Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1936)
- Date
- 1936-06-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 24 Der Israelit -11. Juni 1936 3. KENESSIO GEDAULO, JERUSALEM 5697 K. G.-SELA Die 3. Keness»o Gedaulo soll der ganzen religiösen" Judenheit Gelegenheit geben, geschlossen zu den geistigen und wirtschaftlichen jüdischen Problemen der Gegenwart Stellung zu nehmen und zu. deren Lösung beizutragen. Darüber hinaus wird die Kenessio Gedaulo eine machtvolle Willenskundgebung des jüdischen Volkes für Gtt, seine Tora und sein Land darstellen. Durch Zahlung des K. G.-Sela hat der Inhaber dieses Scheines — unter Anerkennung der Verpflichtungskraft der Tora für das jüdische Volk, insbesondere für den Aufbau Erez Jisroels — das Wahlrecht für die 3. Kenessio Gedaulo im Rahmen der Wahlordnung* erworben. * Wahlalter 18 Jahre. Frauen erwerben durch den Sela-Schein das Recht zur Teilnahme an dem in Aussicht genommenen Frauen-Kongreß, für den eine besondere Wahlordnung erlassen wird. Name:................................................................................: Deutschland: K.G.-Sela-S^hein RM.1.—, Sela-Münze RAA.?.—. Aktivist Nr. d>Vvv*i> 'nsr^n.".n>riüfi-.fc&ii'h Vmn yrian s?Vo rvptfan ^inK-ebsroirnn^ rvmn rmrrV Sibskn nwbwn n^nxnrrorsn nbmn rpOMn ♦ppriQ^ nTs^i mra bvnw> oy rrprmnm nr^Dn'/jo^n-nn. •isn»^i.mnn> ff'pi^ bxw oy mi'oa bw m'33 iraois-.rrtta.i vnwn n^rrr Dftb minn nttaöa rrana - mn lawn-^ra iV nap *a*n3äw; ■^o^vb^wna •»sa rw^wn, n^iiin .tojd1? n-pmn niar ns - ^iniy^px pn^ Tirnni Vmw •y'nna^» *nvY>mn üdtpb . ■ . ■ 7 7~? D'»in oia aipa t]nnt?n^ Jvotn m nt -»^o-naiw-a rmip b'W;nir nie?? mi? :n-ivuk '•■'in* -inrn nnTia üswn-mo'ny o'-'pnn1'-■sivip ........................-..........-.......l...:::::..::::..:....:..:..v...:.....: dp '023 t]DKön (snon) y^o (naw) jrnaan vbo Der Aufruf der Exekutive der Agudas Jisroel-Weltorganisation zur Einb erufung der Dritten Kenessio Gedaulo muß uns als Mobilmachung aller inneren Kräfte dienen. Was heißt aber Mobilmachung? In ernster Stunde für Volk und Land, die eine Konzentration der Kräfte und gesteigerten Selbstschutz erheischt, muß jeder Angehörige des Volkes und des Landes in Bereitschaft stehen. Der Landmann verläßt «einen Acker, der Kaufmann sein Geschäft, der Meister seine Werkstätte, der geistige Arbeiter legt Feder und Buch aus der •Hand, und .alle finden sich in einer Front. So hat Jeder mit all seinen Fähigkeiten und mit seiner ganzen Energie sich den Führern zu unterordnen. Solche Mobilisation hat außer ihrem eigentlichen Ziel noch einen Wert für sich. Sie konzentriert die Gedanken und Empfindungen des. Volkes auf einen Punkt. Sie steigert den Willen des Einzelnen zur Gemeinschaft. Sie schart alle Volksteile um eine Devise und reißt sie aus ihrer *) Zur Ergänzung der Ausführungen im Leitartikel der jüngsten Nummer über die Rüstung zur Dritten Kenessio Gedaulo geben wir obigen Aufsatz aus Warschauer jüdischen Blättern wieder. kleinlichen Interessenwelt heraus, so daß sich Jedermann als Teil des großen Volkskörpers empfindet. Das allein ist schon ein Sieg im geistigen und idealen Sinne. Die Agudabewegung an sich ist ja schon eine Mob i 1 m a c h u n g in Permanenz; Samm-. lung aller Menschen, die G'tt und seiner Thora treu geblieben sind, zur gemeinsamen Arbeit, zur Verteidigung der Heiligtümer und zur Eroberung neuer Gebiete und neuer Menschen für die jüdische Sache. Des kleinen Tages Lasten -und Sorgen schwächen aber den Schwung dieser Mobilmachung, mächen sie bald zu einer Sache der geistig Bessergestellten, der. Führ er. Darum.ist es unabweisbar notwendig, daß von Zeit zu Zeit eine. Mobilmachung der Kräfte durch, das g a h z e Lager ge h t. Als solche Mobilmachung der Massen haben wir den Ruf z u r S a mm lu n g fürdi e Ken es si o G e d a ufl o anzusehen. In der V o r b e r e i tun g s z e i t muß "der Wille zum Judentum in der Seele eines jeden Einzelnen geweckt werden. In dieser Zeitder Sammlung muß jeder Jude, ob alt oder jung, sich in einen Soldaten der jüdischen Sache verwandeln. In dieser Rüstezeit hat sich Jedermann: «Rechenschaft abzulegen, was er für Thora f$fod Emuna getan hat und wie groß oder klein sein Beitrag zur Verbreitung und Stärkung der Thoraatmosphäre bisher war. Die Folge dieser Selbstrechenschaft muß darin bestehen, daß er von nun an eine größere Summe seiner Zeit, seiner Kraft, seines Vermögens und seiner Fähigkeiten der agudistischen Bewegung widmet. In dieser Vorbereitungszeit hat sich jeder Agudist in die jüdischen Probleme der Zeit zu vertiefen und über ihre Lösung im Geiste der Thora nachzudenken; der. eine versuche die Lösung mit seinen materiellen Gütern, der andere mit der Feder oder mit der ihm geschenkten Rednergabe. Es sei in dieser Zeit auf alle Lücken hingewiesen, die noch zu schließen und auf alle Fehler, die noch gut zu machen sind. In jedem Land -und in jeder Stadt müssen große Versammlungen einberufen werden, um die agudistisahen Erkenntnisse zu vertiefen und das Verantwortungsgefühl des Einzelnen für die Thoragesamtheit zu stärken. Es ist, mit einem Worte, die Zeit der Hochrüstung für den großen friedlichen Kampf, den wir mit der Kenessio Gedaulo s. G. w. 'bis zum Siege zu führen hoffen. Wenn wir uns so rüsten, dann ist das Ziel der Kenessio Gedaulo zur Hälfte s chonin der ■Y o rber eitungsze i t erreicht. ' Korrespondenzen. Deutsches Reich. Eine Anregung beider gesetzestreuen Rabbinerverbände. Nürnberg, 8. Juni. Der O r t h o d o x e"R ab b i n e r v e r b and und die Traditionell-gesetzestreue Rabbiner v e r e i n i g u n g i n Deutschland veröffentlichen folgende Anregung: ' Die schwere Prüfungszeit, in der sich das jüdische: Volk besonders angesichts der furchtbaren Geschehnisse in ^kup' f n«' befindet, weisen uns darauf hin oisriV wnas man»/ die Rettungsmittel unserer Vorfahren, n»»n und' n^'sri/ Fasten und Gebet, zu ergreifen.; Der n*"W des Monats rinn mit seiner aufrüttelnde/v Erinnerung an bittere Momente unsrer Geschichte' ruft uns eindringlich zur nawn. |-'' Wir regen deshalb an, daß in allen Gemeinden "Donnerstag mp 'S einen, halben Tag gefastet ,.}und, wo dieses möglichist, p"3V abgehalten wird, -:niit Einschaltung der Slicho o?:my nrnn "py baciW' 1 ■ t!- r ' " ', ••<,<; i % Vor p"5V bezw. am Vorabend oder zu anderer 2eit,. ' . ' ' ' : - fT-*' •soll in entsprechender Rede die Not der Zeit als g'.tt- : liehe Fügung und väterlicher , Ruf zur Rückkehr ■ wxcci ^Verständnis gebracht und auf die Pflicht, rra*'.. zu üben und bx"Hr> ps zu Unterstützen, 'hingewiesen, {werden,; CK'. ■j'C' ' ' ' ' ■■ .''; ■ - ip' Handwerkliche Ausbildung in Palästina,,, Berlin, 7. Juni. '' Die Jüdische Jugendhilfe...teilt mit: i I Im Herbst ds. Js. wind; die zur Zeit, noch im ,E|au: befindliche handwerkliche Ausbüduiiigsstätte ■ der pJü- - gend-Alijah in Jagur eröffnet, die' den Namen „Lud-' wig Tietz^ehrwerkstätte",. traigen wird. An der Schaf-' fung dieser Lehrwerkstätte sind außer der Reichsver-i tretung der Juden.in Deutschland, die Grpßlpgei.-uttd; der Hillsverein der Juden in .Deutschland beteiligt, Ueber die Trägerschaft weiterer Organisationen .wird; noch verhandelt., ■ . ■'. ■ ■<? Polen. Der Pogrom von Przytik vor Gericht. 34 nichtjüdische und 14 jüdische Angeklagte. — 400 Zeugen. Warschau,. 2. Juni. Vor dem Rädomer .Kreisgericht ist am 2. Juni der Monstre-Prozeß wegen derblumigemjudenfeindlichen Ausschreitungen^ die sich, Anfang, März: in Przytik ereigneten, unter außerordentHcher Spannung weitester Kreise eröffnet worden. Angeklagt sind 43 Nichtjuden, die, ypn 20. Rechtsanwälten, unter denen sich bel^njte;natio.n4^emokrat^he. Führer .böfindeny verteidigt werden, und 14 Juden* Diesen stehen, neun bekannte Anwälte zur Seite, unter ihnen zwei hervorragende nichtjüddsche Juristen, der Dekan . der Wilnaer Rechtsanwaltskammer Dr. Kazimierz Petrusizewicz^undi der. Warschauer , Rechtsanwalt Paszalski.. An dem Pressetisch sitzen zahlreiche Vertreter der jüdischen-und polnischen Presse, sowie sehr viele ausländische . Korrespondenten. Den christlichen und den ■jüdischen Angeklagten sind 'besondere Bänke zugewiesen. Die angeklagten Nichtjuden sind zum größten Teil ungebildete' und vielfach vorbestrafte Menschen. Von den jüdischen Angeklagten ist keiner vorbestraft: ' Die Anklage wird von dem Staatsanwalt Dr. Ratkiewiez vertreten, 'der Gerichtshof setzt sich ■zusammen aus dem Präsidenten des Warschauer Kreisge-