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Der Israelit · 1936-07-30 · Heft 31 (30.7.1936) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 31 (30.7.1936)
Date
1936-07-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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v*sjfigigi3psi%ijgj%g^^ 30. Juli > 1936 die Feuerwehr von Otwock und Warschau lokalisiert. Die etwa hundert Insassen des abgebrannten Pavillons wurden in den übrigen Pavillons untergebracht. Der Schaden wird, auf 150.000/ Zloty . geschätzt. Auf die Verkaufsn&ederlassung der, Wilnaer Firma „Meblawil", die Eigentum der Produktionsgenossenschaft jüdischer Tischler in Wilna ist, wurde ein Bombenanschlag verübt. Die Bombe, die mit Zeitzündung ausgestattet war, richtete nur geringen' Schaden an. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. In Piekary Szlaskie (Polnisch-Oberschlesien) wurden die jüdischen Marktfahrer durch den Terror einer nationaldemokratischen Bande gezwungen, den Markt zu verlassen. Jüdischer Hauptbelastungszeuge im Radomer Pogromproz^ß verschwunden, Radom, 21. Juli. Der Prozeß vor dem Radömer Kreisgericht wegen des am 29. November vorigen Jahres verübten Ueberfalls auf Juden; die aus Klwow nach Przytik flüchteten, wurde gleich nach der Eröffnung vertagt. Es hatte sdch herausgestellt, daß der jüdische Hauptbelastungszeuge, der 60jährige Jankel Krengiel, nicht zu der Verhandlung erschienen war. Die Anschrift des Zeugen konnte angeblich nicht ermittelt und ihm deshalb die Vorladung nicht zugestellt werden. In dem Dorfe T e r n i z bei Brody ist ein 32jähriger jüdischer Dorfhändler von einem Bauern ermordet worden. Der Bauer hat idie Tat gestanden. Er stand mit dem Händler in Geschäftsbeziehungen. Es handelt sich um einen Raubmord. Litauen. Ritualmordgerücht führt zu Ausschreitungen in Litauen. K o w n o , 20. Juli. Infolge des Gerüchtes, Juden hätten ein Christenmädchen zu rituellen Zwecken entführt, ist es in der an der Grenze des Memelgebiets Hegenden Ortschaft Kretinga (Krottingen) zu schweren. judenfeindliehen Ausschreitungen gekommen, bei denen mehrere Juden verwundet wurden. Das Mädchen war am Sonnabend aus Kretinga verschwunden. Antisemitischen Agitatoren benutzten dieses sofort, um eine wüste judenfeindliche Hetze zu entfesseln. Am Sonnabend wurden zehn Rädelsführer der Ausschreitan* gen festgenommen. Dies führte zu neuerlichen Exzessen am Sonntag, bei denen zahlreiche Juden verletzt wurden. England. Board of Deputfes setzt Kommission zur Abwehr von Angriffen gegen das englische Judentum ein. London, 21. Juli. Der Board of Deputies hat beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die den Zweck haben soll, die Aktionen gegen die in letzter Zeit sich häufenden Angriffe auf die englische Judenheit zu vereinheitlichen und durchzuführen. Die Kommission wird aus Mitgliedern der verschiedensten Richtungen bestehen, einschließlich der sogenannten „Aktivisten". Diese Zusammensetzung wird in Krei-, sen der englischen Judenheit als eine Gewähr dafür angesehen, daß die Kommission in umfassender Weise die Vorkehrungen treffen wird, die zur Verteidigung der englischen Judenheit erforderlich sind. Die sogenannten „Aktivisten" bestehen aus einem Kreise jüdischer Menschen, die sich in letzter Zeit wiederholt gegen die Untätigkeit de® Bord of Depus ties bei der Verteidigung des Ansehens der englischen Judenheit gewandt haben. Ein zentrales Informationsbüro für jüdische Sozialarbeit. London, 23. Juli. In Ergänzung der Berichte über den Verlauf der Internationalen Konferenz iür jüdische Sozialar* beit wird der ITA noch mitgeteilt, daß die Organisationskommission der Konferenz, die Vorschläge über die Umgestaltung der Konferenz zu einer ständigen Einrichtung zu machen hatte, der Konferenz empfahl, von der' Schaffung einer neuen Rahmenor- 1 Der Israelit ganisation abzusehen. Dagegen trat die Kommission für die' Gründung eines zentralen Inf'orma- -tionsbüros ein, das mit den interterritorialen jüdischen Organisationen für Hilfe und Wiederaufbau -eng zusammenarbeiten soll. Dieses Büro soll mit den Stellen für jüdische Sozialarbeit in den einzelnen Ländern in Verbindung stehen, um die nötigen Informationen und Materialien zu sammeln, zu ordnen und sie den bei der Konferenz vertretenen Ländern zu übermitteln. Die Kommission empfahl auch die Wahl eines Zentralkomitee®, in dem die ein5 zelnen Länder vertreten sind. Die Wahl dieser Kommission, 'die die Arbeit der Konferenz ergänzen und die nächste Konferenz vorbereiten soll, wurde vorgenommen. Die Woche. Frankfurt a. M. Da® städtische Hallgarten=Bad in Frankfurt, das nach Charles Hällgarten benannt war, ist in „S t a d t b a d Nordend" umbenannt worden. Berlin. „Der Schild, da® Organ des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, veröffentlicht eine interessante Statistik, aus der hervorgeht, daß von den die jüdischen Schulen Hamburgs besuchenden Schülern reichsdeutscher Staatsangehörigkeit fast 8 0 Proz. Kinder von Frontkämpfern sind,! München. Die „Bayerische Zeitung" vom 20. Juli meldet, daß es seit dem vorigen, Monat in Papperiheim keinen Juden mehr gibt; Im Jähre 1821 wohnten 283 Juden in Pappenheim, 1885 nur noch 36, 1935 noch 5 Juden; in diesem Jahre ist die letzte jüdische Familie abgewandert. Stettin. Nach Meldung der „Pommerschen Zeitung" ist ein iüdischer Angeklagter aus Klein Spiegel (Krs. Saatzig) wegen Beschäftigung einer arischen Hausangestellten unter 45 Jahren zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. London. In einer der ITA. übergebenen Erklärung dementiert der Vorsitzende des Komitees für den Jüdischen Weltkongreß, Dr. Stephen S. Wise, die Meldungen, daß die Eröffnung des Kongresses verschoben werden soll. Der Kongreß werde programmgemäß endgültig am 8. August in Genf eröffnet werden wird. —- Der Council for German J e w r y veröffentlicht die 14. Zeichnungsliste seiner Sammlungen, die damit insgesamt die Höhe von 669.530 Pfund er- . reicht haben, Jerusalem. Das Einwanderungsdepartment der Palästinaregierung gibt bekannt, daß i. J. 1935 106.823 Reisende (Einwanderer und Touristen) nach Palästina gekommen sind. Legal eingewandert sind 36.128 Juden. Außerdem sind 3256 Nicht* juden und 4618 Juden illegal als Einwanderer nach Palästina gekommen. Haifa. Eine italienisiche Gesellschaft wird in nächster .Zeit eine ständige Fluglinie Haifa-Brind i s i einrichten. Der Probeflug findet am 1. August statt. Der Fahrpreis wird 15 Pfund betragen. New York. Die in New York lebenden Araber veranstalteten eine von tausend Arabern besuchte Kundgebung gegen den Zionismus, bei der der Präsident der arabischen Nationalliga, Dr. F. Shatara Angriffe gegen die „Invasion" der Juden nach Palästina richtete und zur Zeichnung von Beiträgen für den arabischen Streikfonds aufforderte. ■^■■nBainBDanHBiaaHBnBHHnHMHBB Abordnung von Juden aus Manchester und Salford im Unterhaus. London, 24. Juli. Am Donnerstag Abend ist eine Abordnung der jüdischen Bevölkerung von Manchester und Salford im Unterhaus von den Abgeordneten dieser Wahlkreise empfangen worden. Die Abordnung legte bei der Besprechung, an der elf Mitglieder des Unterhause® teilnahmen, die Probleme, die sich aus der gegenwärtigen Situation in Palästina ergeben, dar. Die, Abordnung bestand aus Rabbinen, Stadtverordneten, Richtern und Vertretern sämtlicher jüdisehen' Völkerschaften der beiden Städte. Sie wurde den Abgeordneten durch den Vorsitzenden dler Abteilung der JeWish Agency für Manchester Joseph Mamlock vorgestellt, Fragen der Abgeordneten wurtle^i von den Mitgliedern der Delegation beantwortet; Sie betonten, daß die Juden in dem Naiio- ___Nr. 31 Seite 7 . nalheim, das sie aufbauen wollen, die Araber nicht zu beherrschen beabsichtigen, aber sich auch einer arabischen Vorherrschaft nicht unterwerfen wollen. - 'Es wurde auch darauf hingewiesen, daß nur ein kleiner Teil des Bodens in jüdischem Besitz ist. Abgeordneter E. A. Retford, der den Vorsitz führte, versicherte der Delegation, daß die'anwesenden Abgeordneten die Ansichten, die von der Abordnung geäußert worden, den berufenen Stellen übermitteln würden. Für die Abodrnung sprachen S. H. Steinart und Rat Leslie Lever den Abgeordneten;d'en Dank für den Empfang aus. Zulassungssperre für ausländische Dentisten in England, London, 27. Juli. Wie die „Morning Post" vom 27. Juli medlet, gibt, das Innenministerium keine Bewilligung zur Ausübung jder Praxis in England mehr an Dentisten aus, die aus Ländern stammen, welche sie aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen verlassen mußten. Das Innenministerium hat sich hierzu infolge der Furcht der englischen Zahnärzte vor der wachsenden Kon3 kurrenz ausländischer Dentisten veranlaßt gesehen. Griechenland. Niederlassung nach Griechenland neu eingewanderter Juden nur im Altreich. Saloniki, 19. Juli. Die griechische Regierung hat eine Verordnung er* lassen, durch die die in Saloniki wohnenden Ausländer aufgefordert werden, die Stadt zu verlassen und sich in Altgriechenland niederzulassen. Da durch diese Verordnung zahlreiche seit langem in Saloniki ansässige jüdische Familien betroffen wurden, hat sich der griechische Abgeordnete R i z e s mit einem Protest an den Chef desi Sihcerheitswesens gewandt. Dieser erklärte, daß durch die Verordnung jüdische Familien fremder Staatsangehörigkeit, die dauernd in Saloniki ansässig sind, nicht berührt werden, wohl aber diejenigen Juden, die vor kurzem aus dem Ausland gekommen sind. Das Volkswirtschaftsministerium hat auf Verlangen des Komitees der jüdischen Berufsverbände ans geordnet, daß diese Verbände in der Leitung der Internationalen Messe von Saloniki durch einen Delegierten vertreten sein sollen. Palästina. Die Lage in Erez Israel zu Anfang des vierten Monats seit Ausbruch der Unruhen Dem 9. Aw entgegen. — Vermittlungsversuche. — Neue Angriffe. — Milderungen des Ausnahmezustandes. — Neue Einwanderungen. Jerusalem, 27. Juli. Seit Sonntag strömen größere Truppen von bewaffneten Fellachen in die Gäßchen, die nach der Klagemauer führen. Man bringt diesen Zuzug in Zusammenhang mit der von jungarabischer Seite ausgegebenen Parole, am 9. Aw, der der hundertste Streiktag ist, einen Zusammenstoß herbei- " ■ t zuführen, für den Fall, daß die Juden, wie üblich, an diesem Tage in Scharen zur heiligen Mauer pils gern sollten. Der Großmufti hatte sogar in einem Aufruf behauptet, die mohammedanischen Heiligens stätten seien an diesem Tage gefährdet. Dagegen wurde auf einmütigen Beschluß der Oberrabbin a t e, der Agudas Jisroel und des W a a d 1 e u m i ein Aufruf erlassen, daß „in Anbetracht der besonderen Verhältnisse die Juden in diesem Jahre zu Tischoh beaw, entgegen dem seit Generationen geübten Brauch, die heilige Mauer nicht b ersuchen-möchten." Die jüdischen Zeitungen - appellieren an den Jischuw, auch weiterhin im vierten Monate seine bisherige Selbstbeherrschung zu wahren. Man hört auch von neuen Vermittlungsversuchen des Emir Abdullah. Dagegen wird ein aus London berichteter Vermittlungsversuch mit Hilfe der Quaker in Abrede gestellt. Nach verschiedenen Zusammenstößen zwischen Truppen und arabischen Brandstiftern am Freitag verliefen auch der Samstag und der Sonntag

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