Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1936)
- Date
- 1936-09-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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3^Septeniber 1936 J5 e r l s i a e Ii t Nr. 36 Seite 3 -nrü. Einwanderungssperre (Fortsetzung von Seite 1.) des, anzubahnen, wollen wir nur als" Kuriosität bezeichnen. Es gab wohl eine Zeit, wo eine solche Verständigung eher — man denke an Dr. Israel de Haan — zum Ziele geführt hätte, als all die Regierungsmaßnahmen von; heute. Im Augenblick ist leider der Weg zu dieser direkten Verständigung, nicht zuletzt durch das : Zögern und Zaudern und die direkten Mißgriffe der Regierung, verbaut. Daß auch eine solche Zeit kommen wird, ist unsere Hoffnung, ,und daß dann die Gelegenheit. nicht wieder verpaßt wird, ist unser Wunsch, der aber im Moment leider nicht im mindesten aktuell ist. Kundgebungen der Agudas jisroel in Palästina und in der Golah.;. •Im Zusammenhang mit den Protesten n dg ebun g en in Polen hat d i e Z.entrale der Agudas Jisroel,^ Ö f g a nisation in Polen einen Aufruf erlassen, in dem sie nae'h einelm Hiriwieis auf die Untaten der arabischen Bjandien,-, die selbst Frauen und Kinder; nicht; schonen, und auf die Machtlosigkeit [ der von ihren eigenen Beamten sabotierten^ Regierung sich gegen den Versuch wendet, die Ereignisse in Palästina zu politisieren und ihnen, wie es von mancher Seite geschehe, mit „politischen und, natürlichweltlichen Rezepten" beizukommen. Nicht von Protestresolutionen, die an eine gottlose Welt gerichtet sind, sei das Heil zu erwarten, sondern von der Hinwendung zu G'tt und der Heiligung des Lebens in Palästina. Die religiösen jüdischen Massen werden aufgerufen, in Allen Synagogen, Lehr- und Bethäüsern Gebete um Wiederherstellung des Friedens im jüdischen Erez Israel zu sprechen und die Arbeit an der Heiligung des Lebens in Palästina zu verstärken. In einer Konferenz der A g u - das Jis r o e 1 P al ä s tin a s würde eine Resolution ge^ faßt, in der an idie Kulturwelt der Appell gerichtet wird, dem bedrängten jüdischen Volke beizustehen und es nicht zuzulassen, daß es des verheißenen Landes beraubt werde. Ah die Diaspora wirdv in der Resolution die Aufforderung gerichtet, dem Jisöhuw in seinem verzweifelten Kampf beizustehen. Ferner wird dem Bedauern über die Spaltung der jüdischen Einheitsfront Ausdruck 'gegeben und-'die Schuld daran der Jewish Agency und .' '' dem1. Waad - Leumi zugeschrieben.;Si?hließlich wird zu einer Sammlung für die orth(?dpiÄeo; Juden1 'Palästinas und; zur Organisierung eaner, Kampagrie im Ausland zur Verteidigung $e* jjüdi- 5chen iRecb'te im "Heiligen Land aufgeiföftlert. Der palästinensische Rabbinerverband hat an den High Commissioner eine Denkschrift gesandt, in der energische Maßnahmen zur sofortigen Verhinderung' Von Gewalt- und Grausam- Die der alle Bomben der letzten Tage, In Zürich langte ein Telegramm aus Jerusalem ein, in dem der A.-C.-Tagung die Bildung einer Einheitsfron t a 11 e r jüdischen Gruppen Palästinas zum Schutze der jüdischen Rechte angekündigt wird. Das A.-C. wird aufgefordert, im Interesse der Einheitsfront auch die 'Revisionisten! einzuladen, in die Organisation zurückzukehren und vor allem den Anschluß der Agudas Jisroel an die politische Einheitsfront zu sichern. Die Judenheit der ganzen Welt möge zur Rettung des Nationalheimes mobilisiert werden. Jedes Kompromiß in Bezug auf die Lebensbedingungen des Die inoffizielle arabische Delegationkehrt von London zurück Der „Manchester Guardian" bringt unter der Ueberschrift „Trübe Aussichten" einen redaktionellen Artikel, in dem die Palästinaregierung wegen ihrer schwächlichen Haltung gegenüber dem arabischen Terror scharf angegriffen wird. Den Juden wird in dem Artikel geraten, nicht die Geduld zu verlieren und zu verlangen, daß die Regierung ihre Pflicht und Schuldigkeit tue und die Sicherheit verbürge. Die Zeitung warnt die Regierung davor, die jüdische Einwanderung zu suspendieren, wenn die Kgl. Kommission nach Palästina entsandt wird. Unter Hinweis auf die Entsendung von Unterhändlern aus dem Irak und Saudi-Arabien, die für die palästinensischen Araber eintreten, wirft „Manchester Guardian" die Frage auf, wer für die Juden sprechen werde, denen „wir Schutz und eine Heimstätte in Palästina versprochen haben? Was wird aus der wiederholten Zusicherung der Regierung, daß sie sich durch Gewalttat nicht werde beeinflussen lassen und daß die Frage der. Einwanderung nach wesentlichen ,. Gesichtspunkten entschieden werden' wird? Welche Antwort wird es.;a«f aie Beschuldigung gebjeja^-da^'die^Regierung schwächlich nachgegeben;'und die Arbeit der Kommission präj^iziert hat? Und warum sollten die Araber '!»ach ihrem Triumph über die Schwäche nichV$Jie gleiche Taktik fortsetzen, bis sie, wie^s^e es beabsichtigen, die Politik des Jüdiscnfen, Nationalheims zerstört haben?" , Nationalheimes würde eine Katastrophe bedeuten. Die N. Z. O., die neue Organisation der Revisionisten, hat ihrerseits eine Petition an die Mandatskommission gerichtet, die Lebensinteressen des Nationalheimes im Sinne der Balfourdeklaration nicht zu untergraben. Ferner wird über einen scharfen Appell am. er i - kanischer Parlamentarier an England berichtet. In einem Telegramm des Senator £ . .%fc? $d 1 ¥±i >£. UsSrftt Mitglieder, der Königl. Untersuchun^kommission für Palästina von 1930, die z. T. auch für ■ die neue" Kommission bestimmt sind. Von Jiats nach rechts : Sir Walter Sidney Shaw, Narry Snell, Sir Henry Buckwell Betterton Laste keitsakteri in dem Lande gefordert Denkschrift enthält eine ausführliche von den Arabern' verübten Grausamkeiten.' {■■'<•■■ '■ .; .': ' :. :"' '?:^!r>:;':i; Weitere Protestnoten und Pressestimmen. In Palästina selbst haben die Nachnöhten von der unmittelbar bevorstehenden Emä;iellung der Einwanderung erschütternder gewirkt,; als King, des Präsidenten des nichtjüdischen amerikanischen . Palästinakpmitees, heißt es, die Einstellung der jüdischen Einwanderurig in Palästina sei einfach u n v o r s t e lifo a r i denn damit hätten die arabischen Terroristen ihr Hauptziel erreicht und der innere Halt der Juden nicht nur in Palästina, sondern auch in Europa würde dadurch eine schwere Erschütterung erleiden. Ik .einer in London für die nächsten Tage angesagten grpßen Kundgebung wird Lord M eiche t t die; Eröffnungsrede halten und andere Männer von'Namen zur Lage sprechen. : Auch die ini Zürich stattgefundene Counciltagüng desi:;W e 11 v e r b a n d e s zionistisch e r F r^uen (WIZO) gab eine Erklärung ä$ für die Uriantastbarkeit der durch eine zweitäuseridjährige. Geschichte und die Balfour-Dekläration ^geheiligten und garantierten Rechte der'Juden;&uf- Palästina.. Die Aktion der amerikanischen Senatoren. Eine Gruppe von elf bekannten amerikanischen Senatoren, mit Senator Borah an der Spitze, haben an den amerikanischen- Außenminister Cordeil H u 11 ein Telegramm mit der Aufforderung gerichtet, daß 'die amerikanische Regierung durch Vorstellungen bei der englischen Regierung auf eine Beendigung der Unruhen in Palästina hinwirke. Die unterzeichneten Senatoren verlangen, daß von der amerikanischen Regierung dem englischen Botschafter in Washington gegenüber die Hoffnung ausgesprochen werde, daß England als Mandatarmacht für Palästina vor Terrorakten und Gewalttaten der Araber nicht zurückweichen und die Verpflichtungen erfüllen werde, die durch die ihr gestellte Aufgabe der Schaffung eines Jüdischen Nationalheims bedingt sind. In dem Telegramm wird weiter gefordert, daß von der englischen Regierung nichts zum Schaden des jüdischen Volkes unternommen werde, dessen einziges Streben , es sei, Palästina als fortgeschrittenes Kulturland aufzubauen.. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die Gerüchte über die Möglichkeit einer Einstellung der jüdischen Einwanderung unbegründet sind und zum. Schluß von der amerikanischen Regierung gefordert, die englische Regierung in London darauf aufmerksam zu machen, daß keine Maßnahmen getroffen und. keine Beschlüsse gefaßt werden sollen, die die Terroristen ermutigen und die jüdische Bevölkerung Palästinas,: die bisher■;genügend Beweise ihres Friedenswillens geliefert habe, um ihren inneren Halt bringen könnten. Entscheidende Kabinettsitzung am Mittwoch? London, 30. August. : " Der politische Korrespondent des „Evening Standard" ist in der Lage, mitzuteilen, daß für Mittwoch, den 2. September, eine Sitzung des