dabei auch das Gerücht eine Rolle, daß mit Eintreffen der neuen Truppen und ihres Kommandeurs der Großmtifti und der frühere Bürgermeistervon .Jerusalem, N a s h a s h i b i, nach Cypern oder Malta verbannt werden sollen. Der Vizebürgermeister von Gaza ist dieser Tage, wie gemeldet wird,;, in® Konzentrationslager verbracht worden. Beunruhigend auf die gesamte Judenheit wirkt die Nachricht, daß. neben der Westmauer, die in letzterer Zeit von, Juden nicht besucht wird, von Arabern gewisse B a u ä n d e r u n g e n vorgenommen wurden, mit denen der S t a tu® q u 0 , wie ihn seinerzeit die Klagemauer-Kommission festgelegt hat, verletzt wurde. Die Sache bedarf noch einer Klä= : rüng. Der Terror def i Araber beschränkt sich keineswegs' auf Jüdeh und» Engländer, sie; schonen ihre eigenen Brüder äuchi nicht. So wurde dieser yTage in der Altstadt Jerusalem"« ein arabischer Polizist tot aufgefunden. Aus dem Häuptquartier der Arä'berbanden-wird'mitgeteilt; daß den arabischen Städten jund-Dörfern ^größe- •Steuern, ^tir Erhaltung der; *Bäh=; den auferlegt wurden". - Die : Sieuer für Jaffa allein , beträgt 30.000 Lst. 1 Die Steuern werden mit aller j Strenge und erbarmungslos eingetrieben. In einem offiziellen Communique wird über die Audienz der Agudas Jisroel mit Oberrab- - biner Duschfh'ski 'beim H i g Jj' C o m m i s s i ö ü e r-, .in der Art, wie wir sie bereits'! schilderten, ausführlich - :' r . 1 1 berichtet. B&äitiiig&n der LandeSorganisation der; A.^udas; Jisroel in Palästina.;l '.•■•■;,:;['■ J erus a l ern, '11. Septr' Am 7. Elul fand in den Räumen '5de¥f-Agüdä-Zentrale in' Palästina die Sitzüh^lider L^deisorganisati'on der Agudas Jisroel 'in Palästina st^aU;;i^ie sich^auf zwei volle Tage erstreckte.'r'^eheii''>'Me^^^it^e^e)cii: :•>.■ » 'niili ' : ,.• ::' um diese Begrenzuriig zU'"beseitigen Die erste Orangensenäuiig der diesjährigen ■ ';';•'' : :-'r'Saiscm.' :''r::-'." :.' ' Jerusalem, 10. Sept. Am 2. Oktober geht der erste größere Orangentransport von rund 70.000 Kisten nach England ab. Di.e Orangensiaison beginnt diesmal 14 Tage früher als. ispn'«it.'. ."'Vorläufig :.werden scHon:-kiemer4 )Meh^en 'Zitronen, ausgeführt. . Vor . kurzem wiirdenM.'irip'H;aifä ,900 Kisten' Zitronen uiid" Gräpefruit verladeri'. '-Die (arabischen Orangenexporteure haben hiif Rücksicht ^darauf, daß die Wi^eranlnajbnie>° der'Ärbejit im: Ha-; ■ien*. v'6nl-'Jäffä , hi^ beschlossen, ihre ^räusp^rte/i^er^ :iäs|eh'-; Um 'Öäbbtägeäkteh' der;Streikeüifde,ri''VorzUbeugen; haben Ji1'* ■ ■' '^i y ~' t-;* ' '''i' '* ' ' ' 'sie i sicntlbereit; <&rMä¥l^]'für^'jede :jiGs'te;''ürange^^i1'(deln, Obersten 'Äräbisch^ zahlen. 't^a^sss^iAii^f^ämi^j^^ik^tmuu.