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Der Israelit · 1936-06-18 · Heft 25 (18.6.1936) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 25 Der Israelit 18. Jiind 1936 1 ä's^tin a bleibt, wo die Araber bekanntlich die Aufhebung des englischen Mandats und die Herstellung ihrer Unabhängigkeit an die Spitze ihrer Forderungen stellen. Die Stellungnahme Englands ist noch nicht bekannt. Möglicherweise wird diese überraschende Wandlung der Dinge in Syrien schon in den für Donnerstag angesagten Palästinadebatten im Unterhause '.h Echo finden. Der Emir Feisal-Vertrag und Palästina. In dem von uns bereits in voriger Nummer genannten Artikel W e i z m a n n s in der „Times" kommt der 1919 mit Emir Feisal, dem nachmaligen König von Irak, zum Abdruck. Einleitend iheißt es in diesem Vertrage: „Seine Kgl. Hoheit der Emir Feisal, als Vertreter und Bevollmächtigter des Arabischen Königreichs Hedschas, und Dr. Chaim Weizmann, als Vertreter und Bevollmächtigter der Zionistischen Organisation, beide eingedenk der Blutsverwandtschaft und der alten Bindungen zwischen den Arabern und dem jüdischen Volk, beide der Ueberzeugung, daß das sicherste Mittel, die Vollendung ihrer nationalen Bestrebungen zu erreichen, die engste mögliche Zusammenarbeit des arabischen Staats und Palästinas ist, und beide von dem Wunsche beseelt, das gute Einvernehmen, das zwischen ihnen besteht, zu befestigen, sind über die folgenden Abmachungen übereingekommen." In den nun flogenden Artikeln wird u. a. bestimmt, daß in der Errichtung der Verfassung und Verwaltung Palästinas alle solche Maßnahmen aufgenommen werden sollen, die die vollsten Garantien bieten, daß die B r i t i s o h e Regierungserklärung vom 2. November 1917 in die Tat umgesetzt wird. Ferner sollten alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Einwanderung von Juden nach Palästina in großem Maßstabe zu ermutigen und zu fördern. Weizmann teilt ferner mit, daß, als am 29. Januar 1919 Feisal dem Obersten Rat der Friedenskonferenz die arabischen Ansprüche vortrug | und die Unabhängigkeit der arabisch sprechenden Völker in Asien verlangte, er in bezug auf Palästina folgendes äußerte: „Wegen seines uni verseilen Charakters lasse ich Palästina heraus für die gemeinsame Betrachtung aller daran in teressierten Parteien. Mit dieser Ausnahme fordere ich die Unabhängigkeit der arabischen Länder, die in dem Memorandum auf gezählt sind," Loa d ou, 16. Juni. „News Chronicle" bringt den aufsehenerregenden Bericht aus Jerusalem, daß von ärabi scher Seite erklärt wird, die Bemerkung Emir Feisals zu dem Vertrag mit Weizmann sei von Oberst Lawrence „falsch übersetzt" worden. Auni Bey Abdul H a d i sei im Besitz eines Telegramms Feifals aus dem Jahre 1929, in dem dieser seine Unterschrift bestreitet. Die. Araber be haupten weiter, daß sie ihrer Vertragsverpflichtung ledig seien, da Feisal den Vorbehalt gemacht habe, daß der Vertrag nur gelten solle, wenn England seine den Arabern .gegebenen Versprechungen erfüllt. In einer Zuschrift an den „News Chronicle" weist der frühere Ministerpräsident Lloyd George die vom arabischer Seite im. Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Freundschaftsvertrages Weizmanns mit Emir Feisal gegen Oberst Lawrence, der der aufrichtigste Freund der Araber gewesen sei, gerichtete Ver dächtigung, daß er die Randbemerkung Feisals bei der Uebersetzung gefälscht habe, zurück. „Meiner Ansicht nach," schreibt Lloyd George, „ist absolut nichts Wahres an diesen Behauptungen," „Differenzen weniger scharf". Aus dem englischen Bericht an die Mandatskommission. London, 10. Juni, In der Staatsdruckerei ist soeben der vom Ministerium für die Kolonien herausgegebene Bericht der Mandatar macht über Palästina und Transjordanien für das Jahr 1936 erschienen, der gleich der Mandatskommission «in Genf unterbreitet iwurde. Der Bericht stellt fest, daß der Vorschlag des Legislative Council von den Juden abgelehnt, von den Arabern aber mit Genugtuung aufgenommen wurde. Das Nationalgefühl der Araber sei im Berichtsjahr gewaltig .gewachsen. 61.654 jüdische Einwanderer sind im Jahre 1935 nach Palästina gekommen. Es wird im Berichte auch Auskunft gegeben über die Regierungs einnahmen und den Verwaltungsüberschuß. Die Prosperität hielt im Berichtsjahre an. Ueiber die jüdischen Angelegenheiten ist im Berichte folgendes zu lesen: Was die jüdischen Angelegen hei - ' t e n betrifft, so seien die Differenzen zwischen W a a d L e u m i und Agudat J i s - r a e 1 merklich weniger scharf gewesen. Politische und wirtschaftliche Einigung zwischen den beiden Körperschaften dürfte unschwer erzielt werden. Eine Lösung sei noch zu finden für die religiösen Differenzen, was möglicher weise geschehen könne durch die Einsetzung eines Religiösen Rates bei der jüdischen Gemeinschaft, dem die Verwaltung aller religiösen Angelegenheiten, wie Wahl von Rabbinern, rituelle Sohlaöhtung, Begräbniswesen usw. zu übertragen wäre. Voraussetzung sei, daß der Rat aus religiösen Juden zusammengesetzt und von ihnen o h n e B e t e i 1 i g u n g v o n Frauen gewählt wende. Auch die Differenzen zwischen Revisionisten und Histadrut seien im Jahre 1935 weit weniger betont gewesen. Das Brandunglück in Chawurath Chofez Chajim. Aus der Chawurath Chofez C h a j i m in Gedera geht uns ein Schreiben vom 9. Juni zu, dem wir über das bereits kurz gemeldete Brandunglüok folgendes entnehmen: „Am Mittwoch, den 3. Juni, brach im iKibbuz Chofez Chajim in Gedera ein Brand ausi der großen Sachschaden anrichtete. Er war keine Folge irgend eines arabischen Angriffs, sondern der Brand entstand dadurch, daß in einem der drei Wohnzrifim ein Vorhang durch das Aufflammen eines Kochäpparates Feuer fing. Der ganze Zrif begann sofort hell zu brennen, und da, wie das in Gedera öfters der Fall ist, kein Wasser da war, konnte man nur durch Aufwerfen von Sand das weitere Umsichgreifen des Feuers verhindern. Mit übermenschlichen Kräften gelang dies auch. Der Zrif jedoch brannte bis auf den letzten Rest nieder. Es verbrannten sämtliche Kleider, Wäsche, Möbel, Bücher von zahlreichen Ghawerim, und wird der Schaden auf über LP 1000.— geschätzt. Es ist klar, daß ein solcher Fall den Kibbuz um Monate in seiner Arbeit zurückwirft, ja seine ganze Arbeit und sein Aufbauwerk in Frage stellt Der Kiblbuz ist jedoch gewillt, seine Arbeit fortzusetzen. Er richtet deshalb an all seine Freunde in der Golah den dringenden Appell, ihn in seiner Arbeit zu unterstützen. Jeder möge sich daran beteiligen, wenigstens dm dringendsten Schaden der Chawerim1 wieder zu ersetzen. Auch hier im Land haben sich bereits weite Kreise in den Dienst der Sache gestellt. Und so hoffen wir, daß auch dort jeder sein Möglichstes tun wird, dieses a g u d i s - tische Aufbauwerk nicht zu gefährden. Keiner wird fehlen und jeder wird helfen Friedhof in Safed geschändet. Jerusalem, 17. Juni. . Es wird gemeldet, daß auf dem berühmten jüdischen Friedhof in Safed zwanzig Grabsteine zerstört wurden. Gemeinde und Rabbinat haben gegen die Schändung aufs schärfste protestiert und ausreichenden Schutz für den Friedhof verlangt. Abbruch der Altstadt in Jaffa. Der Abbruch der Altstadt in J a f f a wurde auf den 18. Juni verschoben, weil eine Moschee in die Abbruchlinie fiel und diese daher geändert werden mußte. Fasttag in und für Erez JisroeL Jerusalem, 16. Juni. Der Oberrabbiner der Agudat Jisrael - Gemeinde in Palästina; Rabbi Duschinsky, hat durch die ITA. an die Judenheit des Auslandes den Appell gerichtet, am Donnerstag, den 18. Juni, einen Fast- und B e 11 a g anläßlich der Unruhen in Palästina abzuhalten. Das palästinensische Ralbbinat richtet an die jüdische Bevölkerung Palästinas die Aufforderung, im Hinblick auf die unruhigen Zeiten öffentliche Tanzvergnügen izu meiden. Die litauische Agudat H a r a b o n i m hat angesichts der Ereignisse in Palästina einen allgemeinen Fasttag am 18. Juni proklamiert. In Deuts c bl an d wird heute, Donnerstag, fast in allen Gemeinden p"S3i' mit Einschaltung besonderer mrp^o, in Verbindung mit ganz- oder halbtägigem Fasten, abgehalten. Schadenersatzansprüche der jüdischen Industrie in Palästina. Jerusalem, 11. Juni. Der Verband der jüdischen Industriellen hat beschlossen, eine Abordnung zur Regierung zu entsenden, und volle Entschädigung für den den jüdischen Industriebetrieben im Laufe der Unruhen zugefügten Schaden zu verlangen. Es soll auch ausreichender Schutz für Fabriken in exponierter Lage verlangt werden. Weiter wird gefordert, daß die Regierung Maßnahmen treffe, um die Frage der Verladung von Exportwaren zu lösen. Schließlich wird der Ausbau des Hafens von Tel A w i w mit der Begründung verlangt, daß die jüdischen Industrieunternehmungen um Jerusalem un d Tel A w i w konzentriert sind und die Notwendigkeit, den weit. entfernten Häfen von Haifa zu benutzen, für sie einen Nachteil darstellt. Schwedisches Parlament lehnt v Einwanderungsbeschränkung ab. Stockholm, 16. Juni. Das schwedische Parlament hat mehrere Anträge von Vertretern der Rechten, die Einwanderungsbestimmungen , izwecks Fernhaltung von Einwanderern) aus Deutschland' zu verschärfen, abgelehnt. Entsprechend dem Antrag der juristischen Kommissioni keinerlei Vorschläge zu .weiterer Einschränkung der Einwanderung anzunehmen, hat das Parlament die Regierung bloß beauftragt, Möglichkeiten für eine Verbesserung der technischen Kontrolle über die Einwanderung von Ausländern zu prüfen.

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