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Der Israelit · 1936-06-25 · Heft 26 (25.6.1936) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 26 (25.6.1936)
Date
1936-06-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 Nr. 26 D er Israel i t 25. Juni 1936 Berg Ebal bei Nablus wurde eine ganze arabische Terroristenbande nach kurzem Kampf gefangen genommen. Zu den in den letzten Tagen angegriffenen jüdischen Siedlungen, deren Bewohner sich gut wehren konnten, gehören Beth Alpha, die Vor* stadt von Tel Awiw Hatikwah, der K i b b u z Hameuchad bei Herzlia und zuletzt E k r o n im Scharon. Der schärfste Kampf seit Ausbruch der Unruhen spielte sich am Sonntag und Montag bei El Schern ab, wobei, nach bisherigen Mitteilungen, zwei Engländer und mindestens zehn Araber gefallen sind. Dort war eine englische Eskorte angegriffen worden. Die schottischen Füsiliere griffen ein, und als nach vielstündigem Ringen die Araber Immer noch nicht wichen, wurden Flugzeuge eingesetzt, die sich auch an der Verfolgung der flüchtenden Araber beteiligten. Da die Araber zumeist ihre Toten mitnehmen, läßt sich die Zahl ihrer Verluste nicht genau angeben. Der Abbruch der Altstadt von Jaffa geht, allerdings unter überaus starker Bewachung durch Polizei und Militär, ungestört vor sich. Am Nachmittag des ersten Tages waren bereits dreißig Gebäude niedergerissen. Im Zusammenhang mit diesem Abbruch wird der ITA. eine menschlich ergreifende Episode gemeldet. In dem Viertel, das jetzt verschwinden soll, liegt ^auch eine alte S y n a g o g e. Der 90jährige Scbammes weigert sich, seine Wohnung im Synagogengebäude zu räumen und erklärt, er sei bereit, unter den Ruinen des Heiligtums zu sterben. In Haifa wurden auf Grund des von der Regierung gestellten Ultimatums zahlreiche arabische Geschäfte wieder geöffnet. Anstelle des wegen des Streikes der arabischen Stadt5 verordneten aufgelösten Haifaer Stadtrats, wurde ein neuer Stadtrat ernannt, dem auch vier Juden, neben drei Engländern und zwei Arabern, angehören. Der bisherige Bürgermeister, Hassan Schukri Bey, bleibt Vorsitzender. Zum Vizevorsitzenden ist ein Jude ernannt worden. Es wird geschätzt, daß seit Beginn der Unruhen 140 000 Wald* und Obstbäume sowie Weinstöcke und die stehenden Saaten auf einem Gebiet von über 160 Hektar vernichtet worden sind. ' Die Zerstörung eines heiligen Gräberfeldes« — Eine heilige Erinnerung. Jerusalem, 19. Juni. Aus einem längeren Brief unseres Jerusalemer Korrespondenten, dessen Einzelheiten durch unsere Palästinanachrichten der jüngsten Nummer überholt sind, entnehmen wir folgende über die Ereignisse des Tages hinaus interessanten Stellen: Die unerhörte Zerstörung der heiligen Gräber auf dem alten jüdischen Friedhof in S a - f e d wirkte im gesamten Jischuw niederschmetternd. Safed ist eine der ältesten Städte des heiligen Landes, und der jüdische Friedhof in dieser Stadt birgt u. a. die heiligen Gräber des Propheten Hosea, des Tanna Pmchas ,.ben Jair,- des Kabbalistenführers Rabbi Jizchak Lurja und seiner Schüler, des großen Rabbi Josef Caro, Verfassers des Schiulchan Aruch, und diese heiligen Grabhügel sind zum Teile der Zerstörungswut der Vandalen zum Opfer gefallen. Wenn man bedenkt, wie gerade die Mohammedaner die Gräber ihrer Großen heilig halten und liebevoll pflegen, kann man erst das Verbrechen an den jüdischen Heiligenstätten nichtig ermessen. Was können wir dagegen tun? Die Schändung der heiligen Gräber ist eine kleine Tragödie in der großen Tragödie, die wir jetzt in Erez Israel erleben. Die Zentrale der Agudas Jisroel richtete sofort ein scharfes Protestmemorandum an den High Commis- ■sioner. Am 28. Siwan fastete auf Anordnung des Rabbinates das gesetzestreüe Palästina und betete Psalmen und Slichoth. Der 29. Siwan ist aber ohnehin ein wehmutsvoller Gedenktag für das gesetzestreue Erez Israel, denn an diesem Tage wurde seinerzeit der unvergeßliche Anwalt der Agudas Jisroel-Geineinschaft in Erez Israel, Prof. Dr. Jakob Israel d e Haan meuchlings ermordet. Sein Andenken wird unter den Thoratreuen und besonder® in den Reihen der Agudas Jisroel, der er mit der ganzen Kraft seines Geistes beistand und die Wege wies, ewig unverwischlich bleiben. Es soll hier nicht auf die Persönlichkeit und das Wirken von Dr. de Haan nocheinmal eingegangen werden. Aber eines sei zu bemerken: Die zionistischen Führer greifen jetzt die Gedanken und Initiative auf, die vor 12 Jahren gerade von de Haan propagiert wurden. Sie mühen sich um Frieden und Verständigung mit den Arabern. Er aber, de. Haan, predigte diesen Frieden und zeigte die Wege zu ihm, zu einer Zeit, da sie noch nicht verbaut waren. In diesen schweren kritischen Tagen entringt sich manch einem der Seufzer: Hätte der Jischuw heute noch mehr führende Männer von der Art des Prof. de Haan! Mn. G. P. „Appell der Agudas Jisroel in Jerusalem", Jerusalem, 19. Juni. Von der Organisation der Poale Agudas Jisroel wird darauf hingewiesen, daß der auf Seite 12 der Nr. 23 des „Israelit" abgedruckte Appell nicht einen Appell der Agudas Jisroel in Jerusalem, sondern einen Aufruf der Poale Agudas Jisroel in Palästina darstellte. Bucharische Juden an der syrisch-palästinensischen Grenze festgenommen. Beirut, 18. Juni. Die farnzösiische Grenzwache hat an der syrischpalästinensischen Grenze zwölf bucharische Juden, die sich ohne Visa nach Palästina begeben wollten, festgenommen. Die bucharischen Juden hatten sich mit großer Mühe bis an die syrisch-palästinensische Grenze durchgeschlagen. Einer der Verhafteten erzählte einem Vertreter der Presse, daß zwei' weitere bucharische Juden von russischen Grenzposten bei der Ueberschreitung der dortigen Grenze erschos* s e n worden sind. (ITA.) Personalien. Justizrat Dr. Julius Brodnitz gestorben. Berlin, 17. Juni. Wie schon gemeldet, ist Justizrat Dr. Julius Bro dnitz, der erste Vorsitzende des Centralvereins der Juden in Deutschland, in der Nacht zum 17. Juni in Berlin an den Folgen einer Gehirnerschütterung gestorben, die er bei einem Autounfall am 11. Juni erlitten hatte. Julius Brodnitz wurde am 19. August 1866 in Posen geboren. Nach Vollendung seiner juristischen Studien ließ er sich in Berlin als Anwalt nieder. Als im Jahre 1893 der Centraiverein gegründet wurde, wurde er bald in den Kreis dieser Arbeit einbezogen. Bereits 1900 trat er in die Recht'sschutzkommission de® Centraivereins ein, deren Vorsitzender er 1904, zugleich mit der Berufung in den Hauptvorstand, wurde. Neben der Rechtsschutztätigkeit gehörten besonders die Jugendfragen zu seinem Aufgabenkreis. Seine enge Ver* knüpfung mit der praktischen Arbeit des Vereins ließen ihn in kurzer Zeit in das engste leitende Gremium aufrücken, so daß als Eugen Fuchs 1920 den Vorsitz niederlegte, Julius Brodnitz der gegebene Nachfolger war. Sechzehn Jahre lang hat Justizrat Brodnitz den Verein geführt. Unter seiner Leitung wurde der Centraiverein Sachwalter des jüdischen Rechtes. An allen wesentlichen, allgemeinen jüdischen Aufgaben, wie z. B. der Gründung des Arbeiterfürsorgeamtes und der Förderung der Gesellschaft „Ort", nahm Brodnitz tätigen Anteil. In zahlreichen Reden und Ansprachen in allen Teilen des Reiche® hat er für die Sache des Centraivereins und seine Auffassung von der Gestaltung des jüdischen Lebens in Deutschland gewirkt. Nach 1933 ist es vornehmlich seiner Initiative zu verdanken, daß der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau und späterhin 'die Reichsvertretung der Juden in Deutschland ins Leben traten. Im letzten\Jahre ist er auch dem Beirat der Jewish Agency beigetreten. Für das religiöse Leben, auch für die Rechte der Orthodoxie zeigte er Verständnisi, obwohl er für seine eigen« Person dem radikalen, religflössliberalen Standpunkt huldigte und diese Gesinnung leider über seinen Tod hinaus bekundete. Nastätten (Hessen-Nassau), 21. Juni. In seltener körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische, beging Herr Lehrer Gustav Mannheimer seinen 8 0. Geburtstag unter freudiger Anteünaihme der Gemeinde und.Bekannten aus der Ferne. Der heute noch sehr rüstige Jubilar wirkt seit über 60 Jähren in der Gemeinde. Einer alten Lelu*ersfamilie in der Nähe Frankfurts entstammend, fand er seine Ausbildung bei Reb Losor O 11 e n s o ß e t VäT> in Höchberg1 Und im Seminar zu Würzburg, das er 1874 verließ. Nur wenige Kursgenössen werden noch unter uns -weilen. Möge dem Jubilar auch fernerhin ein glücklicher Lebensabend beschieden sein innerhalb seiner Lieben und seiner Gemeinde. wyias? Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgens nach Schluß der Synagoge: dmh, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 4 30 Uhr im Vereinslokal, Mikro, Herr Rabb, H. Mayer. — 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch-Vortrag des Herrn H. Frankenthal. Schabbos nachm. 4.15 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, Chumisch und Raschi (Selbstlernen), Herr Julius Lewin- Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, pai« Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, DSia» p», Herr R.A. Dr. Schlesinger. — nachm. 615 Uhr im Hörsaal, (auch für Damen), „Haftauro" Herr Rabb. Mayer. — Sonntag vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, Kim, Herr J. Soffer. Montag (auch Donnerstag) morgens nach Schill: mwa- Mitgliederlernen.- Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr im Vereinslokal, Onna xaa) kibj, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, nivm, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr im Vereihslokal, maa, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Der Haftauro-Schiur des Herrn _. Rabbiner Mayer wird nunmehr wieder regelmäßig 1 Stunde vor Mincho im Hörsaal stattfinden. Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch, 1. Juli : Ludwig Bender-Stiftung. Freitag, 3. Juli: Adolf Dann-Stiftung. , 4 Liwjath Chen. Samstag 574 Uhr nach Mincho im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz:' „Vor den Toren Erez Jisroels". Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora and Massar. Herr Dozent J. Ehrentreu, warn mit cpensa, Sonntag 18 Uhr, Uhlandstr. 39. Herr M. Feuerwerker, r» 'OB maa (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20.30 Uhr, Fichtestr. 5 n*a*n für Jugendliche, Schabbos x/24 Uhr "\Vi WJ'R maa (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18.30- 19.30 Uhr ebenda. Herr Rabbiner Mannes, nwia »an, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkerstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen um nisa, Schabbos 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B- Rachelsohn, mna na»» Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A. Dr. M. Schlesinger. rav 'aa für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 17.30 Uhr, Rabbinätszimmer, Friedberger Anlage. Herr J. Sofer, >a-p tp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, n"»n im«, Sonntag nach rp~inw, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Der Schiur vor fl'-inp unter Leitung des Herrn Feuerwerker (Wi3ff 'aa) findet um 5 45 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I. R. G. statt- Herr Rabbiner Feuerwerker beginnt diese Woche im Rahmen des Thora und Mussarprogramms einen neuen Schiur über: „Aktuelle halachische Zeitfragen" für Baalebatim im Gemeindehaus, Fichtestraße 5, am Schabbos um 5 Uhr. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vormitt. IOV2 Uhr im Heime, Scbwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. „Das Buch Samuel". Gäste willkommen. Presseschau der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Die Presseschau der jüdischen religiösen Presse unter Leitung von Hartog Hartogsohn findet, für Damen und Herren, Schabbos, 27; Juni 1936, 18 Uhr, Schwanenstr. 12 statt. Gebetzeiten. npri'm» Freitag abend 7.45 Samstag naapn 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00, Vortrag Samstagabend 9.40 Wochengottesdienst.' >.< Schülerminjan im Hörsaal 6.00 Hauptminjan in der Synagoge 6.30 Daran anschließend: Lernen des Q^n ipa-Vereins im Hörsaal Zweiter Gottesdienst im Hörsaal 7-30 Nächmittags 7.15 ', Tefillinlegen am Morgen 3.00

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