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Der Israelit · 1936-06-11 · Heft 24 (11.6.1936) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 24 (11.6.1936)
Date
1936-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 24 D e r i s r a e 1 i t llr Juni 1936-" wird, auf dem Wege von Aufrufen, öffentlichen Versammlungen und Veröffentlichungen in der Presse die Hilfsgelder aufzubringen. Es wird vorgeschlagen, daß die Gemeinden und Synagogen aus ihrem Etat und den Spenden vor der offenen Thorarolle Beiträge zu diesem Hilfszwecke gewähren. Wir schließen uns der am Schlüsse des Schreibens ausgesprochenen Hoffnung an, daß, nach- T e 1 A w i w , 5. Juni. (Telegramm an die P. Z. der Agudas Jisroel.) Durch Unglücksfall Großfeuer in der Chaburath Chofez Chajim in Gedera ausgebrochen. Vier Familien sind obdachlos. Der Schaden beträgt Lst. 1000.—. Sofortige Hilfe dringend Nach einem Berichte der ITA. hat die Palästina-Exekutive der Jewish Agency der Londoner Exekutive'den Rat erteilt, im Hinblick auf die erforderliche geschlossene Aktion aller jüdischen Gruppen, Tel Awiw; 7. Juni. Am 6. Juni abends ist die Levante-Messe in Tel Awiw feierlich geschlossen worden. Im Hinblick auf die bevorstehende Schließung Jerusalem, 9. Juni. Die Palästinaregierung hat der. Korporation von Studenten der Hebräischen Universität ,,£! AI", die vor kurzem an die Regierung mit der Bitte herangetreten war, die jüdische Legion als geschlossene Einheit im Verband der englischen Truppen wieder aufzustellen, amtlich den Bescheid zukommen lassen, .daß die Aufstellung einer jüdischen militärischen Einheit im Rahmen London, 10. Juni, In der ,,Times" vom 10. Juni veröffentlicht Prof. Chajim W e i z m a n n einen Artikel, in dem er der in der letzten Zeit in der englischen Presse wieder aufgetauchten Behauptung entgegentritt, daß Palästina im Kriege den Arabern versprochen worden sei. Andererseits haben Lord Lamingto n und Margaret Farquahrson durch Zuschriften an die „Times" eine Kampagne zur Sammlung eines Fonds eingeleitet, durch den die Berücksichti- Jerusalem, 9. Juni. Das Einwanderungsdepartement der Jewish Agency hat die ihm von der Regierung für das Halbjahr April/September 1936 zur Verfügung gestellten Zertifikate wie folgt verteilt: 1200 Sonderzertifikate wurden für deutsche Juden, Ghaluzim und Umgeschichtete, die mit Hilfe des vom Londoner Hilfsfonds zur Unterstützung deutscher Juden bereitgestellten Fonds von 150.000 Pfund angesiedelt werden sollen, reserviert. Von den übrigen Zertifikaten wurden dem uns der Bericht volle Aufklärung über den Ernst der Lage besonders im gesetzestreuen Jischuw gebracht hat, keiner, dessen Herz' für die Thbra, für Erez Jisroel und die notleidenden Brüder schlägt —; es geht hier um die dreifache Pflicht, thoratreuen Brüdern in Erez Jisroel zu helfen — zurückstehen wird. Im übrigen verweisen wir auf den Aufruf auf Seite 3 dieser Nummer. nötig, da größte Notlage herrscht. Die Chawerim alle gesund. (Nähere Nachrichten über Ursache und Umfang des Brandunglücks sind noch nicht eingetroffen.) den Agudaführer Rabbi M o s c h e Blau zu Besprechungen nach London einzuladen. (Weitere Berichte siehe „Jerusalemer Brief" auf Seite 8 und ■ „Letzte Nachrichten aus Palästina" auf Seite 14.) der Messe war der Besuch in den letzten Tagen besonders rege. Insgesamt ist die diesjährige Messe von weit über 300.000 Menschen besucht worden. der englischen Armee nicht möglich sei, weil palästinensische Untertanen, gleichgültig ob Juden oder Nichtjuden, in die englische Armee nicht eingereiht werden dürfen. Die Studenten werden jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß es ihnen freisteht, entweder in das transjordanische Grenzkorps oder in die Paläst inapol izei einzutreten. gung der arabischen Beschwerden ermöglicht werden soll. „Morning Post" und „Daily Telegraph" stellen im Leitartikel die Forderung auf, daß kein Kompromiß mit der Gewalt geschlossen werde. Die Unruhen in Palästina hätten den Charakter einer offenen Revolte angenommen. „Daily Telegraph" berichtet, daß die jungen arabischen Terroristen drei Geheimbünde zur Fortsetzung der Gewaltaktionen gebildet hätten. 1400 für Ghaluzim mit landwirtschaftlicher Ausbildung, 475 für Angehörige palästinensischer- Einwohner, 265 für Sephardim, 320 für Spezialisten, 40 für sogen, „alte Zionisten", 300 für die von Industrieunternehmungen angeforderten Spezialisten, 163 für Agudisten bereitgestellt. Die Verteilung nach Ländern geschieht wie folgt: Deutschland 260 (außer den 1200 Sonderzertifikaten), Polen 1150, Rumänien 230, Litauen 115, Tsoheohoslovakei 95, Lettland 65, Wien 50, Saloniki 60; der Rest entfällt auf andere Länder. Palästina vor der Mandatskommission des Völkerbundes. Genf, 9. Juni. Nach telefonischer Rücksprache mit London: sah die Kommission von einer Vertagung ab und setzte die Verhandlungen über den P a 1 ä s t i n ab e r i ch t fort. Die Londoner Regierung konnte nämlich den Zeitpunkt für die Erteilung der gewünschten Auskünfte über die letzten Vorfälle in Palästina nicht 'bestimmen. Zunächst wurde über die Tra n s j o r d a - nien betreffenden Teile des Berichtes verhandelt. Es wird konstatiert, daß unter Leitung des. Emir die transjordanische Regierung in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht und ungestört von Unruhen bleiben konnte. Es folgten Verhandlungen über Syrien, Libanon und Südwestafrika. Die Prüfung des Palästinaberichtes wurde in der Sitzung des 8. Juni wieder aufgenommen. Die einzelnen Kapitel des Berichtes wurden erörtert. Die Mitglieder der Mandatskommission vermieden es, Fragen politischer Art zu stellen, um der Arbeit der .geplanten Kgl. Untersuchungskommission nicht vorzugreifen. Generalstaatsanwalt H. K. T r u s t e d beantwortete als Vertreter der Mandatarmacht eine Reihe von Fragen über Bodentransaktionen, Einwanderung, Rechtspflege und Zollwesen. Es heißt,, daß die Aussprache recht wenig lebhaft war. Liquidierung des Berner Prozesses um die Protokolle der Weisen von Zion. Zürich, 8. Juni. Der vor drei Jahren begonnene Berner Prozeß um die „Protokolle der Weisen von Zion" ist soeben durch Vergleich beendet worden. Der Beklagte, Dr. Zander, gab eine Erklärung ab, durch die er seine Behauptung, der Stockholmer Oberrabbiner Dr. Marcus Ehrenpreis habe in einem Vortrag die Echtheit der „Protokolle" bezeugt, mit dem Ausdruck des Bedauerns z urückzog. Ferner gab Dr. Zander zu, daß diese „Protokolle" mit dem i. J. 1897 in Basel unter Leitung von Theodor Herzl abgehaltenen ersten Zionistenkongreß überhaupt nichts zu tun habe n. Außerdem erklärte sich die „Nationale Front" damit einverstanden, daß die seinerzeit beschlagnahmten 780 Exemplare der „Protokolle" von der Gerichtskanzlei vernichtet werden. Schließlich hat sich Dr. Zander bereit erklärt, die gesamten Gerichtskosten zu tragen, während die Kläger, denen nie an einer Bestrafung Zanders lag, sondern nur um Aufdeckung der Wahrheit zu tun war, auf eine Prozeßentschädigung verzichteten. Nach Unterzeichnung dieses Vergleichs haben die Kläger ihre Klagen zurückgezogen. Eine neue Pögromwelle in Polen. Warschau, 8. Juni. In Minsk Mazowiec wiederholten sich am 5. Juni die pogromartigen Ausschreitungen gegen Juden. Ueber 500 Juden der Stadt sind nach Warschau geflüchtet. Viele von ihnen sind mehr oder weniger verletzt. Der jüdische Arbeiter Juda Leib, der den Sergeanten Dujak ermordete und damit das Signal zu den Pogromen gegeben hat, ist von der , Polizei als geistig g e s t ö r t festgestellt worden. Weitere schwere Exzesse gegen Juden fanden in Rembertow, S k o 1 a , 'auch in Gora Kaivaria, dem Sitz des Gerer Rebben, und Limanova statt. In Rembertow wurden mehrere Juden sehr schwer verwundet. Auch in Warschau wurden in der Marszalkowskastraße Schaufenster jüdischer Geschäfte eingeschlagen. Vom Y.oint -und von .anderen Organisationen wurde eine S-p e i.s e a k t i o n für di& Notleidenden in Minsk Mazowiec eingerichtet. Die jüdischen Parlamentarier beriefen angesichts der verschärften Lage eine. Konferenz der jüdischen Gemeinden ein. Großfeuer in der Chaburath Chofez Chajim in Gedera. Rabbi Mosche Blau nach London berufen. Tel Awiwer Levante-Messe geschlossen. Die Juden im palästinensischen Sicherheitsdienst. Der Widerhall in der englischen Presse. Die Verteilung der neuen Palästina-Einwanderungszertifikate.

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