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Der Israelit · 1936-06-04 · Heft 23 (4.6.1936) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 23 (4.6.1936)
Date
1936-06-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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M h- ■H II Will-— N Hollo o||o—o||o|o|o[|H— —1 II hH II H— -HIIHI Erziehung* und Lehre Pädagogische Beilage zum „Israelit" Organ des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands FHIIh- =Hirwin= SEDOS —H lloi o o|| o—o | o||o |o|| Na ^]IM][^ ^][SE ^rei Verantwortliche Schriftleitung: L. Kaufmann, Sprendlingen (Kreis Ottenbach) Geschichtsunterricht an jüdischen Schulen* Von Studiendirektor Dr. Elias in Frankfurt a. M. Iii. Zwei Ziele verfolgt der Jüdische Geschichtsunterricht. Das eine fordert die eindrucksvolle Behandlung der verschlungenen ,Wege der Weltgeschichte, das andere die klare 'Herausarbeitung und lebendige Darstellung der Gestalt und des Weges des jüdischen Volkes. Ohne den Charakter und idie Eigenschaft der deutschen Geschichte zu verwischen, können und müssen wir im deutschen Raum die allgemein menschlichen und weltgeschichtlichen Züge ihrer Entwicklung schärfer als bisher hervortreten lassen. Das Auf und Ab der Völker in den Aufstiegsiinien der Menschheit soll schon mit Rücksicht auf das messianische Endziel der Gesichichte nicht übergangen werden. Es kommt dazu, daß zum Verständnis der jüdischen Geschichte die Verbindungslinien zu den anderen Völkern ganz unentbehrlich sind. Wir sind über alle Völker und Länder zerstreut, das Schicksal aller zeihnet sich in unsere Geschichte ein. Aber eben darum muß unseren Schülern frühzeiitt^ zum Bewußtsein gebracht werden, daß ihr Wille in einem Ganzen zur Geltung zu kommen, und ihre Hoffnung, durch ein Ganzes Ergänzung, Erfüllung und geschichtliche Dauer zu erlangen, sich nur im eigenen Volke erfüllen kann. In' der Geschichtsstunde muß unseren Schülern zum persönlichen Bewußtsein kommen, wo der Platz ist, an denen sie aktiv oder passiv kämpfend oder leidend in der Kampffront der Völker stehen. Beide Aspekte erst eröffnen den richtigen Blick auf das Gesamt ihres Seins' und Sollens. Die Schüler müssen erkennen, daß geschichtliches Selbstsein und nicht individuelles Dasein 'die Aussicht auf ein würdiges Lebensziel bietet. Die Wechselwirkung, das Geben und Nehmen* das Erben und Beerbtwerden des jüdischen Volkes und die Verschlungeinheit seiner Geschichte mit der der Völker, wie es uns so oft, bald erhebend, bald niederdrückend zu Bewußtsein gebracht wird, muß jenen Wunsch, alle Kräfte des Leben» auf das eigene Volk zu richten, nur verstärken. Der bunte Grund menschlichen Gemeinschaftsdaseins birgt in seinem Schoß neben den wunderbarsten Aufbaukräften eine Fülle des Unvernünftigen und Widermenschlichen, das sich jeder Führung entgegenstellt. Er kann nur fruchtbar gemacht werden, wenn wir und indem wir im Ringen mit dem Chaos bei uns selber anfangen und in dem kleinen Ausschnitt, den unser Volk in der Gesamtmenschheit einnimmt, g'ttliche Ordnung und Führung zur Darstellung bringen. Emsle »Beschäftigung mit Weltgeschichte und tiefes Eindringen in die Eigenart jüdischer Geschichte ist für den Schulmann^ der beides ernst nehmen, will, mit nicht geringen Schwierigkeiten verbunden. Main hat bis vor kurzem die jüdische Geschichte in den Religionsunterricht verlegt, besser verlagert. Die Durchnahme der jüdischen Geschichte erfolgte nach' den für den Religionsunterricht aufgestellten und aufzustellenden.. Grundsätzen. Religions- und Geschichtsunterricht sind aber zwei Disziplinen, die zwar das alte pädagogische Ziel — Erziehung zu ethischreligiöser Lebenshaltung — gemeinsam haben können, aber doch vermöge der jeder eigenen Gesetze in ihren Wegen auseinandergehen. Der Religionsunterricht hat es mit dem Sollen, der Geschichtsunterricht mit dem Sein und Werden des jüdischen Menschen zu tun. Was den jüdischen Geschichtsiumterricht ferner um ein gutes Teil seiner Möglichkeiten brachte, war der Umstand, daß in. vielem jüdischen Schulen die jüdische Geschichte von der nichtjüdischen getrennt, und.letztere vielfach von ndchtjüdischen Lehrern erteilt wurde, was auch heute noch an manchen Stellen geschieht. Es versteht sich von selbst, daß bei solcher Trennung die Einheit " geschichtEcher Anschauung verloren gehen muß, denn es wird nicht zu umgehen sein, daß dabei eine und dieselbe Epoche, Bewegung, Persönlichkeit und Tatsache in den beiden Stunden zwei ganz verschieden gerichtete Deutungen und Wertungen erfährt. Ein dritter Fehler, der zwar nicht so stark wie die beiden genannten, aber doch störend genug ins Gewicht fiel, bestand darin, daß in einem und demselben Jahre in der nichtjüdischen Geschichtsstunde ein ganz anderer Zeitraum durchgenommen wurde, wie in der jüdischen. Die Schule brachte sich dadurch um die Möglichkeit, Konzentrationslinien herzustellen, die gerade für den Geschichtsunterricht unentbehrlich sind. Diesen allen in der Organisation liegenden Mängeln ist zum großen Teil die Schuld beizumessen, wenn die Erwachsenen, auch die durch jüdische Schulen gegangen waren, über die Unzulänglichkeit des jüdischen Geschichtsunterrichts, über den Mangel an jüdischen Geschichtskenntnissen Klage führen. Was wir tun können, um dem abzuhelfen, muß in der Tat versucht werden. Das Wissen um jüdische Geschichte bildet heute das Rückgrat jüdischer^ Bildung und jüdischen Selbstbewußtseins. Dem wird nur Rechnung getragen, wenn' jüdische und nichtjüdische Geschichte in einheitlichem Geiste, getragein von der Idee der jüdischen Schule, unterrichtet, beide in der Geschichts- und nicht in der Religionsstunde dargestellt, und der Stoff so aufgeteilt wird, daß wenigstens von IV. ab jeder Klasse der gleiche Zeitraum für jüdische und nichtjüdische Ge- 'Schichte zur Behandlung aufgegeben wird. (Fortsetzung folgt,) nmim nrasr V# tiöV "ido rras m» twV •Omam-na onan min') (*]io) axnpa narr D'atp aa nxm np^naa 03 'a 'VVxa pia ■wbm' 'O'jop ö'iiao naa mpb ntpsx 10 »nnayn 'Tpy&Tb •rt^y »nnasn pinn nx ib">n p nnx natrw nnayn nxmnn Vaa immt? ö^'d*» ux nwaxn mpm "o pirna :nra pixa nxtn nnöaV jpaa -nnaya nna» '^>aa iaam nx pan^ ^nrwai ffn^a maon nx xmp anaa Hsm*» TiVa nVa ^>aa -xnp^ vb? nman mrw mix bv nnay ptz^a ix n^aanA ywbi nbnn öinn ♦n^nax nnws-y anajr msw Kirr nta nwp •lasy masr DH'aVnm bxw xm 'ft&bn xnp^? 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