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Der Israelit · 1936-06-25 · Heft 26 (25.6.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 26 (25.6.1936)
Date
1936-06-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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Nr. 26 Seite 15 Die p"ss Die Frankfurter Woche. p-Veranstaltung in der Synagoge Friedberger Anlage. Laut Aufruf von Räbbinat und Vorstand fand sich am Donnerstag abend eine große Gemeinde in der Synagoge ein, um ihr Mitfühlen mit der Not der Brüder in Erez Israel auf gut jüdische Weise durch a^unm ni^'s/r zum Ausdruck zu bringen. Die p"S3'- Gebete, von Herrn Oberkantor Peiesacho witsch mit tiefster Empfindung vorgetragen, versetzten 'die Betenden bald in die Weihestimmung der nHPVU D'öv Eigene Slichaus wurden eingeschaltet und mehrere Psalmen gebetet. Im Mittelpunkte stand eine ergreifende und die Herzen aufwühlende Rede des Herrn 'Rabbiners, in der er, von einem Midraschworte . ausgehend, nach dem schon in ältester Zeit eine Katastrophe in Palästina als eine Katastrophe für .die gesamte Weltjudenheit empfunden wurde, zu Mussar und nawn ermahnte. Man habe in den letzten Jahrzehnten in Erez Israel zuviel mit Nechemia an der Außenmauer gebaut und zu wenig mit E s r a am geistigen Aufbau mitgeholfen. Der G'ttesdienst schloß mit dem Maariwgebete ab. Große öffentliche Kundgebung der agudistischen Gruppen in Frankfurt a. M. Am Montag, den 6. Juli, wird Herr Rabbiner Dr.. Klein, Nürnberg, im Vereinshause über seine Palästina-Reiseeindrücke und über wichtige Fragen, die di© jetzige Situation in Erez Jisroel betreffen, referieren. Der Vortrag beginnt. 20.30 Uhr. Die agudistischen Gruppen, ihre Mitglieder und Freunde sind herzlichst eingeladen. Sitzung der Gemeindevertretung Gemeinde". .Israelitische Die Sitzung vom Mittwoch Abend (24. Juni) begann mit einem Nachruf des Vorsatzenden, Rechts* anwalt Dr. Merzbach, auf Bertha Pappenheim, Nachum Sokolow und Justizrat Dr. J, Brodnitz. Aus den Steuermehreingängen waren sodann für Mehrausgaben des Krankenhauses! der Gemeinde RM. 22 840,80 zu bewiliigeBt, die für Lebensmittel ausgegeben worden eind. Von der Volkspartei erhob Herr Heinrich Gerlich Widerspruch, ohne sich grundsätzlich gegen die Ausgabe zu wenden. Nach länge* rer Debatte wurde dieser Posten. gutgeheißen. Eine Satzungsänderung der Königswarter'schen Familienstiftung wurde debattelos angenommen. An ^Stelle von Dr. med. Gustav Löffi'er, der die Wahl in die Friedhofskommdssion nicht angenommen hatte, wurde Dr. E. G o 11 s c h a 1 k , für 'die Finanz* kommission Dr. E. K i r c h h e i m , für die liberale Kultuskominission an Stelle von Frau Bloch=Neustadt Frau Stephanie F o r c h h e i m e r und für den Vorstand der Beratungsstelle die Herren Dr. Mainzer und Felix Meyer gewählt. Herr Dr. Blau, als Vorsitzender der Gemeinde, gab vom Vorstandstisch eine Erklärung ab, wonach die Ausführungen des Herrn Finanzreferenten O e t - ti n g e r hinsichtlich der Kosten für den Transfer nach Palästina lediglich 'die private Meinung des Genann* ten darstellen. Im übrigen ändere der Vorstand an seinem Beschluß in bezug auf den K e r e n Hajesso d nichts. Herr Dr. Pommeranz trat dann für eine stärkere Beteiligung an den Aufgaben ein, die dem Keren Hajessod jetzt gestellt seien. Es lag sodann der Bericht des Schulrats< desi P h ilantropins vom 19. Juni vor, wozu Herr Dr. Pom* meranz für die Vol'kspartei ausführte, daß seine Fraktion beispielsweise unter „jüdischer Volkskunde" verstehe, was man heute allgemein mit „Judentumskunde" bezeichne; es genüge nicht, den Besuchern der Gemeindeschule durch die Pflege der Volkslieder, der Vermittlung der Kenntnisse über Sitte. Uttd Gebräuche und die Begehung der Gedenktage unsres Volkes etwas zu bieten, es gelte, das klassische Leben des jüdischen Volkes den Kindern zu vermitteln. Und so müsse der gesamte Lehrplan davon durch* tränkt sein. Zum Schluß schlug der Sprecher vor, eine dreigliedrige Kommission zu wählen {je drei Angehörige der Fraktionen), die die Dinge zu beurteilen imstande sind. Herr Felix M ey er verwies darauf, daß .die Schule sich bemühe, den an sie gestellten Anforderungen voll zu genügen, jedoch sei zu berücksichtigen, daß «ich die Schüler aus den heterogensten Elementen zusammensetzen, daß das Lehrmaterial nicht in dem notwendigen Maße zur Verfügung stehe, und daß schließlich die Geldmittel beschränkt seien. — Vom Vorstand. sprach noch Herr Dr. E111 i m g e r, der im Wesentlichen mit den Ansichten der Volkspartei übereinstimmt, während .der FraktöonSir.edner «ler Liberalen darauf aufmerksam machte, diaß die Geraeindevertretumg als mchtfachmännisches. Gremium in bezug auf interne Schulfragen 'keine Anträge stellen könne. Herr Dr. Ponuneranz wollte dann seinen Antrag nicht als solchen aufgefaßt wissen» Für den orthodoxen FdlialgHtesdienst sind gemäß Schreiben der Kassenverwaltung RM. 300.— bewilligt worden. ' Ha. Mitteilungen für ehemalige Schüler und Schülerinnen der S. R. Hirsch-Schule. Dieser Tage Ast Nr. 33 der „Mitteilungen" des Vereins der ehemaligen Schüler und Schülerinnen der S. R. Hirsch- Schule erschienen. (Herausgegeben von Prof. Dr. Schüler, gedruckt im „Hermon", Frankfurt a. M.) Die Num mer enthält für Freunde der Schule viel Interessantes und Wissenswertes). Die Frequenz der Schulen (Real schule, Lyzeum und Volksschule^! ist mit 523 Knaben und! 461 Mädchen .die gleiche wie im vorigen Jahre gebMeben. Man sieht aus dem an erster Stelle ab gedruckten Bericht, daß das Lehrprogramm der Schu* len eine wesentliche Erweiterung erfahren hat. Es folgt eine Mitteilung über 'das Frauenschul* jähr, aus der sich im Ganzen die erfreuliche Tatsache ergibt, daß die Schülerinnen auch nach dem Verlassen der Schule im Geiste der Schule weiter zu lernen, gewillt sind. Eine statistische Tabelle gibt Auskunft über den weiteren Lebenslauf der früheren Schüler. Briefe aus i er Ferne legen Zeugnis ab von der Verbundenheit ehemaliger Schüler und Schü lerinnen mit ihrer geistigen Nährmutter. Es wird zuletzt mitgeteilt, daß .die Anregung, auf den Namen von Prof. Dr. Josef Caro einen Freiplata zu stiften, wohl viele willige Herzen gefunden, aber SOEBEN ERSCHIEN: ANLEITUNG ZUM TALMUDSTUDIUM von NAPHTALI COHN ERSTES HEFT ZU TRAKTAT SABBAT ABSCHNITT I Das Werk umfaßt 52 Seiten einschließlich einer hebräischen Anmerkung von Rabb. Wolf S. Jacobson, Kopenhagen Diese grundwissenschaftliche und trotzdem populäre Einführung in das Talmudsiudium wird gerade heute, da der Talmud so vielfach verkannt wird, jedem Lernenden von größtem Nutzen sein. Zu beziehen zum Preise von RM. 1.50 VERLAG DES ISRAELIT u. HERMON GmbH. Abteilung Hermon-Verlag Frankfurt a. M., Schützenstraße 12 Postscheckkonto: Frankfurtmain Nr. 39592 noch nicht die genügenden Mittel erbracht hat, um sie zu realisieren. Weitere Spenden sind erforderlich. Näheres erfahren die Leser aus der Nummer selbst, die in der Schulkanzlei Am Tiergarten zu bes ziehen ist. Ein „gemütlicher Abend" in der Agudistischen Frauengruppe, Am Montagabend, dne 22. Juni, trafen sich die Mitglieder der A. Fr. Gr. im festlich geschmückten Hörsaal. Die Vorsitzende, Frau Meta Posen- Prin®, begrüßte den ganz besonder® großen Kreis, vor allem die zahlreichen neuen Mitglieder. Sie erklärte die .Ziele der A. Fr. Gr., dankte den vielen Rednerinnen und Dozenten, die im vergangenen Wins tersemester auf uneigennützigste Weise durch ihre schönen Vorträge der Gruppe wertvolle Abende schenkten. Dann gedachte sie in sehr wannen Worten der verstorbenen großen jüdischen Frau Bertha Pappenhedm, schilderte in einzelnen Zügen ihr hervorragendesi Werk an der Judenheit und bat die Anwesenden, im Andienken an diese einzigartige Persönlichkeit sich von ihren Plätzen zu erheben. Dann las Frau Rabbiner Josef Horovitz einen Teil aus dem Buche „Pele Jauez" vor und hatte dadurch das große Verdienst, die Frankfurt erinneu in ein ihnen unbekanntes, sehr wertvolles Werk einzuführen. Nach einerkleinen Pause, in der Erfri5 schlingen gereicht wurden, sprach Herr Dr. Jos. Saffr«., der vor kurzem von einer PalästinasReise zurückgekehrt war, in sehr lebhafter, anschaulicher Weise über seine Erlebnisse und Erfahrungen im Heiligen Landle. Schüler-Minjan. Zu unserer Notiz „G'ttesidienst in der Synagoge Friedberger Anlage" wird uns von eingeweihter Seite geschrieben: Das Schülerminjan wurde im Jahre 1921 gegrün» det. Zweck desselben ist, unsere Jungen an regelmäßiges Schulengehen zu gewöhnen. Damals war zwischen Synagogenbeginn und Schulanfang l1/, Stunde. Heute ist diese Zeit ja noch kürzer. Nachdem das Minjan anfangs mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, ist es nach und nach zu einer ständigen Einrichtung unserer nbnp geworden. Wie segensreich es wirkt, beweist die Tatsache, daß es zurzeit — außer von Lehrern und einigen ta'na ■»Vya — regelmäßig von 50—60 Schülern besucht wird. G. Verein zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Bürgerstöchter E. V. Der seit 1790 bestehende Verein zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Bürgerstöchter E. V. hat am 2. Juni ds. Js. seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung abgehalten. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der die Versammlung leitende stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Herr Rechtsanwalt A. Horovitz, in herzlichen Worten des jüngst verstorbenen Herrn Alfred Schwarzschild s. A., der dem Vorstände mehr als 50 Jahre und fast zwei Jahrzehnte als Vorsitzen5 der angehörte. Der Mitgliedsbeitrag für 1936 wurde wieder auf RM. 9.— festgesetzt. Bei der Verlosung von zwei Aussteuern erster Klasse aus 1935 von je RM. 2000.— wurden die Nummern 3 und 241 gezogen. Den Mitgliedern, die diese Beteiligungsnummern besitzen, steht das Recht zu, den genannten Betrag als Mit* gift einem Mädchen zuzuweisen, das den satzungsgemäßen Bedingungen entspricht. Ferner hat der Vorstand in seiner auch am 2. ■ds. Mts. stattgefundenen Sitzung beschlossen, acht Aussteuern zweiter Klasse von je RM. 400.— am 27. August ds. Js. zur Vergebung zu bringen. Zur Bewerbung um diese Aussteuern zweiter Klasse ist jedes jüdische Mädchen, das den Bedingungen der Satzung genügt, ohne irgend eine Zahlung zugelassen. Anmeldungen haben von den Bewerberinnen bezw. ihren Eltern oder Vormündern bis zum 27. Juli ds. Js. bei Herrn Wolfgang Auerbach, Gervinusstr. 10, vorm. 8—9 Uhr, zu geschehen. Der Verein lädt auch hiermit zur Erneuerung bezw. Erwerbung der Mitgliedschaft ein und bittet, ihm den Jahresbeitrag von RM. 9.— auf sein Postscheckkonto Nr, 50338 zu überweisen. Jedes Mitglied erhält mit der Quittung über den Jahresbeitrag seine Beteiligungsnummer für die Verlosung der Aussteuern erster Klasse aus 1936, die in der ordentlichen Mitgliederversammlung des nächsten Jahres erfolgen wird. Die Verlosung der Aussteuern erster Klasse bietet den Mitgliedern eine ganz besondere Chance. Während nämlich bei jeder anderen Verlosung nur ein liTe der eingezahlten Beträge verlost wird, übersteigt der Betrag der Aussteuern erster Klasse wesentlich die Summe der Mitgliedsbeiträge, da der Verein einen bedeutenden Betrag aus den Zinsen seines Kapitalvermögens hinzufügt. Freilich erhält das gewinnende Mitglied nicht den Betrag der Aussteuer für sich selbst, sondern nur das Recht, ihn einem minderbemittelten Mädchen, das auch mit ihm verwandt sein darf, als Mitgift zu überweisen. Den Vorstand bilden nunmehr die Herren Wolf* gang Auerbach, Vorsitzender, Ludwig Groedel, Abraham Horovitz, Dr. Ernst Kirchheim, Jack A. Schwarz* Schild, Dr. Julius Sichel und Fritz Stern. Exemplare der Satzung werden auf Anfordern (Anschrift Gervinusstr. 10) zugesandt. Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts. Mit dem 23. Mittwochkonzert in der Arnold Lazarus-Halle haben die Jüdischen Tonkünstler Frankfurts ihre künstlerische Arbeit in dieser Spielzeit beschlossen. Der ständig wachsende Besuch dieser Verantaltungen hat erwiesen, daß die Mittwoch-Konzerte zu einem aus dem kulturellen Leben des Frankfurter Judentums nicht mehr hinweg zu denkenden Faktor geworden sind.: An 13 Abenden wurde in dieser Saison über 50 Frankfurter Künstlern Gelegenheit zu künstlerischer Betätigung und Verdienst gegeben und einer 3000 köpfigen Hörerschaft erlesene Kunst zu volkstümlichen Preisen dargeboten. Daß die Institution der Mittwoch=Konzerte sich gegen alle Schwierigkeiten behaupten und im wesehtlicken ihr Programm auf hohem künstlerischem Niveau durchführen konnte, wurde dadurch ermöglicht;-"daß die Israelitische Gemeinde auch in diesem Jahffe; den Jüdischen Tonkünstlern die Arnold Lazäras-Haile kostenlos zur Verfügung gestellt hat und daßdie künstlerischen wie organisatorischen Leitet de*; Mittwoch-Konzerte restlos ehrenamtlich 'ge^b^|^haben£ Es ist dringend zu wünschen, daß das jüd^che^Eg^i; kum auch in der nächsten Saison den schwer um ihre Existenz ringenden jüdischen Künstlern Frank* fuTts verständnisvolles Interesse und" treue/ Gefolgschaft bewahren möge. Auch die Pädagogen-Abende „Jugend musiziert" wurden fortgesetzt und fanden mit "dem 6. «ehr gut besuchten Abend am 15. Juni im Vereinshaus ihren Abschluß. Es traten an drei Abenden dieser Spiel* zeit 36 Schüler der jüdischen Tohkünstler Frankfurts an die Öffentlichkeit und brachten klassische und

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