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Der Israelit · 1936-07-30 · Heft 31 (30.7.1936) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 31 (30.7.1936)
Date
1936-07-30
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 2 Nr. 31 Der Israelit 30. Juli 1936 Nach Dutzenden von Millionen zählen die Kisten, die jährlich in der Saison aus Palästina exportiert werden. Wir sehen hier die Orangenbäume in vollem Schmuck. Eine junge Orangenplantage (Seite 1 rechts) breitet sich vielversprechend vor unserem Auge aus. Wir sehen, wie die Zitrusjährlinge von kräftigen jüdischen Händen in der jüdischen Baumschule aus dem Boden genommen und mit dem die Wurzel umgebenden Erdreiche ins Auto verstaut werden, um in anderen Siedlungen den Ansatz für neue Plantagen zu bilden. Wer im Frühjahr durch Palästina fährt, kann solchen Autos mit kleinen Zitruswäldero immer und immer wieder begegnen. ' j i. Allein neben der Orange werden auch andere Pflanzungen, auch wenn sie keine Fruchtbäume Ein Dornbusch in der judäischen Wüste und Nutzpflanze sind, treulich gepflegt. In Palästina blüht so üppig wie kaum sonstwo der Kaktus. Das Bild zeigt es uns in anschaulicher Weise. Nicht minder liebt Palästina die Blumen. In der kleinsten Hütte in der letzten Niederlassung wird man Blumen finden, und die Blume als Sabbatgruß ist so bekannt und beliebt, daß am Freitag nachmittag viele Blumenläden schon frühzeitig ausverkauft sind. Zur Not tut es In der Orangenplantage auch ein Blumenkohl, ein Bündel Karotten mit schönem Grün verziert. In mancher Kwuzah, deren Boden sich dafür eignet,, sieht man zwischen Ackerland und Obst- und Gemüsepflanzungen auch große Beete mit Zierblumen, die ihren Ertrag am Freitag in die Stadt liefern. Eine solche Gärtnerei mit ausgiebiger Blumenzucht zeigen wir hier im Bilde. Uralt ist in Palästina die O e üb a Äk u 1 - tur. Der fpT gehört zu den sieben Früchten, mit denen Palästina ausgezeichnet ist. Abgesehen von seinem köstlichen Saft ist der Oelbaum in seinen mannigfachen Formen auch ein charakteristischer Schmuck der palästinensischen Landschaft.; <;. . . : . , , , . Vom arabischen Dorf Liftha unmittelbar vor Jerusalem war in letzterer Zeit viel die ttede. Eine fanatische Bevölkerung, die uns noch vom August 1929 in übler Erinnerung ist, beherbergt es. Trotzdem hatte sie zuerst den Streik nicht mitgemacht und wurde selber von den Arabern boykottiert. Das Dorf liefert seit jeher das Ge- . müse für den Jerusalemer Markt und wollte es jetzt mit der jüdischen Kundschaft nicht verderben. Als dann die Hauraner kamen und die Hetzer die Ortschaft unter Druck setzten, schlössen sich die Bewohner Lifthas der Unruhebewegung an und machten dann ihre Sache so gründlich, daß bald, nach einem Morde in Jerusalem am hellichten Tage, die Spuren der Mörder nach Liftha führten. Schon das 1934 erschienene genannte Palästinabilderbuch sagt in seinem Texte, daß Liftha einen üblen Ruf genieße und früher schon als Herd der Araberunruhen erkannt wurde. Die Landschaft mit ihrer Flora an der Peripherie von Jerusalem, wie sie uns hier im Bilde gezeigt wird, ist von bezaubernder Schönheit. Liftha liefert bekanntlich auch,den Kalk für die Neubauten Jerusalems . und seiner Vorstädte. Mögen auch seine Menschen besseres Aufbauelement für das Land ergeben. Berühmt ist Lord M e 1 c h e 11 s Garten auf der Farm ,, M i g d al " zwischen Kapernaüm und Liberias, der in letzterer Zeit leider vielfach Ziel wütender arabischer Angriffe war und auch große Verluste an kostbaren Pflanzungen erlitten hat. Der aus dem Grün hervorragende lichte, stattliche Bau bildet den Wintersitz des Lord Melchett, der oft und gern seinen Aufenthalt in Palästina nimmt. Wir können bei dem Anblick dieser Bilder nicht ein Gefühl der tiefen Bestürzung über die Vernichtung, der Palästinas Bäume und Pflanzen in den letzten Wocheü preisgegeben waren, unterdrücken. .Wir wollen aber h9ffen, daß auf dem blutgedüngten Boden neues Leben erblüht, r . -:, Zitrusjährlinge werden in der Baumschule verladen Menschenleben und Pflanzenleben, und unter dem Schatten der 'herrlichen Bäume echter abrahamitischer Geist alle Völkerschaften, die Interesse an einer glücklichen Zukunft Palästinas haben, zusammenführt. - Oer 6mir empfängt.. Der Berichterstatter des „Frankfurter General- Anzeiger" in Kairo, Paul Schmidt, unternimmt zur Zeit eine Reise durch Kleinasien, Aus seinem Anfang Juli ds>. Js. in Amman abgefaßten Bericht über eine Unterredung mit dem Emir von Transj ordani en entnehmen wir folgende Stellen: Ueber die au® stategischen Gründen ausgebaute Straße von Kairo nach Suez, über den Kanal, der den Namen dieses kleinen, unwirtlichen Städtchens führt, durch die Wildnis der Halbinsel Sinai, wo der Wagen keuchend und ächzend seinen Weg sucht durch men* schen= und wasserlose Wüste, vorbei an alten Stacheldrahtverhauen, an Gräbern deutscher Soldaten, letzte Zeugen des Palästinafeldzugs, über Fels und durch Sand erreicht man mit dem Auto nach einer Fahrt von 24 Stunden den lieblichen, tiefblauen Golf' von Akaba. An der ägyptisch - transjordanischen Grenze am Westufer der Bucht ein letzter ägyptischer Grenzposten, der noch einmal die Papiere prüft, ehe man entlassen wird ins Bereich des Emirs; von Transjordanien, nach Akaba. Akaba — in den letzten Monaten oft genannt in der Weltpresse als künftiger Flottenstützpunkt Englands im Roten Meer und al* Ausgangspunkt eines phantastischen Kanals, der parallel zum Suezkanal das Mittelmeer erreichen soll, liegt heute wie in Türkenzeiten verlassen, verträumt und schmutzig am Nordzipfel desi gleichnamigen Golfs. Am Fuß der Berge, die die Grenze bilden zu SaudAsch-Arabieri; zum verbotenen Land. Sauber ist nur eine Gebäude2 gruppe dicht an der Küste, über die die Fahne Transjordaniens weht. Hier teilen sich Moudier, als Chef der Zivilverwaltung, und Polizeioffizier, als Chef der Exekutive, in die Macht. Sie überprüfen in gemeinsamer Anstrengung Pässe und Papiere, kassierne 25 Piaster Eintrittsgeld, nach Tramsordanien und stehen dann für private Gesprächezur Verfügung. Und in diesem Gespräch sind schnell jene Sensationsmeldungen um Akaba, die durch die Presse um die ganze Welt flogen, auf ihren Kern zurückgeführt. Eine eng* lische Marinekonimission weilte in Akaba, um den Golf auszuloten und zu vermessen — das ist alles. Etwas enttäuscht von dieser Auskunft, und mit der Versicherung, daß man in Transjordanien die Deutschen Hebe, wird man von den Vertretern der transjordanischeh Staatsgewalt entlassen und sucht den Weg durch ein steiniges' Wadi gen Norden, hinauf auf das transjordanische Hochland. Von halber Höhe wird ein letzter Blick Ibn Sauds unberührten Bergen geschenkt, dann schließt «ach die Landschaft, steil führt der Weg aufwärts' über einen unter Englands Druck gut auegebauten Weg, über eine Paßhöhe von 1600 Metern, hinein ins Transjordanische Hoch* land. Nach mehrstündiger holpriger Fahrt erreicht man.. M a 'an, .den Verwaltungspunkt des südlichen Distrikts, und erster Stützpunkt der englischen Luftwaffe im Raum zwischen Mittelmeer und Indien. Aber bis auf einen einzigen Flieger sind alle anderen Offiziere abberufen von hier. Nur dieser eine ist üb- Blühender Kaktus

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