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Der Israelit · 1936-07-09 · Heft 28 (9.7.1936) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 28 (9.7.1936)
Date
1936-07-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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i^^Ejfgg^ggjjj^^^^ifflgjgagigjg^ >'9. Juli 1936 D Israelit Nr. 28 Seite 7 gehalten, wenn der von 'ihr ferhobene Steuerzuschlag hoher ist alg derjenige der Fbrtzugsgemeinde; im um gekehrten Falle erhält die Wegzugsgemeinde nur den von der Zuzugsgemeinde vereinnahmten Betrag; je ■doch\steht: einer freiwilligen Zuführung des Differenzbetrage« durch den Zensiten an die Fortzugsgemeinde nichts im Wege. Sind die Steuern schon im voraus an die Fort zugsigemeinde gezahlt worden, so behält es 'dabei sein Bewenden. ' 3. ' Unter „Steuerbeschluß" isiv die Erhebung der Zuschlagssteuern und des Gemeindegeldes (Kopf= Steuer), die zusammen eine Einheit bilden, zu verstehen. Gebühren und Gelder für Kasiualaen sind da gegen nicht einbegriffen und werden durch dieses Ab kommen nicht berührt. 4. Um eine Verzögerung in der Veranlagung durch die Zuzugsgemeinde zu vermeiden, hat die Fortzugsgemeinde, soweit sie dazu in der Lage ist, bei dem Fortzuge eines ihrer Gemeindemitglieder sofort der . Zuzugsgemeinde genaue Mitteilungen tiber ihren' Steuersatz sowie die Veranlagung, etwaige Restschulden und die neue Adresse des Zensiten zukommen ^u lassen. 5. Weitergehende Forderungen auf Ueberlassung von Steuereingängen können' an die Zuzugsgemeinde nicht gestellt werden.- Jüdischer Religionsunterricht an höheren Schulen. B e f 1 i n , 2. Juli. Da an den höheren Schulen jüdischer Religionsunterricht nicht mehr erteilt, wird, hat der Reiohs= und' Preußisch© : Minister fürV Wi©s©niscH«ft, Erziehung und Volksbildung einen Erlaß aus dem Jahre 1926 aufgehoben, wonach ein Lehrer der Anstalt, der in der Oberprima jüdischen Religionsunterricht erteilt, bei der Reifeprüfung dein Prüfungsausschuß-bisher als ordentliches. Mitglied angehört hat. 1 Aus Deutschland 550 Palästina-Auswanderer im Juli. 1 B e r Ii n , 2. Juli. Das Palästina-Amt Berlin teilt mit: Im Monat Juli finden größere' Aüswänderertrans- . porte aus Deutschland nach Palästina statt; Und zwar werden am 1. Juli (Dampfer Gälileäi) ca. 70 Olim« am 8, Juli (Dampfer Gerusalemme) ca. 140 Olim, am 17. Juli (Dampfer Tel Awiw) ca. .-50' Olim, am' 291 Juli (Dampfer Galilea) ca;- 240 Olim und am 31. Juli (Dampfer Tel Awaw)i ca. 50 Olim, insgesamt also etwa 550 Olim, ausreisen.* . :■-.->■%-.:.*. Diese Transporte setzen" sich im wesentlichen aus Mitgliedern der. chaluzischen Verbände und der Jugendhilfe zusammen. ■.•>'.-• y Gemeindesitzung in München, ' München, 29.' Juni. In einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen :Kultiisgemeinde München fand 'die Neuwahl eines Mitgliedes des Gemeindevorstandes statt. Auf Vorschlag der orthodoxen Fraktion wurde Felix Feuchtwang er in den Vorstand berufen. Der 'Vorsitzeride der Synagogengemeinde, Oberlandesgerichtsrat Df. Neum eyeiy: erstattete einen, umfassenden Bericht über idie, Lage der Gemeinde. Einleitend kam er auf die Ereignisse in Palästina zu -sprechen, die" unser volles Mitgefühl finden. Wie innig wir am''palästinensischen Geschehen teilhaben, soiisägte er/ so hingebend müssen wiriauch hier i alles daran setzen; unsere Gemeinden lebendig und . arbeitsfähig zu erhalten. In dem Teil des Berichtes, der Schult r a gen behandelte, wurde von Dr. Neumeyer mitgeteilt, daß' die jüdische Volksschule in München zurzeit 497 S ehüle-fc 5umfaßt. , An Dr. Neumeyers: 5 Aus!ührüngeri schloß sich ein allgemeines-Finanzreferat von Justizrat Dr. Oesterreich. Er kennzeichnete den Ernst jder Lage, die.- einerseits durchfortschreitende Verarmung, Verkleinerung der Gemeinde, anderer* seits ^durohberheblich gesteigerte; Anforderungen ge-' kennzeichnet ■ ist. Bei .äußerster -Sparsamkeit1 gelang es da.?;. ^Gemeindeverwaltung, * allen; VerpfKchttmgen1 nachzukommen, und sie hofft/iauch'noch im kommenden Qesphäftsyahr> die allerdringHchsten Bedürfnisse befriedigen izu können, r:- ' Neueste Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. ti' (Nach Palnews.) Tel Awiw. Wie bereits mitgeteilt, üben die anarchischsterroristischen Zustände im Lande auf das Wirtschaftsleben einen stärker werdenden depressiven Einfluß aus. Er äußert sich vor allem im Rückgang der Umsätze der Fabriken und Handelsunternehmen, einer weiteren Abschwächung des : in diesem Jahr an sich stark reduzierten -Fremdenverkehr«, von der besonders die Hotels betroffen werden, in Verlusten der Verkehrsunternehmen und der von ihnen abhängigen Gewerbe wie auch auf anderen Gebieten; Im Zusammenhang hiermit ergibt sich naturgemäß eine Verlangsamung des Zahlungseinganges, der die geschäftvKche Lage weiter erschwert. Die Wirtschaft des Landes, die erst eine kurze Anlaufsperiode durchgemacht hat und noch nicht fest stabilisiert war, muß auf die Dauer durch diese Umstände ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen werden. Von der Zahlungsverweigerung der arabischen Kaufleute ist die jüdische Wirtschaft kaum betroffen worden. Die nichtjüdischen internationalen Banken, die stark mit arabischer Kundschaft arbeiten — Barclays Bank, Ottoman Bank und Banco di Roma — verfügen über sehr hohe Bestände an nicht eingelösten Wechsein arabischer Kaufleute. Den Wechselver- I , pflichtungen gegenüber den jüdischen Banken "wird' iin Gegmsätz dazu iiach wie vor weitgehend nachgekommen. Die Kreditsehädigung im Inland und Ausland durch die Verweigerung der Zahlungen und die Erfüllung ■* der, aufgelaufenen Verpflichtungen dürfte sich für die arabischen Kaufleute sehr ernsthaft fühlbar machen. Die:SWiederherstellung der .öffentlichen Ordnung und.. Sicherheit, die nach bald zwei Monaten der Anarchie das dringendste Gebot der Stunde bildet, ist Aufgabe der, Regierung. Die Regierung und die zentralen allgemeinen und wirtschaftlichen jüdischen Institu« itionen stehen darüber hinaus. aber vor der Notwendigkeit^lsich;; mit . einer Reihe .akut gewordener Wirtschaftsfragen zu befassen. Sie müssen i sich darüber im Klaren sein, daß die Wirtschaft Palästinas im Jahre 1936 ein weit diffizilerer Mechanismus geworden , ist; als er vor sieben oder fünfzehn Jahren war, und daß man sie;,nach so schweren politischen Störungen wie im Herbst 1935 lind im Frühjahr 1936 -nicht einfach ihrem - Schicksal überlassen kann. Die Steigerung - der landwirtschaftlichen , und industriellen Produktion-'stel|t den wichtigsten Hebel zur Neubelebung der Wirtschaft nach der Wie? derherstellüng der öffentlichen Ordnung dar. Sie muß planmäßig -vorbereitet und in Angriff genommen werden. Der arabische Streik1' hat mit aller Deutlichkeit die großen Pror duktionslücken der jüdischen Landwirtschaft in Erscheinung treten lassen, die ausgefüllt werden müssen. Infolge der starken' Nachfrage nach Produkten der Landwirtschaft ist die jüdische Landwirtschaft derjenige1 Wirtschaftszweig, der absatz= und preismäßig, von den Ereignissen der beiden letzten Monate begünstigt worden ist. Die wirtschaftliche Aufgabe der nächsten Zeit besteht auf '| landwirtschaftlichem Gebiet darin, die jüdische Produktion in; planmäßiger Organisie- : '■Hing 'dem Bedarf anzupassen. Zunächst han-!delt es sich dabei um die Produktion von |,.;Gemüse, Kartoffeln, - Früchten und Eiern, später um Milchprodukte, Schlachtvieh und bis zti einem gewissen Grade auch um Getreide. Die" Häuptaufmerksamkeit' ist dabei auf das Problem der Produktionskosten zu richten, da die Kaufkraft der großen Masse . der jüdischen Bevölkerung keine . wesents liehe Erhöhung der Lebensmittelpreise verträgt. Auch auf industriellem Gebiet ist der palästinensische Markt ,planmäßig auf solche;! 'Bedarfsartikel zu untersuchen, die in Palästina lohnend hergestellt werden können bezw. für die. im Ausland Absatzmöglichkeiten erschlössen werden können. Die Steigerung der landwirtschaftlichen und induistrieljen Produktion durch Produktionser- ', Weiterung und 'Aufnahme neuer Produktionszweige' macht eine schärfere Organisierung des Absatzes erforderlich, durch-'-die der Markt für die inländische Produktion ge-, sichert wird. Unter den gegebenen' Umstän* ' den muß 'die private Initiative die staatliche Wirtschaftspolitik, die.in Palästina nur un- | zulänglichv funktioniert, ersetzen. - Oesterreich. Der Wiener Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang Wien, 5. Juli. Der Wiener Oberrabbiner Dr. David F e u c h t w a n g ist in den Morgenstunden des 5. Juli im 72. Lebensjahre gestorben. Die Nachricht, die mit großer Schnelligkeit in der ganzen Stadt bekannt wurde, hat tiefe Bestürzung und Trauer hei> vorgerufen. Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang, der sein jetziges Amt als Nachfolger von Dr. Chajes übernommen hat, nachdem er eine Zeitlang seine Funktionen als stellvertretender Oberrabbiner versehen hatte, wurde am 27. November 1864 in Nikolsburg in Mähren als Sohn des dortigen Oberrabbiners Dr. Meyer Feuchtwang geboren. Er studierte an den Universitäten ■ Wien und Berlin, absolvierte als Schüler von Esriel Hildesheimer S>"XT das Berliner R ab b in e r s e mi n a r und wurde in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert. 1892 wurde er als Nachfolger seines Vaters nach Nikolsburg und 1902 nach Wien berufen, wo er als Dozent am jüs dischen Lehrerseminar und Religiönsinspektor für die Mittelschulen wirkte. Neben Kanzelreden, von denen insgesamt sechs Bände herausgegeben wurden, hat Oberrabbiner Dr. Feuchtwang' mehrere religionswissenschaftliche Schriften veröffentlicht, unter denen „Der Tierkreis in der Tradition und im synagogalen Ritus des Judentums", „Studien zum Buche Ruth", „Ueber den Sabbat", „Grundriß der Wissenschaft des Judentums" und „Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien" hervorzuheben sind. Auf dem Gebiet der Assyrio- 1 o g i e hatte er sich schon in jungen Jahren einen Namen gemacht. Seit 1889 arbeitete er an der Zeit» schrift für Assyriologie mit. Außerdem war er Mitredakteur der „Monumenta Judaica" und wissenschaftlicher , Redakteur der „Freien Jüdischen Lehrerstimme". In früheren Jahren war er Mitarbeiter des „Israelit", dessen Glossen zu Wiener jüdischen Verhältnissen durch ihren geistvollen Gehalt und die markante Eigenart des Stils allgemeine Aufmerksamkeit fanden. Eine große Reihe wissenschaftlicher Arbeiten aus seiner Feder wurden in verschiedenen Monatsblättern veröffentlicht, Oberrabbiner Dr. Feuchtwang bekundete, im Gegensatze zu seinen Vorgängern, stets großes Verständnis für die Interessen und Aufgaben der Orthodoxie. n-nxin Wiener Magistrat weist Beschwerde gegen die Kultusgemeinde zurück. Wien, 2. Juli. . Der Wiener Magistrat hat vier Beschwerden der Union Österreichischer Juden gegen den Vorstand der Wiener K u 11 u s g emein de, die an ihn als Aufsichtsbehörde gerichtet worden waren, als unbegründet ab ge w ies en. Die erste Beschwerde richtete sich dagegen, daß der Vorstand der Kultusgemeinde für die .religiösen Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung nicht.jgenügend Sorge trage und die Beamtenschaft der Kultusgemeinde mit jüdisch-nationalen Parteigängern ohne Rücksicht auf deren Qualifikation durchsetze. Hierbei wurden die Ernennungen von Moses Rath zum Bibliothekar und von, Dr. Josef Löwenherz zum Amtsdirektor angeführt.- Diese Ernennungen werden auch in der zwei* ten Beschwerde behandelt. Die dritte Beschwerde betrifft die angebliche Ueberschreitung der Befugnisse des Kultusvorstandes in seinem Beschluß über das Budget 1936, die vierte den Termin der Kultuswahlen. . _■ '.'.>, I Der IL Weltkongreß jüdischer Frontsoldaten in Wien.! i . Wi e n , 1. Juli. Eine Konferenz der Führer 'der ausländischen Delegationen wählte den österreichischen Bundesführer Hauptmann a. D. - E d 1 e r von Friedman-n zum Präsidenten des Kon grosses. Nach der Konstituierung; der fünf Kommissionen und Beratung innerjüdischer Angelegenheiten wurden Referate über Abwehr antisemitischer Angriffe und über Maßnah- X

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