Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1936)
- Date
- 1936-07-30
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2450909-2450939--82297-2540242- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
;^<^*r^*^s?^^'",*2"'^ .^iT^a»... v SSume und 3*ffanzen in (Pafasfina. Mit ■dem jüdischen Menschen leidet auch die jüdische Pflanze seit bald vier Monaten im heiligen Lande. Menschenleben werden ausgelöscht und Bäume ausgerodet. Auf langen Dunamstr ecken wind die blühende wie die reife Frucht vernichtet, als hätten die Mordbrenner die Berichte aus dem „Buche der Richter" zur Zeit der Midjaniter und Philistervor Augen. Es weint das Herz angesichts dieses vandalisohen Zerstörungswerkes. In Amerika und in Palästina selbst sind sogar Trauerfeiern für Bäume und Pflanzen abgehalten worden, alten Gesetzes müssen sich doch die Banden in Palästina, deren Gesetzgeber die ethischen Postulate der mosaischen Lehre zum guten Teile übernommen und seinen Gläubigen als bindend verkündet ihat, bewegen, wenn sie es übers Herz bringen, Bäume und junge Pflanzungen und die blühende Frucht mit Axt und Brandfackel zu vernichten." Wir zeigen hier unseren Lesern aus dem vor . einigen Jahren im Verlage von E. P/Tal u. Co., Leipzig - Wien, erschienenen ausgezeichneten P a 1 ä s t i n a b i 1 d e r b u c h (96 Photographien hoffen, daß im Schatten dieser uralten Aeste und Zweige, in der Stadt, die ein arabisches Zentrum bildet, die Bewohner darüber nachdenken, was sie Abraham, der auch ihr Erzvater ist, und dessen Grab sie mit Argus äugen hüten, und seinem Vermächtnis schulden. Wer die Berufung Mösis vor dem brennenden Dornbusch kennt «und sich keine rechte Vorstellung von einem Dornbusch im nahen Orient machen kann, möge sich das Bild auf Seite 2 ansehen. Auch hier sollte es den arabischen Beschauer heiß überkommen, daß von diesem ' 'v » e - w. -.i ' < i l - v i^/'^Ü^ VN iv, - , * ~ sa* Jtr * ' c-f* Alte Eiche bei Askalon womit wir uns wenig befreunden können. Aber wir schreiben aus diesem Anlasse in Nummer 29 unseres Blattes über unsere Verbundenheit mit dem Boden und seiner Frucht: „An sich ein guter Gedanke, Bäumen, zumal Bäumen auf dem heiligen G'ttesboden, ein Leben zuzusprechen, dessen Vernichtung uns Trauer und Tränen abringt. «ntPH fj? OTKiT 'D „Denn der Mesnch gleicht einem Baume des Feldes" (M. 20, 19), so wird die göttliche Forderung, selbst im ^Kriegsfälle keine Axt an den Fruchtbaum. anzulegen, begründet. nEin Baum, gepflanzt 'an Wasserbächen ist der Gerechte" nach dem ersten Psalm und in der Bildersprache der Propheten. (Jeremias 17, 8.) Wie weit entfernt von der g'ttlichen Sphäre unseres von Hans Kasparius, Vorwort und Texte von Arthur Ruridt) einige Bilder, die die Flora in Palästina veranschaulichen. Links .eine alte Eiche, die man auf der Fahrstrxaße bei Askalon bewundern kann. Wer denkt nicht beim Anblick dieses Bildes an jene „Eiche Mamres", unter deren Schatten unser Erzvater die fremden, müden Wanderer bewirtete, ohne zu fragen, woher sie kamen, wohin sie gingen, ob Araber oder Juden, oder sonst einem Volke .angehörig. Auch Spuren jener wirklich abrahamitischen Eiche sind noch in der Nähe von Hebron zu sehen. Jene mutet verfallen, ruinenhaft an, als traure sie, gleich den Steinen der heiligen Mauer, über den gewichenen abrahamitischen Geist rundherum. Man möchte Junge Plantage im Scharen Dornbusch, der, ein Symbol des G'ttesvolkes in der Geschichte, brannte und brannte und doch nicht verbrannt wurde, der Weg nach Sinai führte. Und Feuer von diesem heiligen Feuer loderte auf dem Choreb, als das Gebot „Du sollst nicht morden!" durch die Welt dröhnte. Unter dieseih Feuer wurde die Kultur der Menschheit geschmiedet und auch Mohammed, der Prophet der Araber, machte die „zehn Worte" zur Grundlage seines Gesetzbuches, das heute von seinen Gläubigen in wilder Leidenschaft Tag für Tag übertreten wird. Das Hauptprodukt der jüdischen Plantage heute bildet die Orange. Die „Jaffaorange" hat sich neben ihrer Konkurrentin aus Sizilien und Kalifornien auf dem Weltmarkte behauptet.