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Der Israelit · 1936-08-27 · Heft 35 (27.8.1936) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 35 (27.8.1936)
Date
1936-08-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Der Israelit 27, August 1936 jiddische Tagespresse nicht zur Verfügung, so daß wir wenig Gelegenheit für Publizität haben. Die europäische B eth=Jakob=Arbeit untersteht einem besonderen Komitee unter Leitung von Rabb Dr. Leo Jung. Seit einigen Monaten finden Verhandlungen zur Gründung von Beth Jakob-Schulen in New York Downtown statt. Chawa Weinberg, eine Schülerin des Seminars in Krakau, wird die Leitung dieser Schulen übernehmen und wir hoffen zu Beginn des Winters die ersten Schulen eröffnen zu können. Zu Beginn des Winters hoffen wir den S 1 a i ti Verkauf für die Dritte Kenessio Gedaulo organi sieren und bei dieser Gelegenheit für Agudas Jisroel Propaganda machen zu können. Eine große Anzahl von Vorträgen wurde an vielen Abenden über das Erez Jisroel-Problem, unser Verhältnis zum Zionismus usw. gehalten. Während des Sommers ruht die Arbeit. Wir hoffen, daß es uns im nächsten Jahre mit Hille der Weltorganisation gelingt, unsere Arbeit in New York stark zu aktivieren. Personalien. Mainz, 16. Aug. Am nan m na» wurde Jakob Tchaniki aus einem arbeitsreichen Leben abberu fen. Mit ihm ging ein Mann von großer talmudischer Gelehrsamkeit von hinnen. Fast drei Jahrzehnte wirkte er in hiesiger Gemeinde. Er war ein durch und durch religiöser Mensch, Nicht wie bei vielen anderen bloß in den Augenblicken des Gehobenseins. Er offenbarte sich allezeit und immer als der von Gläubigkeit erfüllte Mensch. Er war für Mainz der Lehrer des Iwrith. Von seiner Beliebtheit gab die Beteiligung bei seiner Beerdigung Zeugnis. Herr Rabbiner Dr. Bamberg er schilderte in tiefgehenden Ausführungen die Persönlichkeit des Dahingeschiedenen. Auch Herr Rabbiner Dr. L e v y gab der Trauer der Gesamtgemeinde in warmen Worten Aus* druck und ehrte ihn durch einen in Iwrith gehaltenen Nachruf. Für die Israelitische Religionsgesellschaft dankte deren Vorsitzender, Herr Dr. Gust. S c h 1 e s s i n g e r , .dem Verblichenen für die Dienste, die er in aufopfernder Weise der Gemeinde geleistet hat. n-as:n O. J. Würzburg, 23. Aug. Am 24. Juli starb in Köln nach längerem Krankenlager Seminaroberlehrer Leopold Anfänger. Nach seinem vor 50 Jahren erfolgten Austritt aus der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg wirkte er als Religions* und Volksschullehrer in Schonungen (Ufr.), Willmars (Rhön), Memmelsdorf (Ofr.) und in Schlesien und seit 1905 annähernd drei Jahrzehnte in hingebungsvoller Treue an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg im Dienste der Lehrerbildung. Mit ihm wurde eine edle Persönlichkeit und ein tüchtiger Lehrerbildner, dessen Wirksamkeit stets auch die höchste Anerkennung der staatlichen Behörden gefunden hatte, zu Grabe getragen. Seinen Heimgang betrauern neben der schwergeprüften Familie Leitung und Lehrerschaft der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt und ein großer Kreis ehemaliger Schüler, die sein Andenken stets in Dankbarkeit und Ehrfurcht bewahren werden. Bei der am 26. Juli auf dem Friedhof der Adaß Jeschurun in Köln stattgefundenen Beerdigung zeichnete Herr Rabbiner Dr. Siegmund Stein ein getreues Lebensbild des Verstorbenen und umriß in tiefempfundenen Worten die schmerzvolle Trauer der Familie und darüber hinaus eines großen Kreises von Freunden. Für die Familie sprachen Lehrer Marx Speyer und Lehrer Steinberger=Bad Kissingen herzliche Worte des Abschieds, für die Israelis tische Lehrerbildungsanstalt und die früheren Schüler Seminarlehrer S t o 1 b e r g. Sein Andenken wird bei uns fortleben. rrnwn Bocholt, 20. Aug. Herr Lehrer L. Nußbaum, Bocholt, beging am 1. August sein 50 jähriges Lehre rjubiläum. Herr L. Nußbaum, Absolvent des Würzburger Seminars, ist als n8T>l mm f ana auf etwas exponiertem Posten bekannt. In diesem Sinne beteiligte er sich vor etwa acht Jahren an der Gründung der „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein", die sich die Aufgabe setzte, die Lehrer dieses Bezirkes tiefer in die Gedankenwelt unserer Thora, besonders der oft vernachlässigten na byyir min eindringen zu lassen, um damit oberflächlichen Urteilen nach oft trüben „Quellen" zu steuern und das Lernen, Lehren und Ausüben der Thora zu fördern und zu stärken. Die Berichte über die Tagungen und Themen, waren jeweils in unserem Blatte zu lesen. Außerdem hat Herr L. Nußbaum sich in letzterer Zeit besonders der Werbung für den Keren Ha thora angenommen, ein weiteres Zeichen dafür, -wie sehr ihm am Herzen liegt mw b^iinb Wir wünschen Herrn L. Nußbaum ein weiteres) Wirken in diesem Sinne in ungetrübter Kraft, wjnny Gailingen, 20. Aug. In unserer altehrwürdigen Gemeinde vollendet eine Frau das siebente Jahrzehnt ihres Lebens, deren Wirken gerade in der heute an Not so reichen, und an Geldmitteln so bedürftigen Zeit nicht genug gerühmt werden kann. Frau Dr. Anna Heilbronn, die Tochter des ehemaligen langjährigen Gailinger Bürgermeisters Leopold Guggenheim und Gattin de® leider zu früh verstorbenen durch Charaktereigenschaften und religiöse Lebensführung gleich hochangesehenen Gailinger Arztes Dr, Calman Heilbronn ^'u ist die Jubilarin. Es entspricht nicht dem bescheidenen Wesen dieser Frau, große Lobeshymnen anzustimmen. Wir gehen aber nicht zu weit, wenn wir ihre über drei Jahrzehnte, beson ders im Rahmen des Israelitischen Frauenvereins Gailingen bestehende Tätigkeit auf dem Gebiete der Wohltätigkeit als einzig dastehend und schlechthin als vorbildlich bezeichnen. Zahllos sind Jene, die seelisch gedrückt, bedürftig an materiellen Mitteln, jenes bescheidene Haus vis=a=vis der Gailinger Post aufsuchten und gestärkt durch klugen Rat, versehen mit den nötigen Geldmitteln, diese Stätte wieder verließen. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend ist sie bereit für alle, die Hilfe suchen, oder sie sitzt am Schreibtisch ihres Wohnzimmers, um Fäden zu spinnen bis in die entferntesten Weltteile zum Nut Glückwunsch- Inserate für ruipn wxi in drei Größen zum Sondertarif t Allen lb. Verwandten u. Freunden herzl. ♦ | naio nia'flni na'na f J Max Wolf, Dresden« Leipzigerstraße 59 ♦ 4^fr fr^ Ht>>4444444>4>>#4>>>t tt♦t 10 mm 2sp. 3.20 1 Unserer werten Kundschaft wünscht J | b"1» nnaizn miü na'nm nrpra | 15 mm 2 sP. ♦ Bäckerei Heinemann Wwe.; 4.80 t Halberstadt, Bahnhofstraße 122 ♦ | Allen Verwandten, Freunden und Be- ♦ t kannten nur auf diesem Wege die herzl. * * w"> nnatzn miD navim nvto: I Familie Abraham Seligmann | \ Jerusalem t 20 mm 2 sp. 6.40 Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte einsenden. Texte, die bis zum 14. September in unserem Besitz sind, werden in der Rausch-ha-schono-Nummer, später eintreffende in der darauffolgenden veröffentlicht. Frankfurt a. M., Elul 5696. Die Anzeigen-Verwaltung des Israelit Sammelinserat Ablösung für Erez Jisroel. Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel abzulösen und keine Anzeige zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 1.50 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im S a m melinserat beifügen. zen und Wohle ihrer Hilfsbedürftigen. So ruht ohne Uebertreibung ein erheblicher Teil der Wohltätigkeit unserer Gemeinde auf den Schultern von Frau Dr. Heilbronn. Es wäre wohl das schönste Geburtstagsgeschenk für die Jubilarin, wenn ihre Freunde aus Nah und Fern durch Uebergabe einer Stiftung ihr Lebenswerk krönen würden, um damit einigermaßen die Zukunft der ihr liebgewordenen Armen sicherzustellen. Möge der Geburtstag, der 4. September, ein Ehrentag werden für alle ihre Mitarbeiter. v"ymv L. L. Vermischtes. Jahrhundertfeier der Synagoge. Emden, 24. Aug. Die Jahrhundertfeier unserer Synagoge war ein Erlebnis nicht nur für unsere Gemeinde', sondern für den ganzen Landrabbinatsbezirk und über dessen Grenzen hinaus.; hatten sich doch aus der engeren und weiteren Umgegend fast 200 Gäste eingefunden, um mit der alten Gemeinde diesen Ehrentag festlich zu begehen. Zu ihrem Feiertage war unsere Syna* goge, die zu den schönsten Deutschlands, zählt, wieder neu hergestellt worden und prangte im Schmuck der ä'RIli a»av verziert mit prächtigem Blumen* schmuck. Es war für alle ein erhebender Augenblick, als in der Synagoge 5 Uhr .nachmittags, bei festlicher Beleuchtung und bis auf den letzten Platz 'gefüllt, mit dem Gesang; wie rin die Feier begann. Darauf richtete unser Gemeindevorsteher, Herr L. Wolff, herzliche Worte der Begrüßung an die Erschienenen und konnte dabei mit Genugtuung feststellen, daß unsere Gemeinde, dem Vorbild der großen Führer, die hier gewirkt, treu geblieben sei und die alten ( Ideale des Judentums hier immer durch Rabbiner und Vorsteher ihre traditionelle Pflege gefunden hätten. Dem Minchoh-Gebete folgte Ausheben sämtlicher Thorärollen mit rnispn. nach dem Einheben die großangelegte F e s t p r e d i g t unseres Landrabbiners Herrn Dr. Blum, die uns in trefflichen Worten auseinandersetzte, was uns ein G'tteshaus bedeutet. Unter Anführung verschiedener Stellen aus der Einweihungsrede, die vor 100 Jahren sein Amtsvorgänger Rabbiner Abr. Löwenstamm ^"3ti gehalten, wies Herr Landrabbiner darauf hin, daß das G'tteshaus den Juden auf seinem ganzen Werdegang durchs Leben begleite und bei allen Phasen desselben die Stätte sei, die ihm Halt und Stütze gebe. Dem Hallelujah-Gesanig und dem Sologesang des Herrn Erich Wolken feld, der in sinnvoller Weise ein Lied apy» Hnp vortrug, welches der erwähnte Rabb. Löwenstamm V'st für (die Fei«r yor 100 Jahren gedichtet hatte, folgte dann die Festrede unseres Synagogenvorstehers, Herrn Max v. d. Walde. In kurzen Zügen entrollte der Redner ein umfassendes Bild der Geschichte der Gemeinde ausi den letzten 100 Jahren, hob besondere hervor die Verdienste des Rabb. Löwenstamm um den damaligen Synagogenbau und unterstrich in treffenden Worten die Wirksamkeit seines Nachfolgers, des großen Samson Raphael Hirsch '■j'Si während seiner Emdener Amtszeit. In ehrender Weise erwähnte der Redner 'die späteren Rabbiner, Vorsteher, Lehrer, Vorbeter und alle Gemeindemitglieder, 'die sich um die Erhaltung der Gemeinde besonders verdient gemacht hatten. Gleichzeitig wurde mit dieser Festrede die Würdigung des 275jährigen Bestehens der hiesigen Chewrah=Kadischah in pietätvoller Weise verbunden. An die Festrede schlössen sich die Ansprachen der auswärtigen Gäste. Es sprachen Rabb. B a m b e r g e r, Wandsbeck für den Nordwestd. Rabbinerverband; Landesrabb. Dr. Trepp, Oldenburg für den Landesgemeindeverband und Gemeinde Oldenburg; Herr Vorsteher Markreich, Bremen, für die Reichsvertretung der Juden, den Preußischen Landesverband und für die Gemeinde Bremen; Herr Lehrer Moses, Aurich, für die Lehrerschaft des Bezirks; Herr Vorsteher Carl v. Dyk, Aurich, für die Nachbargemeinde Aurich und Herr Vorsteher S. Rodenberg, Leer, für 'die Gemeinde Leer und die Bezirksgemeinden. Die Reden wurden umrahmt von Chorgesängen und Sologesängen unseres Oberkantors Herrn W o 1 k e n f e 1 d. Nach einem von Herrn S. M. v. d. Wy k für die Feier verfaßten Gedicht, vorgetragen von dem Schüler Walter Hirschberg, wurde von Herrn Kantor I g 1 e r da® 3'*wb -Gebet verrich- .tet; Schofarton und Gemeindegesang schlössen die würdig verlaufene Feier, die trotz vierstündiger Dauer alle Teilnehmer unter gespannter und andächtiger Aufmerksamkeit hielt. Zum Abschluß der Feier vereinigten sich die Herren Rabbiner, Gemeindeverwaltung und die auswar* tigen Gäste zum gemütlichen Beisammensein im Gemeindeheim. Ein ernste<r Gedenktag liegt hinter uns. Möge rrapn unsere alte, ehrwürdige f>~p weiterhin beschützen und beschirmen und sie im mar der großen Gaonäm, die hier gewirkt, erhalten. Berlin, 20. Aug. Nachdem die Satzungsänderungen des C. V. durch Eintragung in das Vereinsregister rechtswirksam geworden sind, ist die Leitung des Vereins vom Hauptvorstand neu gewählt worden. Vorsitzender wurde Rechtsanwalt Dr. Herzfeld-Essen, der bisher Stellvertreter des Vorsitzenden gewesen ist. Die Herren Dr. Rudolf Callmann-Köln, Dr. Rudolf Geiger-Frankfurt a. M., Ernst Wallach-Berlin und Dr. Bruno Weil-Berlin sind wie bisher Stellvertreter des Vorsitzenden. Die geschäftsführenden Syndici Dr. Alfred Hirsch b er g und Dr. Hans Reich mann sind in der Eigenschaft als ermächtigte Syndici bestätigt worden. Berlin, 25. Aug. Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Im Jüdischen Seminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen, Berlin W 15, Meinekestr. 22, 1, wird iin Frühjahr 1937 ein neuer zweijähriger Ausbildungskurs beginnen, für den noch einige Anmeldungen entgegengenommen werden können. Voraussetzung für die Aufnahme ist abgeschlossene Lyzeums{Obersekundareife) oder Mittelschulbildung, einige Kenntnis des Hebräischen und gediegenes hauswirtschaftliches Können, Schülerinnen, die nicht vorher eine Haushaltssichule besucht haben, müssen bei Aufnahme in das Seminar eine hauswirtschaftliche Prüfung ablegen. Schließlich verlangt das Seminar, daß vor Beginn der Ausbildung sechs Monate in einer Familie mit Kindern" (nicht der eigenen) gearbeitet worden ist. Adressen von geeigneten Familien werden auf Wunsch nachgewiesen. Im Internat des Seminars können zu diesem I Kurs keine Schülerinnen aufgenommen werden; das! Seminar ist aber gern bereit, bei der Lösung der Wohnfrage behilflich zu sein. Alle näheren Auskünfte werden von der Seminar* leitung gern gegeben. Anmeldung«!! sind an die» Geschäftsstelle des Seminars: Reichsvertretung der Juden in Deutschland Abt. Zentralwohlfahrtsstelle, Berlin-Gharlottenburg 2, Kantstr. 158, 'zu richten.

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