Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1936)
- Date
- 1936-07-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 27 Der Israelit 2. Juli 1936 Bewaffnung in den Stand gesetzt werden, das Militär und die Polizei zu unterstützen. Es wird ferner auch Kritik an dem Berichte der Mandatskommission an den Völkerbund geübt. Vier jüdische Polizisten., die sich unter Lebensgefahr besonders ausgezeichnet haben, wurden vom Leiter der Palästina-Polizei zu einer Auszeichnung vorgeschlagen. Aus dem am Mittwoch, den 1. Juli, uns zugehenden Nachrichten, sei noch folgendes registriert: In der Nähe der Kolonie Sichron Jakob wurde der freiwillige Wächter Schalom Bornstein durch Schüsse aus dem Hinterhalt sehr schwer verletzt Er wurde in das Regierungskrankenhaus in Haifa ein geliefert. Zur gleichen Zeit wird mitgeteilt, daß jm Hadassah-Spital in Tel Awiw der 22jährige Nachum G u t m a n n gestorben ist. Gutmann hatte sich bei der Verteidigung desi Kibbuz „Messilah" in der Nacht zum Montag durch vorzeitige Entladung seines eige nen Gewehres die Verletzungen zugezogen. Weiter ist zu melden, daß über Hebron sowie über sämtliche Bahnlinien des Landes der Ausnahmezustand verhängt worden ist. Bei Jaffa wurde eine Großmühle, die das Eigentum der jüdischen Pal est ine Land Development Company ist, in Brand gesteckt. Am Mittwoch wurde Jzchok Glaser, der als Chauffeur eine englische Militärpatrouille begleitete, bei C h e d e r a von einer arabischen Kugel getroffen und sofort getötet. Aus der Agudas Jisroel- Bewegung. Jacob RoSenheim in Straßburg. Im großen Saale des Conservatoire sprach am Sonntag, den 21. Juni,. Jacob Ro6.enh.eim zu einer aus allen Kreisen kommenden Zuhörerschaft, deren Aufmerksamkeit der Redner gleich zu Beginn seiner in die Tiefe gehenden Ausführungen zu fesseln verstand. Wenn Judentum, wenn jüdisches Volk, wenn jüdisches Schicksal und somit jüdische Geschichte der Ausdruck g'ttlicher Willensbestimmungen und g'ttlieber Willensgestaltung sind, dann deckt sich das Begriffssystem einer jüdischen Ideologie sozusagen mit der Ideologie des Agudismus selbst. Mit kühner aber zwingender Logik teilt Jacob Rosenheim diese wunderbare Werdung, Entwicklung und Mission des jüdischen Volkes — dessen Galuth mit seiner beinahe zweitausendjährigen ZionssSehnsucht eine Aufgabe ist — hinein in die erhabene und leuchtende Begriffswelt der Schöpfung, Offenbarung und Erlösung. Unter diesem Aspekt betrachtet er nicht nur das jüdische Volk in seiner soziologischen, nationalen und kulturellen Unterschiedenheit von den 70 anderen Erdenvölkern, denen es nicht nur ein 71. Volk anzureihen gilt, sondern von diesem Gesichtspunkte aus, beleuchtet er auch das Verhältnis der Aguda zu all den innerjüdischen Erscheinungs; und Orgamsationsformen .vom Liberalismus an bis zum Zionismus-Misrachdsmus, die einen mehr oder minderstarken Wall gegen Assimilation, Taufe und Misch* ehe darstellen, bezw. darstellen sollten. Bei aller Anerkennung der positiven Leistungen des Zibnisttvus- Misrachismus, dem — ganz abgesehen' von-der persönlichen Einstellung des Einzelnen — die Anwendung des gesamten Religionsgesetzes der Tauroh das Ergebnis parlamentärischer Mehrheitsverhältnisse ist, stellt Jacob Rosenheim der Zionistischen Organisation die selbständige Aguda mit ihrem geoffenbarten Taurohideal als lebendiges Agens gegenüber. Erez hakdauscho — das Heilige Land — gilt es auf- und auszubauen im Sinne des von G'tt geoffenbar* ten Gesetzes von der Golah, die im Sinne dieser Tauroh leben und sich für die wirkliche Eroberung des Landes vorzubereiten hätte.- Für diese praktischen Aufgaben im Land und in der Diaspora die kulturelle Führung zu übernehmen - das f ist, kurz gesagt, Sinn und Zweck der Aguda> Wille djsr Weltorganisation der Agudas Jisroel, für die sie bisher gewirkt und weiter arbeiten werde . " Eine inständige Bitte, daß die Gegner der so oft als separatistisch verfehmten Aguda ihrer zur Selbst-' erhaltung des gesamten volkes wichtigen, Aufgabe : Verständnis entgegenbringen möchten, ein kraftvolles Werben um alle diejenigen, die versuchen wollen, sich selbst 'in den Dienst dieser Aufgaben zu stellen und ein gläubiges Hoffen, daß mit G'ttes Wille das Werk gelinge, damit das jüdische Volk wirklich der flammende Cherub werde, der den in kulturellen Verwirrungen lebenden Völkern bis zur einstigen Erlösung voranleuchte —, und die eindrucksvblle Rede des Führers de^r Weltorganisation.der Agudas Jisroel ist unter von äll^h Seiten einsetzenden Beifallskund gebungen zu Ende. — Werden .die an die Gegner der Aguda gerichteten ehrlichen und verständnisvollen Worte gewürdigt und beherzigt werden? Werden die für Jacob Rosenheims Ideen aufgeschlossenen Herzen den Willen zu aufbauender Tat manifestieren und wird der agudistischen Weltorganisation nach Paris und Straßburg nunmehr auch in Frankreich ein intensives Wirkungss und Arbeitsfeld erstehen? Hoffen wir es! Die Zukunft wird es lehren . . . Sonntag, den 21. Juni, hielt Herr Dr. S. Ehrmann vor einem interessierten Publikum ein Refe rat über agudistische Erez Israel-Arbeit, das allseits besonders auch in andersgesinnten Kreisen großen Anklang gefunden hat. Im Anschluß an die beiden Referate von Jacob Rosenheim und Dr. S. Ehrmann bildete sich ein provisorisches Komitee mit dem Ziel die Agudaarbeit in Ostfrankreich zu reorganisieren S. Gr. Die Nürnberger Bezirkstagung. Wer die '»ar hatte, schon den Schabbos in Nürnberg erleben zu dürfen, der konnte so recht das ganze Milieu erfassen, in der sich die Tagung zu dem gewaltigen .Erfolg für Agudas Jisroel entfalten mußte. Eine Gemeinde, wie selten eine, geeint in der Person ihres geistigen Oberhauptes, das in allen Fragen des Gemeindelebens die unbestrittene Autorität, darstellt, und den stärksten Stützpunkt in der von ihm geleiteten Jugend besitzt, gibt einen« wunderbaren Hinlergrund ab, auf dem sich schon Sßit Jahren .regstes gudistisehes Leben abspielte. Die Jugend, in Verehrung aufblickend zu ihrem tsnmi x-:». in beispielhafter Disziplin geleitet von der starken Hand eines pädagogisch außerordentlich befähigten Jugendführers, stellt sich mit Leib und Seele in >die Reihen unsrer Organisation ein, und hat, nächst den Herren Vorständen der Ortsgruppen, die die Ta gung aufs beste vorbereitet haben, die technische Organisierungin hervorragender Weise vollbracht. Die . internen Besprechungen organisatorischer Fragen, die am Vormittag in den Räumen der Essenweinstraße stattfanden, führten zu dem bemerkenswerten Ergebnis, die Gründung eines Bezirksver* bände» Nordbayern vorzubereiten. Ferner wurde durch Herrn Gottfried Neu burger die Sela-Aktion für Nordbayern eingeleitet. — Der.Nachmittag ■vereinigte einen großen Teil der Gemeinde Nürnberg sowie ,die zahlreich erschienenen Auswärtigen im geräumigen Turnsaal der Schule, Kanalstraße, der. mit Transparenten und Plakaten geschmückt, die Stimmung schuf, die den Tag zu einem Festtag der Organisation werden ließ. Einen unvergeßlichen Eindruck hinterließ die A b e n d k u n d g e b u n g die wie eine N'ilohstunde die schwere Arbeit des Tages in würdiger Feierlichkeit krönte und in allen Anwesenden das Bewußtsein wachrief, daß Agudas Jisroel, verjüngt und gestärkt durch die Ereignisse der Gegenwart, Wegweiser wurde für alle die, die den religionslosen Nationalismus als einen Irrweg zur Lösung der Judenfrage betrachten. Berichtigung. Zu unserem Berichte aus' M e rgentheim in der jüngsten Nummer wird uns von dort: mitgeteilt, daß in der Diskussion Herr Hauptlehrer S. Kissing.er nicht, wie im Berichte angegeben, einige Fragen stellte, sondern anregte, daß Makkabi, Bar Kochba und die anderen jüdischen Sportvereine der Golah den gefährdeten Brüdern und . Schwestern in Palästina zu Hilfe kommen möchten. Vermischtes. Stuttgart, 29. Juni. Das Stuttgarter „Neue Tage^ blatt" berichtet in seiner Nummer 288 vom Dienstag, den 23. Juni, S. 3: „Vom Ertrinken g«rett.et. Im Inselbad in Untertürkheini wurde heute morgen gegen 10.30. Uhr eine etwa 45jährige Badende plötzlich ohnmächtig und ging unter. ' -Ein Lehrer konnte sie wieder an Land bringen; die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche waren erfolgreich." — Es handelt sich um den , Lehrer Felix David von der Jüdischen Schule in Stuttgart. (Wegen Anhäufung aktuellen Materials mußte wieder eine Reihe von Notizen und Nachrufen für nächste Woche zurückgestellt werden,) Briefkasten. H. K. Am 28. Februar ^ips bnpi. Salzburg. 13. Tebeth ist am 27. Dezember 1936- Die n-no ist mnw und die Haftora ist apy v\w> o?Knn. M» E. G. in Rotterdam. Ein größerer Aufsatz über: Kopfbedeckung ist vor wenigen Jahren a.üs< der Feder von Rabbiner Jonathan Horovicz, Jerusalem bei uns erschienen. Die Arbeit ist in Buchform von der Buchhandlung Bergmann, Frankfurt am Main zum Preise von 50 Pfgzu beziehen. . r .„ Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Robert Goldschmidt- Lewens t ein und Frau, Zürich. — Ein Sohn, Raymond Weil und Frau Margot geb. Pfifferling, Marly le Rois-Paris; — Ein Sohn, Jacob Salonion und Frau Adeli geb. Ucko, London N. 5. .....? , Barmizw oh: Ernst Ludwig Königsberger,. Is» raelitische Waisenanstalt, Frankfurt a.j M., Röderbergweg 87. pba n & — Heinrich Hugo Chajim, vSöhn des Herrn Martin Friedländer und Frau x Frida ' geb. Herzog, Breslau, phz nzv- Glogauer Synagoge. — Manfred, Sohn des Herrn Simon Lederberger und Frau Anni geb. Schillaj, Hamburg, enra [ravr Synagoge Bornplatz, — Albert, Sohn des Herrn Julius Mindus und Frau Henny geb. v. d. Walde, Emden, onra nnw — Moritz, Sohn des Herrn Osias Wagschal und Frau Helene geb. Felsienburg, Berlin N. 4, omni rao, Wien, Schiffschul. Vermählte: Kurt Adler, Julchen Goldschniidt, Frankfurt a. M. 5. Juli Synagoge Dominikanerplatz, 2.45 Uhr. — Alex Fischl, Paris', mit Bella Goldschmidt, Basel, 15. Tammus. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chaj'im. Schabbos morgens nach Schluß der (Synagoge: D'an, Herr R--A- Dr. E. Posen- — nachmittags 4 30 Uhr im Vereihslokal, Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. — 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midräsch-Vortrag des Herrn Fredi Lustig. (Alle anderen Sohiurim wie üblich.) Jahrzeitsstütungen. Sonntag, 5. Juli: Eva Friesiänder geb- Strauß-Stiftung.. Montag, 6. Juli: Max Münk-Stiftung. Dienstag, 7. Juli: Lehmann Weil-Stiftung. Mittwoch, 8. Juli: Josef Kösterich-Stiftung. Donnerstag, 9. Juli: Loeb Schwab-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 574 Uhr nach Mincho im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitzt „Bileam in der Enge". Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora and Mussar. Herr Dozent J. Ehrentreu, tfnin mit o'Ensa, Sonntag 18 Uhr, Uhlandstr. 39- Herr M. Feuerwerker, T*s 'bs mm (für Jugendliche} Sonntag und Dienstag 20-30 Uhr; Fichtestr. 5 EMn für Jugendliche, Schabbos 1/j4 Uhr im wpr msa (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18 30- 19-30 Uhr ebenda- , Herr Rabbiner Mannes, nirha »rn, Schabbos 4 Uhr Hans Handwefkerstr." 38.; Herr R -A. Dr. E. Posen Den nis», Schabbos 18-19" Uhr, Wittelsbacher. Allee 11. Herr B- Rachelsohn, mns nxvp Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A. Dr. Mi Schlesinger, naw '»a für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 17.30 Uhr, Rabbinatszimmer, Friedberger; Anlage. Herr j. Sofer, w.^,. täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr.u18.; (Alles andere wie üblich.) Sommerprogramm' des J. T, B. Montag: Khabehturhen kleinere Gruppe (Realschule)- 5-7 Uhr, Tischtennis für Schüler im Heim 7-30-10 Uhr. Mittwoch : Mädchenturnen verschied. Gruppen in der Hirsch-Realschule Volksschule 4-7 Uhr, Knabenturnen größere Gruppe (Volksschule) 5 45-7 30 Uhr, Damenturnen in der Volksschule 9-10-30 Uhr, Tischtennis für Damen und Herren 8-11 Uhr- Donnerstag ::\Sportplatz Dietrich Eckartschule Fußball-1. training der Knaben 5,30-7 Uhr,'dto. der Herren 7~ 9 Uhr, Herrenfurnen in der Hirsch-Realschule 9- 10.30 Uhr. "; c Verband polnischer Staatsbürger. ' Anmeldungen und Sprechstunden täglich^ vorm* 10-1 Uhr- Zeil 7 außer Samstag und Sonntag. Gebetzeiten. pbi mip Freitag abend 7.45 Samstag nMPfl 6.35 Samstag morg, 7.45Predigt ... : ..... Samstag nachm. 1.00 und 5.00, Vortrag Samstag abend 9.40 ' " ■ *■■.■'■■ i -!' .Wochengottesdienst: i> •>. .Schülerminjan im Hörsaal 6;00 Hauptminjan in der Synagoge 6.30 T Daran anschließend: Lernen des D"rt "pfc-Vereins.; im Hörsaal 1 : Zweiter Gottesdienst im Hörsaal 7-30 r:- Nachmittags 7.15 i 0. >> ll>- ta riana r' nachm. 8.00 . . tr. ,,,5 ,i; Tefillinlegen am Morgen 3.05