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Der Israelit · 1936-06-04 · Heft 23 (4.6.1936) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 23 (4.6.1936)
Date
1936-06-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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W^ß^f*13^ lS«WfJ^*"W *^J&^WV$^^^-vcf^ e; 4, Juni 1936 Der Israelit Nr. 23 Seite 5 Der jüdische Hafen in Tel Awiw. Von Menachem E. Lewinsky in Tel Awiw.*) Was sich diese Woche in Tel Awiw ereignet hat, ist van derartig gewaltiger Größe, daß man glaubt zu träumen, wenn man es nicht mit eigenen Augen sehen würde. Fast fünf Wochen währt jetzt der arabische Streik, auch die Hafenarbeiter und arabischen Beamten sind in den Streik getreten; Die Juden können momentan den Hafen in Jaffa nur bei Lebensgefahr betreten. Alle für Jaffa bestimmten Güter müssen jetzt nach Haifa geleitet und dort ausgebootet werden. Von hier aus werden sie dann per Eisenbahn nach Tel Awiw gesandt, wodurch natura lieh hohe Transportspesen und großer Zeitverlust entstehen. Es war daher bei Ausbruch der Unruhen eine Hauptforderung von jüdischer Seite, daß die Regierung die Genehmigung zur Errichtung eines Hafens in Tel Awiw erteilen möge. Während den anderen Forderungen, wie die Errichtung von Regierungsstellen in Tel Awiw, das bekanntlich, obwohl heute die größte Stadt des Landes, keinerlei Regierungsstelle hatte, sofort entsprochen wurde, ließ die Entscheidung über den Bau eines Hafens fast vier Wochen auf sich warten. Am 17. Mai nachmittags traf zunächst die telefonische Genehmigung ein. Noch in der Nacht begannen, die Arbeiten, wozu die besten Architekten und Arbeiter des Landes schleunigst herbeigeholt wurden. Innerhalb 36 Stunden wurde ein Kai angelegt, ein Zollschiuppen, ein Lagerhaus, ein Büro und diverse andere notwendige Bauten errichtet. Am 19. Mai mittags hat schon die Einweihung des ersten jüdischen Hafens der Welt stattgefunden. Natürlich waren alle Behörden und tausende unserer Tel Awiwer vertreten. Der Oberbürgermeister D i z e n g o f f begann die Eröffnungsrede mit den Worten: MK-'^na TPl. Unbeschreiblich war der Jubel, als bald darauf das erste Schiff, die Z'Itwisti, einer jugoslavischen Reederei gehörend, mit. einer Ladung von tausend Tonnen Zement in den neuen Hafen einlief. Die Löschung, die von Salonikier — natürlich jüdischen — Schiffsentladern vorge^ *) Obwohl unsere Leser über die Errichtung der Anlegestelle in Tel Awiw bereits reichlich Orientiert Sind, geben wir die Ausführungen, unseres verehrten Mitarbeiters wieder, da sie die Hoffnungen der Tel Awiwer auf diesen ihren „kleinen Hafen" deutlich wiederspiegeln. Red. otiommen wurde, ging tadellos vonstatten. Der erste Sack, der ans Land gebracht wurde, ist dem hiesigen Museum zur Verfügung gestellt worden. Es ist kaum faßbar, was hier jüdische Hände innerhalb weniger Stunden fertig gebracht haben, eine Arbeit, wozu die Regierung, wenn sie den Hafen gebaut hätte, wohl an zwei Jahre gebraucht hätte. Es ist sofort mit dem Bau einer 600 Meter langen eisernen Brücke ins Meer hinein begonnen worden, um die Schiffslöschungen so bequem als möglich zu machen. Interessant ist die Stellungnahme der Araber zu diesem jüngsten Hafen. Als die Araber von der plötzlichen Entstehung dieses Hafens hörten, riefen die Führer sofort eine große Versammlung ein, in der es derartig stürmisch zugegangen ist, daß man schon aus weiter Ferne das Gebrüll vernehmen konnte. Eine Einigung unter ihnen konnte nicht erreicht werden. Dte einen verlangten die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit im Jaffaer Hafen, während die anderen den Streik fortsetzen wollen. Da eine Einigung nicht au erzielen war, so wurde wenigstens beschlossen, sofort ein Boot mit Kundschaftern nach dem neuen Hafen izu senden, um diesen wenigstens aus der Ferne zu besichtigen, da man sie in den Hafen selbst, der durch ein englisches Kriegsschiff und Fliegern bewacht wird, nicht hinein lassen würde. Als diese O^Dna nun in idie Versammlung zurückkehrten, erklärten sie, daß bei der Löschung der Waren, entweder diese, oder die Mannschaften ins Wasser fallen würden. Diese Prophezeiung ist ,Y'3 nicht eingetreten, da die Ladung vorzüglich vonstatten ging. Es herrscht nun im arabischen Lager große Verwirrung wegen dieses unerhörten Wunders. Wenn jetzt in Zukunft alle für Tel Awiw, Jerusalem und den Provinzen bestimmten Güteti;, in Tel Awiw ausgeladen werden sollen, so würde dieses für Jaffa und den seit tausend Jahren bestehenden Hafen den Ruin bedeuten. Man weiß also jetzt im Moment, wo die Freude über den neuen Hafen vorherrscht, noch nicht, was in Zukunft werden wird. Man hofft jedoch, daß die arabischen Führer sich jetzt in ihren Forderungen größere Bescheidenheit auferlegen werden und daß dann endlich ein Friede zwischen beiden Völkern hergestellt werden kann. Korrespondenzen. Deutsches Reich. Das Verbot der Beschäftigung deutschblütiger Mädchen in jüdischen Haushalten. Berlin, 31. Mai. Die „Deutsche Justiz" veröffentlicht in Nr. 22-23 eine Entscheidung des Ämtsgerichts Heilbronn vom 17. März 1936 zu dem Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (Blutschutzgesetz), durch die festgestellt wird: 1. Das Verbot der Beschäftigung deutschblütiger Mädchen in jüdischen Haushalten besteht unabhängig davon, ob der jüdische Mann zur Zeit der Beschäftigung im Haushalt anwesend ist. 2. Das Verbot setzt nicht voraus, daß das Arbeitsverhältnis mit dem betreffenden Haushaltsvorstand besteht, sondern es genügt, daß auf Grund irgend eines Arbeitsverhältnisses das deutschblütige Mädchen im judischen Haushalt beschäftigt wird. Wie aus den mitveröffentlichten Gründen hervorgeht, wurde diese Entscheidung in einem Prozeß gegen eine jüdische Witwe gefällt, die eine siebzehnjährige deutschblütige Hausgehilfin beschäftigte, wozu sie nach dem Gesetz berechtigt war, jedoch dies? Hausgehilfin wiederholt zu ihren verheirateten Töchtern geschickt hat, um dort im Haushalt mitzuhelfen. Von den beiden wegen Beihilfe mitangeklagten Töchtern verantwortete sich die eine damit, daß ihre Mutter die Hausgehilfin: nur dann zu ihr geschickt habe, wenn sie selbst verreist oder bei der Tochter zum Mittagessen eingeladen war, wobei dann die Hausgehilfin ebenfalls mitgegessen habe. Außerdem sei ihr Mann, der als Kaufmann viel auf Reisen sei, in der Zeit nicht anwesend gewesen, als das Dienstmädchen im Haushalt beschäftigt war. Die zweite Tochter, die einen gewerbepolizeilieh gemeldeten Kostüsch betreibt, an dem etwa acht bis neun Juden teilnehmen, und an dem auch ihre Familie mitißt, wandte ein, daß sie die gelegentliche Mitarbeit des Mädchens für erlaubt gehalten habe, weil sie diese Arbeit als Arbeit in einem Gewerbebetrieb betrachtete. Gegenüber der ersteren Entschuldigung wird in den Gründen erklärt: Zunächst ist der Umstand, daß der der Hausgemeinschaft ungehörige männliche Jude abwesend Aus Jacob Bernays' und Salomon Frensdorfs Schriftwechsel/) 'Hierauf antwortet B«rnays (Bonn 1873): Die Frage, welche mir Ihr lieber Brief, für den ich herzlich danke, vorlegt, beantworte ich ohne Bedenken dahin, daß ich dringend rate, bei Ihrem ursprünglichen Vorhaben zu verharren und den Index zuerst herauszugeben. Nur ganz Unverständige könnten über d«n «ch^nbaren vO"Tepov-rrporepov Ansteß nehmen und ganz Unverständige pflegen sich aber nicht tun wissenschaftliche Werke zu kümmern. Jeder nur einigermaßen Verständige muß einsehen, daß der Schwerpunkt der (von) Ihnen erz(ielten) Leistung eben in diesen Index fällt und daß derselbe auch ohne die von Ihnen zu erwartende krit. Rezension der moa für die älteren Ausgaben seinen großen Wert hat. In noch höherem Maße als dies von jedem wissenschaftlich angelegten Index zu einem Sammelwerk gilt, wird man von diesem sagen können, daß er die eigentliche anima libri sei. Vielleicht wäre es ratsam, um jede Lust zum Glossenmachen auch in dem Unverständigen zu ersticken für den lateinischen Teil entsprechend dem hebräischen nnaa Clavis Massoretica zu wählen statt ... — Am 20. 12. 1875 sendet Frensdorf'! an Bernays den fertigen Band der Massora und erwähnt in dem Begleitbrief,, eine wie große Freude es für ihn wäre, wenn der Inhalt des Buches Bernays befriedigte und fragt an, ob er vielleicht Zeit zu einer Besprechung finden könnte. *) Siehe Literarische Beilage zu Nr. 22. Hierauf antwortet Bernays (27. 12.. 1875):. Ich sage Ihnen meinen 'herzlichsten Dank für das schöne Chanukahgeschenk, mit dem Sie mich aufs höchste erfreut haben und beglückwünsche Sie zur Vollendung dieses wesentlichen und in sich abgeschlossenen Teiles Ihres .großen Werkes. Obwohl ich erst wenige Tage im Besitz des Bandes bin, so konnte ich mich doch schon, da gerade Ferien sind, näher mit demselben bekanntmachen. Ihre tiefe Sachkenntnis und Ihr ausdauernder Fleiß bat ein Werk geschaffen, da®, indem es seine unmittelbare Aufgabe meisterlich erfüllt, zugleich ein Werkzeug ist von der vielseitigsten Anwendbarkeit auf den verschiedensten Gebieten der Forschung; 2. B. habe ich immer ei*> vollständiges und übersichtliches Verzeichnis der hebräischen Eigennamen vermißt, dergleichen wir für das Griechische längst besitzen, wo diese das älteste SprachgUit gleichsam in fossilem Zutande bergenden Namen der Gegentand ernster und fruchtbarer Bemühungen wurden, wie sie für das Hebräische meines Wissens noch nicht. •genügend angestellt/sind. Ihr Werk bietet' mir hierfür und auch für die Forschung über die Personen eine Grundlage,, wie man sie sicherer und bequemer gar nicht wünschen kann. Ueberhaupt ist die ganze Einrichtung mit großer, nur bei langjähriger Uebung möglicher Umsicht so getroffen, daß man sich äußerst leicht zurechtfindet. Wo ich über mich interessierende Punkte nachgeschlagen habe, fand ich gleich Auskunft. Uebef einen solchen Punkt erlaube ich mär eine kleine Bemerkung. S. 158 handeln Sie über ovis, erwähnen aber nicht den fap*re moa via«» o^ns l»a tra nsns nai mtwna \itr> 'n iaxa mit $>wii «in narr «n>"»wr. d^is bo "übv mvmb iHnn rom a»ra tiip^üjy nmim -wn xV Va* *" n». jü*w «apr bv pni> "i "rann ipan 1 Daß ich in meinem Kreise bei jeder Gelegenheit von dem hohen Verdienst und der großen Vortrefflichkeit Ihrer Arbeit gebührend reden werde, bedarf nicht der Versicherung. Eine öffentliche Besprechung derselben aus meiner Feder würde den christlichen Gelehrten zu sehr . . . auffallen.' Man kennt mich dort zwar als Orientalen aber nicht als zünftigen Orientalisten. Doch wird Delitzsch und seine Schüler gewiß dafür sorgen, daß die öffentliche Anerkennung nicht zu lange ausbleibt. Unter den Juden bricht sich bei. der Menge der jetzt interessierenden jüdischen Zeitschriften ein Werk wie das Ihrige leicht Bahn. Ich schließe mit dem aufrichtigen Wunsche, daß Sie bald an die Fortsetzung 'gehen und uns nichts von dem vorenthalten, was Sie vorbereitet haben. Es wird sich nioht so bald wieder Jemand finden, der so ausgerüstet wie Sie dieses Gebiet verarbeitete. Was Sie also untergehen lassen, wird schwer zu ersetzen sein. Wochenkalender. Vom 6. - 13. Juni 1936 / Vom 16. - 23. Siwan 5696 1 •>w *p numw Samstag 6 16 TD Sonntag 7 17 P Montag 8 18 Tf> Dienstag Juni 9 "IVO 19 V> Mittwoch 10 20 a Donnerstag 11 21 JW Freitag 12 22 33 Samstag 13 23 » "i 'a "]tfy9ta 'i 'n piD "]b"]bv pnftn j'a-oa N eumond: Freitag nachm. 5 Ubr 33Vj8 Min-

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