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Der Israelit · 1936-08-20 · Heft 34 (20.8.1936) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 34 (20.8.1936)
Date
1936-08-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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rQ0;rAugust'-1936 D e r I s r a e Ii t Nr. 34 Seite 13 Ab^r^ajs: -©?!8t> m^Itf.:..;i^er3li0inten; als sie für den täflicißfetf Unterhalt braucaten, da begann das Geld se,ine\ Gewalt über, sie auszuüben. Die Brüder y'$rfeindeten sich; und' genau zur gleichen Zeit begann der Verfall ihres Unternehmens, von dem der Segen mit der Einigkeit gewichen war. ' - Ein Jahr ,später. zog Elkan Klang-mit seiner Frau und seinen Kindern weg. Keiner hörte mehr etwas von ihm. Der greis© Vater litt unendlich unter den Zuständen und-hoffte immer, -sein :■' Sohn und seine Enkel möchten wiederkehren. Statt dessen wanderte ein paar Jahre später auch der jüngere Sohn mit den Seinen aus, nachdem er dem alten Sofer vers sprachen hatte, ihn zu sich zu holen, sobald er irgendwo festen Fuß gefaßt hätte. Die Flaschenhütt'n verfiel. Der alte Mann vereinsamte in der Stube, die ihm geblieben war, und die sein ganzes Hab und Gut enthielt. Dort an dem Fenster, von dem noch das nackte Gesims erhalten ist, saß er Tag für Tag und schrieb an seinen Parschijaus (Schriftstellen), die von. Zeit .zu Zeit Hausierer abholten, um sie für ihrt zu Vertreiben, Als aber einmal einer kam- und erzählte,, daß auf der Leipziger Messe gar billige Tephillitt und Mesusaus: als von „Rebb Döwid Klang" verfertigt verkauft worden wären, bis es sich herausgestellt hatte/ daß sie. Fälschungen < aus Papier enthielten, da stellte der Greis sein Meleches Schomajim (seinen heiligen Beruf) ein, und kurz nachher fand ihn eines Tages meine-selige Mutter, die ihm oft etwa® zu essen brachte, tot auf seinem Lehnstuhl. In unserem Dorfe ist er begraben." Aufmerksam hatte jSacki der alten Frau zugehört. Noch einmal ging er in das 'verfallene Gemach zus rück, von dem, aup gar manches -andächtige Gebet emporgestiegen sein mochte, nahm die Reste der Gebetbücher an; sich , und trug sie still nach Hause, um sie in einem Winkel der Synagoge bei anderen gehelligten Andenken zu verwahren, die im Laufe der Zeit schwach gewordenen Händen entsunken waren. . - (Schluß folgt.) Personalien. . Rabbiner Dr. Selig Bamberger S>"xt, Hamburg. Hamburg, 18. August, Der „Israelit" hat in seiner'vorigen Nummer schon einige wenige Worte der Würdigung über den plötzlieh dahingeschiedenen Rabbiner der „Vereinigten Alten und Neuen Klaus" in Hamburg, Dr. Selig Bamberger gebracht. Esi sei dem Schüler, welchem sich in ganz jungen Jahren das Wesen, die Persönlichkeit und das Vorbild des großen Lehrers unvergeßlich und unauslöschlich in die Seele prägte, gestattet, noch einige Worte der Dankbarkeit hier auszusprechen. Ein Schüler dankt, welcher, über Jahrzehnte hinaus, oft und gerade in entscheidenden Lebensphasen gespürt hat, wie .groß die Kraft, war, die von diesem Mann ausging, der denen, die bei ihm lernten, von seinem Wissen und von seinem Wesen gab; Rabbiner Dr. Selig Bambergers Wissen, das bezeugten die Sachkundigen, war groß, tief und vielgestaltig: Sein Lernen war nach der Weise der „Bamberger", getragen von einem mt3»S' das dem Vis^Q aus dem Wege ging, dem aber alle das Thema betreffenden Belegs- und Vergleichsstellen offen lagen. Rabbiner Dr. Bamberger verfolgte jeden beim Lernen aufgetauchten Din von der Wurzel bis zu den feinsten Verästelungen in der neuesten Responsen- Literatur, T e n a e h war ihm geläufig wie selten einem. Die j üd i s c h e G e s c h i c h t e war ihm vertraut, ihm, der jede Seite im o'JWSi/T nniT im Kopfe gegenwärtig hatte. Das „keilige Land",: das sein Fuß nie betreten, kannte er in seiner Geographie so genau, daß er dem Geographen Goldhor bei der Ausarbeitung seiner Karten : die wertvollsten Ratschläge und Anregungen geben konnte. Auch iri; allem modernen Wissen stand Rabbiner Dr. Bämberger auf der Höhe, in fremden Sprachen, in der Mathematik war eir zu Hause. Und all sein Wissen in den jüdischen Quellen, in Wissenschaft und Literatur, diente nur .der Formung seines Wesens: Wenn wir in diesen Wochen lesen tltt C3»»n und der Sifri dies deutet:;,Wenn Du an bist, dann ist der Ewige Dein G'tt Dein Anteil," so mag selten, ganz selten bei einem Mann dieses Wort so restlos Anwendung finden, wie bei Rabbiner Dr. Selig Bamberger Hj^t! Sein r-nn'an auf allen Gebieten war einfach unbeschreiblich: Im Beten, im Lernen, im Zedoko=tun; im Lehren und Erziehen war er ein ebn .und wenn man seinem großen Großvater nachrühmt,, daß über seinem gaonisehen Können, sein mVna stand, so mag man ypn dem würdigsten Enkel 'des „Würzburger Raw",..von dem vollendetsten Solm des „Sennheimer Raw" ein A'ehnliches aussagen: Seine Frörns migke.it, "die in .ihrer Selbstverständlichkeit und Bescheidenheit kaum überbietbar war, sie strahlte über seinem Lehren und gab ihm erst den tiefen,'Sinn. Wenn der Schüler ein persönliches Erlebnis erwähnen darf, so geschieht es, weil dies kennzeich- .nend ist f#r den wunderbaren Pädagogen: Am Tage y^yinemer'' B;armizwo. .'sagte er. mir nach unserem Schiur: „Morgen .lernen w;ir wie immer am Schabbös' von—3-r4 Uhr." Ich war etwas benommen, aber in der* Ehrfurcht, mit welcher ich vor ihm stand,, wagte ich weder Frage noch Gegenrede und als ich am nächsten Tage von der festlichen Tafel im Eltern* haus weg etwas bedrückt zu ihm kam, da fand ich •in seiner Wohnung einen schön geschmückten Tisch und nachdem er mich feierlich bewirtet und wenige Minuten mit mir gelernt hatte, schloß är die Gemoro und sagte -zu mir; „Ich weiß, Du hast heute keine Geduld zum Lernen, Du sollst Dich aber Dein ganzes Leben daran erinnern^ daß Du an Deinem Barmizwoh^Schabbos Deinen snap iwi? nicht versäumt hast." Sicherlich hat .während meiner ganzen Jugend- und Erziehungsjahre nichts in meiner Seele so tiefen Eindruck hinterlassen, wie dieses Wort, das mir, ohne Uebertreibung, immer im Ohr liegt, wenn Glückwunsch- Inserate für t\WTi tMh in drei Größen zum Sondertarif? Allen lb. Verwandten u. Freunden herzl. | i nanj-fla»fim naTia . t t Max Wolf, Dresden, Leipzigerstraße 59 * X Unserer werten Kundschaft wünscht 1! ü""» nna^i nniü na*>rim nn?na | ♦ Bäckerei Neiriemann Wwe. * t Halberstatfi, BahiihofstraGe 122 ♦ ♦ *"•**"*"'**" *'' ' * * *» { ' i Allen- Verwandten-,"freunden und. Bet |. kanntenfnurTauf diesem Wege die herzl. t \w"> nnawlmiD na'nm mvoS | Familie Abraham, Seligmann | ♦ Jerjusialjem """"""| 10 mm 2sp. 3.20 15 mm 2sp. 4.80 20 mm 2 sp. 6.40 :>:>_■ ä Die Beträge wolle"man auf Postscheckkonto Nr.. 19 802 überweisen,,., den .-'Text: durch Postkarte einsenden. Texte,.,die Jbis .zum 14. Septernber—irtunserem Besitz sind, ~ werden in der Rosch-ha-schono=Nummer, später eintreffende in der darauffolgenden veröffentlicht, Frankfurt a.. M* Die Anzeigen-Verwaltung des Israelit Sammelinserat Ablösung für Erez Jisroel. Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel abzulösen und keine An- zeige zu veröffentlichen wünscht, wolle' dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 1.50 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im S a m * . m e ) i n s e r a t beifügen. ich in einem Konflikt der Pflichten; stehe^r— Jahre kamen und gingen, manche Memungsversbhiedenhei* ten auf gemeindepolitischem Gebiet magri5päter zwisehen Lehrer und Schüler getreten sein, aus jener Stunde des Barmizwo-Schabbosnachmittag strömten mir immer wieder neu die Quellen der Dankbarkeit und Verehrung gegenüber dem Lehrer meiner Jugend, dem Lehrer meines Lebens! Di© ' Pflichttreue bis zum Aeußersten, ' die Dr. Bamberger uns vorlebte und die ihn in mehr als 35 Jahren seines Hamburger Wirkens, sofern ihn Krank* heit nicht hinderte, wohl nicht eine einzige tom T\ban versäumen, einen einzigen Schiur jemals ausfallen ließ, sie ist das wunderbare Erbe^ das er seinen Kindern hinterläßt, sie ist der große Ansporn für uns, den Kreis seiner Schüler; für die unendlich große Schar seiner Verehrer und Anhänger. Jetzt ist ihm der Lohn geworden für sehr r-pn'nn ohnegleichen: „Nun ist G-'tt sein- •-Anteil" — und uns — vor allem seiner treuen Gattin, seinen Kindern und 'Enkeln — fließt aus diesem Gedanken' der Trost und die Aufrichtung zu, deren wir bedürfen,* um in der Trauer und dem Schmerz um ihn so stark und treu zu bleiben, wie er ein starker und ein Treuer vor uns war alle Tage seines Lebens. W> S. J. Briefkasten. p- Entgegen dem Artikel , des Herrn Rabb.. Münk, Burgpreppach, sind Sie der Ansicht, daß nicht nur im sephardischen Judentum, sondern auch im Sinne V*iri|j4as ruhige, stille Gebet den Vorzug verdiente Sie ■! verweisen auf :: die : Stelle, nwti 31 im Anschluß an die Stelle in Sam. I,. K.. 1, Vera 13 vnw sb nVipv:— Es lassen sich Argumente für beide Anschauungen anführen. " Alter Abonnent. 1. Nein. —' 2. Eä handelt sich nicht um Anschluß, sondern die Schaffung' von ge? meinsamen Arbeitsbüros in Palästina. — 3. Rabbi Abraham eben Esra lebte 1700 Jahre später und ist kein Nachkomme von Esra Hassofer. — 4. Es muß richtig D3^y &b mit 'sr heißen. caa'^K kommt von und heißt „zu Euch", m'iu von dagegen „über euch"; S. A. in B. Darüber kann Ihnen der Dajan der IRG. in Frankfurt a. M., Herr Dr. M. Schlesinger, Schwänenstr. 12, Auskunft geben. Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Wolf Brünn und Frau Babette geb. Schenkolewski, Schlüchtern. 17. August. — Einen Sohn, Ludwig Kellermann und Frau Hedy geb. Grebenau, Haifa. P. 0. B. 142. Barmizwoth: Jonny Just, Israelitische Waisenanstalt, Röderbergweg 87. ssn '3 rot?- — Jakob Herbert, Sohn des Herrn M. Sohlberg=Hausdorff, Basel, Sängerg. 26, «sn *3 ras?- — Jonas, Sohn des Herrn Alfons Heymann, Tel Awiw, Bajit Wegan. axnrsnnw Silberne Hochzeit: David Königsbach und Frau Lea geb. Rumstein, Bamberg, Unt. Königsstr. 2* ,22. August (4. Elul). Geburtstag: Salomon Faber, Versorgungshaus, Röderbergweg 77, am 27. August 91 Jahre. — Frau Cilli Stiebe!, Versorgungshaus, Röderbejrgweg 77, am 25. August 75 Jahre. — Frau Fanny Stein geb. Wormser, Bettinastr. 43, am 21. August 70 Jahre. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgens nach Schluß der Synagoge: ü">y>i, Herr R.-As~Dr, E. Posen. — nachmittags 4.30 Uhr im Vereinslokal, Mikro, Herr Rabb. H. Mayer.^ 1 Stunde , -vor Nacht im Hörsaal, Midrasch-Vortrag des Herrn Studienrat Jos. Kaufmann (Schlußvortrag). Schabbos, nachm. 4.15 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, Chumisch und Raschi (Selbstlernen), Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, f»iK tpv. Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, omas ]xa, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — nachm. •615 Uhr im Hörsaal, (auch für Damen), „Haftauro" Herr Rabb. Mayer. -- Sonntag vorm. 9 Uhr im Ver- . einslokal, Herr J. Soffer. Sonntag abend 7.15 Uhr im Hörsaale. Mussarvortrag des Herrn R.-A. Dr. Posen über „Elulgedanken"- Montag (auch Donnerstag) morgens nach Schul: miP»- Mitgliederlernen. Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr im Vereinslokal, (j'Vin) «nm, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach , Schul, naca, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Donnerstag") abends 7 Uhr im Vereinslokal, m, Herr R.-A- Dr. E. Posen- JahrzeitsstUtungen. Dienstag, 25. August: Isidor Heller-Stiftung. Dienstag, 25. August: Mendel Apelt-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 5V4 Uhr nach Mincho im Hörsaal Friedberger Ablage, Vortrag, des Herrn S. Schachnowitz: „Mord am Baum". (Zur Sidra und zu den neuesten Ereignissen in Erez Jisroel). Agudas Jisioel-Ortsgruppe. Thora nnd Mussar. Herr Rabbiner Mannes, niana ^""r, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen n»a WSB, Schabbos 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B. Rachelsohn, miia?ub>» Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. Herr J. Sofer, •>»?> tp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18.; Herr Zuntz, >"n nns, Sonntag nach^nn», Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vormitt. 10V2 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. „Das Buch Samuel". Gäste willkommen. Schpmer Mizwoh. Diesen Schabbos findet das Lernen um 12.45 Uhr im Hause Bodenheimer, Hanauerlandstr. 45 statt. Gebetzeiteja. . tPBStp nno Freitag abend 7.00 Samstag naawn 6.50 Samstag mörg. 8.00 Samstag nachm. 1.00. und 5iÖ0 Samstag abend 8.20 WochengoUesdienst; Hauptminjan in der Synagoge 6.30 Daran anschließend : Lernen des D"n ipn-Vereins im Hörsaal j Zweiter Gottesdienst, im Hörsaal 7-30 Nachmittags 7.00 ,<] Tefillinlegeniäm Morgen 4.35

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