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Der Israelit · 1936-07-16 · Heft 29 (16.7.1936) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 29 (16.7.1936)
Date
1936-07-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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16. Juli 1936 Der Israelit Nr. 29 Seite 7 Bierbrauerei in Rischon le Zion plant die Errichtung einer zweiten! Fabrik in Haifa, in der hauptsächlich Malzbier hergestellt werden soll. Es werden auch Anstrengungen gemacht, den Absatz palästinensischer Waren im Ausland zu fördern. Im Januar beginnt ein Anzeigen- und Werbefeldzug für palästinensische Zitrusfrüchte! dessen Umfang von dem Ernteergebnis abhängig sein wird. Die Durchführung dieses Propagandafeldzugs hat die Palästinaregierung der Londoner Agentur Mather and Crowther Ltd. übertragen. Im Auftrag des Zitruspflanzerverbandes und als Leiter des Regierungsausschusses für Obstbau hat Ing, Samuel Tolkowsky eine Europareise im Interesse des Absatzes der palästinensischen Zitrusproduktion unternommen. Die Bestrebungen zur Förderung der Palästinawirtschaft erscheinen gerade jetzt besonders dringend, da die palästinensischen Wertpapiere seit Beginn der Unruhen in London um 12 bis 25 Proz. gefallen sind. Man schätzt den Verlust des englischen Publikums an diesen Werten auf etwa 4 Millionen Pfund. (ITA.) Korrespondenzen. Deutsches Reich. Uebergangsregelung für die Zulassung von Devisenberatern. Berlin, 8, Juli.. Durch einen Runderfaß der Reichsstelle für De= Visenbewirtschaftung vom 7. Juli wird die Frage geklärt, in welcher Weise Personen, -die bereits vor dem 1. Juli, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung über die geschäftsmäßige 'Hilfeleistung in Devisensachen vom 29. Juni, als Devisehberater tätig gewesen sind, bis zur Entscheidung über das von ihnen zu stellende Ztdassuagsgesuch ihre Tätigkeit fortsetzen können. Neue Anträge solcher Personen können bis zum 31. Juli 1936 oder, wenn sie bis zu diesem Zeitpunkt ihre Zulassung nach der neuen Verordnung beantragt haben, bis zur Entscheidung über ihr Zulassungsgesuch entgegengenommen und bearbeitet werden. Das gleiche gilt von neuen Anträgen jüdischer Devisenberater, die seit dem Inkrafttreten der Verordnung gestellt worden sind; da ihnen jedoch nur die Erlaubnis zur Hilfeleistung in Devisen* Sachen für jüdische Auswanderer erteilt werden kann, besteht hierbei die Einschränkung, daß nur solche Anträge von ihnen entgegenzunehmen sind, die Devisensachen jüdischer Auswanderer betreffen. Weiterhin wird bestimmt, daß alle vor .dem 1. Juli von Devisenberatern alter Art, einschließlich der iüs dischen, gestellten Anträge von diesen weiterbehan* delt werden können, auch wenn eine Zulassung als Devisenberater nach der neuen Verordnung von diesen Personen nicht beantragt wird, Als Hilfeleistung in Deviisensachen jüdischer Auswanderer gilt sowohl die Hilfeleistung für Juden, die auszuwandern beabsichtigen, als auch für solche, die nach dem 3. August 1931 ausgewandert sind. Neuregelung der Zulassung zur Annahme von Bedarfsdeckungsscheinen. B e r 1 i n, 9. Juli. In den Richtlinien für die Gemeinden zum Gesetz über Förderung der Eheschließungen ist angeordnet, daß zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen u. a. Verkaufsstellen nicht zuzulassen sind, deren Inhaber nichtarischer Abstammung ist. Im Hinblick anl die Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz ist nun-, mehr in einem Runderlaß des Reichsfinanzministers bestimmt w:orden, daß der Inhaber, der. Verkaufsstelle, die Bedarfsdeckungsscheine annehmen kann, Reic-hs= Neueste Wirtschaltsnachrichten aus Erez Jisroel. {Nach Palnews.) Tel Awiw, Die Aufgabe jder plan-' mäßigen Steigerung der palästinensischen Produktion kann nicht von heute auf morgen realisiert werden, Sie sollte aber jeden* falls rechtzeitig in Angriff genommen werden, damit die weitere Entwicklung und Stabilisierung der palästinensischen Wirtschaft nicht auf längere Zeit hinaus unterbrochen wird. Es ist auch zu erwarten, daß die stärkere Konzentration der jüdischen Wirtschaft auf sich selbst, die durch die Unruhen gefördert wird, auch auf anderen Gebieten anregend wirkt: die Verlegung jüdischer Unternehmen in jüdische Bezirke, Uebersiedlung von Mietern arabischer in jüdische Häuser, Verlegung von Regierungsämtern und nicht zuletzt des jüdischen Hafenverkehrs nach Tel Awiw. Auch auf dem Ärbeitsmarkt dürfte sich eine Ersetzung arabischer durch jüdische Arbeit ergeben. T e 1 -Awiw. Ueber die Entwicklung des Touristenverkehrs in den Hauptmonaten der palästinensischen Fremdenverkehrssaison (Januar-April) 1936 liegen nunmehr statistische Angaben vor. Mit einem Rückgang des Touristenverkehrs mußte in Anbetracht der gespannten politischen Lage im Mittelmeergebiet gerechnet werden. Während sich der Reisendenverkehr palästinensischer Einwoh« ner gegenüber /dem Vorjahr etwas erhöht hat (es sind in den ersten 4 Monaten 1936 rund 3000 mehr Palästinenser ins Ausland gereist und rund 2000 mehr zurückgekehrt als im Vorjahr) hat ©ich die Zahl der ankommenden Touristen um mehr als. 25 Proz. von 40.745 auf 29.189 vermindert. Der Durchreisendenverkehr ist ziemlich tinverändert geblieben. Der Anteil der Juden an den ankommenden Touristen, der sich im Januar bis April 1935 auf ca. 40 Proz. stellte, ist in diesem Jahre auf 31 Proz. zurückgegangen. Der Rückgang des Touristenverkehrs" entfällt also zum größeren Teil auf die jüdischen Touristen. H a i f a. Die „Atid" Navigation Co. hat zu ihren bisherigen drei Schiffen einen weiteren Dampfer in Verkehr gesetzt. Der neue Dampfer von ca. 2400 to ist wie die übrigen Dampfer im Küstenverkehr in Dienst gestellt, er führt den Namen „Richard Borchardt" und wird zur Zeit in Tel Awiw gelöscht. Tel Awiw. Die 7. Levante-Messe, die für den Zeitraum vom 30. April bis 30. Mai in Aussicht genommen war und nach einer Verlängerung '' ihrer Dauer um eine Woche am 6. Juni j; geschlossen wurde, hatte naturgemäß unter den Auswirkungen der gegenwärtigen Zustände in Palästina zu leiden. Vor allem insofern, als die Unsicherheit im Verkehrswesen und die Lahmlegung des Verkehrs nach Einbruch der Dunkelheit den Messebeauch aus der Umgebung Tel Awiws und den übrigen Städten und Kolonien des Landes sehr erschwerte oder ganz unmöglich machte. Unter diesen Umständen konnte die Rekordbesucherzahl der vorhergehenden Messe nicht erreicht werden, sie wird auf etwa 300.000 Personen (geschätzt. Auch der Umfang der Geschäftsabschlüsse dürfte un= - ter den Verhältnissen gelitten haben, er. entzieht sich einer statistischen Feststellungsmöglichkeit. Bei einer derartigen Messe kommt und kam es auch in früheren Jahren weniger auf die Höhe der direkten Abschlüsse auf der Messe selbst als auf die Herstellung des. Kontaktes zwischen Ausstellern und Besuchern an, der sich geschäftlich erst später auswirkt. Die widrigen Umstände, unter denen die 7, Levante- Messe zu leiden hatte, setzten sich aber unmittelbar nach ihrem Abbruch in die Verwendung der Messegebäude für andere Zwecke um. Wie wir bereits mitteilten, wird die Zigarettenfabrik Maspero im Auto* mpbilpavillon die bisher in Jaffa betriebene Fabrikation fortsetzen, auch andere Unternehmen verhandeln mit der Messeleitung über die Mietung von Räumlichkeiten und Lagerplätzen, die bisher in Jaffa und anderen arabischen Bezirken gelegen waren. Vor allem aber steht eine weitgehende Verwendung desi Messegeländes' für den unmitteilbar an ihr gelegenen Tel Awiwer Hafen bevor, über die Einzelheiten5 allerdings noch nicht festgelegt sind. Tel Awiw. Die palästinensischen Schiffahrtsgesellschaften, die sich im Rahmen der Manufacturers. Association of Palestine kürzlich zu einer Schif* fahrtsgruppe'' zusammengeschlossen haben, sind die folgenden drei Linien: Palestine Shipping Co. Ltd., Palestine Maritime Lloyd Ltd., Atid Navigation Co. Ltd. bürger sein muß. Ist ein Inhaber Schwerkriegsbeschädigter, so kann die Verkaufsstelle von der Gemeindebehörde zugelassen werden. Sind mehrere Personen Itthaher einer Verkaufsstelle und ist eine davon nicht Reichsbürger, so hat die Gemeinde nach Lage des Falles zu entscheiden. Bereits zugelassene Verkaufsstellen, deren Inhaber das Reichsbürgerrecht nur deshalb nicht besitzen, weil sie nicht deutsche Staatsangehörige sind, bleiben zugelassen. Die Zuiassung dieser Verkaufsstellen darf nicht deshalb widerrufen werden, weil die Inhaber nicht Reichsbür» ger sind. Die Juden im deutschen Rechtsleben. Berlin, 10. Juli. Im Auftrage des Presseamts der Deutschen Rechtsfront ist über die rechtsschöpferische Arbeit in den Zeitschriften der Deutschen Rechtsfront eine Broschüre „Drei Jahre Kampf für Deutsches Recht" von K. E. K n Ö p f e 1 erschienen. In einem Kapitel „Das Blut" wird in einem Teilabschnitt die Ausscheidung der Juden aus dem Rechtsleben behandelt. In 'diesem Zusammenhange wird auf die Arbeit der juristischen Zeitschriften im Hinblick auf eine den nationalsozialistischen Rechtsbegriffen entsprechende Auslegung des Firmenzusatzes „deutsch" hingewiesen; auch in der Rechtssprechung in der Frage der Rassenmischehe wurde in den ius ristischen Zeitschriften die Auffassung vertreten, daß eine Scheidung grundsätzlich zu ermöglichen sein muß, da das deutsche Volk kein Interesse an der Rassenmischehe hat. Ebenso wurden die Fragen behandelt, ob ein Jude Betriebsführer oder Testamentsvollstrecker oder Geschäftsführer sein kann. „So schälten sich alsi positive Forderungen das Verbot der Eheschließung zwischen Deutschen und Juden, das Verbot des außerehelichen Verkehrs und das Gebot, sich der Würde des deutschen Volkes entsprechend zu verhalten, als Ziele der nationalsozialistischen Rechtspolitik heraus , , , Den Zeitschriftan oblag es aber auch, in grundlegenden Auseinander* Setzungen die Entwicklung der zersetzenden Arbeit des jüdischen Geistes aufzuzeigen und dos Wesen des jüdischen Rechtsstiles im Gegensatz zu dem deutschen Rechtsstil zu umreißen. Eine naturnotwendige Folge mußte die Forderung nach Ausschaltung des geistigen Einflusses sein, die vom Nationalsozialismus auch von Anfang an in der Forderung nach Abschaf3 fung der Zitate jüdischer Schriftsteller bestanden hatte." Die Juden in der sächsischen Wirtschaft. Dre»sden, 5. Juli. „Die Sächsische Wirtschaft" brachte vor kurzem auf Grund von Zählungen des Sächsischen Statistischen Landesamtes Angaben über die Berufsgliederung der Juden in Sachsen. Stichtag für ■diese Zahlen ist die letzte Volkszählung vom 16. Juni 1933, wo in Sachsen insgesamt 20.584 Glaubensjuden lebten. Von 100 jüdischen Erwerbstätigen gehörten in Sachsen 0,3 (im Reich 1,7) der Landwirtschaft, 23,6 (23,1} der Industrie und dem Handwei'ä:, 66,1 (61,3) der Gruppe Handel und Verkehr und 10 (12,5) dem öffentlichen Dienst und dem häuslichen Dienst an. * Reisende, Vertreter und Agenten gab es 1136, Verkäufer 738, Buchhalter, Korrespondenten und Stenotypisten 466, sonstige kaufmännische und Büro* angsetellte 1422, Aerzte 242, Rechtsanwälte und Notare 78. Bezieht man die Zahl der jüdischen Rechts» anwälte und Aerzte auf die Gesamtzahl der Angehörigen dieser beiden Berufe, so stellen die Rechtsanwälte einen Anteil von 4,4 Proz, (im Reich 16,3 Proz.) und die Aerzte einen Anteil von 3,6 Proz. (im Reich 10,9 Proz.). Bei den akademischen Berufen ist somit der durchschnittliche jüdische Anteil im Reich weit höher als in Sachsen. Unter 100 jüdischen Erwerbspersonen befanden sich 46 Selbständige (im Reich ebenfalls 46) gegenüber 16 bei der übrigen Reichsbevölkerung. Unter 100 jüdischen Erwerbspersonen waren ferner 6 (10) mithelfende Familienanges hörige, 37 (34) Beamte und Angestellte, 10 (9) Arbeiter und 1 (1) Hausangestellte.

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